Umzugswagen »Römerwache« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mitten durch die Bahnhofstraße verläuft plötzlich der Limes. Zwei Ochsen ziehen einen Umzugswagen, auf dem sich ein römischer Wachturm erhebt. Oben hat eine ganze »Römerwache« Aufstellung genommen. Männer und Frauen in antik anmutenden Kostümen blicken von der Plattform herab, einer der Wächter steht unten am Wagen und hält die Stellung. Hinter dem Wagen folgt der weitere Narrenumzug in der verschneiten Straße.

1.Reihe: 1 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???

Die Fasnacht steht in diesem Jahr unter dem Motto »Als die Römer frech geworden«. Dazu passt die »Römerwache« natürlich bestens. Ganz neu ist die Gruppe allerdings nicht. Kostüme und Wagen kommen bereits im Vorjahr beim Festumzug zur Stadterhebung 1951 zum Einsatz. Es wäre auch zu schade, wenn die aufwendigen Verkleidungen und der mächtige Wagen nach nur einem einzigen Auftritt wieder in der Versenkung verschwänden. So erhält das Ganze 1952 ein närrisches zweites Leben.

Der Wagen stellt einen römischen Wachturm aus dem 3. Jahrhundert dar. Für einen Augenblick wird die Bahnhofstraße damit zur Grenze des Römischen Reiches umgedeutet. Im Hintergrund ist der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen, ein Mehrfamilienhaus für Arbeiter des Sägewerks Benz und ihre Familien. Daneben steht das Haus des Revierförsters Franz Rappenegger und seiner Ehefrau Josefa Rappenegger (geb. Roth) (Ringstr. 6).

Standort des Fotografen: 47.883316, 8.342488

»Baaremer Quartett«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Vier Männer sitzen nebeneinander auf einer Gartenbank und schauen ausgesprochen ernst drein. Dabei sorgen sie sonst gerade für gute Unterhaltung: Als »Baaremer Quartett« treten die vier Sänger bei Festen und geselligen Veranstaltungen auf. Sie sind gewissermaßen die Löffinger Ausgabe der berühmten »Comedian Harmonists«. Doch von ausgelassener Sangesfreude ist auf dieser Momentaufnahme wenig zu spüren.

V.l.n.r.: 1 Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987), 2 Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), 3 Friseurmeister Julius Limb (1883-1968), 4 Kaufmann Albert Benitz (1905-1996)

Schon die unterschiedlichen Berufe der Sänger zeigen: Das gemeinsame Singen ist kein Broterwerb, sondern Freizeitvergnügen – allerdings offenbar auf einem Niveau, das ihnen Auftritte und einen eigenen Namen einbringt. Bis 1939 tritt das »Baaremer Quartett« gemeinsam auf.

Standort des Fotografen: ???

Blick zum Haus Benitz mit der Weinhandlung Hogg, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mächtig erhebt sich das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) über die umstehenden Häuser und den Gärten am Hang. Nicht nur wegen seiner exponierten Lage trägt das Doppelhaus den Beinamen »Hohes Haus«. Nach dem Großbrand von 1921 wurde es nach Plänen der Wiederaufbaukommission neu errichtet. Unübersehbar wirbt die große Aufschrift an der linken Gebäudehälfte für »Joseph Hogg / Weingrosshandlung / Branntweinbrennerei«.

Die Weinhandlung kann zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie besteht seit 1824 und wurde von dem Gastwirt Joseph Hogg (1796-1857) gegründet. Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe das Geschäft an ihren Neffen, den Weinhändler Josef Eggert (1831-1888). Da dieser kinderlos war, übernahmen 1895 der Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919) und Josef Paul Thoma (1868-?) die Firma. Thoma schied 1902 wieder aus, die Weinhandlung blieb bei Familie Benitz – der traditionsreiche Name Hogg wird jedoch weitergeführt.

