2 Fotos: Turner*innen als Hexen beim Umzug, Fasnacht 1989

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim »scharfen Eck« zieht der Narrenumzug vorüber. Die Turner*innen des Turnerbundes beteiligen sich als Gruppe und haben sich als Hexen verkleidet. Damit machen sie der 1934 gegründeten Hexengruppe Konkurrenz. Doch ihre Anzahl ist nicht auf 28 beschränkt und ihr gehören auch nicht nur Männer an. Gewisse Ähnlichkeiten, wie rot-weiße Ringelsocken und Strohschuhe, zu den echten Löffinger Hexen sind sicherlich nur rein zufällig.

Zu sehen sind in alphabetischer Reihenfolge u.a. Marc Brugger, Marianne Brugger (geb. Fehrenbach), Norbert Brugger, Ulrike Heiler, Lore Isele, Regina Isele, Lydia Kaiser, Birte Meder, Renate Meder und Klaus Ruf

Standort des Fotografen: 47.884459, 8.345568

2 Fotos: »Wieberfasnet« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die »Wieberfasnet« findet erstmalig am 23. Februar 1954 statt. Vor allem die Mitglieder des katholischen Müttervereins engagieren sich hier und stellen alljährlich ein buntes Bühnenprogramm auf die Beine, das von Frauen für Frauen dargeboten wird. Im Publikum sitzen in der Regel nur zwei Männer: der Stadtpfarrer und der Vikar.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Hedwig Vogt (geb. Limb, 1919-2010), 2 Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher, 1931-2022), 3 ???, 4 Maria Hall (1924-2014), 5 Olga Streit (geb. Fehrenbach), 6 Luise Kienzler (1924-2014), 7 [Elise Göpper?], 8 Hedwig Rosenstiel (1921-2002), 9 Paula Müller

Auf dem unteren Foto sind im Publikum u.a. ??? und Sofie Hepting zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884270, 8.346520

Ehrennarren der »Laternenbrüder« beim Umzug, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auch die Ehrennarren der »Laternenbrüder« reihen sich in den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« ein. Soeben ziehen sie durch die Obere Hauptstraße, vorbei an der Stadtapotheke (Obere Hauptstr. 7), die von Helene Knödler (1926-1990) betrieben wird. Ein Schilderjunge geht vorneweg. Es folgen fünf ehemalige Narrenräte, die in blaue Fuhrmannskittel gekleidet sind.

V.l.n.r.: 1 Stephan Burger (Schilderjunge), 2 Joseph Benitz, 3 Ernst Krauß, 4 Engelbert Müller, 5 Anselm Zepf, 6 Edmund Laufer

Standort des Fotografen: 47.884480, 8.345847

6 Fotos: Auftritt der »Schwindelsingers« beim »Bunten Abend«, Fasnacht 1997

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Sie beleuchten auf humorvolle Art und Weise das Löffinger Ortsgeschehen. Ihre Auftritte beim »Bunten Abend« des Turnerbunds sind fester Bestandteil der Fasnacht. Und der Applaus ist ihnen stets gewiss: »Die Schwindelsingers«. Unter Leitung von Bruno Krämer (1945-2015), hier am Klavier zu sehen, bieten sie verschiedene Liedbeiträge dar.

Die Sänger*innen sind in alphabetischer Reihenfolge: Josef Beha (1936-2018), Pia Durst, Kurt Frei, Rudolf Gwinner, Hans Hasenfratz, Lore Isele, Regina Isele (1960-2023), Josef Jäger mit Tochter ??? Jäger, Klemens Jordan, Fritz Sibold, Lucia Vogelbacher. Nicht auf dem Foto zu sehen ist: Inge Sibold.

Standort des Fotografen: 47.883077, 8.347945

Narrengruppe »08/15« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Diese Narrengruppe posiert in der Bahnhofstraße für ein Gruppenfoto. Die jungen Männer des Jahrgangs 1940 haben sich als Soldaten verkleidet und tragen allerlei bunt zusammengewürfelte Uniformen. 13 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und zwei Jahre nach der Einführung der Wehrpflicht im Zuge der Wiederbewaffnung bezeichnen sie sich als »08/15 Letzte Reserve«.

