Mehrbildkarte mit Gasthaus »Gebert« und Gesamtansicht, 1907

Verlag R. Märklin, Freiburg | Stadtarchiv

»Hier bin ich«, schreibt Fanny in Kurrentschrift auf das kleine Bildchen unten links auf der Mehrbildkarte, die seit 1907 verlegt wird. Darunter ist die älteste bekannte Ansicht des »Restaurant J. Gebert« in der heutigen Oberen Hauptstraße zu sehen. Betreiberin ist Emma Gebert geb. Rosenstiel (1865-1936). Sie ist die Witwe des einige Jahre zuvor verstorbenen Gast- und Landwirts Johann Gebert (1863-1895).

Fanny schickt die Karte am 11. November 1915 von Löffingen an »Fräulein Marie« nach Donaueschingen. Sie sendet ihr die »herzlichsten Grüße« und jammert über das »schlechte Wetter«, denn: »Schnee hat es hier wie mitten im Winter.«

Über dem kleinen Bildchen ist eine Gesamtansicht des Städtchens abgebildet. Sie wird vom Gewann »Im kleinen Brühl« jenseits der Bahnlinie aus aufgenommen. Zu sehen ist u. a. das Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7).

3 Fotos: Narrenumzug »Rote Fasnacht« am Bahnübergang, Fasnacht 1938

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« 1938 findet kein normaler Narrenumzug durch das Städtchen statt, sondern es wird ein Fasnachtsspiel mit drei Akten dargeboten. Der Titel des Spiels lautet: »Die rote Fasnacht 1525« und hat den Bauernkrieg zum Thema.

Für diese Fotoserie hat der Fotograf am Bahnübergang zur Rötenbacher Straße Position bezogen. Der Blick fällt auf die »Musik Göserswill«, die »Steinschleuder Seppenhofen« und schließlich den »Bauernsturmtrupp«.

Im Hintergrund sind die Häuser des Pfarrwegs und der Bonndorfer Straße zu erkennen. Eine Eisenkonstruktion überspannt die Bahnlinie. Sie dient vermutlich als Rohr- oder Leitungsüberführung.

Standort des Fotografen: 47.881996, 8.342737

Blick von Seppenhofen aus, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

In der Bonndorfer Straße, kurz vor dem Ortseingang von Seppenhofen, stehen drei junge Männer am Straßenrand. Die Straße selbst ist schmal, neben ihr verläuft eine Telefonleitung. Im Hintergrund sind die ersten Häuser des Städtchens zu sehen, das Haus Guth (Gartenstr. 21) und das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19). Ansonsten sind nur größere Gebäude zu erkennen, wie die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Volksschule am Rande der »Hasle«.

Standort des Fotografen: 47.879113, 8.346511

Blick aus dem Fenster des Hauses Lüdemann-Ravit, 1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Aus dem geöffneten Fenster des Hauses von Familie Lüdemann-Ravit (Bonndorfer Str. 4) fällt der Blick auf das Nachbarhaus von Tierarzt Dr. Anton Benz (Bonndorfer Str. 6). Über Gärten mit Obstbäumen schweift der Blick zum Reichberg, auf dem die ersten Neubauten errichtet sind.

Standort des Fotografen: 47.880781, 8.343935

2 Fotos: Blick vom Reichberg auf das verschneite Städtchen, 1962

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Es ist ein sonniger Wintertag. Still und friedlich liegt das Städtchen in der Talmulde zwischen Reichberg und Alenberg. Schon seit einigen Jahren wächst das Städtchen über die Bahnlinie hinaus. Zunächst entstanden die Häuser in der Bonndorfer Straße, jetzt wird das Gewann »Im kleinen Brühl« bebaut. Mehrfamilienhäuser entstehen, neue Straßen wie die Gartenstraße und die Scheffelstraße werden angelegt. Das Gewann »Breiten« wird kurze Zeit später ebenfalls als Neubaugebiet erschlossen.

Standort des Fotografen: 47.879007, 8.342917

Blick vom Reichberg zum Städtchen, ca. 1965-1967

Sammlung Familie Waßmer

Immer wieder wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts vom Reichberg aus das Städtchen fotografiert. Denn der erhöhte Standort bietet einen guten Blick. Fiel er früher ungehindert über Wiesen, Felder und die Bahnlinie hinweg in Richtung der katholischen Pfarrkirche St. Michael und der Häuser in der Seppenhofer Straße, so verändert sich der Blick vor allem in den 1960er Jahren rapide.

Zusätzlich zu den Häusern in der Bonndorfer Straße, die bereits einige Jahre zuvor gebaut wurden, wird nun das Gewann »Im kleinen Brühl« als Neubaugebiet erschlossen. Mehrfamilienhäuser werden gebaut, neue Straßen wie die Gartenstraße und die Scheffelstraße angelegt. Nur wenige Jahre später wird sich dem Fotografen wieder ein ganz neuer Blick bieten.

Standort des Fotografen: 47.879007, 8.342917

Blick auf die Bahnlinie und das Städtchen, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Eine große Rauchwolke stößt die Dampflokomotive aus, die am Städtchen vorüber fährt. Es handelt sich um eine badische Vlc der Baureihe 75.4. Der Zug kommt vom Bahnhof Löffingen und fährt weiter in Richtung Donaueschingen. Eben fährt der Zug unter einer Eisenkonstruktion hindurch, die vom Pfarrweg über die Bahnlinie zur Göschweiler Straße hinüber gespannt ist. Sie dient vermutlich als Rohr- oder Leitungsüberführung.