Im Vordergrund erstreckt sich eine Streuobstwiese der Familie Benitz entlang der Maienlandstraße. Zwischen den Obstbäumen sind ganz links noch Mauerreste zu erkennen. Sie gehören zum früheren Wohnhaus Thoma (Rötengasse), das ebenfalls beim Großbrand von 1921 zerstört wurde. Unmittelbar daneben steht die Mitte der 1930er-Jahre errichtete Villa des Arztes Dr. Gugelberger (Maienlandstr. 6), von der am linken Bildrand nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen ist.

Noch prägen Obstbäume und Gärten den Hang unterhalb des »Hohen Hauses«. Doch auch dieses Bild wird sich verändern: Etwa 1960 wird die Streuobstwiese bebaut. An ihrer Stelle entsteht das Wohn- und Geschäftshaus des Malermeisters Karl Sibold (Maienlandstr. 4).

Standort des Fotografen: 47.884563, 8.343059

Zwei Männer am Bahnhof, ca. 1940-1945

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Es sieht nach einem Abschied aus. Ein älterer Mann steht vor dem Löffinger Bahnhofsgebäude und unterhält sich mit einem jüngeren Mann. Dieser trägt einen langen Mantel, Feldmütze und militärische Ausrüstung – unübersehbar ist, dass die Aufnahme während des Zweiten Weltkrieges entsteht.

Vermutlich ist er (Hermann ???) für einige Tage auf Heimaturlaub in Löffingen und muss nun wieder zu seiner Einheit zurückkehren. In Kriegszeiten bekommen Abschiede am Bahnhof eine besondere Bedeutung: Niemand kann wissen, wann – und ob – man sich wiedersehen wird. Möglicherweise wird der Urlauber deshalb bis zum Zug begleitet.

Auch am linken Bildrand herrscht Aufbruchsstimmung. Ein Junge läuft mit einer Ledertasche und einem verschnürten Paket am Bahnhof entlang. Hinter den beiden Männern steht ein Auto. Der Bahnhof ist ein Ort des Kommens und Gehens, der Abreise und der Rückkehr.

Das Foto erhält noch aus einem anderen Grund dokumentarischen Wert. Das Bahnhofsgebäude, vor dem die beiden Männer stehen, existiert nicht mehr lange: Bei einem Luftangriff am 22. Februar 1945 wird es vollständig zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883783, 8.342082

Narrengruppe »Eintracht«, Fasnacht 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Fast wie eine kleine Theaterszene wirkt das Gruppenfoto. Vier Personen haben an einem mit weiß karierter Decke gedeckten Tisch Platz genommen. Im Mittelpunkt sitzen eine Frau und ein Mann, beide umfassen ihre Weinkrüge und blicken einander tief in die Augen. Links lehnt sich ein Mann mit Melone und kleinem Schnurrbart ins Bild – seine Aufmachung erinnert unverkennbar an Charlie Chaplin. Rechts sorgt ein Akkordeonspieler für die passende musikalische Begleitung.

Hinter der Tischgesellschaft stehen sechs weitere Männer. Mit Hüten, ungewöhnlichen Kleidungsstücken, geschminkten Gesichtern und angeklebten Nasen haben auch sie sich für die Fasnacht herausgeputzt. Die ganze Szene ist sorgfältig arrangiert. Vielleicht posieren die Beteiligten nur für das Foto, vielleicht führen sie aber auch einen kleinen Sketch auf, bei dem die beiden Trinkenden am Tisch die Hauptrollen spielen.

Wo die Aufnahme entsteht, ist nicht bekannt. Die gemusterte Tapete und die Bilder an der Wand könnten zu einer Wirtsstube ebenso gehören wie zu einem privaten Wohn- oder Geschäftsraum. Denkbar wäre beispielsweise auch die Weinhandlung Hogg – belegen lässt sich das bislang jedoch nicht.