Damit greifen sie zum einen die umgangssprachliche Redewendung »08/15« auf, die im Ersten Weltkrieg entstand, als ein Maschinengewehr mit dieser Abkürzung im Gebrauch war. Seitdem steht der Ausdruck für »ganz gewöhnlich«, »nicht besonders«, »durchschnittlich« oder »mittelmäßig«. Vermutlich nehmen die Narren aber vor allem Bezug auf den gleichnamigen dreiteiligen Spielfilm, der 1954/55 in die deutschen Kinos kam und ein Kassenerfolg wurde. Darin geht es um die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, wobei der Film recht unpolitisch bleibt und vor allem der Unterhaltung dient. Der Hauptdarsteller Joachim Fuchsberger (1927-2014) hat in der Film-Trilogie seine erste große Rolle.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Egon Gromann (geb. 1939), 2 Otto Kaltenbrunner (geb. 1940), 3 Dieter Butsch (1940-2023), 4 ???, 5 Ernst Tröndle, 6 ???, 7 Rolf Meßmer (geb. 1940), 8 Christel Jordan (verh. Kaiser, 1941-2022), 9 Herbert Kreutz
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Herbert Diesberger (geb. 1940), 2 Wolfgang Kühn, 3 ???, 4 Fritz Isele (1940-2024)

Am rechten Bildrand sind zu erkennen v.l.n.r.: 1 Walter Köpfler, 2 ???, 3 Wolfgang Zepf (geb. 1943)

Standort des Fotografen: 47.883823, 8.342114

Vorstand der Betriebssportgemeinschaft von Studer Revox, Oktober 1979

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Betriebssportgemeinschaft der Firma Studer Revox hat zur jährlichen Generalversammlung ins Gasthaus geladen. Neben den Rückblicken auf das vergangene Jahr stehen Vorstandswahlen an, die einige Veränderungen mit sich bringen. Aus dem Vorstand scheiden Manfred Heuer (Spielausschußvorsitzender), Waldemar Zürcher (Kassierer), Hugo Dörflinger (Wanderwart), Heiko Keller und Willi Legat (Zentralkasse) sowie Karl-Heinz Keßler (zweiter Vorsitzender) aus.

Unter der Leitung von Karl Kuntz, Geschäftsführer und Ehrenmitglied, finden die Neuwahlen statt. Der neue Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: Vorsitzender ist und bleibt Gerold Bächle, Stellvertreter Rudolf Zimmerhansel, Schriftführer Bertil Weißenberger, Zentralkasse Horst Schünke, Beisitzer Manfred Unger, Vertreter des Zweigwerkes Bonndorf, Rolf Ganter und Konrad Ketterer. Dazu kommen die Sektionsleiter und ihre Stellvertreter, die den erweiterten Vorstand bilden: Karl-Heinz Keßler und Werner Hogg (Sektion Fußball), Waldemar Zürcher und Willi Legat (Sektion Tischtennis), Hans Streit und Günter Hüls (Sektion Kegeln) sowie Ludwig Schelb und Karl Heinz Reichenbach (Betriebsmusik).

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Karl-Heinz Keßler, 2 Gerold Bächle, 3 Willi Legat, 4 Waldemar Zürcher
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Ludwig Schelb, 2 Roland Isele (Neustadt), 3 Hans Streit, 4 Heiko Keller, 5 Manfred Unger, 6 Hugo Dörflinger, 7 Bertil Weißenberger, 8 Manfred Heuer

Standort des Fotografen: ???

»Narrensamen« der Laternenbrüder beim Umzug in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1976

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

»Narrenrat-Some« steht in geschwungener Schrift über dem Balken, an dem die Fässer des »Fässlewagen« befestigt sind. Es ist nicht der offizielle »Fässlewagen« der »Laternenbrüder«, sondern quasi die Miniaturausgabe für den Nachwuchs der »Laternenbrüder«, der beim Narrenumzug auf dem eigenen, kleinen »Fässlewagen« mitfährt.

Einer der erwachsenen »Laternenbrüder« (Hugo Schropp) fährt mit und passt auf, dass den Kindern beim Hin- und Herschaukeln nichts passiert. Auf dem Wagen sind zu sehen, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Jörg oder Thomas] Wider, 3 [Christian Sibold], 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???

Hinter dem »Fässlewagen« folgen zwei überlebensgroße Hemdglunkerpuppen, die traditionell beim Hemdglunkerumzug mitgetragen werden. Bereits 1930 schaffte man riesige Hemdglunki an. Doch ihre Pappmaché-Köpfe waren irgendwann so desolat, dass sie durch diese beiden Exemplare ersetzt wurden.

Standort des Fotografen: 47.885150, 8.352557

2 Fotos: Umzugswagen mit Kanonenrohr im Mailänder Tor, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein närrisches Geschütz rollt am »Fasnet Mändig« durch das Mailänder Tor! Es ist ein echter Hingucker! Ganz nach dem diesjährigen Motto »Ein Durchschnitt durch das 20. Jahrhundert mit Sensationen, Fortschritten und Errungenschaften« hat diese Narrengruppe ein Kriegsgerät aus der Vergangenheit nachgebaut: eine riesige Kanone, die vermutlich an die »Dicke Bertha« aus dem Ersten Weltkrieg erinnern soll!

