Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Faller zur Verfügung.
Arztvisite! Im Städtischen Krankenhaus haben sich Ärztin Dr. Schwarz, Krankenschwester Gertrud Faller (1925-2005) und Chefarzt Dr. Otto Geiss (1920-1972) an einem Krankenbett versammelt.
Dr. Geiss trat seine Stelle als Chefarzt am Krankenhaus Löffingen am 1. September 1958 an. Er wurde in Dietenheim an der Iller geboren und wuchs in Biberach an der Riß auf. Nachdem er 1940 am Gymnasium in Augsburg das Abitur abgelegt hatte, wurde er in den Krieg einberufen. Bis 1945 war er Soldat, konnte aber zwischendurch je ein Semester Medizin in Göttingen und München studieren. Nach der Entlassung aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft setzte er bis 1949 sein Medizinstudium in Tübingen fort. Nach seiner Promotion folgten berufliche Stationen an Krankenhäusern in Oberhausen und Ravensburg. Am 13. Mai 1955 erhielt er von der Landesärztekammer die Anerkennung als Facharzt für Chirurgie.
Der beliebte Arzt stirbt am 4. Juli 1972 bei der Ausübung seines Berufes im Krankenhaus. Er erliegt im Alter von 52 Jahren einem Herzschlag und hinterlässt seine Frau Hildegard und seine vier Kinder Elisabeth, Monika, Bernd und Martin.
Verlag Emil Rosenstiel, Löffingen / Sammlung Familie Waßmer
Auf dieser Mehrbildkarte, die nach der Jahrhundertwende gedruckt wird, sind gleich sieben Einzelbilder zu sehen. Sie sind in rechteckige, ovale oder runde Passpartouts gefasst. Abgebildet sind verschiedene öffentliche Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten, auf die man in Löffingen zu dieser Zeit stolz ist.
Oben link ist der untere Rathausplatz mit dem »Schulhaus« (Rathausplatz 1) zu sehen. Interessant dabei ist, dass das stattliche Gebäude weder als Rathaus noch als Kaufhaus bezeichnet wird, obwohl es seit seiner Erbauung 1831 alle drei Funktionen unter einem Dach vereinte. Der Blick auf das Rathaus hat Seltenheitswert: Im Vordergrund fehlt das Haus Schmutz (Rathausplatz 6), das bei einem Feuer 1909 zerstört wurde. Der Wiederaufbau hat zwar begonnen und die Bauarbeiten sind im Gange, aber noch ist der Blick frei auf das Rathausgebäude und die anderen Häuser am Platz. Sie werden beim Großbrand 1921 zerstört werden.
Oben mittig ist der 1901 eröffnete Bahnhof zu sehen, schließlich ist es eine große Errungenschaft, dass das Städtchen an die Eisenbahn angeschlossen ist. Die Ansichtspostkarte richtet sich wohl auch an potentielle Wallfahrer zum Witterschneekreuz, die mit einem Blick ersehen können, dass man nach Löffingen bequem reisen kann.
Oben rechts ist – quasi als Pendant zum ersten Bild – der obere Rathausplatz zu sehen, der als »Marktplatz« bezeichnet wird. Jahrhundertelang wurde hier der Kornmarkt abgehalten. Doch mit der Eröffnung der Bahnlinie 1901 war der Niedergang endgültig besiegelt. 1904 wurde er ganz eingestellt. Zu sehen sind die beiden Gasthäuser »zum Löwen« (Rathausplatz 11) und »zum Ochsen« (Rathausplatz 12). Aber die besondere Aufmerksamkeit des Fotografen galt wohl dem Neubau auf der anderen Seite des Platzes: Der »Stadtbau« mit der Gewerbeschule (Demetriusstr. 1) wurde 1909 erbaut. Das Vorgängergebäude und der gesamte Straßenzug waren bei einem Großbrand 1907 eingeäschert worden.
