Dekoration am Haus Durst in der Ringstraße, 1979

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Alfons Durst und Pia Burger heiraten! Die DLRG-Ortsgruppe schmückt das Haus Durst (Ringstr. 1) anlässlich der Hochzeitsfeier für ihren Schwimmkameraden. Schwimmabsperrungen hängen als Dekoration an der Fassade, Schwimmkleidung und ein Rettungsring sind neben der Haustür angebracht. Ein nicht ganz alltäglicher Hochzeitsschmuck! Das geparkte Auto scheint das Hochzeitsauto zu sein, denn Blechdosen sind als (lärmende) Dekoration daran gebunden.

Standort des Fotografen: 47.884761, 8.344800

2 Fotos: Umzugswagen mit Kanonenrohr im Mailänder Tor, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein närrisches Geschütz rollt am »Fasnet Mändig« durch das Mailänder Tor! Es ist ein echter Hingucker! Ganz nach dem diesjährigen Motto »Ein Durchschnitt durch das 20. Jahrhundert mit Sensationen, Fortschritten und Errungenschaften« hat diese Narrengruppe ein Kriegsgerät aus der Vergangenheit nachgebaut: eine riesige Kanone, die vermutlich an die »Dicke Bertha« aus dem Ersten Weltkrieg erinnern soll!

Doch die Konstruktion selbst ist alles andere als militärisch – im Gegenteil, sie ist ein echtes Fasnets-Unikat. Der eigentliche Wagen ist ein wackeliger Eigenbau, vorne mit zwei aneinandergebundenen Handkarren ausgestattet, die als zusätzliche Achse dienen. Ob das hält? Hauptsache, es rollt! Das große Rohr der Kanone ragt bedrohlich in die Höhe und ist mit allerlei Material verstärkt. Ein echter Kraftakt, diese Konstruktion durch den Torbogen und die Straßen des Städtchens zu manövrieren!

Es ist der Umzugswagen des Turnerbunds. Zu sehen sind u.a. Anselm Zepf, Hans Jordan, August Fehrenbach und Josef Beha. Verantwortlich für die Kanone ist Sprengmeister Josef Kuttruff.

Es schneit heftig – ein richtiges Schneegestöber begleitet den Umzug. Zwischen den Narren im Vordergrund sind zwei Hexen der Hexengruppe zu sehen, die ein kariertes Häs tragen. Darunter schauen geringelte Socken und Strohschuhe hervor. Trotz Schnee und Kälte: Die Narren trotzen dem Wetter und feiern ausgelassen!

Standort des Fotografen: 47.883947, 8.343780

2 Fotos: Haus Roth in der Vorstadtstraße, 1981

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Vor dem Haus Roth (Vorstadtstr. 4) steht ein riesiger Maien. Aufgestellt haben ihn die Stammtischbrüder vom »Küferstüble«. Er gilt Leopold Roth, »Rothe Boldi« genannt, der heiratet. Auch die Haustür ist festlich geschmückt: Eine Girlande ist angebracht und zwei Tännchen stehen links und recht der Tür. Bemerkenswert ist darüber hinaus die riesige Holzbiege, die fast bis zu den Fenstern im ersten Stock hoch ragt.

Standort des Fotografen: 47.884669, 8.345553

Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dr. Konrad Schlude zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz sind am Laden von Kaufmann Robert Sauter (1900-1945) die Rollläden heruntergelassen. Der Ladenbesitzer ist zu diesem Zeitpunkt tot, denn er starb am 19. Oktober 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Betrieben wird der Laden aber weiterhin von seiner Ehefrau Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994). Dass das Geschäft heute geschlossen ist, liegt daran, dass Feiertag ist.

Die katholische Pfarrgemeinde feiert Fronleichnam. Die Häuser im Städtchen sind entlang der Prozessionsstrecke mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Der Weg, auf dem das Allerheilige in der Monstranz duch die Straßen getragen wird, ist mit einem Blumenteppich versehen. Eine Gruppe junger Frauen schreitet gerade darüber. Sie tragen eine Marienstatue. Vielleicht gehören sie der Jungfrauenkongregation an.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), 8 ???, 9 ???

