Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Mini-Tischtennismeisterschaft in der Sporthalle, Dezember 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein Samstag im Dezember 1993 – draußen vielleicht grau und winterlich, doch in der Sporthalle herrscht konzentrierte Spannung. Rund um die Tischtennisplatte drängen sich Mädchen und Jungen mit fest umklammerten Schlägern. Manche knien vorne auf dem Hallenboden, andere stehen dicht an dicht hinter der Platte.

28 Kinder sind an diesem Tag zur Mini-Tischtennismeisterschaft angetreten. Bundesweit hatte der Deutsche Tischtennisbund zu dieser Aktion aufgerufen, in Löffingen organisierten Grund- und Hauptschule gemeinsam mit dem Tischtennisclub das Turnier. Eigentlich hatten sich weit mehr angemeldet – doch am Ende kämpfen 28 Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1981 und jünger um Punkte, Sätze und kleine Preise.

Gespielt wird im Pool-System mit anschließender K.-o.-Runde – für viele ist es das erste richtige Turnier überhaupt. Entsprechend ernst sind die Gesichter auf dem Foto, aber auch stolz. Unterstützt und angeleitet werden sie von Lehrer*innen und Vereinsmitgliedern, die im Hintergrund stehen.

Gewonnen haben an diesem Tag viele. Natürlich gibt es Sieger*innen in den verschiedenen Altersgruppen – doch durch Trostrunden und faire Spielmodi bleibt kaum jemand ohne Erfolgserlebnis. Genau das ist das Ziel der Mini-Meisterschaften: Freude am Spiel mit dem kleinen weißen Zelluloidball wecken – und vielleicht das ein oder andere Talent entdecken.

Standort des Fotografen: 47.883789, 8.347014

Fünf Frauen in weißen Gewändern auf der »Linden«-Wiese, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Sommertag auf der »Linden«-Wiese, die sich entlang der Festhallenstraße und des Schulwegs erstreckt. Das Gras steht hoch, dahinter zeichnen sich Gärten, Zäune und die ersten Häuser des Städtchens ab. Sechs junge Frauen haben sich nebeneinandergestellt, die Arme locker ineinandergehakt. Sie stehen nicht steif in Reih und Glied, sondern Schulter an Schulter, beinahe freundschaftlich verschränkt. Das Bild strahlt Zusammenhalt aus – und Jugend. Die Sechs lachen in die Kamera, selbstbewusst, aber auch ein wenig feierlich. Welches Fest wohl diesmal in Löffingen gefeiert wird? Vielleicht das 36. Gauturnfest, das im Juli 1955 – verbunden mit dem 50. Gründungsjubiläum des Turnerbundes – gefeiert wird?

Die Angehörigen des Jahrgangs 1938/39 tragen lange, helle Gewänder, tailliert mit dunklen Gürteln. Die Stoffe fallen weich bis zu den Knöcheln, manche Kleider sind schlicht, andere mit zarten Mustern oder kleinen Details versehen. Vielleicht sind die sechs Frauen als »Festjungfrauen« unterwegs?

V.l.n.r.: 1 Brunhilde Zahn (1939-1975), 2 Brunhilde Bader (verh. Stockmar, 1938-2006), 3 Veronika Geisinger (verh. Beer), 4 Gisela Fehrenbach (verh. Knöpfle), 5 Inge Hepting (verh. Mayer), 6 Roswitha Kurz (verh. Ehrat)

Standort des Fotografen: 47.883779, 8.347409

Historischer Zug mit Dampflok, 1996

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Auf der kleinen Brücke hinter dem Oberwiesenweg haben sich im Sommer 1996 Schaulustige versammelt. Seit dem Bau der Bahnlinie spannt sie sich hier über die Gleise – unscheinbar, aber mit weitem Blick in die Landschaft. Heute ist sie Logenplatz.

Unten ziehen sich die Schienen schnurgerade entlang. In der Ferne kündigt sich Rauch an. Eine historische Dampflok ist unterwegs – ein seltener Anblick in einer Zeit, in der längst moderne Züge den Takt bestimmen. Man wartet gespannt auf das langsame Heranschnaufen, das rhythmische Stampfen, die Dampfwolke über den Wiesen.

