Haus Geiss am Reichberg, ca. 1969

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Hoch über dem Städtchen, am Rand des jungen Neubaugebiets in der »Breiten« und am »Reichberg«, steht dieses Haus wie ein selbstbewusstes Statement der späten 1950er. Klare Linien, ein flach geneigtes Dach, große Fensterflächen – die Architektur wirkt sachlich und modern. Während ringsum noch Satteldächer und traditionelle Formen dominieren, setzt das Haus Geiss (Am Reichberg 2a) einen deutlichen Akzent.

Auf der winterlichen Aufnahme liegt der Schnee schwer auf den Hecken und dem kleinen Nadelbaum im Vorgarten. Das Gebäude scheint regelrecht aus der weißen Landschaft herauszuwachsen. Hinter den breiten Fenstern mit den zugezogenen Gardinen ahnt man das Familienleben.

Hier wohnt seit Ende der 1950er Jahre der Chefarzt des Löffinger Krankenhauses, Dr. med. Otto Geiss (1929–1972), mit seiner Familie. Die Stadt hatte den Chirurgen und Gynäkologen zum 1. September 1958 berufen. Geiss stammt aus Dietenheim an der Iller und war zuvor in Ravensburg tätig. Mit ihm gewinnt das Krankenhaus einen engagierten Mediziner, unter dessen Leitung die Klinik durch mehrere An- und Umbauten erweitert und modernisiert wird. Er gilt als unermüdlich: Tag und Nacht, an Werktagen wie an Sonn- und Feiertagen ist er im Einsatz. Viele Patient*innen und Patienten schätzen seine fachliche Kompetenz, aber auch seine Zugewandtheit.

Am 4. Juli 1972 stirbt Dr. Geiss überraschend an seinem Arbeitsplatz an einem Herzschlag. Er wird nur 53 Jahre alt. Die Nachricht erschüttert nicht nur das Städtchen, sondern die gesamte Region. Zurück bleiben seine Ehefrau Hildegard und die vier Kinder Elisabeth, Monika, Bernd und Martin, zwischen neun und 17 Jahre alt.

Standort des Fotografen: 47.880113, 8.342172

Schulklasse des Jahrgangs 1891/92 mit Lehrer Eggert, ca. 1902-1904

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Dicht gereiht stehen und sitzen sie vor einem der schweren Holzläden des Rathauses: Fünf Reihen Schülerinnen und Schüler, geschniegelt, mit ernsten Gesichtern. Die Jungen tragen Jackett, Weste und steife Hemdkragen, manche mit sorgfältig gebundenem Schlips. Die Mädchen erscheinen in hochgeschlossenen Kleidern mit Rüschen, Stickereien oder Schürzen, die Haare streng gescheitelt oder zu Zöpfen gebunden.

Ganz rechts steht Hauptlehrer Ferdinand Eggert (1851-1927), sichtbar als Autoritätsperson. Seine Klasse, der Geburtsjahrgang 1891/92, dürfte hier etwa zehn bis zwölf Jahre alt sein. Das Foto entsteht um 1902 bis 1904.

Aufgenommen wird das Klassenfoto vor dem Rathaus, das bis zur Jahrhundertwende gleich drei Funktionen erfüllt. Es ist nicht nur Verwaltungsgebäude, sondern zugleich »Kaufhaus« und Schulhaus. Im Erdgeschoss befand sich bis zur Einstellung des Kornmarktes die Markthalle; darüber liegen bis 1936 Unterrichtsräume der Volksschule. Für dieses Erinnerungsfoto hat sich die Klasse vor den geschlossenen Läden der Markthalle aufgestellt – dort, wo früher an Markttagen reges Treiben herrschte.

Die aufwendig gestaltete Fotokartonage mit ornamentiertem Rahmen unterstreicht den besonderen Charakter der Aufnahme. Unten ist handschriftlich ein Name notiert: Eugen Hepting (1891-1915) ist Schüler der Klasse und fällt 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Eugen Hepting (1891-1915), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883819, 8.344146

Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession die Seppenhofer Straße hinauf. Soeben ist der Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zu Ende gegangen, nun begleiten Familien, Verwandte und Gemeindemitglieder die Erstkommunionkinder bis zur Kaplanei. Der Zug wird von der Stadtmusik angeführt, dahinter schreiten drei Ministranten mit Kreuz und Fahnen. In geordneten Reihen folgen die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen im dunklen Anzug – festlich gekleidet, ernst und zugleich ein wenig stolz.

Am Straßenrand drängen sich die Angehörigen. Man winkt, ruft leise Namen, versucht einen Blick auf die Kommunionkinder zu erhaschen. Für viele ist es ein bewegender Moment – nicht nur ein kirchliches Fest, sondern ein sichtbarer Schritt ins Heranwachsen.

