Blick in die Kirchstraße zum Haus Koch, 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Anfang der 1960er Jahre sind Farbfotos noch eine echte Rarität. Hier fällt der Blick von der Unteren Hauptstraße in die Kirchstraße. Vorne rechts ist das Wirtshausschild vom Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen. Mitten auf dem Platz vor der Kirche steht der Elisabethbrunnen. Er wird wenige Jahre später entfernt, weil er zum Verkehrshindernis geworden ist. Doch noch kann davon keine Rede sein, denn kein einziges Auto, weder fahrend noch geparkt, ist auf dem Foto zu sehen.

Links hinter dem Brunnen geraten die Häuser Sibold (Kirchstr. 19) und Koch (Kirchstr. 21) in den Blick. Beide Häuser wurden nach dem Großbrand 1929 mit Staffelgiebeln erbaut. Karl Koch verkauft u.a. »Teppiche« und »Gardinen«, wie auf der Fassade geschrieben steht. Vor dem Seitengiebel des Hauses Koch befindet sich ein kleines Gärtchen, das von einem Holzzaun eingefasst wird. Geht man daran vorbei, gelangt man zur Bittengasse, wo am Bittenbach das Schlachthaus steht, das rechts hinten zu erkennen ist. 1968 wird das kleine Gebäude abgerissen. In der Ferne grüßt vor der »Hasle« die 1953 erbaute evangelische Kirche.

Standort des Fotografen: 47.883099, 8.343753

Kanone auf der Bühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Gib Zeichen / wir weichen«, steht auf das Schild geschrieben, das unterhalb des Kanonenrohres angebracht ist. Doch die Zuschauer, die vor dem Haus Koch (Kirchstr. 21) stehen, weichen nicht zurück – und trotzen auch dem Nieselregen. Neugierig verfolgen sie das Spektakel auf der Fasnachtsbühne. Es ist »Fasnet Mändig« und das Bühnenprogramm hat begonnen. Mit einem donnernden Knall feuert die Kanone ab.

Standort des Fotografen: 47.883094, 8.344517

Kanone auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit einem donnernden Knall feuert die Kanone von der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße herunter. In den Nieselregen mischt sich der aufsteigende Qualm. Der Blick geht in Richtung katholischer Pfarrkirche St. Michael, dem Geschäft Henzler (Kirchstr. 25) mit der Brunnenstube daneben und dem Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29). Vor seiner Fassade hebt sich die Brunnensäule mit der Heiligen Elisabeth ab. Die Menschen stehen dicht gedrängt und trotzen dem Sauwetter. Regenschirme sind aufgespannt.

Standort des Fotografen: 47.883094, 8.344517

Hansele mit Kindern auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das offizielle Programm auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße ist zu Ende. Jetzt ist die Bühne fest in der Hand der kleinen Fasnachtsnarren. Sie umringen ein Hansele, das Äpfel verschenkt.

Links neben dem Hansele steht Franz Müller (geb. 1952). Das Mädchen, das gerade in einen Apfel beißt, ist Marlies Müller (geb. 1951).

Standort des Fotografen: 47.883066, 8.344353

3 Fotos: Stierkampf auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« wird auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße ein buntes Programm für Jung und Alt geboten. Dicht gedrängt stehen die Zuschauer und recken ihre Köpfe, um auch ja nichts zu verpassen. Im Augenblick treten die 20-Jährigen, verkleidet als Spanier*innen, auf.

Die Frauen tragen lange Kleider und ähneln Flamencotänzerinnen. Die Männer sind als Toreros kostümiert. Und da rennt auch schon ein Stier auf die Bühne und die Kirchstraße verwandelt sich in eine Stierkampfarena! Ein blutiges Schauspiel beginnt.

Zu sehen sind u.a. Rita Willmann, Hans Streit, Rolf Fehrenbach und Walter Zeller.

Standort des Fotografen: 47.883057, 8.344362

2 Fotos: Donkosakenchor auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit Fellmütze auf dem Kopf stehen die Mitglieder dieses Donkosakenchores auf der Bühne in der Kirchstraße. Ob sie tatsächlich russische Volksmusik und Folklore im Repertoire haben, ist unbekannt. Es ist »Fasnet Mändig« und auf der Fasnachtsbühne wird ein buntes Programm geboten.

Die Narren greifen mit der Darbietung des Donkosakenchores ein aktuelles Ereignis auf. Denn in diesen Tagen bemüht sich der Männergesangsverein Eintracht intensiv darum, den echten Donkosakenchor unter Leitung von Serge Jaroff (1896-1995) für einen Auftritt nach Löffingen zu verpflichten. Tatsächlich sind die Mühen von Erfolg gekrönt und im Januar 1958 gibt der Chor ein Gastkonzert in der Festhalle.