Unten links ist das »Krankenhaus« (Seppenhofer Str. 7) abgebildet, das in den Jahren 1890/91 erbaut wurde. Das kleine Haus daneben ist das alte Spital, in dem ursprünglich 1871 das Krankenhaus eröffnet wurde. 1955 wird es bei der Erweiterung des Krankenhausgebäudes schließlich abgerissen.
In der Kartenmitte unten sind zwei Ansichten des Witterschneekreuzes zu sehen: Die alte, holzverschindelte »Schneekreuz-Capelle« und die in den 1890er Jahren erbaute neuromanische »Wallfahrtskirche«.
Unten rechts ist eine junge Frau in Tracht zu sehen. Inwiefern die Frau einen Bezug zu Löffingen hat oder ob das Porträt aus rein dekorativen Gründen in die Mehrbildkarte montiert wurde, muss offen bleiben.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.
Auf Krücken und im gestreiften Schlafanzug humpelt Franz Faller (1916-1986) in das Zimmer 11 des Krankenhauses. Er hat sich ein Bein gebrochen und muss mehrere Wochen im städtischen Spital zubringen. Wenigstens ist die Stimmung in seinem 4-Bett-Zimmer ausgelassen.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.
Ausgelassene Stimmung herrscht im Zimmer 11 des Krankenhauses. In dem 4-Bett-Zimmer sind die Patienten oft für mehrere Wochen untergebracht. So auch Franz Faller (1916-1986), der sich ein Bein gebrochen hat. Nach Hause entlassen wird er erst, wenn er nicht mehr auf Krücken gehen muss. Das Zimmer ist berühmt-berüchtigt, weil hier häufig Budenzauber veranstaltet wird. Hausmeister Stefan Steinhard (1890-?), der im Krankenhaus wohnt, und Schwester Gertrud Schmid (1925-2005) amüsieren sich aber mit den Patienten.
V.l.n.r.: Hausmeister Stefan Steinhard, Karl Glunk, Franz Faller, ???, Schwester Gertrud Schmid und Anton Bier (von Rötenbach)
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Der Krankenhaus-Erweiterungsbau in der Seppenhofer Straße wird am 25. Mai 1957 eingeweiht. Nach der Schlüsselübergabe des Architekten Karl-Heinz Fischer an Bürgermeister Paul Benitz begeben sich die anwesenden Gäste in den Neubau und drehen eine Runde durch die neu geschaffenen Räumlichkeiten. Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) und Vikar Heinz Körner (1920-2001) nehmen die kirchliche Weihe vor, begleitet von Meßmer Gerhard Scholz (1925-1998), der das Weihwasser und das Weihrauchfaß reicht. Die Geistlichen ziehen durch alle Räume in dem dreistöckigen Bau und segnen alle Zimmer.
Für die Krankenpflege sind neben weltlichem Pflegepersonal vor allem Schwestern des heiligen Vinzentiusordens zuständig. Bereits 1885 wurde ein entsprechender Vertrag mit dem Ordenssuperiorat der barmherzigen Schwestern in Freiburg geschlossen. Zunächst waren es zwei, später drei und ab 1920 vier Vinzentinerinnen, die im städtischen Krankenhaus ihren Dienst leisteten.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Am Samstag, den 25. Mai 1957 um 11 Uhr ist es soweit: Der Krankenhaus-Erweiterungsbau in der Seppenhofer Straße wird eingeweiht. Alles hatte 1954 mit einer Besprechung von Bürgermeister Paul Benitz mit den Bürgermeistern der acht umliegenden Gemeinden begonnen. Man einigte sich darauf, die Baukosten von rund 500.000 DM entsprechend der jeweiligen Steuerkraft zu teilen. Am Bau beteiligten sich neben Löffingen die Gemeinden Bachheim, Dittishausen, Göschweiler, Reiselfingen, Rötenbach, Seppenhofen, Unadingen und Unterbränd.