Im Hintergrund steht das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Straße 2). Das Mauerwerk liegt noch unverputzt offen, doch hinter den Fenstern hängen bereits Gardinen: Das Haus ist bezogen, der Alltag hat Einzug gehalten. Rechts im Bild ist das frühere Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen. Es wurde beim Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstört und steht seitdem leer.

Zu den Kommunionkindern zählt vermutlich Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941).

Standort des Fotografen: 47.882098, 8.344373

Zwei Narren, Fasnacht 1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwei Narren stehen nebeneinander, eng beieinander, fast kumpelhaft. Der linke trägt ein schillerndes, aus Taft gefertigtes Kostüm mit weiten Ärmeln und Flickenapplikationen. Dazu eine hohe, spitze Mütze. Sein Gefährte daneben gibt sich eleganter: kariertes Jackett mit großen Knöpfen, dunkle Weste, helle Hose mit seitlichem Streifen. Am Revers eine große Stoffblume, auf dem Kopf ein kleiner Hut mit auffälliger Feder. Unter dem Arm trägt er einen geschlossenen Regenschirm.

Die beiden Narren ergeben zusammen ein eingespieltes Duo – vielleicht Freunde, vielleicht Brüder, vielleicht einfach zwei, die wissen, dass Fasnacht der richtige Moment ist, um für die Kamera eine kleine Rolle zu spielen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???

Und während sie hier lachend posieren, beginnt im selben Jahr der Erste Weltkrieg. Dieses Bild hält einen unbeschwerten Moment fest – Fasnacht, Humor, Freundschaft – unmittelbar vor einer Zeitenwende.

Standort des Fotografen: ???

Narrengruppe »Kannibalen« in der Maienlandstraße, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Schulklasse 9b der Realschule ist hier als Narrengruppe unterwegs und hat sich als »Kannibalen« verkleidet. In Fellwesten, mit Stricken um die Hüften, zerzausten Frisuren und mit Ruß geschwärzten Gesichtern ziehen sie durch die Maienlandstraße.

Auf einer improvisierten Sänfte, getragen auf kräftigen Schultern, sitzt ihr »Häuptling« erhöht über der Menge. Er thront selbstbewusst über dem Zug, während unter ihm ein gewaltiger Knochen – oder vielleicht ein präparierter Tierkopf – mitgetragen wird.

V.l.n.r.: 1 Sandra Meier (verh. Riesterer), 2 Josefine S. (verh. ?), 3 Jürgen Thurau, 4 Jürgen Maier (verdeckt, gest. 1992), 5 Sascha Katla, 6 Achim Knöpfle, 7 Patrick Reinhard, 8 Joachim Knöpfle (verdeckt), 9 Wolfgang Schreiber
oben: Andreas Birkenberger

Der nasse Asphalt spiegelt die Figuren, Schneereste liegen am Straßenrand. Hinter der Gruppe erkennt man die Stadtwaage, das Haus Veith (Rötengasse 2) und das Haus Maier (Maienlandstr. 11).

Standort des Fotografen: 47.885148, 8.342662

2 Fotos: Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1952

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Rathausplatz ist von einer dicken Schneeschicht überzogen. Die Zuschauer*innen des Narrenumzugs drängen sich dicht an dicht, Mäntel und Hüte bestimmen das Bild. Manche stehen auf Schneehaufen, um besser sehen zu können. Das Motto der Fasnacht 1952 lautet: »Als die Römer frech geworden«. Und so wird die Antike für einen Nachmittag närrisch lebendig.

Mitten im Zug bewegt sich diese Gruppe, die wohl Bauern aus römischer Zeit – vielleicht Germanen – verkörpert. In einfachen Tuniken mit breiten Gürteln, geschnürten Beinlingen und Fellmützen ziehen sie über den Platz. Einer trägt einen Hakenpflug geschultert, ein anderer schwingt einen Morgenstern. Wenn die Römer »frech« werden, weiß man sich zu wehren. Besonders ins Auge fällt die hölzerne Schaukel, an der ein Kind mitgeführt wird. Die Szene ist kein Geschichtsunterricht, sondern lebendige Fasnacht: Mit Fantasie, Improvisation und einem guten Schuss Ironie verwandelt sich der Rathausplatz in eine antike Bühne.