Links hat jemand ein Stativ aufgebaut, eine Filmkamera der Marke ARRI darauf montiert. Der Moment soll auf Film festgehalten werden. Daneben steht eine Familie: Eine Mutter hält ihr Kind auf dem Arm, ein anderes Kind klettert neugierig ans Geländer und späht hinunter auf die Gleise. Alle Blicke richten sich in dieselbe Richtung. Im Hintergrund liegen – eingebettet in die weite Landschaft – das Haus Kiechle (Beim Schneekreuz 1), das frühere Gasthaus »Engel« und daneben die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz.

Mehr als zwanzig Jahre später, im Februar 2019, verschwindet die Brücke. Im Zuge der Elektrifizierung der Höllentalbahn und der Tieferlegung der Gleise am Bahnhof wird sie abgerissen. Aus Kostengründen entscheidet sich die Stadt gegen einen Neubau. Mit ihr geht nicht nur ein Bauwerk verloren, sondern auch ein beliebter Fußweg – und ein Aussichtspunkt, von dem aus man Züge kommen und verschwinden sehen konnte.

Standort des Fotografen: 47.888903, 8.338132

Trachtengruppe bei der Stadterhebung in der Oberen Hauptstraße, 27. Mai 1951

Sammlung Familie Waßmer

Regen glänzt auf dem Asphalt der Oberen Hauptstraße. Es ist der 27. Mai 1951 – ein großer Tag für Löffingen: die Stadterhebung wird gefeiert. Doch statt frühsommerlicher Sonne herrscht nasskaltes Schmuddelwetter. Der Festumzug muss trotzdem stattfinden.

Unter der mit Tannengrün geschmückten Ehrenpforte – aufgespannt auf Höhe des »Gebertsaals« – bleiben Mitglieder der Trachtengruppe stehen und nutzen den Moment für ein Erinnerungsfoto. Vorne stehen Anna Benitz (geb. Manz, 1910–1974) und Albert Benitz (1905–1996), Arm in Arm. Das Ehepaar lächelt unbeirrt in die Kamera.

Im Hintergrund haben zwei junge Frauen einen Regenschirm aufgespannt. Auch sie tragen Tracht. Das Wetter mag den Glanz des Festes dämpfen – die Stimmung aber offenbar nicht.

Standort des Fotografen: 47.884435, 8.347201

Grundsteinlegung der evangelischen Kirche, 19. Juli 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Sommersonntag im Juli 1953. Männer in Anzügen und Frauen in hellen Kleidern haben sich versammelt. Noch ragen hinter ihnen rohe Backsteinmauern in den Himmel – das künftige Gotteshaus ist erst im Entstehen. Baugerüste, aufgeschichtete Ziegel und junge Fichten, die den Platz schmücken, markieren den Übergang zwischen Baustelle und Festakt.

Im Mittelpunkt steht die Stadtmusik. Der Dirigent Rupert Hepting hat die Arme erhoben, die Musiker setzen zum Spiel an: Die Musikinstrumente glänzen im Sonnenlicht.

V.l.n.r.: 1 Konrad Sibold (Querflöte), 2 Josef Hasenfratz (Klarinette), 3 Ferdi Hasenfratz (Klarinette), 4 Franz Faller (Tenorhorn), 5 Dirigent Rupert Hepting, 6 Lothar Zepf (Flügelhorn)

Mit feierlichen Klängen umrahmen die Musiker die Grundsteinlegung der evangelischen Kirche am 19. Juli 1953, dem 7. Sonntag nach Trinitatis. Es ist ein besonderer Moment für die evangelische Gemeinde, die hier ihr eigenes Gotteshaus erhält. Auch der katholischen Kirchenchor wirkt mit. Zu sehen sind u.a. Franziska Heiler (geb. Fritsche), Erika Jordan und Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher).

In die Mauer des neuen Kirchenbaus wird eine Urkunde eingelassen. Darin heißt es: »Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes legen wir den Grundstein der evangelischen Kirche in Löffingen, in der Gottes Wort gepredigt, die Sakramente gespendet und der Name des Herrn angerufen werden soll.«

Standort des Fotografen: 47.881433, 8.348639

Vier Musiker an Fronleichnam, 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Vier junge Musiker stehen geschniegelt in dunklen Uniformröcken mit doppelter Knopfreihe, breiten Gürteln und auffälligen, glänzenden Helmen. In ihren Händen halten sie Blasinstrumente, wie Trompete und Horn. Unten auf dem Foto steht in schwungvoller Handschrift: »Frohnleichnahm 1935« – mit gleich zwei überflüssigen »h«. Das menschliche Gedächtnis – und manchmal auch die Rechtschreibung – irrt eben gelegentlich.

