2 Fotos: Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1952

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Rathausplatz ist von einer dicken Schneeschicht überzogen. Die Zuschauer*innen des Narrenumzugs drängen sich dicht an dicht, Mäntel und Hüte bestimmen das Bild. Manche stehen auf Schneehaufen, um besser sehen zu können. Das Motto der Fasnacht 1952 lautet: »Als die Römer frech geworden«. Und so wird die Antike für einen Nachmittag närrisch lebendig.

Mitten im Zug bewegt sich diese Gruppe, die wohl Bauern aus römischer Zeit – vielleicht Germanen – verkörpert. In einfachen Tuniken mit breiten Gürteln, geschnürten Beinlingen und Fellmützen ziehen sie über den Platz. Einer trägt einen Hakenpflug geschultert, ein anderer schwingt einen Morgenstern. Wenn die Römer »frech« werden, weiß man sich zu wehren. Besonders ins Auge fällt die hölzerne Schaukel, an der ein Kind mitgeführt wird. Die Szene ist kein Geschichtsunterricht, sondern lebendige Fasnacht: Mit Fantasie, Improvisation und einem guten Schuss Ironie verwandelt sich der Rathausplatz in eine antike Bühne.

Zu der Narrengruppe gehören u.a. Ernst Krauß, Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994), Elise Göpper, Hildegard Bader (1911-?), Karl Bader (1902-1971), Ehefrau von Lehrer Willig oder Schlachter, Gerhard Bader (geb. 1943), ??? Weißer, August Kienzler (1914-?), Sofie Kienzler (1915-?), Werner Hepting (1928-2011), Josef Armbruster (1910-?), ??? Weißer, Tochter von Bernhard Strobel, Engelbert Müller, Erika Faller

Im Hintergrund erkennt man die Häuser am Rathausplatz und in der angrenzenden Demetriusstraße, darunter das Geschäft von Kaufmann Robert Sauter (1900-1945), das von seiner Witwe Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994) fortgeführt wird.

Standort des Fotografen: 47.883793, 8.344875

Benachrichtigungskarte der Firma Benz, ca. 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Die Zeiten ändern sich. Als das Sägewerk Benz von Firmengründer Josef Benz (1882-1932) gegründet wurde, fuhren noch Pferdefuhrwerke los, um das Holz zu liefern. Besonders der Transport von Langholz stellte einen enormen Kraftakt dar. Jetzt fahren motorisierte Fahrzeuge. Auf der Abbildung ist ein moderner Lastwagen mit Anhänger zu sehen, dessen Planen die Aufschrift »Benz-Holz Löffingen« tragen. Der Lastwagen ist rot-weiß gestaltet und zeigt auf der Fahrerkabine den Firmennamen »Spedition Peter Benz Löffingen«. Firmeninhaber Peter Benz wird 1939 geboren und stirbt im Jahr 2000.

Bei der Abbildung handelt es sich nicht um ein Foto, sondern um eine stilisierte Grafik, die auf einer Benachrichtigungskarte aufgedruckt ist. Die Karte wird an Kunden des Sägewerks Benz verschickt, um zwei Tage vor der Ankunft eines Holztransportes über die Lieferung zu informieren. Sie ist ein Relikt aus einer Zeit, in der handgeschriebene oder gedruckte Mitteilungen den direkten Kontakt zur Kundschaft sicherstellen.

Im November 1972 endet die Geschichte des Sägewerks Benz und damit ein Stück Löffinger Wirtschaftsgeschichte.

Luftbild mit der »Scheffel-Apotheke« in der Unteren Hauptstraße, ca. 2010

S.P. Helicopter-Service GmbH, Dattenberg
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paul Siefert zur Verfügung.

Kaum vorstellbar, wie der Bereich dieses Straßenkreuzung vor rund 200 Jahren aussah! Bis 1836 grenzte an das heutige Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) noch das »untere Tor«. Wegen Baufälligkeit hatte die großherzogliche Straßenbauinspektion am 24. September 1836 den Abbruch des Torgebäudes verfügt. Die Giebel der benachbarten Gebäude mussten daraufhin auch abgetragen und neu erbaut werden.