Zu der Narrengruppe gehören u.a. Ernst Krauß, Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994), Elise Göpper, Hildegard Bader (1911-?), Karl Bader (1902-1971), Ehefrau von Lehrer Willig oder Schlachter, Gerhard Bader (geb. 1943), ??? Weißer, August Kienzler (1914-?), Sofie Kienzler (1915-?), Werner Hepting (1928-2011), Josef Armbruster (1910-?), ??? Weißer, Tochter von Bernhard Strobel, Engelbert Müller, Erika Faller

Im Hintergrund erkennt man die Häuser am Rathausplatz und in der angrenzenden Demetriusstraße, darunter das Geschäft von Kaufmann Robert Sauter (1900-1945), das von seiner Witwe Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994) fortgeführt wird.

Standort des Fotografen: 47.883793, 8.344875

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Drei Mädchen haben sich Hand in Hand vor dem Haus Krauß (Demetriusstr. 2) aufgestellt. Es ist Fasnacht und der Ernst in ihren Gesichtern steht in einem reizvollen Kontrast zu ihren Kostümen.

Links trägt das älteste der drei Mädchen ein fröhlich gemustertes Kleid mit Luftballons in den Farben weinrot, flieder und hellgrün, darüber eine dunkle Weste mit Zierborten und ein Stirnband im Haar. Der Rock fällt weit, darunter weiße Strümpfe und geschnürte Halbschuhe. In der Mitte steht ein jüngeres Mädchen, die Kleinste der Gruppe. Sie trägt ein Kleid mit geschnürtem Mieder, darüber eine helle Schürze mit Spitzenbesatz. Ganz rechts schließlich steht ein Mädchen in Löffinger Tracht mit der charakteristischer Haube. In der Hand hält sie ein kleines Körbchen – ein liebevolles Detail, das die Tracht vervollständigt.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.884294, 8.344938

Narrengruppe »Piraten« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1997

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Gruppe Piraten hat sich in den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« gemischt. In der Oberen Hauptstraße, auf der Höhe des »Küferstüble« (Obere Hauptstr. 5), kommt der wilde Haufen zum Stehen. Das Motto der Fasnacht lautet in diesem Jahr: »Wasserwelt, wie’s euch gefällt« – und die Seeräuber liefern die passende Szenerie gleich mit.

Bis an die Zähne bewaffnet mit Säbeln, Haken und Spielzeugpistolen posieren sie vor ihrem Schiff, auf dem die Totenkopf-Flagge weht. Das Gefährt ist mit Kanone und Anker ausstaffiert. Mit breitem Grinsen und drohenden Gesten wenden sich die Piraten dem Publikum zu und lassen keinen Zweifel daran, dass sie hier das Kommando führen.

Ihre Kostüme wirken wie direkt aus einem klassischen Piratenfilm entlehnt: Kopftücher, Augenklappen, Westen und Stiefel gehören ebenso dazu wie Bärte und wilde Frisuren. Der Auftritt ist laut. Für die Zuschauer*innen am Straßenrand ist klar: Diese Piraten sind gekommen, um zu erobern – zumindest die Aufmerksamkeit des Publikums.

Wenn nicht gerade Fasnacht ist, gehören die Piraten dem Fußballclub an – und sind seine AH-Mannschaft.

V.l.n.r.: 1 Jürgen Köpfler, 2 Martin Höcklin, 3 Gerold Happle, 4 ??? (verdeckt, vorne), 5 Klaus Auer (verdeckt, hinten), 6 Ingo Küssner, 7 Rainer Knöpfle oder Frank Schreiber, 8 Rolf Schiesel

Standort des Fotografen: 47.884510, 8.345765

Narrengruppe vor dem Haus Engesser in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Vor der Haustür des Hauses Engesser (Demetriusstr. 4) hat sich diese Narrengruppe für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Zwei Cowboys stehen breitbeinig links und rechts, wie aus einem Westernfilm entnommen. Mit ihren großen Hüten, Halstüchern, breiten Gürteln und den auffälligen Fellhosen wirken sie kampfbereit und selbstbewusst. In ihren Händen halten sie »Käpselepistolen« – fest umklammert, als müssten sie jeden Moment zum Duell antreten.

Zwischen ihnen haben sich zwei junge Frauen eingehakt. Sie tragen Kostüme, die einer Pfadfinder-Kluft ähneln und wohl Cowgirls darstellen sollen: dunkle Kleider, Hüte und dekorative Halstücher. Die Vier posieren lässig vor der Hauswand, Schulter an Schulter, als gehörten sie zusammen zu einer eingeschworenen Bande.