Rätsel gibt außerdem die rückseitige Beschriftung »Eintracht Löffingen« auf. Sind die Männer Mitglieder des Männergesangvereins »Eintracht«, die gemeinsam Fasnacht feiern? Dann stellt sich die Frage, welche Rolle die einzige Frau in der Runde spielt. Oder bezeichnet »Eintracht« gar nicht den Verein, sondern lediglich die närrische Gemeinschaft auf dem Foto? Geradezu einträchtig sitzen und stehen sie jedenfalls beisammen.

Wer erkennt die Personen – und weiß vielleicht, wo diese Fasnachtsszene aufgenommen wird und was es mit der Beschriftung »Eintracht« auf sich hat?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 [Albert Benitz?]
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: ???

Brunnen vor dem Haus Durst in der Ringstraße, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Eine willkommene Erfrischung an einem warmen Tag: Ein Mann beugt sich über den Brunnen und trinkt direkt von dem kalten Wasser, das aus der Brunnensäule fließt. Zwei Frauen im Hintergrund beobachten die Szene und scheinen sich über den spontanen Durstlöscher zu amüsieren. Die Brunnen im Städtchen dienen traditionell nicht nur der Wasserversorgung, sondern auch als Viehtränken. Hier macht sich einmal ein Mensch das frische Wasser zunutze.

Im Hintergrund steht das Haus Durst (Ringstr. 1), das nach dem Großbrand von 1921 neu errichtet wird. An seiner Fassade wächst ein Spalierbaum empor. Das Gebäude dient zugleich als Wohn- und Geschäftshaus, denn im Erdgeschoss befindet sich ein kleiner Laden. Über dem Eingang ist schlicht das Wort »Handlung« zu lesen; der Rollladen ist gerade heruntergelassen. Frieda Durst (geb. Egle, 1929-1982) verkauft hier Textilwaren, Aussteuer und Wallfahrtsartikel. Letztere bietet sie – zusammen mit ihrer Mutter Lina Egle (geb. Mäder, 1887-1966) – auch an einem Verkaufsstand bei der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz an.

Standort des Fotografen: 47.884502, 8.344612

Familie Benitz vor ihrem Haus, April 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich vor ihrem Haus in der Alenbergstraße zum Gruppenfoto versammelt. Im Mittelpunkt sitzt Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), umgeben von ihren Kindern, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Die Haustür hinter ihnen ist mit Reisiggirlanden und weißen Papierblumen geschmückt, zwei Tännchen rahmen den Eingang ein. Der Anlass ist ein besonderer: Franz Benitz (1908-1944), rechts in der hinteren Reihe, feiert seine Heimatprimiz. Am 31. März 1935 wurde der 27-Jährige durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. April, zelebriert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen erstmals die Messe. Familie und katholische Kirchengemeinde feiern den Neupriester, und auch das Elternhaus wird für diesen Tag festlich geschmückt.

Für Anna Benitz ist es ein Familienfest nach Jahren, in denen sie bereits schwere Schicksalsschläge hinnehmen musste. Seit 1919 ist sie Witwe. Mit ihrem Mann, dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919), hatte sie sieben Kinder. Zwei von ihnen leben 1935 nicht mehr: Friedrich Benitz (1902-1908) starb bereits als Kind, die Tochter Anna (1896-1922) im Alter von 26 Jahren. Beim Großbrand von 1921 traf es die Familie besonders hart: Gleich vier ihrer Häuser wurden zerstört. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße, vor dem die Familie sich nun versammelt, entstand beim anschließenden Wiederaufbau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Anna Maria Benitz (1934-2021), 7 Maria Benitz (verh. Wiedemann, 1911-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Albert Benitz (1905-1996), 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 Franz Benitz (1908-1944)

Franz Benitz ist der einzige der Söhne, der Priester wird, doch die gesamte Familie ist sehr religiös und tief im katholischen Milieu verwurzelt. Familienmitglieder engagieren sich im kirchlichen Leben, etwa im Kirchenchor und im Stiftungsrat, und politisch in der Zentrumspartei. Gerade deshalb geraten sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier der örtlichen Nationalsozialisten. Joseph Benitz (1897-1981) wurde im August 1933 für zwei Tage in sogenannte »Schutzhaft« genommen – eine willkürliche Inhaftierung, die der Einschüchterung politischer Gegner dient.