Standort des Fotografen: 47.883057, 8.344362

Narrengruppe mit Kanone in der Kirchstraße, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist finster. Im Hintergrund verschwinden die Häuser der Kirchstraße beinahe ganz im Dunkeln. Das Blitzlicht des Fotografen hellt nur den Vordergrund auf. Zu sehen ist eine Gruppe uniformierter Narren, die eine Art Bürgerwehr darstellen. Neben ihnen steht ihr Geschütz, eine riesige Kanone. Es ist Walpurgisnacht. In der Kirchstraße ist die Fasnachtsbühne aufgebaut, auf der das schaurig-schöne Spektakel stattfindet.

V.l.n.r.: Ferdinand Hasenfratz (mit Klarinette), Hans Hasenfratz, ???, ???, ???, August Fehrenbach

Standort des Fotografen: 47.883137, 8.344626

Blick vom Rathausturm zur Schule, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Rathausturm fällt der Blick über die Dächer im Altstadtring in Richtung »Hasle«. Den Schulweg gibt es schon, aber der Kindergarten wird erst in den 1960er Jahren gebaut. Links und rechts des Weges sind nur Wiesen zu sehen, links die »Linden-Wiese« und rechts die »Bittenwiesen«. Leicht erhöht stehen die Festhalle und die Volksschule, 1936 eingeweiht, vor dem kleinen Wäldchen. Rechts daneben ist die frisch erbaute evangelische Johannes-Kirche zu sehen. Das evangelische Pfarrhaus wird erst 1969/70 erbaut und fehlt noch auf dem Bild.

Die Dächer im Vordergrund gehören zum Gasthaus »Löwen« und zum ehemaligen Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz und dahinter zu den Häusern der Kirchstraße. Vis-à-vis vom Fotografen ist die ehemalige Zehntscheuer der Fürstenbergischen Standesherrschaft (Kirchstr. 9) zu sehen. Sie gehörte ab 1843 als Ökonomiegebäude zum »Löwen« und seit 1933 dem Viehhändler Karl Krieg.

Standort des Fotografen: 47.883870, 8.344350

Luftbild von Osten, ca. 1957

Stadtarchiv

Das Flugzeug, von dem dieses Luftbild aufgenommen wird, dreht seine Runde über der »Hasle«. Über die »Bittenwiese« und die »Linden«-Wiese hinweg fällt der Blick in Richtung Städtchen. Schön zu erkennen ist der Altstadtring mit dem Rathaus in der Mitte und der katholischen Pfarrkirche St. Michael am Rande. Jenseits der Bahnlinie erstreckt sich das Firmengelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG.

Aufgenommen wird die Luftaufnahme Ende der 1950er Jahre:  Der 1957 eingeweihte Erweiterungsbau des städtischen Krankenhauses (Seppenhofer Str. 7) steht bereits. Ebenso der neu gebaute Bahnhof. Neben dem Farrenstall ist in der Bittengasse bereits der Bauhof zu sehen. Doch der 1965 eröffnete Kindergarten (Schulweg 3) existiert noch nicht. Auch die Aussiedlerhöfe in »Stettholz« sind noch nicht gebaut.

2 Fotos: Hermann Geisinger bei der Einweihung des Hexenbrunnens, 21. September 1975

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit einem Volksfest wird der Hexenbrunnen in der Kirchstraße am 20./21. September 1975 feierlich eingeweiht. Die Hexengruppe übergibt den Brunnen offiziell an die Stadt. Der alte Hexenchef Hermann Geisinger (1926-1989), der zusammen mit Josef (Sepp) Bayer treibende Kraft bei dem Brunnenbau war, hält eine Ansprache. Der Hexensamen steht am Brunnenrand und hört andächtig zu.

Standort des Fotografen: 47.883027, 8.344290

2 Fotos: Einweihung des Hexenbrunnens, 21. September 1975

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit einem Volksfest wird der Hexenbrunnen in der Kirchstraße am 20./21. September 1975 feierlich eingeweiht. Die Hexengruppe mit ihrem Hexenchef Klaus Wider übergibt den Brunnen offiziell an die Stadt und ihren frisch gewählten Bürgermeister Dieter Mellert. Mit dabei ist in vorderster Linie der alte Hexenchef Hermann Geisinger (1926-1989). Mit Bürgermeister Mellert trinkt er ein frisch gezapftes Glas Wasser aus dem Hexenbrunnen.

Die beiden »Hexen«-Frauen auf dem oberen Bild sind Waltraud Egle und Bärbel Wider, das »Hexen«-Kind, das in Richtung Kamera schaut, ist ihre Tochter Daniela Wider.

Im Hintergrund ist Lehrer Manfred Schönau zu erkennen, der für die Presse fotografiert.

Standort des Fotografen: 47.883027, 8.344290