Blick durch das Mailänder Tor zum Rathaus, ca. 1925-1930

Stadtarchiv

»Durchblick auf Rathaus und Kriegerdenkmal« lautet der Titel dieses Fotos, das in den 1930er und 40er Jahre als Ansichtskarte Verbreitung findet. Der Fotograf steht auf der Rückseite des Mailänder Tores und nimmt den großen Torbogen und einen der beiden kleinen Bögen in den Blick. Sie sind nicht komplett zu sehen, sondern angeschnitten. Aber sie geben den Blick frei zum unteren Rathausplatz. Vor dem Rathaus steht das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, das noch mit einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst ist. Ein Automobil parkt daneben.

Standort des Fotografen: 47.884021, 8.343576

Blick von der »Hasle« auf das Städtchen, ca. 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Von der »Hasle« aus fällt der Blick in Richtung Städtchen. Rund 300 Jahre früher wählte der Hüfinger Maler Martin Menrad eine ähnliche Perspektive, als er 1680 das Städtchen malte.

Nach wie vor ist der Altstadtring deutlich zu erkennen. Aber mehr und mehr Gebäude werden außerhalb gebaut. Der Farrenstall und der Bauhof stehen jetzt in der Bittengasse, im Schulweg befindet sich der Kindergarten und in ein paar Jahren wird auf der »Linden«-Wiese im Vordergrund die Realschule erbaut. Ein anderes Haus wurde indes kürzlich abgerissen, das Schlachthaus, das neben der katholischen Pfarrkirche am Bittenbach stand.

Im Hintergrund ist das Areal des Sägewerkes Benz zu erkennen: Sowohl der Sägespänturm als auch das Kamin ragen über die Dächer der Altstadt.

Standort des Fotografen: 47.883437, 8.348433

Personengruppe in der »Hasle«, ca. 1930-1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vermutlich in der »Hasle« wird dieses Gruppenfoto aufgenommen. Auf einer hölzernen Sitzbank hat sich das Ehepaar Rappenegger niedergelassen. Dahinter stehen vier Männer, jeder in einen Anzug gekleidet und – der Mode der Zeit entsprechend – mit einem Hut auf dem Kopf.

Warum lässt sich die Gruppe zusammen fotografieren?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Luise Rappengger geb. Heizmann (1902-?) und Forstwart Johann Rappenegger (1901-1933)  
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Franz Bader, ???, August Zepf, [Leonhard Vergut? (1902-?)]

Standort des Fotografen: ???

Umzugswagen in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1968

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

»Gammler besuchen den Wildpark«, steht in großen Buchstaben auf dem Schild. Es ist ganz vorne am Umzugswagen angebracht, der gerade die Bahnhofstraße entlang fährt und in die Rötengasse einbiegt. Es ist »Fasnet Mändig«, das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Wildpark-Viecherei«. Schließlich hat in der Nähe des Waldbads seit Kurzem der Wildpark eröffnet. Er eignet sich hervorragend als Motto für die fünfte Jahreszeit, um die Kreativität der Närrinnen und Narren zu wecken.

Aber anstatt in tierische Kostüme zu schlüpfen, verkleidet sich diese Narrengruppe als »Gammler«, sprich: als »Hippies«, schließlich schreiben wir das Jahr 1968! Erkennbar an ihrem Kleidungsstil, an den langen Haaren, den Bärten, an ihren Gitarren – und nicht zuletzt an der Stoffbahn, die den Umzugswagen umspannt und ein bisschen »Flower Power« ins Baarstädtchen bringt.

Der Traktorfahrer ist Otto Geisinger (1921-2010), hinter ihm stehen links Maurermeister Alfred Egle (1920-2001) und rechts Sattlermeister Ernst Krauß.

Die Gruppe hat ein Lied einstudiert, das sie zur Melodie von »Puppet on a String« (1967) zum Besten gibt: »Ja wir Gammler sind lustige Leut, leben so in den Tag. / Wissen wir auch nicht, was kommen mag, / komme was da mag. / Wir ziehn in den Wildpark ein, / leben dort billig und fein…«

Standort des Fotografen: 47.885128, 8.341273

2 Fotos: Aufführung auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die drei jungen Herren, die auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße auf Stühlen Platz genommen haben, können einem schon Leid tun. Ihre Köpfe sind in einem Holzpranger arretiert, sodass sie nicht zurückweichen können. Eine ausgiebige Gesichtswäsche und Rasur beginnt. Dazu wird der Rasierschaum schön gleichmäßig im gesamten Gesicht verteilt. Zimperlich geht es dabei nicht zu. Die drei Herren müssen eine unangenehme Prozedur über sich ergehen lassen, aber machen gute Mine zum bösen Spiel. Es sind v.l.n.r. Bruno Nägele (geb. 1937), ??? und Oskar Heizmann (geb. 1940).