Das Gasthaus »Sonne« stand damals schon. Aber auf der gegenüberliegenden Straßenseite sah die Situation ganz anders aus: Anstelle der »Scheffel-Apotheke« standen drei Vorgängerhäuser. Sie brannten am 11. Januar 1887 bei einem Großfeuer ab. Zum Glück lag Schnee auf den noch mit Holzschindeln gedeckten Häusern des Altstadtrings, sonst hätte sich das Feuer sicherlich die Demetriusstraße entlang weiter ausgebreitet und noch größeren Schaden verursacht. Es brannten damals ab die Häuser von Wagner Johann Benz, Frachtfuhrmann Fidel Heitzmann und Bierbrauer Hermann Selb. Beim Wiederaufbau wurde der mittelalterliche Altstadtring durchbrochen und eine Einmündung zur Ringstraße geschaffen. Der »alte Benzbau« mit Wohnungen für Werksangehörige wurde an der Unteren Hauptstraße neu erbaut. Heute befindet sich an dieser Stelle die »Scheffel-Apotheke« und im angrenzenden Anbau, der Jahrzehntelang als Garagen für die Fahrzeuge des Sägewerk Benz diente, die Raiffeisen ZG.

Altehrwürdig auf dem Luftbild ist das alte Barockhaus (Untere Hauptstr. 10), das hier frisch renoviert und neu eingedeckt ist. Erbaut wurde es 1788 unter Pfarrer Johann Georg Eggstein (1740-1815). Es diente bis zu seiner Beschädigung bei einem Fliegerangriff am 22. Februar 1945 als katholisches Pfarrhaus.

2 Fotos: Mayer-Kinder mit LKW der Firma Mayer, 1953

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

Die beiden Brüder Erwin Mayer und Manfred Mayer lächeln in die Kamera. Sie werden vor dem nagelneuen Firmenwagen des elterlichen Familienunternehmens fotografiert: Der ganze Stolz gilt dem ersten Mercedes-LKW. Unübersehbar funkelt der Stern. Das Nummernschild weist das Kennzeichen »FB« auf, das von 1949 bis 1956 in Baden gültig ist.

Die Firma wurde 1910 von Georg Mayer gegründet, um vor allem Holz für die Holzindustrie, insbesondere für die Firma Josef Benz AG, zu transportieren. Im Winter wurden die Pferde vor den Schneepflug gespannt. Ab 1935 wurde der Fuhrpark zunehmend motorisiert, denn ab diesem Jahr kamen auch Traktoren zum Einsatz. Jetzt nach dem Zweiten Weltkrieg wird der erste Lastkraftwagen zum Transport von Langholz angeschafft. 1979 steigt das Familienunternehmen in den Container-Service ein, anfänglich mit nur einem LKW und 20 Containern.

Standort des Fotografen: ???

3 Fotos: Umzugswagen auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Bei strahlendem Sonnenschein bewegt sich der Narrenumzug über den unteren Rathausplatz. Der von Pferden gezogene Umzugswagen kommt gerade aus dem Mailänder Tor gebogen. Darauf stehen winkende Närrinnen und Narren, die sich mit volkstümlichen Trachten kostümiert haben. Schließlich lautet das diesjährige Fasnachtsmotto »Wiener Kongress« – und da es damals 1814/15 um eine Neuordnung Europas ging, lassen sich im Grunde alle europäischen Völker darstellen und persiflieren. Diese Gruppe stellt vermutlich Ungarn dar.

Auf dem Wagen sind u.a. zu erkennen: Erich Riedlinger, Otto Schwanz, Elisabeth Zepf (verh. Isele) und Margarete Zepf (verh. Senn)

Unter den Zuschauern sind Hermann Sibold, Martin Mayer mit Kind auf dem Arm und Anna Fehrenbach (geb. Mayer) zu sehen.

Auf dem zweiten und dritten Foto kommt der Narrenbaum mit auf’s Bild, der am »Schmutzigen Dunschdig« von den 20-Jährigen aufgestellt wurde. Auch ein Lieferwagen der »Breisgau Milch« ist zu sehen, der vermutlich von der Molkerei in der Demetriusstraße kommt. Da die Straße blockiert ist, muss er wohl oder übel ein bisschen warten.

Standort des Fotografen: 47.883878, 8.343960

Holztransport der Firma Benz, ca. 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Der Lastwagen des Sägewerk Benz ist im Einsatz. Transportiert wird ein gewaltiger Baumstamm. Er soll im Eingangstor des neu errichteten Wildparks als Querbalken eingebaut werden. Oben auf dem Stamm thront Gerhard Pfeifer (geb. 1947). Links und rechts stehen Willi Mayer (1947-1970) und [Erich Frank?].