Die vier Musiker gehören der Stadtmusik an, die bis 1920 bei der Feuerwehr eingegliedert ist. Die alten Uniformen werden weiter genutzt, deswegen auch die Feuerwehrhelme. Fronleichnam ist ein Hochfest mit feierlicher Prozession, bei der Musik nicht fehlen darf.

Die Szene wirkt wie ein spontaner Schnappschuss am Rande der Feierlichkeiten. Die jungen Männer schauen nicht alle selbstbewusst in die Kamera: Einer blickt abgelenkt zur Seite, ein anderer blickt lächelnd gen Himmel. Gerade diese leichte Unbeholfenheit verleiht dem Bild seinen Charme. Es zeigt nicht nur vier Musiker in einem festlichen Moment, aber mit ganz und gar menschlicher Ausprägung.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 August Kuster jr. (Jahrgang 1924/25)

Standort des Fotografen: ???

Haus Geiss am Reichberg, ca. 1969

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Hoch über dem Städtchen, am Rand des jungen Neubaugebiets in der »Breiten« und am »Reichberg«, steht dieses Haus wie ein selbstbewusstes Statement der späten 1950er. Klare Linien, ein flach geneigtes Dach, große Fensterflächen – die Architektur wirkt sachlich und modern. Während ringsum noch Satteldächer und traditionelle Formen dominieren, setzt das Haus Geiss (Am Reichberg 2a) einen deutlichen Akzent.

Auf der winterlichen Aufnahme liegt der Schnee schwer auf den Hecken und dem kleinen Nadelbaum im Vorgarten. Das Gebäude scheint regelrecht aus der weißen Landschaft herauszuwachsen. Hinter den breiten Fenstern mit den zugezogenen Gardinen ahnt man das Familienleben.

Hier wohnt seit Ende der 1950er Jahre der Chefarzt des Löffinger Krankenhauses, Dr. med. Otto Geiss (1929–1972), mit seiner Familie. Die Stadt hatte den Chirurgen und Gynäkologen zum 1. September 1958 berufen. Geiss stammt aus Dietenheim an der Iller und war zuvor in Ravensburg tätig. Mit ihm gewinnt das Krankenhaus einen engagierten Mediziner, unter dessen Leitung die Klinik durch mehrere An- und Umbauten erweitert und modernisiert wird. Er gilt als unermüdlich: Tag und Nacht, an Werktagen wie an Sonn- und Feiertagen ist er im Einsatz. Viele Patient*innen und Patienten schätzen seine fachliche Kompetenz, aber auch seine Zugewandtheit.

Am 4. Juli 1972 stirbt Dr. Geiss überraschend an seinem Arbeitsplatz an einem Herzschlag. Er wird nur 53 Jahre alt. Die Nachricht erschüttert nicht nur das Städtchen, sondern die gesamte Region. Zurück bleiben seine Ehefrau Hildegard und die vier Kinder Elisabeth, Monika, Bernd und Martin, zwischen neun und 17 Jahre alt.

Standort des Fotografen: 47.880113, 8.342172

Schulklasse des Jahrgangs 1891/92 mit Lehrer Eggert, ca. 1902-1904

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Dicht gereiht stehen und sitzen sie vor einem der schweren Holzläden des Rathauses: Fünf Reihen Schülerinnen und Schüler, geschniegelt, mit ernsten Gesichtern. Die Jungen tragen Jackett, Weste und steife Hemdkragen, manche mit sorgfältig gebundenem Schlips. Die Mädchen erscheinen in hochgeschlossenen Kleidern mit Rüschen, Stickereien oder Schürzen, die Haare streng gescheitelt oder zu Zöpfen gebunden.

Ganz rechts steht Hauptlehrer Ferdinand Eggert (1851-1927), sichtbar als Autoritätsperson. Seine Klasse, der Geburtsjahrgang 1891/92, dürfte hier etwa zehn bis zwölf Jahre alt sein. Das Foto entsteht um 1902 bis 1904.

Aufgenommen wird das Klassenfoto vor dem Rathaus, das bis zur Jahrhundertwende gleich drei Funktionen erfüllt. Es ist nicht nur Verwaltungsgebäude, sondern zugleich »Kaufhaus« und Schulhaus. Im Erdgeschoss befand sich bis zur Einstellung des Kornmarktes die Markthalle; darüber liegen bis 1936 Unterrichtsräume der Volksschule. Für dieses Erinnerungsfoto hat sich die Klasse vor den geschlossenen Läden der Markthalle aufgestellt – dort, wo früher an Markttagen reges Treiben herrschte.