Der Barbier im Vordergrund ist der erst 14-jährige Peter Baader (geb. 1943). Außerdem sind die Laternenbrüder Arno Adrion und Josef Guth beteiligt.

Standort des Fotografen: 47.883062, 8.344372

2 Fotos: Tanzdarbietung auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Leider macht das Wetter den Närrinen und Narren am »Fasnet Mändig« einen Strich durch die Rechnung. Das Bühnenprogramm auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße wird von heftigen Graupelschauern begleitet. Die Tänzerinnen müssen bei ihrer Darbietung höllisch achtgeben, dass sie nicht auf den Holzbrettern ausrutschen. Tapfer ertragen sie das nasskalte Schmuddelwetter in ihren luftigen Kostümen.

Die Tänzerinnen sind Justina Frey (verh. Rappenegger), Maria Frey (verh. Baumann), Rita Rebholz (geb. Wittler, geb. 1938), Margarete Zepf (verh. Senn, geb. 1932), Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937) und Irmgard Guth (verh. Zepf, geb. 1937).

Der Blick von der Bühne fällt in Richtung Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29). Der Platz ist bis in die hinterste Ecke von Menschen gefüllt, die das Bühnenprogramm verfolgen. Aus der Menge ragt die große Hexe heraus, die 1958 beim Umzug zum ersten Mal mitgeführt wird. Und groß ist sie wirklich, nämlich 5,80 Meter! Hinter ihr ist der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883062, 8.344372

3 Fotos: Konzert des Handharmonika-Spielrings in der Festhalle, 1987

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

30 Jahre ist er alt, der Handharmonika-Spielring Löffingen. Gegründet (bzw. wiedergegründet) wurde er am 27. Januar 1957 im Gasthaus »Hirschen« in Seppenhofen, bei der man den Verein als »Handharmonika-Spielring Löffingen, Seppenhofen und Reiselfingen« benannte. Im Jubiläumsjahr verfügt er über drei Orchester, die bei einem Konzert in der Festhalle ihr Können unter Beweis stellen: das Jugendorchester, das Seniorenorchester und das Konzertorchester.

Erster Vorsitzender des Vereins ist Heinrich Wider, zweiter Vorsitzender Wolfgang Zepf. Als Dirigent fungiert Egon Oschwald, der auch auf den Fotos in Aktion zu sehen ist.

Die Mitglieder des Jugendorchesters (im ersten Bild) sind:
1.Reihe, v.l.n.r.: Tanja Grießhaber, ???
2.Reihe, v.l.n.r.: Anita Burger, Claudia Heizmann (verh. Borowski), Birgit Schäfer (verh. Spang), ? Marx (?), Ilona Heer (verh. Hettich), ???, ???, ???
3.Reihe, v.l.n.r.: Edith Köpfler, Michaela Moser, Regina Käfer, ???, Daniela Wider, Elke Bader (verh. Moser), ???, Schlagzeuger ???

Die Mitglieder des Seniorenorchesters (im mittleren Bild) sind:
1.Reihe, v.l.n.r.: Erika Birkenberger, Marianne Brugger, Norbert Brugger, Karl Benz, Achim Schropp, Siegfried Kuster (?)
2.Reihe, v.l.n.r.: Dieter Vierlinger, Bruno Meder, Klaus Wider, Ingrid Meßmer, Renate Schelb, Elfriede Schmid, Marlies Rothfuß, Franz de Rosso, Werner Mayer
3.Reihe, v.l.n.r.: Gertrud Sibold, Hilde Fehrenbach, Maria Egle, Paul Siefert, Heinrich Wider, ???, ???, Paul Kaltenbrunn, ???

Die Mitglieder des Konzertorchesters (im unteren Bild) sind:
1.Reihe, v.l.n.r.: Sabine Zeller (verh. Zeller-Engesser), Edith Köpfler, Andrea Oschwald (verh. Burger), Bernadette Vogt (verh. Furtwängler, +2018), ???, ???
2./3.Reihe, v.l.n.r.: Christian Winter, ???, Paul Siefert, Jörg Wider, Walter Brunner, Joachim Koch, Heinrich Wider, Patrick Oschwald (+1992), ???, Gottfried Hummel, dahinter Stefan Hofmann, ???, Werner Mayer, Trudpert Kuttruff (aus Bachheim), Ute Kaiser, Sylvia Kaltenbrunn

Standort des Fotografen: 47.882948, 8.347752

Weibliche Narrenpolizei in der Maienlandstraße, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist eine besondere Fasnacht, die 1989 gefeiert wird. Denn die »Laternenbrüder« begehen ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Das Lehrerehepaar Werner und Maria Waßmer haben ihr Haus (Maienlandstr. 12) deshalb aufwändiger als sonst geschmückt, mit Fasnachtsbändel und einer Hexe.

