Umzugwagen »Rosenkorb« in der Dittishauser Straße zur Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Ein ungewöhnlicher Umzug findet am 27. Mai 1951 in Löffingen statt – es ist kein Fasnachtsumzug, sondern ein Festzug der besonderen Art: Die feierliche Wiederverleihung der Stadtrechte wird gefeiert. In der Dittishauser Straße steht der prächtig geschmückte Festwagen »Rosenkorb« bereit. Auf dem von einem kräftigen Pferd gezogenen Wagen türmt sich ein riesiger Berg aus Rosen, der aus kunstvoll gefertigten Papierrosen besteht. Ein Junge sitzt oben auf dem Korb und winkt stolz den Zuschauer*innen zu. Der Korb mit den Rosen wurde im Haus von Fritz Adrion sen. (1897-1971) und Rosa Adrion (geb. Berger, 1898-1973) in der Alenbergstraße 21 geschaffen.

Um den Wagen gruppiert sich eine bunt gemischte Gruppe von Kindern und Jugendlichen, teils in langen weißen Gewändern. Ein Mann hält die Zügel des Pferdes. Im Hintergrund ist ein weiterer Umzugswagen zu sehen, stilisiert als Fachwerkgebäude . Es soll einen römischen Wachturm darstellen und verweist damit auf die lange Geschichte des Städtchens, das an diesem Tag in den Rang einer Stadt zurückkehrt.

Nur schade, dass das Wetter nicht mitspielt. Aber der Regen, der an diesem Tag fällt, kann die Stimmung zumindest nicht trüben.

Der Junge, der oben auf dem Korb sitzt, ist der dreijährige Werner Adrion (1948-2023). Die Festjungfrauen in langen weißen Gewändern sind Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule, 1937-2025), Vroni Kraus (verh. Klose, geb. 1937), Inge Sauter (verh. Benitz), Helga Fuß (geb. 1937). Bei den Zwergen sind Helga Stöhr (verh. Küßner, geb. 1938), Elisabeth Jester (geb. 1938) und Sigrid Bader (verh. Fehrenbach, 1940-2023) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884741, 8.348343

Frauen im Pavillon auf dem Alenberg, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gabi Senn zur Verfügung.

Eng gedrängt stehen die drei jungen Frauen im hölzernen Pavillon auf dem Alenberg. Sie kichern, rücken enger zusammen, damit auch wirklich alle aus dem Fenster schauen können. Keine will fehlen. Ist auch keine verdeckt? Es ist, als höre man ihr Lachen. Ob da wohl gerade eine der anderen auf dem Fuß steht? Die Arme sind umeinandergelegt, der Moment ist ausgelassen und vertraut – wie unter besten Freundinnen.

Die Frisuren der Frauen sind sorgsam frisiert, ihre Blusen scheinen frisch gebügelt. Der Pavillon mit seinen Holzschindeln bietet den Rahmen für ein Bild unbeschwerter Nachkriegszeit. Im Hintergrund öffnet sich die Landschaft der Baar: Felder und Wiesen und die Hügelkette des Hochschwarzwaldes sind zu sehen.

V.l.n.r.: 1 Margareta Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 2 ???, 3 Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020)

Standort des Fotografen: 47.885693, 8.344783

Prozession der Kommunionkinder in der Unteren Hauptstraße, 1943

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lydia Zepf zur Verfügung.

Ein seltener Moment feierlicher Andacht inmitten eines vom Krieg geprägten Jahres: Die Kommunionkinder ziehen von der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael kommend die Untere Hauptstraße entlang, um gleich darauf in die Seppenhofer Straße einzubiegen. Vorneweg marschieren Ministranten, die Kirchenfahnen aufrecht vor sich tragend. Ihnen folgt der Geistliche in priesterlichem Ornat – es ist Vikar Gerhard Schnetz, mit ernstem Blick und gefalteten Händen.