Die aufwendig gestaltete Fotokartonage mit ornamentiertem Rahmen unterstreicht den besonderen Charakter der Aufnahme. Unten ist handschriftlich ein Name notiert: Eugen Hepting (1891-1915) ist Schüler der Klasse und fällt 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Eugen Hepting (1891-1915), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883819, 8.344146

Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession die Seppenhofer Straße hinauf. Soeben ist der Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zu Ende gegangen, nun begleiten Familien, Verwandte und Gemeindemitglieder die Erstkommunionkinder bis zur Kaplanei. Der Zug wird von der Stadtmusik angeführt, dahinter schreiten drei Ministranten mit Kreuz und Fahnen. In geordneten Reihen folgen die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen im dunklen Anzug – festlich gekleidet, ernst und zugleich ein wenig stolz.

Am Straßenrand drängen sich die Angehörigen. Man winkt, ruft leise Namen, versucht einen Blick auf die Kommunionkinder zu erhaschen. Für viele ist es ein bewegender Moment – nicht nur ein kirchliches Fest, sondern ein sichtbarer Schritt ins Heranwachsen.

Im Hintergrund steht das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Straße 2). Das Mauerwerk liegt noch unverputzt offen, doch hinter den Fenstern hängen bereits Gardinen: Das Haus ist bezogen, der Alltag hat Einzug gehalten. Rechts im Bild ist das frühere Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen. Es wurde beim Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstört und steht seitdem leer.

Zu den Kommunionkindern zählt vermutlich Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941).

Standort des Fotografen: 47.882098, 8.344373

Zwei Narren, Fasnacht 1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwei Narren stehen nebeneinander, eng beieinander, fast kumpelhaft. Der linke trägt ein schillerndes, aus Taft gefertigtes Kostüm mit weiten Ärmeln und Flickenapplikationen. Dazu eine hohe, spitze Mütze. Sein Gefährte daneben gibt sich eleganter: kariertes Jackett mit großen Knöpfen, dunkle Weste, helle Hose mit seitlichem Streifen. Am Revers eine große Stoffblume, auf dem Kopf ein kleiner Hut mit auffälliger Feder. Unter dem Arm trägt er einen geschlossenen Regenschirm.

Die beiden Narren ergeben zusammen ein eingespieltes Duo – vielleicht Freunde, vielleicht Brüder, vielleicht einfach zwei, die wissen, dass Fasnacht der richtige Moment ist, um für die Kamera eine kleine Rolle zu spielen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???

Und während sie hier lachend posieren, beginnt im selben Jahr der Erste Weltkrieg. Dieses Bild hält einen unbeschwerten Moment fest – Fasnacht, Humor, Freundschaft – unmittelbar vor einer Zeitenwende.

Standort des Fotografen: ???

Narrengruppe »Kannibalen« in der Maienlandstraße, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Schulklasse 9b der Realschule ist hier als Narrengruppe unterwegs und hat sich als »Kannibalen« verkleidet. In Fellwesten, mit Stricken um die Hüften, zerzausten Frisuren und mit Ruß geschwärzten Gesichtern ziehen sie durch die Maienlandstraße.

Auf einer improvisierten Sänfte, getragen auf kräftigen Schultern, sitzt ihr »Häuptling« erhöht über der Menge. Er thront selbstbewusst über dem Zug, während unter ihm ein gewaltiger Knochen – oder vielleicht ein präparierter Tierkopf – mitgetragen wird.

V.l.n.r.: 1 Sandra Meier (verh. Riesterer), 2 Josefine S. (verh. ?), 3 Jürgen Thurau, 4 Jürgen Maier (verdeckt, gest. 1992), 5 Sascha Katla, 6 Achim Knöpfle, 7 Patrick Reinhard, 8 Joachim Knöpfle (verdeckt), 9 Wolfgang Schreiber
oben: Andreas Birkenberger

Der nasse Asphalt spiegelt die Figuren, Schneereste liegen am Straßenrand. Hinter der Gruppe erkennt man die Stadtwaage, das Haus Veith (Rötengasse 2) und das Haus Maier (Maienlandstr. 11).

Standort des Fotografen: 47.885148, 8.342662