Eine der Frauen ist vermutlich Magdalena Glunk (verh. Schlude, 1931-2019).

Standort des Fotografen: 47.883956, 8.344880

Brautpaar Glunk / Reichhart vor dem »Gebertsaal«, 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Glunk zur Verfügung.

Der Landwirt Karl Glunk (1897-1980) und Hilde Reichhart (1901-1956) heiraten. Der Bräutigam trägt einen schwarzen Anzug, die Braut ein schwarzes Brautkleid mit einem weißen Schleier, wie es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch üblich ist. Erst später setzt sich das weiße Kleid als vorherrschende Brautmode durch. Karl Glunk stammt aus dem Maienland und übernimmt das landwirtschaftliche Anwesen seiner Eltern, während Hilde Reichhart aus Bachheim einheiratet. Das Brautpaar steht vor dem »Saalbau Gebert«, der 1925/26 erbaut wurde. Sein Eingang ist zur Feier des Tages festlich geschmückt.

1929 bekommen die Glunks ihr erstes Kind und ihre Tochter Elisabeth Glunk (verh. Mayer) wird geboren.

Standort des Fotografen: 47.884469, 8.346880

Verteilung von Wurst und Wecken an Kinder anlässlich der Stadterhebung, 28. Mai 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz ist eine Bühne aufgebaut. Aber es ist nicht die Fasnachtsbühne, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Über die Straßen sind auch keine Fasnachtsbändel gespannt. Gleichwohl sind die Häuser feierlich mit Girlanden geschmückt. Das Foto wird vermutlich anlässlich der Wiederverleihung der Stadtrechte aufgenommen. Nachdem am Sonntag, den 27. Mai 1951 der große Festumzug durch das Städtchen und abends Festspiele in der Festhalle stattgefunden haben, wird am Montag, den 28. Mai ein »Kinderfest« auf der »Festbühne« veranstaltet.

Ein großer Korb mit Brötchen und ein Behälter mit Würsten stehen bereit. Lehrer Emil Willig ist gerade dabei, Eugen Fehrenbach (geb. 1936/37), der im selben Jahr aus der Volksschule entlassen wird, Wurst und Wecken zu überreichen. Der Mann, der sich zu den Wecken hinunterbeugt, ist vermutlich der Gemeindediener Karl Meier (genannt »Kuli Meier«).
Im Hintergrund ist das kleine Gemischtwarengeschäft von Viktor Heinrich und das Eingangsportal des Postamtes zu erkennen. 1958 zieht das Postamt einige Meter weiter in die rechte Gebäudehälfte des Doppelhauses (Rathausplatz 2).

Standort des Fotografen: 47.883975, 8.344806

2 Fotos: Hochzeitszug Beha / Zepf in der Dittishauser Straße, 1964

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das künftige Wohnhaus des Ehepaares Beha in der Dittishauser Straße ist frisch umgebaut und modernisiert. Die Fassade ist noch nicht verputzt. Aber heute ruhen die Bauarbeiten definitiv, denn jetzt wird erstmal Hochzeit gefeiert. Der Steinmetzmeister Josef Beha (1936-2018), Sohn von Landwirt Johann Beha (1907-1991) und dessen Ehefrau Katharina Beha (geb. Vogelbacher, 1908-1979), wuchs in der benachbarten Vorstadtstraße auf. Er heiratet Brunhilde Zepf (1934-2008), die Tochter von Waldwegwart Julius Zepf (1889-?) und dessen Ehefrau Sofie Zepf (geb. Eickhorn, 1897-?)

Vor dem Haus formiert sich allmählich der Hochzeitszug, bestehend aus dem Brautpaar und den Familienangehörigen. Gemeinsam schreitet man gleich in Richtung katholischer Pfarrkirche, in der die Trauung stattfinden wird. Leider spielt das Wetter nicht mit. Es ist regnerisch. Vielleicht nutzt das Brautpaar dann doch das geschmückte Hochzeitsauto, das bereit steht?

Oberes Bild
Zu sehen sind u.a. Johann Beha, Anna Hasenfratz (geb. Beha) und Franz Zepf.