V.l.n.r.: 1 [Ernst Geisinger (1909-1988)?], 2 ???, 3 Ida Schultheiß (verh. Maier, 1909-2001), 4 Wilhelm Fehrenbach (1908-1943)

Standort des Fotografen: 47.884361, 8.344722

Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1977

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Haus Egle (Maienlandstr. 8) hat sich eine bunte Narrengruppe in Reih und Glied aufgestellt. Die als Soldaten verkleideten Narren bilden ein Spalier entlang der Straße und salutieren den Vorübergehenden. Ihre Uniformen sind bewusst uneinheitlich und wirken wie aus verschiedenen Zeiten und Truppenteilen zusammengesucht. Schon an den Kopfbedeckungen zeigt sich die Vielfalt: Pickelhaube, Stahlhelm, Schirmmütze und Feuerwehrhelm stehen bunt zusammengewürfelt nebeneinander.

Zwischen Gewehren aus Holz und über die Schulter gehängten Feldflaschen fällt ein Akkordeon auf, das für musikalische Begleitung sorgt. Angeklebt wirkende Schnurrbärte verstärken den parodistischen Charakter der Szene. Unter den Uniformen stecken Frauen, die in der katholischen Frauengemeinschaft organisiert sind und sich mit sichtbarer Freude in die militärische Maskerade eingefügt haben.

V.l.n.r.: 1 Else Egle (geb. Ganter), 2 Lotte Ratzer, 3 Inge Mayer (geb. Hepting), 4 Maria Hall, 5 Agnes Beha, 6 Margarete Adrion, 7 ??? (verdeckt), 8 Wolfgang Streit, 9 Olga Streit, 10 Inge Streit, 11 ???, 12 ???, 13 Lore Echtle

Standort des Fotografen: 47.885277, 8.342609

Karl Guth als junger Mann auf einer Sitzbank, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Michael Guth zur Verfügung.

Lässig und mit einer gewissen Coolness sitzt ein junger Mann auf einer einfachen Holzbank, die Beine übereinandergeschlagen. In der rechten Hand hält er eine Zigarette, als wäre das Rauchen selbst Teil der Pose. Sein Blick ist selbstbewusst auf den Fotografen gerichtet. Hinter ihm ist dichtes Buschwerk zu sehen – vielleicht ist er in der »Hasle« unterwegs. Sein Jackett mit breitem Revers wirkt modisch, darunter trägt er Hemd und Krawatte. Die hellen Stoffhosen fallen weich über die Knie, die dunklen Lederschuhe sind sauber und glänzend. Alles an seiner Erscheinung zeigt: Hier sitzt kein Arbeiter in Arbeitskleidung, sondern ein junger Mann, der sich geschniegelt in Szene setzt.

Der junge Mann ist Karl Guth (1912–2002), hier noch ledig. Später wird er Adelheid Cäcilie Guth (1914–2001) heiraten. Sein Elternhaus steht »Bei des Mahlers Kreuz« in der Oberen Hauptstraße (Nr. 33). Seine Eltern sind der Landwirt Johann Guth (1869–1952) und dessen Ehefrau Maria Guth (geb. Rösch, 1882–1959), die das Anwesen 1911 erworben hatten.

Aus dem jungen Mann auf der Bank wird später eine feste Größe im Vereinsleben: Von 1968 bis 1982 steht Karl Guth dem Turnerbund als Vorstand vor. Viele Jahre engagiert er sich auch als Vorstand im Hasenverein Titisee-Neustadt. Er selbst ist leidenschaftlicher Züchter von Angorahasen. Er stirbt im Jahr 2002.

Standort des Fotografen: ???

Frauengruppe in einem Wohnzimmer, 23. Oktober 1932

Diese Fotos stellten dankenwerterweise Ursula Moch-Weiss sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die Wintermonate sind lang. Gemeinsame Ausflüge ins Grüne sind nicht möglich. Aber die jungen Frauen haben trotzem viel Spaß zusammen in der kalten Jahreszeit. Im Winter feiern sie »Feste«, heißt es im Fotoalbum. Es ist der 23. Oktober 1932 und die Frauen feiern den 18. Geburtstag von Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009).

Man ist im Wohnzimmer von Familie Straub (Untere Hauptstr. 6) zusammengekommen. Die Wanduhr zeigt 22.15 Uhr an. Unter dem Kruzifix im Herrgottswinkel posieren die Frauen ausgelassen für ein Gruppenfoto. Es scheint rund zuzugehen, die Frauen kostümieren sich sogar. Das Geburtstagskind kauert in der Mitte und schaut aus einer großen Kiste heraus.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 3 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 4 ???, 5 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2011), 2 Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), 3 Klara Egle (Sr. Confirmata, 1910-1991), 4 Ida Schultheiß (verh. Maier, 1909-2001), 5 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 6 Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), 7 Elisabeth Schultheiß (verh. Würzburger, 1911-?), 8 Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014), 9 ???

Standort des Fotografen: 47.883348, 8.343675