Parcours in der Kirchstraße am »Tag des Sports«, 1975

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.

Im Städtchen wird der »Tag des Sports« veranstaltet. In der Kirchstraße ist ein Parcours aufgebaut. Die Teilnehmenden müssen Autoreifen um Leitkegel manövrieren. Und natürlich geht es nicht nur um Geschicklichkeit, sondern vor allem um Schnelligkeit.

Standort des Fotografen: 47.883065, 8.343949

Kirchstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Von der Kirche aus fällt der Blick die leicht gebogene Kirchstraße hinauf. Links steht im Vordergrund das Haus des Seifensieders Anton Benz (Kirchstr. 12) mit seinem markanten Staffelgiebel. Gleich daneben führt ein kleiner Tordurchgang in die Eggertenstraße. Auf der rechten Straßenseite ist das Haus des Sattlermeisters Ernst Geisinger (Kirchstr. 21) zu sehen. Holzstapel und landwirtschaftliches Gerät lagern unmittelbar im Straßenraum, ein paar Hühner laufen frei umher. Weiter oben steht einer der steinernen Laufbrunnen, die noch zum alltäglichen Straßenbild gehören.

Die Kirchstraße ist noch ganz selbstverständlich ein Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsraum zugleich. Vor den Häusern wird Holz gelagert, Tiere bewegen sich auf der Straße, und der Brunnen dient der Wasserversorgung von Menschen und Vieh. Das Haus Geisinger und mehrere angrenzende Gebäude auf der rechten Straßenseite werden wenige Jahre später beim Brand von 1929 zerstört.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 11 unter der Überschrift »Blick von der Kirche in die Seitengasse«. Sie gehört zu den 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, seinen Rundgang durch Löffingen illustriert. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift richtet ihr Augenmerk besonders auf historische Bauformen, gewachsene Ortsbilder und regionale Besonderheiten.

Wingenroth gefällt die Kirchstraße gerade wegen ihres unregelmäßigen, alten Erscheinungsbildes. Er beschreibt sie als »langes gebogenes Gäßlein«, in dem einige der ältesten Häuser mit »gotischen Gewänden« auffielen. Besonders angetan ist er vom steinernen Laufbrunnen und schwärmt von einer früheren Zeit, »die solchen Brunnen so hübsch in die Straße setzte«. Nur eines stört seinen vom Heimatschutz geprägten Blick: der Drahtzaun am Kirchplatz. Aber der befindet sich im Rücken des Fotografen und ist nicht in diesem Bild zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.344179

Blick zum Gasthaus »Lamm« und zur Kirche, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Zwischen den Häusern der Unteren Hauptstraße öffnet sich der Blick zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Ihr schlanker Turm ragt weit über die Dächer des Städtchens hinaus. Davor steht das stattliche Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29), das mit seiner breiten Giebelfront den Straßenraum prägt. Zu erkennen sind außerdem das Warenhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) und am rechten Bildrand der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Auffällig ist die freie Fläche vor der Kirche. Hier klafft eine Baulücke: Das Kaufhaus von Anton Schirmer (Kirchstr. 25) brannte 1916 ab und wurde bislang nicht wieder aufgebaut. Dadurch ist die Kirche von der Unteren Hauptstraße aus ungewöhnlich frei zu sehen. Erst mit einer späteren Neubebauung wird sich dieser Blick wieder verändern.

Die Aufnahme erscheint 1921 als Bild Nr. 8 unter der schlichten Überschrift »Blick auf die Kirche« in der Zeitschrift »Badische Heimat«. Für seinen neunseitigen Beitrag über Löffingen stellt der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) insgesamt 28 Ansichten zusammen und führt seine Leser*innen damit auf einem fotografischen Rundgang durch das Städtchen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift will Geschichte, Architektur und Landschaft Badens einem größeren Publikum näherbringen. Gerade diese Aufnahme hält dabei nicht nur ein markantes Ortsbild fest, sondern auch einen vorübergehenden Zustand: die Baulücke nach dem Brand von 1916.

Standort des Fotografen: 47.883235, 8.343618

Lagertor der Raiffeisen-Zentralgenossenschaft in der Kirchstraße, 1989

Stadtarchiv

Im Haus Laufer in der Kirchstraße hatte die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft ihren Sitz. Im Erdgeschoss befanden sich die Lagerräume der landwirtschaftlichen Produkte. Durch die Öffnung konnten die Waren direkt auf die Fahrzeuge der Landwirte verladen werden.