Unteres Bild
Zu sehen sind u.a. Hedwig Beha, Anselm Zepf (Brautführer, 1898-1989), Alex Kaufmann (geb. 1944), Eugen Beha (1938-2003), Julius Zepf und Sofie Zepf (geb. Eickhorn).

Standort des Fotografen: 47.885960, 8.349724

3 Fotos: Hochzeitsgesellschaft Konhäuser / Egle vor dem Haus Egle, 2. Mai 1953

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Vor dem Elternhaus der Braut (Demetriusstr. 14) stellen sich das Brautpaar und die Hochzeitsgesellschaft für ein Gruppenfoto auf. Strenggenommen handelt es sich um drei Gruppenfotos, denn schließlich lässt sich erst im Nachhinein entscheiden, welches der Bilder am Besten gelungen ist.

Die Modistin Rosalie Egle (1917-2014) heiratet Willi Konhäuser (1920-?), der aus Amorbach im Odenwald stammt. Mit den ganzen Verwandten und den engsten Bekannten wird es ganz schön eng unter der Eingangstür, die mit einer Reisiggirlande geschmückt ist. Vor dem Brautpaar stehen zwei Blumenkinder.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Klara Egle (geb. Wintermantel, 1889-1964), 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elvira Egle (verh. Fischer, 1925-2020), 2 Alfred Egle, 3 ???, 4 Otto Fürst, 5 Albin Biethinger, 6 ???

Standort des Fotografen: 47.883809, 8.343680

Bürgermeister Benitz vor dem Mailänder Tor, ca. 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Konrad Schlude zur Verfügung.

Welches Fest wohl gerade gefeiert wird? Ist es die Stadterhebung, die im Mai 1951 begangen wird? Anlass ist die Wiederverleihung der Stadtrechte. Am Sonntag, den 27. Mai 1951 versammelt man sich nach dem Festgottesdienst auf dem unteren Rathausplatz zum Totengedenken. Vor dem Mailänder Tor steht eine Schar Kinder und der Spielmannszug der Feuerwehr ist vor dem Nachbarhaus von Karl Müller (Demetriusstr. 13) angetreten. Die Fassade ist mit einer dicken Girlande geschmückt.

Bürgermeister Paul Benitz (1899-1979), der von 1947 bis 1965 amtiert, steht im schwarzen Gehrock auf dem unteren Rathausplatz. Um den Hals trägt er die Amtskette des Bürgermeisters. Er hält offensichtlich gerade eine Ansprache.

Zu sehen sind außerdem Karin Schulz (geb. 1941), Elvira Schultheiß (verh. Laufer, geb. 1942) und Gerda Rappenegger (verh. Fehrenbach, geb. 1943). 

Standort des Fotografen: 47.883966, 8.343892

Hochzeitsgesellschaft Hepting / Egle vor dem Gasthaus »Linde«, 18. Juni 1960

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Werner Hepting (1928-2011) und Hedwig Egle (1932-2020) heiraten! Am Samstag, den 18. Juni 1960 findet die kirchliche Trauung in der katholischen Pfarrkirche St. Michael statt. Anschließend wird im Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) gefeiert. Für ein Gruppenfoto drängt sich die gesamte Hochzeitsgesellschaft vor dem – mit Tannenreisig geschmückten – Eingang der Wirtschaft. »Glück und Segen den Neuvermählten« steht inmitten der Girlande.

In der Mitte:
1 Braut Hedwig Hepting (geb. Egle), 2 Bräutigam Werner Hepting, 3 Gisela Sibold (verh. ???), 4 Fritz Egle (1929-2017), 5 Karl Münzer, 6 Rita Hepting (verh. Zimmermann), 7 Hildegard Hepting (verh. Adrion, geb. 1949), 8 Marlies Müller (verh. Eberle, geb. 1951), 9 Annemarie Hepting (verh. Kiermeier), 10 ??? Münzer