Am »Schmutzigen Dunschdig« ziehen die 20-Jährigen vom »Pilgerhof« kommend daran vorüber, um im Städtchen den Narrenbaum aufzustellen. Begleitet werden sie auf ihrem Weg, wie hier auf dem Foto zu sehen ist, von der weiblichen Narrenpolizei und der Stadtmusik. Vorneweg marschiert – mit weißer Jacke – Katja Schwanz.

Standort des Fotografen: 47.885383, 8.342451

4 Fotos: Seiltanzvorführung auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Karl-Heinz Guderian zur Verfügung.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und bei einem Markt dürfen selbstverständlich auch Gaukler nicht fehlen, die ihr artistisches Können dem Publikum präsentieren. Auf dem oberen Rathausplatz wird ein Seiltanz dargeboten, wie der Fotograf von einem Fenster des Rathauses aus mit dieser Fotoserie dokumentiert.

Vor den Gasthäusern »Löwe« und »Ochsen« ist ein Seil gespannt. Über eine lange Leiter besteigt ein Seiltänzer das straff gespannte Seil. Er trägt eine Balancierstange und bewegt sich Schritt für Schritt in luftiger Höhe. Die Menschen recken ihre Köpfe. Das närrische Treiben verstummt für einen kurzen Moment und alle blicken gespannt. Der Seiltänzer, der sein Können unter Beweis stellt, ist der Pflästermeister Timotheus Schmid (1903-1981).

Am »Ochsen« hängt ein Schild, das für eine angebliche Kinovorführung wirbt (»Achtung – nur heute – Achtung«). Und am »Löwen« wird für einen angeblichen »Zirkus« geworben, der im Städtchen gastiert.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Adler«, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Diese Narren lassen es sich nicht nehmen und ziehen verkleidet durch das Städtchen, obwohl 1928 offiziell gar keine Fasnacht stattfindet. Man hatte keine rechte Lust und keine zündenden Ideen, so dass sie einfach ausfällt. Inakzeptabel für die Narren auf dem Foto. Sie haben Lust und sie haben Ideen.

In weiße Kittel gekleidet, mit weißen Zipfelmützen auf dem Kopf, die Gesichter mit Mehl weiß gepudert, wie beim »Hemdglunkerumzug« üblich, stehen sie vor dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Sie haben sich Holzbottiche um den Hals gehängt, die sich wunderbar als Trommeln eignen, wenn man mit Stöcken auf sie schlägt.

V.l.n.r.: »Ochsen«-Wirt Alfred Köpfler, Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971), »Adler«-Wirt Fritz Seilnacht (1901-1987), Malermeister Karl Schmid (1878-1955), Zimmermeister Eugen Fehrenbach, »Linden«-Wirt Ernst Meßmer, Weinhändler Paul Benitz (1899-1979)

Standort des Fotografen: 47.883581, 8.343780

Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Was mag das für eine selbstgebastelte Maschine sein, die diese Narren mit sich führen? Auf die Räder eines Kinderwagens montiert, schieben sie das Ding über den unteren Rathausplatz und liefern eine Show ab. Die Lacher der umstehenden Schaulustigen sind ihnen sicher. Es ist »Fasnet Mändig«, der 24. Februar 1936, wie oben rechts auf das Foto gestempelt ist. »Sagen und Märchen des deutschen Volkes« lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht.

Im Hintergrund sind die Bäckerei und das Café Ritter (Rathausplatz 5) zu sehen und die Häuser Fürst und Hasenfratz in der Demetriusstraße.

Standort des Fotografen: 47.883836, 8.343912

Gaststube im Gasthaus »Adler«, ca. 1960-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Charlotte Smidt zur Verfügung.

Die Gaststube im »Adler« (Untere Hauptstr. 2) befindet sich seit altersher im ersten Obergeschoss. Im hintersten Winkel steht dieser runde Tisch, mit Tischecke, frischen Blumen und einem Aschenbecher, denn natürlich darf im Lokal geraucht werden. Die Eckback und der Stuhl laden zum Hinsitzen ein. Das Fenster führt auf die Untere Hauptstraße hinaus. Von der Kassettendecke hängt eine weiße Lampe hinab.

Standort des Fotografen: 47.883578, 8.343649