Narrengruppe mit »Junkers«-Flugzeug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Die drei Narren, die in Fliegerkleidung vor einem selbstgebauten Flugzeug stehen, greifen ein aktuelles Ereignis auf, das die Öffentlichkeit bewegt. »Junkers Bremen« steht in schwarzer Farbe auf die weiß lackierte Maschine geschrieben. Leicht verdeckt unter dem Flügel ist die Inschrift »D 1167« zu entziffern.

Die echte »Bremen D 1167« ist ein Flugzeug vom Typ »Junkers W 33«, mit dem im April 1928 der erste erfolgreiche Transatlantikflug eines Flugzeugs von Ost nach West gelingt. Zuvor ist dies nur mit Luftschiffen erfolgt. Am 12. April 1928 fliegt die Maschine mit drei Piloten an Bord in einem über 36-stündigen Flug von Irland nach Neufundland vor der Küste Nordamerikas im Atlantischen Ozean. Damit ist ein Meilenstein der Luftfahrtgeschichte gelegt, der auch die Phantasie der Narren in Löffingen anregt.

Allerdings wird es die Löffinger »Bremen D1167« nie bis nach Nordamerika schaffen. Sie ist aus Sperrholz gebaut und thront auf einem, von Pferden gezogenen Schlitten, der vor dem »Café Ritter« parkt. Sie wird es mit Ach und Krach höchstens bis zur Demetriusstraße schaffen.

Standort des Fotografen: 47.883937, 8.343908

Umzugswagen beim Narrenumzug in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Giraffe in der Oberen Hauptstraße? Eben kommt sie am Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) vorbei. Ihr ausgestreckter Hals überragt das Dach um Längen. Ein Schild ist um ihren Hals gehängt. Darauf heißt es: »Alles gugged und gaffed«. Wohl wahr, da ein solches Tier im Baarstädtchen kein alltäglicher Anblick ist, auch nicht an Fasnacht!

Hinter der Giraffe ist der Umzugswagen mit der Olympischen Fahne und den fünf Ringen geschmückt. Eine Anspielung darauf, dass 1972 die Olympischen Spiele in Deutschland stattfinden?

Standort des Fotografen: 47.884466, 8.346173

Umzugswagen in der Rötengasse, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Als die Römer frech geworden«. In der verschneiten Rötengasse stehen zwei Umzugswagen, der vordere wird von zwei Kühen gezogen. Auf und neben dem Wagen tümmeln sich verkleidete Römerinnen und Römer und offenbar einige Sklaven. Es handelt sich um den Umzugswagen der 20-Jährigen.

Zu erkennen sind u.a. Alfred Fehrenbach, Richard Funk, Joachim Laufer (1932-2014), Edeltraud Rohrer (verh. Nickel), Friedhilde Rosenstiel (verh. Wörner, 1932-2004) und Otto Schwanz (1932-2008).

Links im Hintergrund ist der Schopf von Pflästermeister Ludwig Storz (Maienlandstr. 10) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.885302, 8.342650

Umzugswagen in der Maienlandstraße, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.

Richtig viel Schnee liegt zu Fasnacht, als diese Aufnahme eines Umzugswagens 1952 aufgenommen wird. Ein von zwei Kühen gezogener Karren bewegt sich durch das Maienland. Bewaffnete Soldaten flankieren den Wagen. Auf ihm steht eine junge Frau, die gefesselt ist. Was könnte die Gruppe darstellen? Vielleicht die »Johanna von Orléans«, bevor sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird?

Im Hintergrund sind die Häuser von Bahnarbeiter Otto Lehmann (Maienlandstr. 12), von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 14) und am linken Bildrand von Gipsermeister Franz Schweizer (Maienlandstr. 9) zu sehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Beha, 2 Fritz Fehrenbach, 3 Emil Kopp, 4 ???
Auf dem Wagen, v.l.n.r.: 1 Hilda Hepting (geb, Fehrenbach), 2 ???