Noch ist der Neubau des katholischen Pfarrhauses (Pfarrweg 3) nicht gebaut. Stattdessen erstrecken sich dort große Gärten. Der Blick fällt zum Haus Gwinner (Seppenhofer Str. 2), das der Zahnarzt Paul Gwinner 1949 baute. Der dahinter aufragende Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist gerade eingerüstet: Er wird renoviert und das Mauerwerk verputzt.

Standort des Fotografen: 47.880848, 8.343958

Wohnhaus von Dr. Lüdemann-Ravit in der Bonndorfer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

In der Bonndorfer Straße wohnen in den 1950er Jahren zwei Ärzte nebeneinander: Der praktische Arzt Dr. med. Hermann Lüdemann-Ravit wohnt im Haus Seppenhofer Str. 361 (heute Bonndorfer Str. 4) und der Tierarzt Dr. Anton Benz wohnt im Nachbarhaus Seppenhofer Str. 347 (heute Bonndorfer Str. 6).

Dr. med Lüdemann-Ravit wurde 1912 in Pforzheim geboren. 1940 wurde der 28-Jährige an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg über »Augenmuskellähmungen nach Suboccipitalpunktion« promoviert.

Bis zur Straße reichen die Vorgärten, die von Holzzäunen eingefasst sind. Über die Bäume hinweg spannt sich die Elektrizitätsleitung.

Standort des Fotografen: 47.881075, 8.343700

Blick vom Kirchturm in Richtung Seppenhofen, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael hat man einen grandiosen Rundblick. Hier fällt der Blick in die Richtung der Nachbargemeinde Seppenhofen. Zu sehen sind die alten Gewanne »Härte« und »Im kleinen Brühl«. Seit alters her führte die Seppenhofer Straße in den Nachbarort, bevor sie von der 1901 eröffneten Bahnlinie jäh zerschnitten wurde. Das letzte Haus war daraufhin lange Zeit das Bahnwärterhaus (Seppenhofer Str. 20). Jenseits der Bahnlinie entstanden erst im 20. Jahrhundert neue Häuser: Zunächst in den 1920er Jahren nur die beiden Villen (Bonndorfer Str. 7 und 8), seit dem Zweiten Weltkrieg sind neue Wohnhäuser in der neu angelegten Gartenstraße gebaut worden. Wenige Jahre später wird es zu einem regelrechten Bauboom kommen und der Reichberg, der hier noch unbebaut ist, wird nach und nach als Bauland erschlossen.

Standort des Fotografen: 47.882626, 8.344064

Dr. Lüdemann-Ravit neben seinem Auto in der Bonndorfer Straße, 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Der praktische Arzt Dr. med. Hermann Lüdemann-Ravit steht neben seinem Auto. Sprechstunde hielt er täglich von 9 bis 12 Uhr. Er hatte Telefon, seine Nummer war laut Adressbuch von 1952, die 144. Seine Wohnung befand sich im Haus Bonndorfer Str. 4.

Standort des Fotografen: 47.880847, 8.343884

Personengruppe bei einem Spaziergang nach Seppenhofen, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Familie Mayer unternimmt einen (Sonntags-)Spaziergang nach Seppenhofen. Dass es keinen Gehweg gibt, stört nicht weiter. Denn ohnehin herrscht so wenig Verkehr auf der Straße, dass man sich sogar getrost mitten auf die Fahrbahn für ein Gruppenfoto stellen kann. Man hat sich in Schale geworfen, die Damen tragen Hüte, der Junge ist in einen Matrosenanzug gekleidet.

Rechts neben der Straße führt die Elektrizitätsleitung Strom nach Seppenhofen. Daneben ist die Bahnlinie zu sehen. Im Hintergrund ist die Villa Benz (Bonndorfer Str. 8) und in der Seppenhofer Straße das – nach dem Großbrand 1921 erbaute – Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.879445, 8.346363

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1925

Verlag Huber & Comp. G.m.b.H., Achern / Sammlung Familie Waßmer

Einen »Gruß aus Löffingen« übermittelt diese Ansichtskarte aus der Mitte der 1920er Jahre.  Noch sind Farbaufnahmen eine Rarität, sie werden erst ab den 1930er Jahren kommerziell genutzt und finden erst dann rasche Verbreitung. In den 1920er Jahren werden Ansichtskarte noch manuell coloriert, so auch bei dieser schwarz-weiß Aufnahme des Städtchens.

Sehr naturalistisch mutet das Ergebnis nicht an. Offenbar standen bei dem Verfahren nur drei Farben zur Verfügung: Ein saftiges Grün für die Wiese in der Bildmitte, ein türkisenes Blau, das sowohl für die Wiese im Vordergrund als auch für einzelne Dächer und die Fassaden des katholischen Pfarrhauses und des Gasthauses »Linde« verwendet wurde, und schließlich ein Magentarot, mit dem die meisten Dächer des Städtchens eingefärbt wurden.

Der Fotograf steht unterhalb des Reichbergs im Gewann »Im kleinen Brühl«. Sein Blick fällt über die Bahnlinie in Richtung Städtchen. Die Göschweiler Straße mit ihrer Baumallee teilt die türkisene von der grünen Wiese. Häuser stehen diesseits der Bahnlinie noch keine, weder im Bereich der Göschweiler noch der Bonndorfer Straße. Zwei einsame Holzschopfs sind die einzige Bebauung.

Standort des Fotografen: 47.880065, 8.343601