Klasse 6b der Realschule mit Lehrerin Morent, 1978

Archiv der Realschule

Im Schulhof der Realschule hat sich die Klasse 6b für das Klassenfoto aufgestellt. In mehreren Reihen knien, sitzen und stehen die Schülerinnen und Schüler dicht beieinander – einige noch etwas verlegen, andere schon ganz selbstbewusst vor der Kamera. In ihrer Mitte steht Klassenlehrerin Ellen Morent.

Im Hintergrund sind das Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) sowie der »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) zu erkennen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Martina Heitzmann, 4 Anja Bartz, 5 ???, 6 Sabine Schmidt
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Marion Zobel, 3 Beatrix Wider, 4 ???, 5 Jeanette Egle (1965-1981), 6 ???, 7 Petra Tritschler, 8 Matthias Frank, 9 Reinhold Klausmann, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Birgit Sibold, 4 Martina Bausch, 5 Birgit Kaltenbrunner, 6 Oliver Knöpfle (1966-1998), 7 Annette Knöpfle, 8 Jaqueline Gauger, 9 Klassenlehrerin Ellen Morent, 10 ???

Zur Klasse gehören: Andreas Benitz, Hans-Peter Hermann, Oliver Kuhlmann, Udo Laber, Michael Schwörer, Karin Hillebrand, Marika Knöpfle, Marietta Manock, Anja Profazi, Caroline Scherer-Nollet, Pia Wehrle

Standort des Fotografen: 47.883987, 8.347373

Männergruppe bei einem Ausflug, ca. 1910

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine große Schar Männer hat sich vor einem Gebäude zu einem Gruppenfoto versammelt. In fünf Reihen liegen und stehen sie dicht beieinander, geschniegelt in Anzügen und mit Hüten – einheitlich im Auftreten und doch individuell in Haltung und Ausdruck. Einige rauchen, andere halten Spazierstöcke in den Händen. Ein Mann in der zweiten Reihe hat ein Buch aufgeschlagen, als wolle er dem Moment eine besondere Bedeutung verleihen.

Auffällig ist, dass das Foto nur fragmentarisch überliefert ist: Die Anordnung der Gruppe deutet auf eine ursprünglich ausgewogene, wohl symmetrische Komposition hin. Am rechten Bildrand bricht diese jedoch ab – mehrere Personen sind angeschnitten, sodass anzunehmen ist, dass dort mindestens eine Handvoll Personen verloren gegangen ist.

Im Hintergrund sind an den Fenstern weitere Personen zu sehen, darunter auch Frauen und Kinder, die sich neugierig zum Fotografen wenden. Das Gebäude selbst wirkt wie ein Ausflugslokal. Vielleicht entsteht die Aufnahme bei einem Vereinsausflug, möglicherweise zum Titisee?

Wer weiß, wo das Foto aufgenommen wird? Wer erkennt die Männer? Sind sie Mitglieder der 1846 gegründeten Museumsgesellschaft?

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Eugen Hepting (1891-1915)], 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 [Hans Scheuregger], 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Pfarrer ???, 4 [??? Thoma], 5 Alfred Köpfler (1880-1939) (mit Buch), 6 ???, 7 [Ferdinand Eggert], 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1868-1958), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Rupert Hepting (1866-1932), 9 ???, 10 ???, 11 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 [Karl Ritter (1850-1927)], 5 [Johann Preuß???], 6 ???, 7 ???, 8 Leo Münzer (1871-1952), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Manege frei für Clowns, Akrobaten und Musikanten« – unter diesem Motto steht die diesjährige Fasnacht. Diese Gruppe hat sich ganz offensichtlich für die dritte Variante entschieden: die Musik. Als Köche verkleidet ziehen die Musikant*innen durch die Straßen. Weiße Kochjacken und hohe Mützen bestimmen das Bild, dazu kommt ein besonderes Detail: Die Gesichter sind je zur Hälfte silbern und golden geschminkt. Die Schminke harmoniert mit den glänzenden Blechinstrumente, die sie mit sich führen.

Mit Tuba, Posaune, Saxophon und Schlagzeug sorgen sie für Stimmung im Narrenumzug am »Fasnet Mäntig«. Gerade passieren sie das Rathaus, während sich am Straßenrand zahlreiche Zuschauer*innen versammelt haben. Es ist der erste Auftritt des »Flädlesuppen-Clubs«. Die Musiker*innen gehören zur Stadtmusik. Ihr Name rührt daher, dass die »Flädler« bei Festlichkeiten der Stadtmusik große Mengen Flädlesuppe zubereiten und diese zugunsten der Vereinskasse verkaufen.