    Standort des Fotografen: 47.885331, 8.342380

    2 Fotos: Laternenbrüder beim Narrenumzug, Fasnacht 1971

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

    Am Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) fährt der »Fässlewagen« der Laternenbrüder vorbei. Traditionell gehören dem Narrenrat maximal elf Männer an. Mehr Platz ist auch auf dem »Fässlewagen« nicht. Hoch oben thronen die Laternenbrüder, die in einen hüftlangen Umhang in den Farben dunkelrot/gelb gekleidet sind und als Kopfbedeckung ein Barett tragen.

    Der Wagen wird noch von zwei Pferden gezogen. Sie heißen Max und Fritz und gehören Karl Oschwald, der neben ihnen herläuft.

    V.l.n.r.: 1 Hermann Geisinger, 2 Jupp Hoitz, 3 Heiner Wider, 4 ???, 5 ???, 6 Franz Schweizer, 7 Bruno Laule, 8 Hermann Zahn, 9 Rolf Meßmer, 10 Josef Guth, 11 ???

    Die wegschauenden Laternenbrüder sind Dieter Butsch, Karl Sibold und Hugo Schropp.

    Standort des Fotografen: 47.884412, 8.346064

    Hexenwagen auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1971

    Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

    Die große Hexe fährt beim Umzug am »Fasnet Mändig« durch das Stätdchen. Es raucht und qualmt kräftig aus dem Hexenkessel. Närrisches Volk steht am Rande der Umzugsstrecke und schaut sich das Spektakel an. Im Hintergrund sind die Häuser der Demetriusstraße zu sehen. Ganz rechts am Bildrand ist der Narrenbaum zu erkennen, den die 20-Jährigen am »Schmutzigen Dunschdig« vor dem Café Fuß aufgestellt haben.

    Standort des Fotografen: 47.883803, 8.343943

    Narrenschiff »St. Lucia« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1935

    Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

    Das Segel ist gesetzt. Die »St. Lucia« nimmt Kurs auf das »Scharfe Eck«. Es ist Fasnacht und der liebevoll gestaltete Umzugswagen bewegt sich die Obere Hauptstraße hinauf. Soeben kommt er am Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) vorbei. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«. Dabei hieß keines seiner Schiffe »St. Lucia«.

    Im Hintergrund ist eine große Menschenmenge auf dem oberen Rathausplatz vor dem ehemaligen Gasthaus »Sonne« versammelt. Offenbar sind Kanonen im Einsatz, denn es raucht und qualmt kräftig.

    Standort des Fotografen: 47.884506, 8.345618

    Umzugswagen »Olympia-Express« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1971

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

    Am Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) vorbei rollt die Eisenbahn. Tsch-tsch-tsch! Es ist nicht einfach irgendeine Bahn, sondern der »Olympia-Express« Nr. 75-1872! Schließlich lautet das diesjährige Motto der Fasnacht: »Olympia in Bavaria«. Der Zug bringt die Menschen offenbar direkt vom Fasnachtsumzug in Löffingen nach München. 

    Schließlich findet dort vom 26. August bis 11. September 1972 die XX. Olympiade statt. Überschattet werden die Sommerspiele von dem Terroranschlag auf die israelische Mannschaft bei der 11 Athleten ermordet werden.

    Standort des Fotografen: 47.884428, 8.346344

    Umzug »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«, Fasnacht 1935

    Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

    »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«, lautet das Fasnachtsmotto 1935. Dabei war Christoph Kolumbus gar nicht der erste Europäer, der den amerikanischen Kontinent betrat. Außerdem glaubte er bis zu seinem Tod irrtümlich, einen Seeweg nach Indien entdeckt zu haben. Folglich nannte er die indigene Bevölkerung Amerikas »Indianer«, ein kolonialistischer Begriff, der beibehalten wurde und teilweise bis heute verwendet wird.

    Über den oberen Rathausplatz bewegt sich das Flaggschiff von Kolumbus, die »Santa Maria«. Viel Rauch steigt auf, schließlich sind Kanonen im Einsatz. Die Seefahrer kommen nicht als Entdecker, sondern als Eroberer. Davor marschiert eine Gruppe »Indianer«, wie man sich unzivilisierte »Wilde« vorstellt. Ganz vorneweg ist »Uncle Sam« zu sehen, eine Nationalallegorie für die Vereinigten Staaten. Er trägt einen Zylinder und eine – eigentlich gestreifte, aber hier – karierte Jacke.