Der Holztransporter fährt vermutlich gerade an der Jungviehweide vorbei in Richtung Ziegelhütte. Im Hintergrund ist die Böschung zur neu gebauten Umgehunsstraße B31 zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.895733, 8.336464

Abbruch der »alten Sonne«, 1973

Stadtarchiv

Wo der Bagger steht und gerade Schutt auf einen Lastwagen lädt, da befand sich bis 1936 der Schulhof, denn damals war die Volksschule noch im Rathaus. Lange wird diese Freifläche allerdings nicht mehr unbebaut bleiben. Denn das frühere Gasthaus »Sonne« wird gerade abgerissen. An seiner Stelle und auf dem ehemaligen Schulhof soll ein modernes Wohn- und Geschäftshaus (Rathausplatz 9/10) gebaut werden.

Das Foto ist von der Eggertenstraße aus aufgenommen. Durch die Abbrucharbeiten öffnet sich plötzlich ein freier Blick in Richtung Rathausplatz mit dem Rathaus (links) und dem »Stadtbau« (rechts).

Standort des Fotografen: 47.883486, 8.344718

Fahrzeugweihe bei der Witterschneekirche, 1. Mai 2006

Dieses Foto stellte dankenwerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Traditionell findet im Frühjahr nach einem Gottesdienst in der Witterschneekirche eine Fahrzeugweihe statt. Autos und Motorräder stehen vor der Kirche auf der Wiese und am Straßenrand geparkt und der Stadtpfarrer geht, begleitet von zwei Ministranten, durch die Reihen. Mit Weihwasser segnet er die Fahrzeuge und ihre Fahrer, auf dass sie stets sicher und gesund an ihren Zielen ankommen mögen. Auch die Bauhofmitarbeiter lassen einen neuen Lastwagen ihres Fuhrparkes segnen. Gerhard Pfeifer steht vor dem geschmückten Fahrzeug.

Links vom LKW steht Karl Koch in schwarzer Motorradkleidung. Beim Motorrad steht Peter Guth und schaut in die Kamera.

Standort des Fotografen: 47.893599, 8.336089

2 Fotos: Ankunft der neuen Glocken bei der Kirche, 30. November 1951

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Im Zweiten Weltkrieg wurden vier Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Michael für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen. Am 30. November 1951 geleitet eine kleine Prozession vier neue Glocken durch das Städtchen zur Kirche. Gegossen wurden sie in der berühmten Glockengießerei Heinrich Kurtz in Stuttgart. Die Bronzeglocken haben ein Gewicht von 1.991 kg, 1.154 kg, 801 kg und 331 kg. Der Lastwagen, der sie anliefert, parkt neben der Kirche.

Die beiden Fotos sind zwei verschiedene Abzüge desselben Fotos. Nur der Ausschnitt ist auf beiden Fotos ein bisschen unterschiedlich.

Standort des Fotografen: 47.882695, 8.343721

Lastzug der Firma Benz in der Ringstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl-Heinz Hofmeier zur Verfügung.

Direkt neben dem »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) befinden sich die »Benz-Garagen« (Ringstr. 9). Ein Laster mit der Aufschrift »Spedition Peter Benz Löffingen« hat davor geparkt und wird gleich losfahren, um Holz des Sägewerkes an Kunden auszuliefern.

Standort des Fotografen: 47.883142, 8.343019

Kinder des Erholungsheim Gugelberger am Bahnhof, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Baumann zur Verfügung.

Die Kinder, die zur Erholung im Haus Gugelberger (Maienlandstr. 6) weilen, unternehmen mit den Erzieherinnen einen Ausflug. Sie stehen am Bahnhof und warten auf den einfahrenden Zug. Noch steht nur die Behelfsbaracke aus Holz und der Neubau des Bahnhofs ist noch nicht gebaut.

Vorne links steht Margaretha Gugelberger (1912-1989, die Besitzerin des Kindererholungsheimes. Rechts daneben steht Maria Baumann geb. Frei.

Neben der Kinderschar parkt ein Traktor mit Anhänger, auf dem Milchkannen geladen sind. Offensichtlich soll die Milch auch auf Reisen gehen – nach Freiburg zur 1930 gegründeten »Breisgaumilch GmbH«, wo sie weiterverarbeitet wird.

Standort des Fotografen: 47.882656, 8.342801

Unterer Rathausplatz, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Demetriusbrunnen fehlt auf diesem Foto. Noch ist der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brunnen nicht durch einen neuen ersetzt worden. Die Häuser der Demetriusstraße mit dem Mailänder Tor stehen indes wie eh und je. Der Schnee auf den Staffelgiebeln, der wie Puderzucker wirkt, verschönert die Ansicht. Ein Lastwagen, der Holz geladen hat, biegt gerade an der Kreuzung in Richtung Donaueschingen ab.

Standort des Fotografen: 47.883631, 8.343535