2 Fotos: Waldarbeiter mit gefälltem Baum, Winter 1951/52

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Nach getaner Arbeit gönnen sich die Waldarbeiter eine kurze Pause. Der mächtige Baumstamm, den sie eben erst zu Fall gebracht haben, liegt quer im verschneiten Stadtwald. Seine frische Schnittfläche leuchtet hell gegen die dunkle Rinde. Die Männer haben auf dem Stamm Platz genommen, lehnen sich an, stehen daneben, rauchen eine Pfeife oder lächeln in die Kamera.

Es ist Winter 1951/52. Schnee bedeckt den Waldboden, zwischen den hohen Bäumen liegt die Kälte in der Luft. Doch die schwere körperliche Arbeit hat warm gemacht. Mit Axt, Säge und Muskelkraft wurde der Baum gefällt – Motorsägen sind noch die Ausnahme, die Waldarbeit ist Handarbeit im wörtlichen Sinn.

zweites Bild
V.l.n.r.:
1 Johann Kirner (»Severs«), 2 Hans Maier jr., 3 Hans Maier sen., 4 Ernst Mayer (1934-2009)

Standort des Fotografen: ???

Narrenschiff der 20-Jährigen in der Festhallenstraße, Fasnacht 1956

Sammlung Familie Waßmer

Das Narrenschiff »Seebär« hat sich in den Narrenumzug eingereiht und erreicht nun sein Ziel: die Festhalle. In der Festhallenstraße liegt das ungewöhnliche Gefährt vor Anker – gezogen durch die Straßen des Städtchens. An Bord stehen die Zwanzigjährigen des Jahrgangs 1936/37, angeführt von ihrem Kapitän Eugen Fehrenbach (geb. 1937).

Die Stimmung auf dem Schiff ist ausgelassen. Eine Gitarre darf nicht fehlen, denn Seemannslieder gehören in diesen Jahren fest zum populären Liedgut. Gemeinsam wird gesungen, gelacht und vermutlich auch geschunkelt. Die 20-Jährigen stehen schließlich untergehakt – das Narrenschiff wird zur schwankenden Bühne für jugendlichen Übermut.

V.l.n.r.: 1 Bernd Schmid (halb verdeckt), 2 Irmgard Guth (verh. Zepf), 3 Kapitän Eugen Fehrenbach (geb. 1937), 4 Bruno Schwanz, 5 Ernst Fritsche, 6 Anneliese Heizmann (verh. Scholl), 7 Emil Benz, 8 Irma Zepf (verh. Hasenfratz), 9 Ernst Meßmer, 10 ???, 11 Bruno Nägele, 12 ???, 13 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule)

Gebaut wurde der »Seebär« in der Scheune des Gasthauses »Linde«. Erst beim Herausziehen zeigte sich ein kleines, aber nicht unwesentliches Problem: Das Schiff war zu lang. Der Bug stieß an die gegenüberliegende Hausmauer. Kurzerhand wurde er abgetrennt und nach dem Manöver wieder angebaut.

Standort des Fotografen: 47.883504, 8.347993

Aufstellen des Narrenbaums durch die 20-Jährigen, Fasnacht 1956

Sammlung Familie Waßmer

Mit vereinten Kräften richten die 20-Jährigen den Narrenbaum auf. Das traditionsreiche Schauspiel spielt sich auf dem unteren Rathausplatz vor dem Café Fuß (Rathausplatz 5) ab. Der über 20 Meter lange Baum wird mit Hilfe langer Stangen langsam in die Senkrechte gebracht.

Das Recht, den Narrenbaum zu stellen, liegt seit jeher beim jeweiligen 20-jährigen Jahrgang. Ursprünglich war die Aufgabe den Rekrutenjahrgängen vorbehalten. Mit der erreichten Wehrfähigkeit galt ein junger Mann als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft. Seit 1934 gehören auch die jungen Frauen eines Jahrgangs dazu.

