Luftbild in Richtung Schule, Festhalle und evangelische Kirche, ca. 1955-1960

Sammlung Familie Waßmer

Vom Flugzeug aus fällt der Blick über die Bittenwiesen hinweg in Richtung »Hasle«. Davor steht das Gebäude der Festhalle und Volksschule, dessen Bau 1923 begonnen, aber infolge der Inflation und Wirtschaftskrise erst 1936 vollendet und eingeweiht werden konnte. Im Mitteltrakt befindet sich das Heimatmuseum. Rechts neben dem Schulgebäude steht die Evangelische Johanneskirche, die 1953 gebaut und am 27. Mai 1954 geweiht wurde.

Das evangelische Pfarrhaus (Lärchenweg 1) fehlt noch auf dem Foto, da es erst 1969 gebaut wird. Ebenso fehlt der Kindergarten, der 1964 am Schulweg gebaut wird. Noch befinden sich dort ausschließlich Gärten. Der Spielplatz existiert noch nicht und das Café »Naschwerk« (Bei der Kirche 8) wird freilich erst viele Jahre später gebaut.

Luftbild vom oberen Rathausplatz, ca. 1960

Deutsche Luftbild KG, Hamburg-München / Sammlung Familie Waßmer

Vom Flugzeug aus fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz, der vom 1832 errichteten Rathausgebäude, dem früheren Gasthaus »zur Sonne« und vom ehemaligen Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2 und 3) eingerahmt wird. Im Mittelpunkt des Bildes stehen die beiden traditionsreichen Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11).

Vor allem der »Ochsen« wird wenige Jahre vollständig umgebaut, sodass sich sein Aussehen vollkommen verändert: 1968 wird der Zwerchgiebel beseitigt, das ganze Gebäude um ein Stockwerk aufgestockt und ein Staffelgiebel zum »Löwen« aufgemauert.

Luftbild von der Rötengasse in Richtung Maienland, ca. 1965

Dieses Bild stellte uns dankenswerterweise Else Egle zur Verfügung.

Das Luftbild zeigt die Bebauung in der Rötengasse und im Hintergrund einige Häuser in der Maienlandstraße. Dominiert wird das Bild von dem zweistöckigen Wohnhaus mit Scheuer und Stallung und diversen angebauten Schopfs und Schuppen (Rötengasse 6), das in der Mitte zu sehen ist. Es gehört dem Maurermeister Alfred Egle. Er selbst wohnt zusammen mit seiner Familie in der Maienlandstraße und nutzt nur noch die Schuppen als Materiallager für sein Maurergeschäft. Als ihm der Luftbildverlag die Luftaufnahme zum Kauf anbietet, schlägt er aber zu, schließlich handelt es sich um sein Elternhaus, das seit Generationen im Familienbesitz ist.

Daran angebaut ist das deutlich niedrigere Haus von Mathilde Schwörer geb. Wider (Rötengasse 4).  Am rechten Bildrand steht an der Einmündung zur Bahnhofstraße das 1928 erbaute Wohnhaus der Rentnerin Berta Suckert (Bahnhofstr. 5).

Motel-Raststätte an der Bundesstraße, ca. 1965

Verlag Flugbild GmbH, Bonn / Sammlung Familie Waßmer

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dieses Luftbild sei an einem »autofreien Sonntag« 1973 entstanden, so leer ist die Bundesstraße 31. Doch die Fahrzeuge, die auf dem Parkplatz stehen, zeigen, dass dem nicht so ist. Tatsächlich ist die Umgehungsstraße einfach neu gebaut. Verglichen mit heute herrscht noch wenig Verkehr auf der zweispurigen Straße. 

Neu ist auch die 1963/64 erbaute Motel-Raststätte »Hochschwarzwald« von Willi Scherer (Fürstenbergstr. 27), die an der B31 steht. Sie bietet ihren Gästen »gutbürgerliche Küche«, »Fremdenzimmer mit Duschen« und Garagen. Daneben befindet sich eine bereits 1961 errichtete Tankstelle, die dem Mineralölunternehmen BP gehört. Erster Pächter der BP ist bis 1964 Willi Scherer. Es folgen als Pächter Familie Waldman, Herr Veigle und dann ab ca. 1973 Paul Vögtle. Selbst aus luftiger Höhe ist das Werbeschild von BP zu erkennen.