Die Jungen, festlich gekleidet in dunklen Anzügen mit weißen Schleifen, gehen in geordneten Reihen. Hinter ihnen reihen sich die Mädchen ein – ganz in Weiß, mit Haarschmuck. Alle tragen Kerzen, das Zeichen ihrer Erstkommunion. Schaulustige säumen den Weg. Der Rand der Straße ist gepflastert. Links ist der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) zu sehen und rechts der Ökonomiebereich des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29).

Standort des Fotografen: 47.882739, 8.343550

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, ca. 1967

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein Panorama im Wandel: Der Blick von der Göschweiler Straße offenbart ein Städtchen, das sich ausdehnt. Im Vordergrund ist das Neubaugebiet im Gewann »Breiten« mit der Hebelstraße und der Conradin-Kreutzer-Straße zu sehen. Die frisch erschlossene Wohngegend ist ein Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs der 1960er Jahre. Einige Reihen- und Mehrfamilienhäuser sind bereits bezogen, andere Bauplätze noch leer oder werden gerade erst vorbereitet.

Das Einfamilienhaus Hebelstr. 17 steht bereits. Es wurde 1963 gebaut und gehört Alfred und Hilde Fehrenbach. Im 1965 erbauten Reihenhaus Hebelstr. 5/7/9 wohnen Rosa Dorer (geb. Selb), Karl und Gerhild Hauger sowie Carola Hannes (geb. Auer). Im Reihenhaus Hebelstr. 11/13/15 wohnen Franz und Melanie Maier, ??? sowie Gerhard und Irmgard Bader. Auch der Rohbau der beiden Mehrfamilienhäuser (Hebelstr. 2/4 und Conradin-Kreutzer-Str. 7/9) steht bereits. Darin werden einziehen Theo und Christine Walz (Nr. 2), Leonhard und Josefa Vergut (Nr. 4), Helmut und Edeltraud Münzer (Nr. 7) sowie Adelbert und Luise Kienzler (Nr. 9).

Das Mehrfamilienhaus (Hebelstr. 8/10, Conradin-Kreutzer-Str. 13) mit 17 Wohnungen, von der Baugenossenschaft 1968 erbaut, steht hingegen noch nicht. Auch das Nachbarhaus (Hebelstr. 12, Conradin-Kreutzer-Str. 15) mit 13 Wohnungen, das 1969/72 errichtet wird, ist noch nicht realisiert.

Im Hintergrund ist das vertraute Stadtbild zu sehen: die katholische Pfarrkirche St. Michael mit ihrem markanten Turm ragt über über die Dächer der Altstadt hinaus. Rechts dahinter erhebt sich die »Hasle« mit der Festhalle und Grundschule davor.

Standort des Fotografen: 47.880789, 8.339896

Weibliche Narrenpolizei und »Hansele« beim Umzug in der Festhallenstraße, Fasnacht 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Der Narrenumzug befindet sich auf der Zielgeraden in Richtung Festhalle. Da winterliches Wetter herrscht und richtig Schnee liegt, dürften die Närrinnen und Narren durchgefroren sein und sich freuen, gleich ins Warme zu kommen. Links marschiert die weibliche Narrenpolizei mit Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021) an der Spitze. Ihr folgen die Polizistinnen Gerda Bader (geb. 1934), Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020), Christel Jordan (verh. Kaiser, 1941-2022) und Maria Frey (verh. Baumann, 1935-2017).