Standort des Fotografen: 47.883664, 8.344182

Drei Kinder am Ratzer-Brunnen, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Drei Mädchen aus der Nachbarschaft haben sich auf dem Rand des Brunnentrogs niedergelassen – ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Sie tragen leichte Sommerkleider und ihre Beine baumeln über dem kühlen Steinrand. Hinter ihnen plätschert gleichmäßig das Wasser des »Ratzer-Brunnens«, eines alten Laufbrunnens mit steinerner Brunnensäule. Er prägt das Bild an der Ecke von Dittishauser Straße und Oberer Hauptstraße. Der Brunnen trägt seinen Namen nach der Familie Ratzer, die gleich vis-à-vis wohnt. Wenige Jahre später wird die Brunnensäule durch einen Felsblock aus der Wutachschlucht ersetzt.

V.l.n.r.: 1 Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941), 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1938), 3 Anna Jonner

Das Haus rechts (Obere Hauptstr. 16) gehört dem Schlossermeister Leopold Berger (1878-1952) und seiner Tochter (?) Emilie Laufer (geb. Berger, 1904-?), die mit dem Oberfeiler Wilhelm Laufer (1897-1958) verheiratet ist. Das Haus links (Talstr. 1) gehört dem Schotterwerksbesitzer Franz Bader (1901-1986).

Standort des Fotografen: 47.884888, 8.348655

3 Fotos: Tanzstunde im Haus Adrion in der Alenbergstraße, ca. 1954/55

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Wenn Fritz Adrion (1897–1971) nicht als Gipsermeister auf Baustellen zugange ist, verwandelt er sein Zuhause in eine kleine Schule der feinen Lebensart. Im Haus der Familie Adrion (Alenbergstr. 21) gibt es einen Raum mit blank gescheuertem Dielenboden. Dort treffen sich an den Abenden der Woche Jugendliche – aufgeregt, herausgeputzt, ein wenig unsicher.

Fritz Adrion bringt ihnen nicht nur Walzer, Foxtrott und Tango bei. Mindestens ebenso wichtig ist ihm, wie man sich als junge Dame oder junger Herr der frühen 50er Jahre zu benehmen hat. Teil der Tanzstunde ist auch Anstandsunterricht. Der Krieg ist erst wenige Jahre vorbei, das Land ist nach all dem nationalsozialistischen Heldenlärm auf der Suche nach anderen Idealen. Die »Halbstarken«, die ein paar Jahre später Furore machen werden, sind noch weitgehend Zukunftsmusik. Die Jugendlichen von 1952 bekommen noch gute Manieren, gepflegte Kleidung und respektvolles Auftreten eingeimpft.

Zur Musik aus dem Grammophon – manchmal auch live zu Musikinstrumenten – drehen die Paare ihre ersten vorsichtigen Runden. Der Höhepunkt jedes Kurses ist das festliche Tanzkränzchen. Dann erscheinen alle in ihrem besten Sonntagsstaat, und die Nervosität steigt. Es wird getanzt, gelacht – und für die Ewigkeit posiert. Die Gruppe rückt zusammen, die Mädchen in Kleidern, die Jungen im Jackett, und für einen Augenblick scheint die Welt der Erwachsenen ganz nah.

erstes Bild
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 ??? Hermann, 2 ??? Dorer
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Lore Nägele (verh. Bechtler, Dittishausen), 2 Hermann Zahn, 3 Emil Benz, 4 ???, 5 Inge Hepting (verh. Mayer), 6 Eugen Fehrenbach
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Ottilie Fellner, 2 Karl Heizmann, 3 Hermann Beha (1937-2021), 4 ??? Duttlinger, 5 Bruno Nägele (1937-2010), 6 ???, 7 ???, 8 Waldemar Zepf (1937-2024), 9 ??? Zepf, 10 Ulrich Fehrenbach, 11 Berta Rappenegger (verh. Maier, Dittishausen), 12 ???, 13 Emil Benz (Stettholz), 14 Irma Benz (verh. Fritsche)

zweites Bild
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Inge Hepting (verh. Mayer), 2 ???, 3 ???
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???

drittes Bild
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???

Standort des Fotografen: 47.886388, 8.342925

3 Fotos: »Laternenbrüder« und Narrenpolizist, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle und Rita Willmann zur Verfügung.