V.l.n.r.: 1 Fridolin Benz, 2 Karl Binder, 3 Klaus Baader, 4 Edwin Kuttruff, 5 Jolanda ???, 6 Lothar Baader

Standort des Fotografen: 47.883962, 8.344399

Sofie Hepting beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Das Wasserreservoir auf dem Alenberg ist zwar kein architektonisches Schmuckstück – und doch wird es im Laufe der Zeit zu einem beliebten Fotomotiv. Spaziergänger*innen, die im Alenbergwäldchen unterwegs sind, lassen sich gerne vor der markanten Tür ablichten. So auch diese Frau, die mit Mantel und Tasche für einen Moment innehält. Es ist Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), die direkt neben dem Wasserreservoir in ihrem Elternhaus (Alemannenstr. 1) aufgewachsen ist.

Über der schweren Eisentür ist die Jahreszahl »1901« zu erkennen. Sie verweist auf das Baujahr des Reservoirs. Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen oft unzureichend. Abhilfe schuf der Bau einer Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte« bis in den Ort – mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg. Ein aufwendiges Projekt: Die Kosten beliefen sich auf 100.400 Mark.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Musikkapelle im »Gebertsaal«, ca. 1926-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Musikkapelle hat ihren großen Auftritt. Auf einer provisorisch wirkenden Bühne haben die Musiker Platz genommen – dicht nebeneinander, die Instrumente bereit. Einige heben ihre Gläser, als wäre der Auftritt bereits zu Ende. Vor der Bühne stehen Tische und Stühle, auf denen Flaschen und Gläser stehen. Menschen im Publikum sind in diesem fotografischen Moment aber nicht zu sehen.

Wo genau die Aufnahme entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen. Vieles spricht jedoch dafür, dass sie im 1925/26 neu erbauten »Gebertsaal« aufgenommen wurde. In den Jahren vor der Fertigstellung der Festhalle diente er als zentraler Veranstaltungsort des Städtchens – für Fasnacht, Theater und Konzerte. Ab 1927 verlagern sich größere Veranstaltungen dann zunehmend in die Festhalle.

V.l.n.r.: 1 August Strobel, 2 Franz Zepf, 3 Heinrich Thoma, 4 Karl Sibold, 5 Johann Maier, 6 Karl Hepting, 7 Rupert Hepting

Standort des Fotografen: vermutlich 47.884497, 8.347049

8 Fotos: Begrüßung des Heimkehrers Rudolf Egle vor seinem Elternhaus, Januar 1954

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser, Theo Walz und Robert Rosenstiel zur Verfügung.

Ein besonderer Tag für Löffingen: Im Januar 1954 kehrt Rudolf Egle (1927-1992) aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in seine Heimat zurück. Der Sohn von August Egle und Klara Egle ist der letzte Kriegsheimkehrer des Städtchens – entsprechend groß ist der Empfang. Vor seinem Elternhaus (Demetriusstr. 14) hat sich eine Menschenmenge versammelt. Ein festlich geschmückter Eingang mit der Aufschrift »Herzlich willkommen« spannt sich über die Haustür. Vertreter der Gemeinde, Nachbarn und zahlreiche Neugierige sind gekommen, um den Heimkehrer zu begrüßen. Eine Schar Kinder drängt sich in der vordersten Reihe, um ja nichts zu verpassen.

Bürgermeister Paul Benitz (1899-1979) heißt Rudolf Egle offiziell willkommen. Ein Präsentkorb wird von zwei Mädchen in Tracht überreicht, Blumen wechseln die Hände. Die Szenen wirken feierlich – und zugleich persönlich, beinahe intim. Nach Jahren der Ungewissheit ist der Sohn, Nachbar und Freund endlich wieder da. Ein Wiedersehen mit seinem Vater August Egle bleibt ihm allerdings verwehrt: Er war bereits 1946 verstorben.

Auch Thaddäus Winter (1913-1977) gehört zu den Gratulanten. In welcher Funktion er auftritt, ist unklar. Vielleicht als Vertreter der DRK-Ortsgruppe?

viertes Foto
V.l.n.r.:
1 Thaddäus Winter (1913-1977), 2 Ferdinand Egle (1919-2010), 3 Rosalie Konhäuser (geb. Egle, 1917-2014), 4 Klara Egle (geb. Wintermantel, 1889-1964), 5 Rudolf Egle (1927-1992), 6 »Relli« (Kleinkind), 7 Willi Konhäuser (1920-?), 8 ??? (Präsentkorb), 9 Erika Kienzle (verh. Schweizer, geb. 1941, Präsentkorb) 

Standort des Fotografen: 47.883802, 8.343686

Umzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eng gedrängt stehen die Zuschauer*innen auf dem oberen Rathausplatz. Kinder recken die Hälse oder werden auf den Arm genommen, Erwachsene blicken in Richtung Festumzug. Gerade zieht ein festlich geschmückter Wagen vorbei, gezogen von zwei Pferden. Tannenreisig und kleine Bäumchen verleihen ihm einen beinahe waldartigen Charakter. Der Reiter ist Hermann Fehrenbach.