Dahinter geht eine Schar »Hansele«. Da am Ende der Umzugsstrecke kaum mehr Zuschauer*innen den Weg säumen, haben sie ihre Holzmasken bereits nach oben geschoben. In ihrer Mitte geht ein »Reichburgmali«. Am rechten Bildrand folgt ein Umzugswagen, der von Pferden gezogen wird. Unter den übrigen Personen ist Justina Frei (geb. 1935) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883377, 8.347885

Klasse 7b der Realschule mit Lehrerin Leber, 1993

Archiv der Realschule

Die Schüler*innen der Klasse 7b der Realschule versammeln sich im Schulhof für ein Klassenfoto. Mit dabei ist ihre Klassenlehrerin Brigitte Leber.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Sabine Wangler, 2 Melanie Brunner, 3 Oliver Conzelmann, 4 Manuela Vogt (verh. Schmerbach), 5 Matthias Stratz, 6 ???, 7 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Christoph Obalski, 2 Gary Frei, 3 ??? 4 Michaela Zahn (verh. Knöpfle), 5 Dilay Yapak (verh. Yilmaz), 6 Judith Jarvers, 7 Lehrerin Brigitte Leber
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Tobias Beck, 2 Birte Meder, 3 Matthias Stratz, 4 Jörg Ganter, 5 Tobias Guth

Zur Klasse gehören auch: Daniel Baumann, Oliver Franke, Konrad Krämer, Simone Julke, Saskia Meier, Nicole Pütz

Standort des Fotografen: 47.883703, 8.347135

Schaufenster vom Friseursalon Geisinger in der Unteren Hauptstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Eine Szene wie aus einem Weihnachtsfilm: In der Unteren Hauptstraße liegt Schnee auf dem Gehweg, es ist Nacht, still ist die Straße – aber das Schaufenster von Geisingers Friseursalon (Untere Hauptstr. 4) strahlt hell. Über dem Geschäft leuchtet ein geschmückter Christbaum auf dem Balkon, elektrisches Licht funkelt in den Zweigen.

Der Salon ist mehr als nur ein Ort für Haarschnitt und Rasur. »Parfümerie – Friseur-Salon – Drogen« steht über dem Schaufenster, und tatsächlich: Die Auslage ist ein kleines Weihnachtsparadies. Plüschtiere und Puppen für die Kleinen, elegante Handtaschen für die Damen – man kann sich gut vorstellen, wie Kund*innen mit glänzenden Augen stehen bleiben und überlegen, was sie wohl ihren Liebsten schenken könnten.

Standort des Fotografen: 47.883496, 8.343831

3 Fotos: Vorführung auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1949

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer und Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Dicht and dicht stehen die Menschen auf dem oberen Rathausplatz. Sie strecken ihre Hälse, um die Darbietungen auf der Fasnachtsbühne sehen zu können. Im Augenblick wird gerade getanzt. Musikalisch begleitet wird die Tanzgruppe von der Stadtmusik, die vor der Bühne steht. Die Musiker tragen weiße Zipfelmützen.

Auf der Bühne steht auch die weibliche Narrenpolizei. Zu sehen sind u.a. Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019) und Maria-Luise Wider (geb. Schmid).

Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen, die links zu sehen ist, hat wie es scheint Gesellschaft bekommen. Ein paar Meter von ihr entfernt, ragt ein Schornsteinfeger empor, als ob es sich bei ihm auch um eine Brunnenfigur handele.

Im Hintergrund ist das Rathaus und die Metzgerei Rohrer (Rathausplatz 4) zu sehen. Sie wird von dem aus St. Peter stammenden Metzgermeister Max Rohrer (1901-1954) betrieben. Sein Name steht groß geschrieben auf der frisch renovierten Fassade.

Standort des Fotografen: 47.883933, 8.344906

Vorführung auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Trotz Regen herrscht gute Laune: Fünf junge Frauen stehen in Reih und Glied auf der hölzernen Rampe, die zur Fasnachtsbühne in der Kirchstraße hinaufführt. Sie tragen Schleifen im Haar, weite Blusen und dunkle Röcke – eine Anspielung auf holländische Trachten? In den Händen halten sie kunstvoll gebundene Blumengirlanden, vermutlich Teil einer Tanzeinlage, die sie gleich auf der Bühne präsentieren.