Auf der linken Seite:
11 Gertrud Woldrich (geb. Münzer), 12 Josef Woldrich, 13 Else Egle (geb. Ganter, 1923-2011), 14 Alfred Egle (1920-2001), 15 ??? Münzer, 16 ??? Münzer, 17 Anna Ganter (geb. Hepting), 18 Anna Schropp (geb. Egle), 19 Maria Geisinger (geb. Egle, 1925-2008), 20 Otto Geisinger (1921-2010), 21 Hilde Witt, 22 Günter Witt (geb. 1942)

Auf der rechten Seite:
23 Elisabeth Hepting (geb. Münzer), 24 Karl Hepting, 25 ??? Münzer, 26 ??? Münzer, 27 Marianne Egle (geb. Jordan), 28 Elisabeth Müller (geb. Egle, 1927-2019), 29 ??? Münzer, 30 Maria Münzer (geb. Ernst, 1921-2021), 31 ???, 32 Anneliese Hepting (geb. Späth, 1925-1983), 33 Eugen Hepting (1921-2011), 34 ??? Münzer, 35 ??? Münzer, 36 ??? Münzer

Das Gasthaus »Linde« verfügt noch über ein großes Scheunentor. Hinter einem Fenster ist ein Werbeschild angebracht, auf dem damit geworben wird, dass es hier »Fernsehen« und »Coca Cola« gibt.

Standort des Fotografen: 47.884385, 8.346496

Trauerzug zur Pfarrkirche, 14. Dezember 1939

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Pia Durst zur Verfügung.

Am 14. Dezember 1939 notiert Stadtpfarrer Robert Winkel im Totenbuch der katholischen Pfarrei: »magno concursu populi«. Die lateinische Notiz bedeutet, dass die Beerdigung unter großer Anteilnahme der Bevölkerung stattgefunden habe. Kein Wunder, denn es ist jemand gestorben, der überaus bekannt war und hohes Ansehen genoss: Oberlehrer a.D. Eugen Steidlinger (1873-1939), Ehrenbürger der Stadt Löffingen, ist tot. Geboren am 13. November 1873 in Stuttgart, wirkte er seit 1905 an der Volksschule. Bis zu seiner Pensionierung unterrichtete er mehrere Generationen von Schüler*innen. Außerdem war er seit 1917 Dirigent des Kirchenchores.

Der Pfarrer würdigt den Verstorbenen mit den Worten: »magister scholae honestus et decorus et diligous proximum et sanctificans semper Dominicam diem astans Nussae sacrae«, auf Deutsch: »ein ehrlicher und anständiger Schullehrer und fleißiger Nachbar, immer den Sonntag heiligend«.

Steidlinger starb am 12. Dezember 1939 im Alter von 66 Jahren. Zwei Tage später findet die Beerdigung statt. Der Trauerzug bewegt sich von der Bahnhofstraße her kommend in Richtung katholische Pfarrkirche. Ministranten marschieren vorneweg. Es folgt eine Schar Geistlicher. Dahinter schreiten die trauernden Hinterbliebenen, angeführt von der Witwe Lina Steidlinger geb. Weber (1877-1953). Frauen und Männer stehen am Straßenrand und schauen stumm zu.

Dass das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) und der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) im Hintergrund mit Reisiggirlanden geschmückt sind, hängt nicht mit der Beerdigung zusammen, sondern mit der Adventszeit.

Standort des Fotografen: 47.882690, 8.343927

Braut Maria Ganter vor dem Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, 13. Mai 1950

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Maria Ganter (1920-1998) heiratet den Reichsbahnsekretär Albert Fehrenbach (1919-2008). Zusammen mit ihrem Onkel Heinrich Ganter (1900-1980), der Sägearbeiter ist, steht sie vor dem Elternhaus ihres zukünftigen Ehemannes in der Bahnhofstraße. Links und rechts stehen die beiden Brautjungfern Hedwig Kaltenbrunner (1922-1999) und Franziska Fritsche (verh. Heiler, 1925-2021).

Die Haustür ist festlich geschmückt mit einer Reisiggirlande und kleinen Tännchen. Die Hausnummer 118 ist über dem Eingang zu erkennen. Gleich geht es los zum Hochzeitszug in die katholische Pfarrkirche St. Michael, in der das Paar getraut wird.

Standort des Fotografen: 47.884130, 8.342002