Auch das Städtchen selbst hat sich herausgeputzt: Das Rathaus ist beflaggt, die »alte Sonne« mit Girlanden geschmückt. Ein Umzug, wie er nur zu besonderen Anlässen stattfindet.

Vermutlich wird das Foto anlässlich des Kreisfeuerwehrtages 1956 aufgenommen. Für den Festumzug zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr im Juni 1963 passt die warme Kleidung der Menschen nicht. Sicher ist die Datierung jedoch nicht.

Standort des Fotografen: 47.884073, 8.344932

2 Fotos: Kommunionkinder mit Palmen am Palmsonntag, 4. April 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Es ist Palmsonntag, der Beginn der Karwoche. Die katholische Kirche erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Überlieferung nach ritt Jesus auf einem Esel in die Stadt ein. Die Menschen begrüßten ihn wie einen König: Sie breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus und schwenkten Palmzweige. Auch in unseren Breiten hat sich dieser Brauch erhalten – nur wachsen hier keine Palmen. Stattdessen werden kunstvoll geschmückte »Palmen« aus Tannenreisig und bunten Bändern gefertigt und z.B. mit Äpfeln verziert.

Früher waren diese »Palmen« nicht selten mehrere Meter hoch. Es entwickelte sich ein regelrechter Wettstreit darum, wer den größten und schönsten »Palmen« tragen konnte. Heute ist das seltener geworden. Die katholische Pfarrgemeinde hat die Tradition in die Hände der Erstkommunionkinder aus Löffingen und den Filialgemeinden Seppenhofen und Dittishausen gelegt, die ihre »Palmen« gemeinsam gestalten – kleiner, aber nicht weniger festlich. Hinter der Pfarrkirche St. Michael haben sich die Kinder mit ihren »Palmen« aufgestellt. Gleich werden sie – angeführt von Ministrant*innen – in einer Prozession in die Kirche einziehen. Dort werden die »Palmen« gesegnet und dann zu Hause aufgestellt.

Hat jemand ältere Fotos vom Palmsonntag, vielleicht aus den 1950er oder 1960er Jahren? Gerade die großen, selbst gefertigten »Palmen« wären eine spannende Ergänzung für unsere Sammlung!

Zu sehen sind u.a. Micha Bächle (geb. 1985)

Standort des Fotografen: 47.882367, 8.344491

Fünf Festteilnehmerinnen vor dem »Gebertsaal«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor dem 1925/26 gebauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) stehen fünf junge Frauen. Sie stehen dicht nebeneinander, die Arme eingehakt, und blicken selbstbewusst in die Kamera. Ihre Kleider sind sorgfältig gewählt – modisch, mit Volants und leichten Stoffen, dazu passende Schuhe und kleine Handtaschen. An der Brust tragen sie Anstecknadeln, ein weiteres Zeichen, dass hier ein Fest gefeiert wird.

Links und rechts des Eingangs stehen kleine Tannenbäumchen, geschmückt mit Papierstreifen. Offensichtlich wird heute Hochzeit gefeiert! Der »Gebertsaal« bildet den passenden Rahmen für solche Feiern. Er ist Treffpunkt und Festsaal.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 ???, 3 Agathe Beha (verh. Geisinger, 1906-1972), 4 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 5 Maria Beha (verh. Maier)

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346889

Turnerbund beim Jugendturntag in Bräunlingen, 19. Juni 1921

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Streng aufgereiht stehen sie da, die Turner des 1905 gegründeten Turnerbundes Löffingen. Weiße Turnkleidung, verschränkte Arme, ernste Blicke – ein Gruppenfoto, das Disziplin und Gemeinschaft ausstrahlt. Einige der Jüngeren haben sich im Vordergrund ins Gras gesetzt oder gelegt, während die Älteren im Hintergrund stehen. In der Mitte im Anzug ist der Vorsitzende Julius Fehrenbach (1877-1967) und rechts neben ihm der Turnwart Fritz Adrion zu sehen, der einen Lorbeerkranz in den Händen hält.