Die Feierlichkeiten werden von der Stadtmusik eröffnet, die auf dem Foto im Hintergrund zu sehen ist. Sie spielt den Choral »Das ist der Tag des Herrn« und »Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre«. Anschließend begrüßt Bürgermeister Paul Benitz die anwesenden Gäste. Und der Freiburger Architekt Karl-Heinz Fischer übergibt die Schlüssel, verbunden mit dem Wunsch, »dass Gottes Segen allezeit über dem Löffinger Krankenhaus walten möge.«
Bei den Musikern im Hintergrund sind zu sehen: Konrad Sibold, Ewald Hepting und Edmund Jordan (»Bartli«).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willman zur Verfügung.
Hinter dem Krankenhaus-Erweiterungsbau in der Seppenhofer Straße haben sich die Ehrengäste versammelt. Es ist der 25. Mai 1957 und die feierliche Einweihung des rund 500.000 DM teuren Bauprojekts findet statt. Der Freiburger Architekt Karl-Heinz Fischer (2.v.l.) wird gleich Bürgermeister Paul Benitz (1.v.l.) die Schlüssel übergeben.
Zu den anwesenden Ehrengäste zählen u.a. Landrat Mallebrein, Regierungsrat Boll, Bezirksbaumeister Matt, die Bürgermeister der acht umliegenden Gemeinden, die sich an den Baukosten beteiligt haben, die Gemeinderäte der umliegenden Ortschaften und der Stadtrat von Löffingen sowie die am Bau beteiligten Handwerker und Firmen. Am rechten Bildrand sind der katholische Stadtpfarrer Karl Weickhardt und Vikar Heinz Körner in Begleitung von Meßmer Gerhard Scholz zu erkennen.
Am 25. Mai 1957 wird in einer Feierstunde der moderne Anbau des städtischen Krankenhauses eingeweiht, der an der Stelle des alten Spitalhäuschens errichtet wurde. Erbaut wurde der neue Flügel nach Plänen des Freiburger Architekten Dipl.-Ing. Karl H. Fischer. Durch die Vergrößerung des Hauses erhöht sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Krankenbetten von 35 auf 55. Im Anbau befinden sich außerdem in beiden Stockwerken Aufenthaltsräume für die Kranken und ihre Besucher. Die neuen Räume sind mit Zentralheizung und fließend warmem und kaltem Wasser ausgestattet. Außerdem verfügt der Anbau über einen modernen Aufzug, sodass Kranke fortan keine Treppen mehr steigen bzw. hoch getragen werden müssen. Im Dachgeschoss sind Wohnungen für die Krankenschwestern untergebracht, die dem katholischen St. Vinzentiusorden angehören.
Am Seitengiebel lässt die Stadtgemeinde unter Bürgermeister Paul Benitz ein Wandgemälde anbringen, das Vinzenz von Paul (1581-1660) zeigt. 1729 wurde Vinzenz selig- und 1737 heiliggesprochen. 1885 ernannte Papst Leo XIII. ihn zum Schutzpatron des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul. Das Bildnis am Krankenhaus soll den Krankenschwestern dieses Ordens für ihr segensreiches Wirken danken.
Erst 1965 schaffte der DRK-Ortsverein Löffingen sein erstes Fahrzeug an, einen gebrauchten VW-Krankenwagen, der vom DRK-Ortsverein Furtwangen für 3.500 DM abgekauft wurde. Bis dahin wurden Krankentransporte in das Städtische Krankenhaus mit dieser fahrbahren Krankentrage durchgeführt. Motorisierte Krankenwagen gab es bis in die 1950er Jahren nur in den benachbarten Kreisstädten. Nach dem Ausbau und der Modernisierung des Krankenhauses in der Seppenhofer Straße 1957 und der steigenden Anzahl von Unfällen im Straßenverkehr wurde die Anschaffung eines motorisierten Krankenwagens schließlich erforderlich.