Sechs »Laternenbrüder« sitzen gemütlich um einen Tisch. Der Narrenvater Josef Heiler, der von 1950 bis 1958 amtiert, fehlt in der Runde. Alle tragen ihre blauen Fuhrmannskittel und die typischen schwarzen Rundhüte – das traditionelle Gewand des Narrenrates. Die Männer lehnen sich vor, tauschen Blicke und Kommentare aus und scheinen angeregt in der frisch erschienenen Narrenzeitung zu blättern. Auf dem Tisch stehen Bierflaschen, Gläser und ein Aschenbecher, und mittendrin thront das wichtigste Symbol der Runde: die Laterne.

Sie erinnert an die Entstehung der »Laternenbrüder«. Bereits im Vormärz gab es einen solchen Verein, der aber aufgelöst wurde. Als 1886 in Löffingen ein Fastnachtsspiel aufgeführt wurde, blieb am Ende genau ein einziger Pfennig Überschuss. Dieser Pfennig wurde in eine Laterne gesteckt und damit zum Grundkapital des 1889 wiedergegründeten Narrenrates. Seither gehört die Laterne zu jeder Sitzung dazu.

Rechts steht Narrenpolizist Fritz Göpper (1900-?), mit einem Notizblock in der Hand. Ob er die Namen der »Laternenbrüder« notiert, weil sie sich nicht an die närrische »Polizeisperre« gehalten haben? Oder weil sie ohne den Narrenvater zu einer konspirativen Sitzung zusammengekommen sind?

V.l.n.r.: 1 Edmund Laufer (1922-1990), 2 Julius Limb (1883-1968), 3 Hermann Geisinger (1926-1989), 4 Hans Strobel (1913-1964), 5 Karl Koch (1910-?), 6 Karl Guth

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Klassentreffen des Jahrgangs 1913/14, 23. August 1953

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Marietta und Robert Rosenstiel zur Verfügung.

Die Angehörigen des Jahrgangs 1913/14 sind zu einem Klassentreffen zusammengekommen. Ob sie sich in einem Gasthaus (vielleicht in der »Linde«?) oder in einer Privatwohnung versammeln, lässt sich auf dem Foto nicht eindeutig erkennen. Rund 40 Jahre alt sind sie nun – die gemeinsame Schulzeit liegt schon weit zurück.

Mit dabei ist auch Heinrich (»Henner«) Jäger. Er liegt, in eine karierte Decke gehüllt, in seinem Rollstuhl. Seit einer schweren Rheuma-Erkrankung im Jahr 1933 ist er auf Unterstützung angewiesen. Dass seine ehemaligen Klassenkamerad*innen ihm die Teilnahme am Klassentreffen ermöglichen, verleiht dem Treffen eine besondere Note – obwohl es nicht besonders sein sollte: Ein Stück gelebte Inklusion, lange bevor der Begriff üblich wurde. Die fröhliche Stimmung und das enge Beisammensein der Gruppe spiegeln die Verbundenheit wider, die trotz der vielen Jahre geblieben ist.

1.Reihe, sitzend/liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Karl Rosenstiel?], 3 ???, 4 Heinrich (»Henner«) Jäger (1913-1978), 5 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hans Strobel (1913-1964), 4 ???, 5 ???, 6 Willy Butsch (1913-1991), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 Josef Benz (»Diesebeppi«, 1914-1962), 12 Karl Müller (1913-1971)

Zum Jahrgang gehören u.a.: Alfons Benz (1913-1985, Seppenhofen), Hildegard Benz (geb. Wiegele, 1914-2006), Emma Binder (geb. Limb, 1913-2005), Anna Frei (geb. Dreher, 1914-1991, Seppenhofen), Annemarie Fürstenwerth, Franz Schlatter (1914-1994, Seppenhofen), Hilda Schulz (geb. Schultheiß)

Standort des Fotografen: ???

4 Fotos: Eierlaufen der Kinder in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der »Fasnet Zieschdig« gehört traditionell den kleinen Närrinnen und Narren. Nachdem der Kinderumzug vorüber ist, verlagert sich das Geschehen in die Kirchstraße, wo die »Laternenbrüder« eine Reihe von Spielen organisieren. Besonders beliebt: das Eierlaufen. Zwischen dicht gedrängten Zuschauer*innen treten die Kinder an, viele von ihnen kostümiert – mal im Wintermantel, mal als Pilz, »Chinesin« oder Cowboy. Die »Laternenbrüder« achten darauf, dass die Absperrung hält und niemand auf die Fahrbahn drängt. Schließlich brauchen die Eierläufer*innen genügend Raum, um ihre fragile Fracht zu balancieren.