Aufgenommen wird das Bild beim Jugendturntag in Bräunlingen am 19. Juni 1921. Links neben dem Vorsitzenden hält ein Turner ein Schild mit der Aufschrift »Turnverein Löffingen« – ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit und des Stolzes auf den eigenen Verein. Solche Jugendturntage sind Höhepunkte im Jahreskalender: Wettkämpfe, Begegnungen und das Messen mit anderen Vereinen aus der Region.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? (mit Urkunde), 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Otto Schweizer???, 7 Fritz Strobel (1906-1997), 8 ???, 9 Albert Rebholz (1907-1962)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 ???, 5 ???, 6 Vorsitzender Julius Fehrenbach (1877-1967), 7 Turnwart Fritz Adrion, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 August Fehrenbach (1906-2000), 13 ???

In der unteren linken Ecke ist das Monogramm des Fotografen zu erkennen: »H.F.«.

Standort des Fotografen: Bräunlingen

Familie Hepting mit Täufling und Hebamme in der Dittishauser Straße, Februar 1941

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die kleine Taufgesellschaft ist auf dem Heimweg. Der Schnee liegt hoch in der Dittishauser Straße, es herrschen Winter und Kälte. Vorsichtig trägt die Patin das Neugeborene im Arm – warm eingehüllt, geschützt vor der Februarkälte. Die kleine Rita Hepting, geboren am 2. Februar 1941, wird an diesem Tag getauft.

Rechts neben der Patin geht der Vater, Rupert Hepting (1905-1990), im Anzug und mit Zylinder. Links ist die Hebamme Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966) zu sehen, die bei der Geburt geholfen hat. Zwei Kinder, vermutlich ein Bruder und eine Cousine, laufen mit – neugierig, vielleicht auch ein wenig stolz.

Und doch fehlt jemand: die Mutter. Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) ist nicht dabei. Sie befindet sich im Wochenbett. Nach katholischem Verständnis gilt die Frau nach der Geburt als »unrein« und darf die Kirche zunächst nicht betreten. Erst später wird sie im Rahmen der sogenannten »Aussegnung« wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Bei der Taufe übernimmt deshalb die Patin ihre Rolle. Ein stilles Detail, das viel über religiöse Vorstellungen und soziale Regeln erzählt.

V.l.n.r.: 1 Hebamme Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966), 2 Patin ??? mit Täufling Rita Hepting (geb. 1941), 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 Ewald Hepting (1933-2010), 5 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011)

Standort des Fotografen: 47.885203, 8.348885

2 Fotos: Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Feierlich setzt sich die Prozession in Bewegung. Von der katholischen Pfarrkirche St. Michael kommend zieht sie durch die Untere Hauptstraße – langsam, geordnet, getragen von Gebet und Gesang. Soben kommt der Zug am Gasthaus »Sonne« vorbei. Voran schreitet die Feuerwehr, die den Zug begleitet und ihm einen würdigen Rahmen gibt. Es folgt der Kirchenchor. Die Sänger*innen halten Notenblätter in ihren Händen. Dahinter schreitet eine Schar Ministrant*innen, die Kirchenfahnen tragen.

Im Mittelpunkt der Prozession steht die Monstranz mit dem Allerheiligsten. Getragen wird sie von Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), begleitet von Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). Über allem liegt eine besondere Spannung – eine Mischung aus Andacht und öffentlichem Bekenntnis des Glaubens. Auffällig ist das Spalier der Feuerwehrmänner, die mit gezücktem Säbel neben der Monstranz schreiten. Ein durchaus martialisches Auftreten im Namen Jesu Christi, der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe predigte. Zugleich ist es ein eindrucksvolles Bild, wie weltliche Ordnung und religiöse Tradition ineinandergreifen.

oberes Foto
Feuerwehr: 1 ???, 2 Albin Zepf, 3 Eugen Hasenfratz (Seppenhofen), 4 dahinter Elisabeth Benz- Keller
Kirchenchor: u.a. Luzia Vogelbacher, Bertel Burger, Alfons Beha, Renate Rosenfelder, Peter Schlegelberger, Margarete Senn, Regina Krupp (geb. Geisinger), Angelika Ganter, Elisabeth Keller (geb. Benz), Josef Burger, Elisabeth Burger, Josef Benitz, Emil Oschwald

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 ??? (Ministrant), 2 ???, 3 Gerhard Pfeifer (Feuerwehr), 4 Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), 5 ??? (Feuerwehr), 6 Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), 7 Hugo Satler (Feuerwehr, Seppenhofen), 8 Christel Kaiser (Gemeinderat)

Standort des Fotografen: 47.883129, 8.343821