Doch die Konstruktion selbst ist alles andere als militärisch – im Gegenteil, sie ist ein echtes Fasnets-Unikat. Der eigentliche Wagen ist ein wackeliger Eigenbau, vorne mit zwei aneinandergebundenen Handkarren ausgestattet, die als zusätzliche Achse dienen. Ob das hält? Hauptsache, es rollt! Das große Rohr der Kanone ragt bedrohlich in die Höhe und ist mit allerlei Material verstärkt. Ein echter Kraftakt, diese Konstruktion durch den Torbogen und die Straßen des Städtchens zu manövrieren!

Es ist der Umzugswagen des Turnerbunds. Zu sehen sind u.a. Anselm Zepf, Hans Jordan, August Fehrenbach und Josef Beha. Verantwortlich für die Kanone ist Sprengmeister Josef Kuttruff.

Es schneit heftig – ein richtiges Schneegestöber begleitet den Umzug. Zwischen den Narren im Vordergrund sind zwei Hexen der Hexengruppe zu sehen, die ein kariertes Häs tragen. Darunter schauen geringelte Socken und Strohschuhe hervor. Trotz Schnee und Kälte: Die Narren trotzen dem Wetter und feiern ausgelassen!

Standort des Fotografen: 47.883947, 8.343780

2 Fotos: Umzugswagen der »Dilldappen« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1973

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Aktuelle Märchen im Löffinger Narrenspiegel« lautet das diesjährige Motto des Fasnacht. Und da überrascht es nicht, dass sich am »Fasnet Mändig« ein riesiger Drache seinen Weg durch die Obere Hauptstraße ins Städtchen bahnt. Eben kommt der Umzusgwagen beim »Küferstüble« (Obere Hauptstr. 5) und Haus Waibel (Obere Hauptstr. 3) vorbei.

In roter Schrift steht an den Umzugswagen »Dilldappen« geschrieben – der Name einer Narrengruppe! Sie bereichert allährlich die Fasnacht mit eigenen, originellen Beiträgen. Die Gruppe ist aus einer Stammtischrunde hervorgegangen, die sich im Gasthaus »Sonne« trifft. Auf den Fotos sind die »Dilldappen« ???, ???, ??? und ??? zu erkennen. Sie tragen historische Kostüme. Ob sie die Drachenbezwinger sind?

Einige Zuschauer*innen am Straßenrand bücken sich gerade zum Boden, um ein paar Bonbons aufzuheben, die vom Umzugswagen verteilt wurden. Nicht nur Kinder freuen sich über die Kamellen, sondern offensichtlich auch Erwachsene.

Standort des Fotografen: 47.884500, 8.345722

3 Fotos: Umzugswagen »Micky Maus« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Sonja Schwörer und Rita Willmann zur Verfügung.

Leider spielt bei der diesjährigen Kinderfasnacht das Wetter nicht mit. Der aufgespannte Regenschirm verrät, dass es regnerisch ist. Aber die kleinen Narren lassen sich davon nicht verdrießen. In der Bahnhofstraße steht ein Umzugswagen, der mit einem Bild von Micky Maus dekoriert ist.

1928 kam die Maus in den USA zum ersten Mal auf die Leinwand und zwei Jahre später erschien der erste Comic. In Deutschland wird seit 1951 die Zeitschrift »Micky Maus« veröffentlicht: Sie enthält Comics aus der Disney-Produktion, vor allem mit den Figuren Micky Maus, Donald Duck und anderen Bewohnern von Entenhausen. Die Comics erfreuen sich bei Kindern großer Beliebtheit.

Der Umzugswagen wird denn auch von einer stattlichen Anzahl kleiner Mäuse bevölkert. Angesichts des nassen Wetters können sie sich glücklich schätzen, dass auf dem Umzugswagen auch eine Art Höhle mit Mäuselöchern aufgebaut ist, in die man sich verkriechen kann. Da wird man nicht komplett nass!

Im Hintergrund ist die Kreislandwirtschaftsschule (Untere Hauptstr. 10) und der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael erkennen. Er ist noch unverputzt.

erstes Bild, v.l.n.r.: 1 Maria Schelling, 2 ???, 3 Michael Fehrenbach, 4 Sonja Vogt (verh. Schwörer, geb. 1950), 5 Dorothea Geisinger (verh. Kasprowicz, geb. 1950), Lehrerin Waltraud Klose

zweites Bild, v.l.n.r.: 1 [Michael Fehrenbach (geb. 1951)], 2 Sonja Vogt (verh. Schwörer, geb. 1950), 3 Dorothea Geisinger (verh. Kasprowicz, geb. 1950), 4 Beate Geisinger (verh. Hofmeier, geb. 1954), 5 Gisela Benz (verh. Wölfle), 6 [Roswitha Bader (geb. 1949)?]