Mit angespannter Miene und fester Hand starten die Teilnehmenden. Jeder Schritt muss sitzen. Der Blick bleibt auf den Löffel geheftet, auf dem ein Ei liegt, das bei der geringsten Unachtsamkeit davonrollen und runterfallen würde. Die hölzerne Fasnachtsbühne bleibt ungenutzt – vielleicht auch, weil Schneematsch liegt und die Fahrbahn der Straße weniger rutschig ist. Die Bilderserie fängt die Dynamik des Moments ein: Konzentration, Gelächter und das angespannte Mitfiebern des Publikums.

erstes Bild: Narrenräte Josef Guth und Karl Guth; eierlaufende Kinder, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Anni Jordan, 3 Hedwig Geisinger, 4 ???

zweites Bild: eierlaufende Kinder, v.l.n.r.: 1 Bärbel Benz, 2 Gretel Jordan, 3 Angela Reichenbach, 4 Rosmarie Hauser; Zuschauer*innen, v.l.n.r.: Monika (?) Bader, Gerda Kuttruff (verh. Müller), Rosmarie Guth, Luzia Bader, Wolfgang Schmidt, Herbert van Dungen

drittes Bild: eierlaufende Kinder, v.l.n.r.:1 Barbara (?) Gwinner; Narrenräte Karl Guth und Hans Strobel

viertes Bild: eierlaufende Kinderm v.l.n.r.: 1 Ursula Schelling, 2 ???, 3 ???, 4 Hildegard Hepting; Zuschauer*innen, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Gottfried Hermann

Standort des Fotografen: 47.882945, 8.344387

3 Fotos: Sackhüpfen von »Laternenbrüdern« und Kindern in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Kirchstraße herrscht ausgelassene Stimmung. Der Schnee und das nasskalte Schmuddelwetter scheinen niemanden zu stören: Zu groß ist der Spaß, den das Sackhüpfen verspricht. Eine gepflasterte Rinne dient als Ziellinie – mehr braucht es nicht, um Kinder und Erwachsene gleichermaßen in Bewegung zu bringen.

Zunächst starten die »Laternenbrüder«. Mit breitem Grinsen und unter großem Jubel der Umstehenden steigen sie in die groben Jutensäcke. Einige wirken erstaunlich gelenkig, andere weniger – doch gerade das sorgt für Lacher in der ganzen Straße. Die Kinder feuern die Erwachsenen begeistert an und versuchen, ihnen nach dem Zieleinlauf die Säcke abzunehmen.

Denn dann sind die Kinder an der Reihe, sie springen los, wild entschlossen, als Erste ins Ziel zu hüpfen. Ihre Bewegungen verschwimmen auf den Aufnahmen – ein Zeichen dafür, wie rasant es zugeht. Zwischen ihnen stehen Zuschauer*innen dicht gedrängt, manche unter Regenschirmen. An der Ziellinie steht ein Narrenpolizist, der den Wettkampf überwacht.

erstes Bild: »Laternenbrüder«: Josef Guth, ???, Hans Müller, Karl Guth, ???, Karl Koch, Hans Strobel; zuschauende Kinder: Werner Adrion, Rolf Imbery, Barbara? Gwinner, Anni Jordan, Hedwig Geisinger, Wolfgang Schmidt; zuschauende Erwachsene: Paula Müller, Hilde Keller und Ernst Keller, Ernst Heiler und ??? Heiler, Elise Göpper

zweites Bild: sackhüpfende Kinder: Rita Rappenegger; zuschauende Kinder: Ursula Schelling, Wolfgang Schmidt, Marlies Schreiber, Lucia Bader, Irmentrude Eggert, Monika Frey, Edeltraud Armbruster, ??? Münzer, Annemarie Vogt

drittes Bild: Narrenpolizist Fritz Göpper

Standort des Fotografen: 47.882957, 8.344426

2 Fotos: Umzugswagen in der Rötengasse, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfgung.

Durch die Rötengasse rollt ein festlich geschmückter Umzugswagen, der in Form eines Schiffes gestaltet ist: Aufgebaut ist ein simpler Boots­körper aus Holz, vorne ein angedeuteter Bug, dahinter ein Segelmast mit weißem Segel. Über den Wagen hinweg sind Girlanden aus Papierblumen gespannt, die im Wind flattern.