Verlag Huber & Comp. G.m.b.H., Achern / Sammlung Familie Waßmer
Einen »Gruß aus Löffingen« übermittelt diese Ansichtskarte aus der Mitte der 1920er Jahre. Noch sind Farbaufnahmen eine Rarität, sie werden erst ab den 1930er Jahren kommerziell genutzt und finden erst dann rasche Verbreitung. In den 1920er Jahren werden Ansichtskarte noch manuell coloriert, so auch bei dieser schwarz-weiß Aufnahme des Städtchens.
Sehr naturalistisch mutet das Ergebnis nicht an. Offenbar standen bei dem Verfahren nur drei Farben zur Verfügung: Ein saftiges Grün für die Wiese in der Bildmitte, ein türkisenes Blau, das sowohl für die Wiese im Vordergrund als auch für einzelne Dächer und die Fassaden des katholischen Pfarrhauses und des Gasthauses »Linde« verwendet wurde, und schließlich ein Magentarot, mit dem die meisten Dächer des Städtchens eingefärbt wurden.
Der Fotograf steht unterhalb des Reichbergs im Gewann »Im kleinen Brühl«. Sein Blick fällt über die Bahnlinie in Richtung Städtchen. Die Göschweiler Straße mit ihrer Baumallee teilt die türkisene von der grünen Wiese. Häuser stehen diesseits der Bahnlinie noch keine, weder im Bereich der Göschweiler noch der Bonndorfer Straße. Zwei einsame Holzschopfs sind die einzige Bebauung.
Werner Verlag, Überlingen / Sammlung Familie Waßmer
Auf dieser Ansichtskarte sind alle Sehenswürdigkeiten vereint, die einen Besuch in »Löffingen im Schwarzwald« aus Sicht des Verlags zu einem Erlebnis machen. Gezeigt wird zum einen das alte Städtchen mit seinem mittelalterlich anmutenden Stadtkern, zum anderen aber auch das moderne Stadtbild.
Für die Mitte der Ansichtskarte wurde keine Gesamtansicht gewählt, die den Altstadtring etwa vom Alenberg aus zeigt. Statt dessen entschied man sich für eine Ansicht, die vom »Reichberg« aus aufgenommen wurde. Im Vordergrund stehen die neugebauten Häuser in der »Breiten«. Zu sehen sind etwa die 1963 gebauten Wohnhäuser Hebelstr. 1 und 3, aber auch die 1968 errichteten Wohnblocks Hebelstr. 8-10 und Conradin-Kreutzer-Str. 13. Damit sollte die Modernität des Städtchens herausgestellt werden.
Die Auswahl der um die Gesamtansicht angeordneten kleinen Fotos überrascht indes nicht. Die Bilder zeigen das Rathaus mit dem früheren Gasthaus »Sonne«, den Unteren Rathausplatz mit dem Demetriusbrunnen, Straßenzüge mit den charakteristischen Staffelgiebeln, die Häuser der Demetriusstraße mit dem Mailänder Tor, der Unteren Hauptstraße mit dem Kirchturm und der Hafnergasse mit dem Elisabethbrunnen, aber auch die Seppenhofer Straße mit dem Krankenhaus im Vordergrund.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.
Anlässlich des Kreisfeuerwehrfestes wird in den »Bittenwiesen« eine Schauübung veranstaltet. Als das Kommando »Wasser marsch!« ertönt, wird es nass. Auch die Jugendfeuerwehr ist voller Begeisterung dabei. Die meisten Schaulustigen verfolgen das Spektakel in sicherem Abstand, vom erhöhten (und vor allem trockenen) Aussichtspunkt bei der Schule an der »Hasle«. Aber einige besonders Neugierige trauen sich nahe heran. Eine Abkühlung gefällig?
In der Bittengasse sind neben der Kirche das Schlachthaus und der Farrenstall zu sehen. Der Bauhof ist noch nicht gebaut. Neben dem Kirchturm ragt der Kamin des Sägewerk Benz in die Höhe.