Luftbild mit Neubaugebiet Reichberg, 1973

Sammlung Familie Waßmer

Man benötigt eine Lupe und muss das Luftbild schon genau studieren, um Anhaltspunkte zu seiner Datierung zu finden. Beginnen wir im Stadtzentrum: Am oberen Rathausplatz klafft eine Lücke. Die »alte Sonne« ist bereits abgerissen, aber der Neubau der »Volksbank« noch nicht errichtet. Am rechten Bildrand ist die Realschule und die Sporthalle in der Festhallenstraße zu erkennen. Der Rohbau steht bereits, aber noch fehlen die Fenster und ein Kran zeigt deutlich an, dass die Bauarbeiten längst noch nicht abgeschlossen sind. Die Luftaufnahme muss also 1973 entstanden sein. Dazu passt, dass in der Ferne in Dittishausen das Appartementhochaus grüßt, das 1972 fertiggestellt wurde.

Im Vordergrund ist das Neubaugebiet am Reichberg zu erkennen. Nachdem sich das Städtchen im Verlauf der 1960er Jahre »Auf der Breiten« und »Im kleinen Brühl« ausgedehnt hat, setzt Anfang der 1970er Jahre eine rege Bautätigkeit auf dem Reichberg ein. Auf dem Foto werden gerade die Häuser in den Straßen »Am Reichberg« und in der »Birkenstraße« gebaut.

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1960

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

Bevor der große Bauboom in den 1960er Jahren begann, entstand diese Luftaufnahme. Im Vordergrund ist das Gewann »Breiten« zu erkennen, das noch vollkommen unbebaut ist. Kurze Zeit später gab die Baugenossenschaft 1963 den Startschuss zur Bebauung des Geländes. Ein erstes Mehrfamilienhaus in der Hebelstraße entstand. Es folgten viele mehr, ganze neue Straßenzüge wie z. B. die Conradin-Kreutzer-Straße entstanden. Jenseits der Rötenbacher Straße ist das Firmenareal des Sägewerk Benz mit seinem Schornstein zu erkennen. Das Städtchen schmiegt sich dahinter in eine Talsenke. Auf dem Alenberg wird bereits fleißig gebaut: Die ersten Häuser in der Hochfirststraße stehen bereits.

Neubaugebiet und Betriebsgelände der Firma Wider, ca. 1967

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heiner Wider zur Verfügung.

Ende der 1960er Jahre wurden die Mehrfamilienhäuser in der »Breiten« von der Baugenossenschaft gebaut. Mit dem Hans-Thoma-Weg und der Conradin-Kreutzer-Straße entstanden neue Straßen, die nach dem berühmten Schwarzwaldmaler und dem bekannten Musiker der Frühromantik benannt wurden. Neben dem Neubaugebiet ist auf der Luftaufnahme auch das Betriebsgelände der Firma Julius Wider GmbH zu erkennen. Dahinter schließen sich unbebaute Wiesen an. Das heutige Gewerbegebiet entlang der Rötenbacher Straße existierte noch nicht. Auch die beiden Wohnblöcke (Rötenbacher Str. 9) stehen noch nicht. Sie werden erst Mitte der 1980er Jahre und Ende der 1990er Jahre gebaut.

Luftbild in Richtung Schwarzwald, ca. 1960

Sammlung Familie Waßmer

Dieses Luftbild wird vermutlich Anfang der 1960er Jahre aufgenommen. Die Umgehungsstraße B31 ist frisch gebaut, aber noch nicht für den Verkehr freigegeben, wie es scheint. Die Neubauten in der Oberen Hauptstraße und in der Talstraße gibt es noch nicht. Gut sichtbar ist hingegen der Sportplatz an der »Hasle« mit seinem kleinen Clubhaus. Auch das Gewann »Breiten« ist noch nicht als Baugebiet erschlossen. 1963 werden in der Hebelstraße die ersten Wohnblöcke durch die Baugenossenschaft errichtet. Sie sind auf diesem Foto noch nicht zu sehen. Deutlich zu erkennen ist das große Areal des Sägewerks Benz, das 1972 seinen Betrieb einstellen sollte.

Im Hintergrund ist der Übergang von der Baar zum Schwarzwald zu erkennen. Die Gipfel des Herzogenhorns (1417 m) und des Feldbergs (1500 m) grüßen aus der Ferne.