Die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft war die Nachfolgeorganisation der Badischen landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft. Gegründet wurde sie als genossenschaftliche Selbsthilfeorganisation der badischen Landwirte.

Standort des Fotografen: 47.883272, 8.344903

Gipsergeschäft Schweizer bei der Außenrenovierung der Pfarrkirche, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971) und seine Mitarbeiter sind in vollem Einsatz. Die Außenfassade der Pfarrkirche St. Michael wird renoviert. Das Foto wurde von der Bittengasse aus aufgenommen und zeigt das Gerüst an der Nordseite.

Standort des Fotografen: 47.882710, 8.344653

Wandgemälde an der Brunnenstube in der Kirchstraße, 1999

Familie Waßmer

An der Fassade der Brunnenstube in der Kirchstraße ist ein Wandgemälde angebracht. Es erinnert daran, dass hier einst der Ferkelmarkt stattfand.

Seit 1828 hatte sich die Stadtgemeinde um die Erlaubnis zur Abhaltung von Ferkelmärkten bemüht. Erst 1861 erhielt sie die Erlaubnis, monatlich am zweiten Montag auch Schweine zu vermarkten.

Standort des Fotografen: 47.882970, 8.344008

Johann Werne, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Der Mann mit dem imposanten Schnurrbart ist Johann Werne (1853-1907). Er ist Metzger von Beruf und betreibt sein Geschäft in der Kirchstr. 12. Johann Werne, der mit zweitem Vornamen Evangelist heißt, wurde am 27. Mai 1853 geboren. Schon sein Vater, Johann Werne sen. (1819-1896) war Metzgermeister. Seine Mutter, Elisabeth geb. Wehrle (1828-1859), starb als der Junge gerade einmal sechs Jahre alt war. Der Vater heiratete daraufhin noch zwei Mal. Johann Werne übernahm später die Metzgerei des Vaters und verheiratete sich mit Maria geb. Freund (1852-1917) aus dem hessischen Groß-Umstadt.  Er starb am 20. Juni 1907 im Alter von 53 Jahren.

Sechs Jahre nach seinem Tod kauft sein Sohn, der in dritter Generation Johann Werne heißt, das Haus Demetriusstr. 15 und eröffnet dort die »Werne-Metzgerei«.

Standort des Fotografen: ???

Votivbild mit Krankem im Heimatmuseum, 2024

Sammlung Familie Waßmer

In der alten Witterschneekapelle hängen bis heute einige alte Votivbilder, die aufgrund eines Gelübdes gefertigt und als symbolisches Opfer in der Kapelle dargebracht wurden. Sie stellen Notsituationen dar und sind Zeugnisse der Volksfrömmigkeit. Dieses Votivbild hingegen wurde bereits vor vielen Jahrzehnten in das Heimatmuseum verbracht, wo es bis heute ausgestellt wird.

»Erhöre uns« – Mit diesem Votivbild wird Gott um Hilfe angefleht, einen kranken Familienangehörigen zu heilen und von seinem Leiden zu erlösen. Zu sehen ist ein Schlafzimmer, in dem eine bettlägrige Person liegt. Neben dem Bett steht ein Nachttisch, auf dem etwas zu trinken und Medikamente stehen. Es ist eng in der Stube. Ein Schrank steht rechts an der Wand. Über dem Bett befinden sich zwei Fenster, die dem Kranken allerdings keinen Blick nach draußen ermöglichen. Eine Wanduhr, zwei Porträts, vermutlich der verstorbenen Eltern, und ein Kreuz mit Kruzifix hängen an der Wand. Der Blick der kranken Person fällt auf das Kreuz, Hilfe für sich erflehend.

Standort des Fotografen: 47.884112, 8.345549

Stadtpfarrer Stephan Wehrle auf dem Totenbett, 1898

Pfarrarchiv Löffingen

Der katholische Stadtpfarrer Stephan Wehrle stirbt am 23. Juli 1898 im Alter von 77 Jahren. Nach seinem Tod wird er in der Pfarrkirche St. Michael aufgebahrt, damit sich die Gläubigen von ihm verabschieden können. Wehrle war auch Kämmerer des Kapitels Villingen. Er wird nicht auf dem Friedhof in Löffingen, sondern zwei Tage nach seinem Tod in seiner Heimatstadt Bräunlingen beerdigt. Sein Grab existiert bis heute.