Im Hintergrund hat sich bereits ein dichtes Publikum versammelt. Regenschirme sind aufgespannt – der Himmel meint es an diesem »Fasnet Mändig« nicht gut mit den Feiernden. Und dennoch: Die Stimmung ist heiter und die Vorfreude auf das närrische Programm deutlich spürbar.

V.l.n.r.: 1 Rose Heizmann (verh. Gauger), 2 Hanni Sibold (verh. Thoma), 3 Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher, geb. 1931), 4 Elisabeth Isele (geb. Zepf, 1930-2012), 5 ???

Standort des Fotografen: 47.883097, 8.344576

Emil Schmid mit fahrbarer Krankentrage, 1984

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Seit Jahrzehnten ist Emil Schmid (1926-2007) eine feste Größe im Löffinger Ortsverein des Roten Kreuzes. Von 1958 bis 1980 war er Bereitschaftsführer, und auch danach engagiert er sich unermüdlich weiter – bis heute ist er verantwortlich für den Krankentransport. Anlässlich des 75-jährigen Gründungsjubiläums der Ortsgruppe lässt er sich für die Festschrift fotografieren.

Emil Schmid steht in seiner Uniform neben einer fahrbaren Krankentrage, wie sie bis Ende der 1950er Jahre im Einsatz war. Die Trage, mit großen Speichenrädern und Planenverdeck, wirkt heute wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Es ist kaum vorstellbar, dass darauf einst Kranke mühsam zum städtischen Krankenhaus transportiert wurden. Sie verfügt auch über Kufen im Winter bei Schnee und Eis. Seit Jahren steht sie still im Keller oder auf einem Speicher. Doch für diesen Moment wird sie noch einmal ins Freie geschoben.

Weiß jemand, vor welchem Haus das Foto aufgenommen wird?

Standort des Fotografen: ???

Publikum bei der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eigentlich soll die Fasnacht ja den Winter vertreiben. Doch am »Fasnachtsmändig« 1958 scheint der Winter sich noch einmal mit aller Macht zurückzumelden – allerdings nicht mit Schnee, sondern mit Regen und Graupelschauern. Sauwetter! Aber davon lässt sich in Löffingen niemand abhalten.

Dicht gedrängt stehen die Zuschauer*innen in der Kirchstraße, um das bunte Bühnenprogramm mitzuerleben. Die Menschen trotzen dem Wetter mit Regenschirmen in allen Größen – die allerdings mancherorts mehr die Sicht als den Regen versperren. Selbst bis hinauf zur katholischen Pfarrkirche St. Michael stehen die Zuschauer*innen. Kinder und Erwachsene, mit neugierigen Blicken und geduldiger Miene, schauen sie Richtung Fasnachtsbühne.

In der Menschenmenge sind u.a. zu sehen: Peter Keller und Edeltraud Köpfler.

Standort des Fotografen: 47.883062, 8.344480

Narrengruppe »Schneewittchen und die 7 Zwerge«, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Beim Narrenumzug zieht eine fröhliche Narrengruppe in bunten Kostümen über den oberen Rathausplatz. Vorneweg marschieren kleine Zwerge mit bemalten Gesichtern, wallenden Bärten, Zipfelmützen und Schürzen. Einer trägt sogar einen Werkzeugkasten – ganz wie es sich für einen fleißigen Zwerg gehört. Hinter ihnen wird ein Leiterwagen gezogen, auf dem weitere Zwerge eng beisammen sitzen. Dahinter schreitet Schneewittchen in weißem Kleid.

Die Häuserkulisse mit dem charakteristischen Eckerker vom Stadtbau (Demetriusstr. 1) im Hintergrund verrät: Die Szene spielt sich auf dem oberen Rathausplatz ab, wo sich Jahr für Jahr das närrische Treiben sammelt. Das Foto wird vermutlich an Fasnacht 1961 aufgenommen. Das Motto in diesem Jahr lautet: »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«.

Standort des Fotografen: 47.884106, 8.345051