Luftbild in Richtung »Hasle«, ca. 1953-1960

Sammlung Familie Waßmer

Diese Luftaufnahme entstand in der Mitte der 1950er Jahre. Zur Datierung dienen verschiedene Anhaltspunkte: Die Evangelische Kirche, aber auch die Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße wurden 1952/53 gebaut. Beide sind auf dem Foto bereits zu sehen. Das Foto entstand aber auch vor 1960/61, da der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael noch nicht verputzt und das Wohn- und Geschäftshaus von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 4) noch nicht gebaut ist.

Luftbild mit Sägewerk Benz, ca. 1950-1955

Schöning & Co., Lübeck
Stadtarchiv

Der Zweite Weltkrieg, in dessen Verlauf Hunderte ausländische Zwangsarbeiter zur Arbeit in den Holzindustrie-Werken Josef Benz AG gezwungen worden waren, ist vorüber. Die Zerstörungen, die im Frühjahr 1945 bei Fliegerangriffen auf das Städtchen, aber auch auf das Sägewerk entstanden waren, sind beseitigt: Elf Gebäude und Schuppen des Sägewerkes waren vollständig zerstört, weitere sechs schwer und 18 leicht beschädigt worden. Das Bahnhofsgebäude ist zwar noch nicht wieder aufgebaut, aber es geht aufwärts. Die Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße ist für Vertriebene und Flüchtlinge gebaut. Die Währungsreform war am 21. Juni 1948 in den drei Westzonen durchgeführt worden und seitdem ist die Deutsche Mark Zahlungsmittel. Das »Wirtschaftswunder« kann also kommen. 

Schön zu erkennen ist auf der Luftaufnahme das Sägewerk, das neben der neugegründeten Wäschefabrik Prause und der neugegründeten Industrie- und Außenhandelsgesellschaft Page der wichtigste Arbeitgeber im Städtchen ist. Etwa 140 Frauen und Männer aus Löffingen und der Umgebung sind Anfang der 1950er Jahre im Sägewerk Benz beschäftigt. Das Werksareal erstreckt sich über ein etwa 10 ha großes Gelände in einem Dreieck zwischen Hohlgasse, Güterstraße und Rötenbacher Straße. 

Luftbild vom Aussiedlerhof Benz im Stettholz, ca. 1985

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Adolf Benz zur Verfügung.

Der Aussiedlerhof der Familie Benz in Stettholz wurde 1958 erbaut. 1973 brannte der Ökonomieteil des Gebäudes bei einem Feuer bis auf die Grundmauern nieder. Glücklicherweise blieb der Wohnbereich unzerstört. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Luftaufnahme zeigt den Hof einige Jahre nach dem Wiederaufbau. Das Anwesen gehört dem Landwirt Adolf Benz (1930-2025).

Luftbild vom Haus Göpper in der Hohlgasse, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Willi Göpper zur Verfügung.

Das Haus Göpper in der Hohlgasse ist seit 1938 im Besitz der Familie Göpper. In diesem Jahr kaufte der Landwirt und Elektriker Fritz Göpper (1900-?) und seine Ehefrau Elisabeth geb. Storz (1905-?) das Anwesen. 1971 übernahm es ihr Sohn, der Zimmermann Wilhelm Göpper (geb. 1930). Die Geschichte des Hauses reicht allerdings viel weiter zurück.

Dort, wo heute das Gebäude Hohlgasse 2 auf einer kleinen Anhöhe steht, stand früher, außerhalb des Städtchens gelegen, das Henkerhaus. Auf dem Ölgemälde von Martin Menrad aus dem Jahre 1680 ist es deutlich zu erkennen. Der Scharfrichter lebte mit seiner Familie abseits der übrigen Bevölkerung. Für diese Isolation gab es zwei Gründe: Zum einen galt der Scharfrichter als nicht ehrsam, zum anderen übte er zugleich das Gewerbe des Wasenmeisters (Abdeckers) aus. Er zog toten Tieren die Haut ab, trocknete diese, sottete das Fett aus und vergrub anschließend die Tierkadaver.

Am 13. Oktober 1796 steckten französische Soldaten das Henkerhaus und das benachbarte Siechenhaus in Brand. Beide Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Anstelle des Henkerhauses wurde 1816 das Haus Hohlgasse 2 erbaut.