drittes Bild. v.l.n.r.: 1 [Josef Wölfle?], 2 Edith Zipfel (aus Plane schauend), 3 Wolfgang Lüdemann-Ravit, 4 [Edgar Adrion], 5 [Lydia Trenkle (geb. 1950)]

Standort des Fotografen: 47.883360, 8.342428

3 Fotos: Narrenpolizei und Stadtmusik in der Maienlandstraße, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Wenn die 20-Jährigen am »Schmutzigen Dunschdig« den Narrenbaum vom Maienland ins Städtchen tragen, dann werden sie auf ihrem Weg begleitet. Die Mitglieder der männlichen Narrenpolizei in ihren Fantasie-Uniformen sind mit dabei, reich dekoriert mit fiktiven Orden und Auszeichnungen sowie allerlei Klimbim. Auch wenn sie die Polizei als Ordnungshüter vor allem persiflieren, so kommt ihnen beim Aufstellen des Narrenbaums doch eine wichtige Funktion zu, weil sie den unteren Rathausplatz absperren und somit für die Sicherheit der Zuschauer*innen sorgen.

Mit dabei ist auch die weibliche Narrenpolizei. Sie wurde bereits 1936/37 gegründet. Vorneweg marschiert die Kommandantin, erkennbar an der weißen (statt roten) Jacke. Sie gibt den Takt vor. Es folgen die Musiker*innen der Stadtmusik. Die meisten von ihnen tragen blaue Fuhrmannskittel.

Erstes Bild: Zu sehen sind u.a. auf der linken Seite: 1 Martin Lauble, 2 Peter Drescher (verh. Zähringer), 3 Meinrad Bausch (1948-2012); auf der rechten Seite: 1 Charly Siebler, 2 Michael Frei; außerdem Bernd Wider, Christian Winter?, ? Romach, Albert Voegt

Zweites Bild: Zu sehen sind u.a. Martina Masuch, Christa Berberich, Claudia Gauger (verh. Mantel), Heike Dickert, Andrea Oschwald (verh. Burger), Katja Schwanz und Marion Bourgoin (verh. Bruder). Hinter der weiblichen Narrenpolizei ist Bernhard Adrion (Stadtmusik) zu erkennen.

Drittes Bild: Zu sehen sind u.a. Dirk Leber, Karin Feser, Lothar Zepf, Chris Guth, Ute Heiler, Jürgen Zepf, Walter Müller, Ingrid Zimmermann (verh. Fromm), Wolfgang Keller, Alexander Knecht, Alexandra Kuttruff, Karlheinz Reichenbach

Standort des Fotografen: 47.885194, 8.342674

Rosa Ebi im Fotostudio, 1916

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Eine junge Frau lässt sich im Fotoatelier fotografieren – im Atelier Molitor in Neustadt, wie die Rückseite verrät. Die Aufnahme trägt eine persönliche Widmung: »Zum Andenken an den 17. September im Kriegsjahr 1916«. Die Frau trägt schlichte, aber elegante Kleidung. Sie kombiniert eine weiße, hochgeschlossene Bluse mit langen Ärmeln und einer Brosche am Kragen mit einem dunklen, bodenlangen Rock. Ihre Frisur ist streng, die Haare glatt und nach hinten gesteckt. An ihrem Handgelenk ist eine Armbanduhr zu erkennen.

Es ist Rosa Ebi (verh. Wider, 1897-1974), die sich hier im Fotoatelier fotografieren lässt. Sie wurde am 10. April 1897 als Tochter des Landwirts Julius Ebi und dessen Ehefrau Josephine geb. Hasenfratz geboren. Ihr Elternhaus steht in der Rötengasse. Als das Foto aufgenommen wird, ist die 19-Jährige noch unverheiratet. Am 21. Oktober 1920 heiratet sie Heinrich Wider. Im Widmungstext auf der Rückseite der Fotografie ist eine »Frida« erwähnt. Vielleicht handelt es sich bei ihr um Frida Egle (geb. Klotz, 1887-1951), die seit 1910 mit dem Maurermeister Karl Egle verheiratet ist und im Nachbarhaus (Rötengasse 6) wohnt?

Im Hintergrund der Porträtaufnahme ist die stilvolle Einrichtung des Ateliers zu sehen: gemalte Landschaftsbilder an der Wand und Vorhänge, die eine häusliche und zugleich künstlerische Atmosphäre schaffen. Rosa Ebi steht neben einem Lesepult, auf dem ein Buch liegt.

Das Jahr 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, ist auch in der Heimat geprägt von Entbehrungen, Verlusten und Unsicherheit. Fotografien wie diese sind nicht nur kostbare Erinnerungsstücke, die als Zeichen von Freundschaft oder Liebe angefertigt und verschenkt werden, sondern auch eine Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit darzustellen.

Standort des Fotografen: Neustadt