Wehrle wurde 1821 in Bräunlingen geboren. Im Alter von 30 Jahren wurde er vom Freiburger Erzbischof Hermann von Vicari (1773-1868) zum Priester geweiht. Er wirkte zunächst als Seelsorger in Untersimonswald und Kirchdorf, bevor er 1891 nach Löffingen kam. Von Anfang an betrieb er mit viel Tatkraft den Bau der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschnee. Kurz vor ihrer Fertigstellung stirbt er, weshalb die für den Herbst 1898 geplante Einweihungsfeier verschoben wird.

Standort des Fotografen: 47.882578, 8.344232

Feuerwehrmänner mit neuer Motorspritze, 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emilie und Heinz Albrecht sowie Luzia Bader zur Verfügung.

1927 erhält die Freiwillige Feuerwehr Löffingen ihre erste Automobilfeuerspritze. Damit beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der 1863 gegründeten Wehr. Das motorisierte Löschgerät kommt in den folgenden Jahren nicht nur in Löffingen zum Einsatz, sondern auch bei Bränden in den Nachbarorten.

Hier haben sich Feuerwehrmänner mit der neuen Feuerspritze vor der Treppe zur katholischen Pfarrkirche St. Michael zu einem Gruppenfoto aufgestellt. Das Haus rechts im Hintergrund ist das Kaufhaus von Anton Schirmer (Kirchstr. 25).

1.Reihe v.l.n.r.: 1 Josef Göhry, 2 Ernst Krauß, 3 Timotheus Schmid, 4 Franz Zepf, 5 Kommandant Josef Benitz (1897-1981), 6 ??? (Ausbilder der Feuerwehrschule Freiburg), 7 Konrad Bader, 8 Wilhelm Krauß
2.Reihe v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ernst Willmann, 3 Ernst Fehrenbach, 4 Fritz Fehrenbach, 5 Wilhelm Maier, 6 Wilhelm Jonner, 7 Fritz Seilnacht, 8 Karl Hepting, 9 Edmund Jordan (»Bartli«, 1907-1970), 10 Heinrich Thoma, 11 Andreas Maier, 12 Franz Fehrenbach, 13 Franz Guth

Standort des Fotografen: 47.882864, 8.344345

Hochzeitsgesellschaft Vögt / Venus in der Kirchstraße, ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anton Heizmann zur Verfügung.

Vor dem Treppenaufgang zur katholischen Pfarrkirche St. Michael hat sich das Brautpaar Luise Venus (1937-1998) und Artur Vögt mit Familie und Hochzeitsgästen zu einem Erinnerungsfoto aufgestellt.

Das Foto muss um 1961 entstanden sein, da der Kirchturm gerade verputzt wird.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Brautmutter Adelheid Venus (geb. Schreiber, 1900-1967), 2 Brautvater Albert Venus (1884-1966), 3 Braut Luise Venus (1937-1998), 4 Bräutigam Artur Vögt, 5 Sonja Vögt (verh. Osek), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Greinwald (geb. Schreiber), 2 ??? Schuster, 3 ??? Schuster (geb. Venus), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Matthias (»Hiesel«) Greinwald
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Maria Frei (geb. Schreiber), 2 Karl Schreiber, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Adolf Frenzle, 7 Frieda Frenzle (geb. Schreiber), 8 Frieda Frenzle (geb. Schreiber), 9 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Jakob Schreiber

Standort des Fotografen: 47.882859, 8.344343

Vorführung von Kindern auf der Fasnachsbühne, Fasnacht 1959

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Die Kinder spielen auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße eine Schulszene nach. Rita Schmid (verh. Bölle) ist als Lehrer verkleidet, mit Zylinder und Schultasche.

Hinter der Klasse ragt gewaltig die alte Hexe der Hexengruppe auf. Sie ist damals allerdings noch nicht die alte, sondern die neue Hexe! Denn an Fasnacht 1958 wurde sie zum ersten Mal beim Umzug mitgeführt.

Standort des Fotografen: 47.883063, 8.344530