Auf dem »Schiff« steht eine Gruppe Närrinnen und Narren – junge Frauen und Männer. Einige tragen sichtbar das kleine Schild um den Hals, das sie als »20-Jährige« ausweist. Doch offenbar sind nicht alle Teil des Jahrgangs: Man erkennt auch jüngere Kinder, die wohl als Verstärkung mitfahren. Kostümiert sind sie als »Spanierinnen« und »Spanier« – mit weiten Röcken, gestickten Westen, Tüchern und Sombreros, einige mit Tamburin oder Kastagnetten in der Hand. Einzelne scheinen zu singen oder zu rufen, was darauf hindeutet, dass Musik und Stimmung eine zentrale Rolle spielen. Es ist »Fasnet-Mändig«, der Höhepunkt der närrischen Tage, an dem der große Umzug durch die Straßen zieht. Die Sonne scheint von einem ungewöhnlich klaren Winterhimmel – ein seltener Glücksfall an Fasnacht.

zweites Bild
V.l.n.r.:
1 ???, 2 Edmund Kaltenbrunner, 3 Franz Schweizer (1938-1915), 4 Heinz Egle (verdeckt), 5 Irma Benz (verh. Fritsche), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???

Auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße werden die 20-Jährigen später einen Stierkampf aufführen. Aber keine Sorge! Der Stier ist nicht echt…

Standort des Fotografen: 47.885203, 8.341670

Musikkapelle im Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenwerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Wenn an Fasnacht in den Gasthäusern gefeiert wird, darf Livemusik nicht fehlen. Im Gasthaus »Löwe« spielt heute diese Musikkapelle auf.

Auf der kleinen Bühne sitzen drei Musiker mit ihren Instrumenten – eine Posaune und ein Saxophon sind zu sehen. Neben ihnen steht ein Schlagzeug, an dem wohl der vierte Musiker spielt, der auf dem Foto fehlt. Zwischen Notenständern und Bierflaschen herrscht ausgelassene Stimmung. Zwei Frauen haben sich zu den Musikern auf die Bühne gesetzt; eine von ihnen trägt ein auffälliges weißes Kleid mit aufgemalten Noten und einem Violinschlüssel – ganz im Zeichen der Musik. Ihr Lächeln und die lockere Haltung der Gruppe zeigen, dass hier nicht nur musiziert, sondern auch gefeiert wird.

V.l.n.r.: 1 Waldemar Zepf (1937-2024), 2 ???, 3 Lothar Zepf, 4 ???, 5 [Werner Zepf]

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.345087

Närrisches Treiben im Gasthaus »Gebert«, Fasnacht 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lydia Zepf zur Verfügung.

Eng ist es in der Wirtsstube des Gasthauses »Gebert« (Obere Hauptstr. 9), wo sich Närrinnen und Narren dicht an dicht drängen. Einige stehen, andere sitzen auf Stühlen und Bänken, alle lachen, reden durcheinander, singen oder schunkeln zur Musik. Die niedrige Decke ist mit Girlanden geschmückt, zwischen den Holzbalken hängen Lampen, die warmes Licht über die fröhliche Gesellschaft werfen. Es ist Fasnacht – und im »Gebert« herrschen Ausgelassenheit und Lebensfreude. Mehrere Mitglieder der Hexengruppe sind auf dem Foto zu sehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Fritz Egle (1929-2017), 2 Florian Wendelgass (1929-?), 3 Ruth Malenk (verh. Wendelgass)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Alfred Fehrenbach, 2 Eugen Zimmermann, 3 Dietmar Münzer?, 4 Bruno Schwanz, 5 Dieter Gauger, 6 Ferdinand Schultheiß (halb verdeckt)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gottfried Vogelbacher (1933-2008), 2 Albin Zepf (1934-2009), 3 ???, 4 Anselm Heiler, 5 Walter Müller, 6 Paula Müller, 7 Alfons Schlenker, 8 Otto Schwanz

Standort des Fotografen: 47.884495, 8.346634