Als das Foto aufgenommen wird, ist es noch keine zehn Monate her, dass Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben wurde. Joseph Benitz und Albert Benitz gehörten zu den mutigen Männern, die offen gegen das Vorgehen der Nationalsozialisten protestieren. Beide wurden daraufhin verhaftet. Vor diesem Hintergrund ist die Primiz von Franz Benitz im Frühjahr 1935 nicht nur ein Familienfest. Sie ist zugleich ein sichtbares Bekenntnis zum Katholizismus, der vom NS-Regime zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.344131

Badende Kinder im Waldbad, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Die Kinder stehen im flachen Wasser und haben sich für ein Erinnerungsfoto versammelt. Vorne sitzt Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) als einzige Erwachsene im Wasser. Sie trägt einen Badeanzug und eine Badekappe. Bei ihr sind mehrere Kinder, darunter ihre kleine Tochter Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939) und ihr Sohn Ewald Hepting (1933-2010).

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lisel Vogt, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 [Egon Bader (1933-1999?]

Das Wasserbecken des Waldbades wirkt auf der Aufnahme erstaunlich groß. Das dürfte an der Perspektive liegen: Der Fotograf befindet sich dicht über der Wasseroberfläche, während sich das Becken weit in den Hintergrund erstreckt. Dahinter beginnt unmittelbar die offene Landschaft mit Wiesen und dem Waldrand am Horizont.

So unbeschwert die sommerliche Szene erscheint, entsteht sie mitten im Zweiten Weltkrieg. Für Sofie Hepting und ihre Kinder gehört die Trennung von ihrem Ehemann und Vater zum Alltag, denn Rupert Hepting (1905-1990) ist Soldat bei der Wehrmacht. Auf dem Foto ist davon jedoch nichts zu spüren: Für einen Moment zählen nur Wasser, Sonne und ein gemeinsamer Sommertag im Waldbad.

Standort des Fotografen: 47.899667, 8.332308

Hexen beim Umzug am »Scharfen Eck«, Fasnacht ca. 1966

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Mit ihren Reisigbesen und ihrer Fahne biegen die Löffinger Hexen am »scharfen Eck« um die Kurve. Vorneweg marschiert die Fahnenträgerin, dahinter folgt die Hexengruppe mit ihren markanten Holzmasken. Keine gleicht der anderen: Die Masken sind individuell geschnitzt und verleihen jeder Hexe ein eigenes Gesicht.

Das »Häs« ist dagegen bereits einheitlich gestaltet. Entworfen hat es Hans Kaufmann. Die Löffinger Hexe kommt nicht in bunten Flecken oder Punkten daher: Unter der gelben Schürze trägt sie einen braunen, schwarz karierten Rock, dazu einen dunkelgrünen Kittel und ein rotes Halstuch. Unter dem Rock schauen die Rüschen der langen weißen Unterhosen hervor, darunter rot-weiße Ringelsocken. An den Füßen trägt die Hexe handgefertigte Strohschuhe. Der Reisigbesen darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Hinter der Gruppe ragt die »große Hexe« auf ihrem Wagen über die Köpfe hinweg. Seit 1958 gehört der Hexenwagen zu den Umzügen. Die riesige Figur auf diesem Foto ist allerdings nicht mehr die ursprüngliche Hexe, sondern bereits die dritte Ausführung.

Im Hintergrund sind die Küferei Jordan (Obere Hauptstr. 5), die Stadt-Apotheke (Obere Hauptstr. 7) und das Gasthaus »Gebert« (Obere Hauptstr. 9) zu sehen. Am rechten Bildrand ist der Fritschi-Brunnen zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884482, 8.345563

Familie Hepting mit Verwandten vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Hepting zur Verfügung.