    Standort des Fotografen: 47.884122, 8.345024

    Umzugswagen beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

    Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helga Horn zur Verfügung.

    1953 findet nicht nur das Kreisfeuerwehrfest in Löffingen statt. Zugleich feiert die Löffinger Wehr ihr 90. Gründungsjubiläum. Beim Festumzug in Richtung Festhalle fährt ein mit Blumen geschmückter Festwagen mit, der von der Familie Adrion gestaltet wurde. Der von einem Pferd gezogene Wagen wird von einer Fahne mit dem Löffinger Wappen gekrönt.

    Der kleine Zwerg auf dem Rosenwagen ist der fast 5-jährige Werner Adrion (geb. 1948). Der Fuhrwerker ist Adolf Modisbacher (geb. 1933), der bei der Weinhandlung Benitz arbeitet. Mädchen in langen weißen Kleidern und mit Blumenkränzen im Haar begleiten den Wagen.

    Die Mädchen in langen Kleidern sind v.l.n.r.: Irma Zepf (verh. Hasenfratz), ???, ???, ???, Inge Sauter (verh. Benitz), Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), Irmgard Guth (verh. Zepf, 1937-2021)

    Standort des Fotografen: ???

    Narrenumzug mit dem Hexenwagen auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1967

    Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zu Verfügung.

    Einen regelrechten Logenplatz hat Familie Vogt an Fasnacht: Sie kann vom Balkon ihres Wohn- und Geschäftshauses (Rathausplatz 13) das närrische Treiben auf dem oberen Rathausplatz überblicken. Hunderte Fasnachtsnarren bevölkern den Platz bei strahlendem Sonnenschein. Eben fährt der Hexenwagen mit der Riesenhexe am Rathaus und am Postamt vorüber. Aus sicherer Entfernung können die Vogts das Treiben der Hexen unten auf der Straße beobachten, ohne fürchten zu müssen, dass der Fotograf von den Hexen überrascht und gestört werden könnte. 

    Im Rathaus befindet sich im Erdgeschoss noch die Filiale der Volksbank, wie die Inschrift über dem Eingang verrät. Noch ist der Neubau der Volksbank (Rathausplatz 10) offenbar noch nicht gebaut.

    Standort des Fotografen: 47.884159, 8.345337

    3 Fotos: Narrenumzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1960

    Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

    Der Narrenumzug am »Fasnet Mändig« bewegt sich durch das Städtchen. Von einem Fenster in der Demetriusstraße lässt sich aus erhöhter Perspektive das närrische Treiben verfolgen. Der Blick fällt auf das schräg gegenüberliegende Eckhaus mit dem Geschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6). Es sieht so aus, als ob der Laden zur Zeit leer steht. Die Fichte, die Jahrzehntelang vor dem Haus wuchs, ist aus dem Stadtbild verschwunden. Das Nachbarhaus Guth (Rathausplatz 7) ist modernisiert, ein großes Schaufenster erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss. Das Haus von Buchbinder Albert Rebholz (Rathausplatz 8) wird gerade umgebaut.

    Doch dem Fotografen geht es nicht um die Häuser im Hintergrund, sondern vielmehr um den Narrenumzug. Die Stadtmusik marschiert zu den Klängen des Narrenmarsches durch das Städtchen, gefolgt von den Hexen, die ihren Hexenwagen mit der großen Hexe mitführen. Ein »Cirkus«-Wagen mit dem Phantasienamen »Kaplunder« fährt über den Rathausplatz, dahinter folgt ein Wagen mit dem Namen »Mühlenzunder«. Der Umzug findet 1960 statt, denn in diesem Jahr lautet das Motto: »Alter Plunder – Wirtschaftswunder – Blauer Zunder«.

    Mit sicherem Abstand lässt sich vom Fenster aus das Treiben unten auf der Straße beobachten, ohne dass man fürchten muss, dass gleich die Hexen zu einem kommen und ihr Unwesen treiben.

    Standort des Fotografen: 47.883816, 8.343615