Für das Familienfoto rücken mehrere Generationen zusammen. Rupert und Sofie Hepting stehen mit ihren Kindern Ewald und Inge vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße. Mit dabei sind Sofies Mutter Katharina Jonner sowie weitere Verwandte.

Dass inzwischen Krieg herrscht, ist auf dem Familienbild unübersehbar. Rupert Hepting (links) trägt ebenso wie der rechts stehende Hermann ??? Wehrmachtsuniform. Zwischen den beiden Soldaten stehen die Frauen und Kinder in ihrer Alltags- und Sonntagskleidung – eine familiäre Momentaufnahme, in die der Zweite Weltkrieg hineinragt.

Zu Besuch ist auch die Nichte Margret Bammert, Tochter von Adolf Bammert und Agathe Bammert (geb. Jonner), die mit ihrer Familie in Neustadt lebt. Noch nicht identifiziert sind Else ??? und Hermann ???.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margret Bammert, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Ewald Hepting (1933-2010)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955), 4 Else ???, 5 Hermann ???

Im Hintergrund steht das Anwesen des Landwirts Otto Benz (Obere Hauptstr. 14). Bis 1929 bewirtschaftet er einen Hof in der Bittengasse. Nachdem dieser beim Großbrand in der Kirchstraße zerstört worden ist, errichtet er hier in der Oberen Hauptstraße einen Neubau. Links daneben ist das Haus Berger (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Ein großes Werbeschild an der Fassade wirbt für Autoreifen – ein kleines Detail, das auf das Geschäft von Schlossermeister und Automechaniker Leopold Berger hinweist.

Standort des Fotografen: 47.884618, 8.348240

Neo Vetter, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Ernst blickt der junge Mann in die Kamera. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte. Mit leicht gespreizten Beinen steht er vor einer gemalten Atelierkulisse, die einen See und eine idyllische Uferlandschaft zeigt. In beiden Händen hält er einen Gehstock, auf den er sich stützt.

Die sorgfältig arrangierte Aufnahme entsteht in einem Fotostudio. Der elegante Anzug und die romantische Landschaftskulisse verleihen dem Porträt einen feierlichen Charakter. Zugleich werden die beiden Gehstöcke nicht verborgen, sondern selbstverständlich in die Komposition einbezogen.

Unklar ist bislang, wer der junge Mann ist. Überliefert ist lediglich sein Familienname (Vetter) und sein Spitzname (»Neo«). Zu welcher Löffinger Familie Vetter er gehört, wissen wir nicht. Wer erkennt den jungen Mann und kann etwas über ihn erzählen?

Standort des Fotografen: ???

Familie Hepting beim Gräberbesuch auf dem Friedhof, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Still stehen drei Angehörige der Familie Hepting vor einem Grab. Der Mann links hat seinen Hut abgenommen und hält ihn vor sich in den Händen, die Frau in der Mitte blickt zu Boden. Auch der jüngere Mann rechts verharrt schweigend. Für einen Moment wird ein sehr persönlicher Augenblick des Gedenkens fotografisch festgehalten – Aufnahmen auf dem Friedhof sind eher selten.

Um welches Grab es sich handelt und wem der Besuch gilt, ist bislang nicht bekannt. Frisch angelegt scheint es nicht zu sein. Auch an Allerheiligen entsteht das Foto nicht: Die Bäume tragen noch dichtes Laub, und auf den Gräbern blühen Blumen. Alle drei sind dunkel gekleidet. Ob dies Ausdruck der Trauer ist oder ihrer gewöhnlichen sonntäglichen Kleidung entspricht, lässt sich nicht entscheiden.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Im Hintergrund steht die Friedhofskapelle. Sie wurde 1862 errichtet – als Ersatz der Antoniuskapelle an der Landstraße nach Rötenbach, die bereits 1842 abgebrochen worden war. Sogar deren Glöcklein fand in der neuen Kapelle eine weitere Verwendung.

Standort des Fotografen: 47.885312, 8.347165