Holländische Gäste auf dem Unteren Rathausplatz, Mai 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Das Automobil steht quer auf dem Unteren Rathausplatz, als wäre es gerade erst zum Stehen gekommen. Daneben haben sich die Reisenden aufgestellt, geschniegelt und gut gekleidet, ein wenig stolz auf das Gefährt, das sie hierhergebracht hat. Besuch aus den Niederlanden sorgt für Aufmerksamkeit und verleiht Löffingen für einen kurzen Moment internationales Flair.

Agathe Brugger ist mit dabei. Sie stammt aus Löffingen, lebt und arbeitet jedoch inzwischen in Den Haag. Dort steht sie im Dienst eines holländischen Ehepaares, das sie nun auf dieser Reise begleitet. Zuvor waren sie gemeinsam in Italien unterwegs, auf der Rückfahrt legen sie einen Zwischenstopp im Schwarzwald ein. Der Besuch ist etwas Besonderes – nicht nur wegen der weiten Reise, sondern auch wegen des Automobils, das in diesen Jahren noch kein alltäglicher Anblick ist.

Links im Bild ist der Demetriusbrunnen zu erkennen, dahinter erhebt sich das Rathaus mit seiner repräsentativen Fassade. Der Platz wirkt aufgeräumt und weit, das Pflaster zieht sich bis an die Gebäude heran. Am rechten Bildrand steht die »alte Sonne«. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird sie nicht mehr als Gasthaus genutzt, stattdessen befinden sich dort nun die Stadtmühle und Wohnungen.

Für Agathe Brugger ist es ein Besuch in ihrer Heimat und ein Wiedersehen mit vertrauten Orten. Doch seit dem Großbrand von 1921, der weite Teile des Städtchens zerstört hatte, hat sich das Stadtbild im Zuge des Wiederaufbaus deutlich verändert.

Standort des Fotografen: 47.883738, 8.343706

Feierlicher Auszug nach der Primiz aus der Kirche, 6. Mai 1962

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Am Sonntag, den 6. Mai 1962, feiert Pater Alfred Benz seine Primiz in seiner Heimatgemeinde. Die Ordensprimiz hat er bereits kurz zuvor begangen, nun folgt die Heimatprimiz. Die Festpredigt hält Pater Valerian, ein Onkel des Neupriesters, der als Eugen Benz (1896-1986) in Löffingen geboren wurde. Musikalisch wird der Festgottesdienst vom Kirchenchor feierlich umrahmt.

Nach dem Gottesdienst setzen sich die Ministranten und Geistlichen zum Auszug in Bewegung. Unter den Klängen des Kirchenliedes »Großer Gott wir loben Dich« zieht der Neupriester gemeinsam mit seinem Onkel Pater Valerian und Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) aus der Kirche. Vorneweg schreiten die Ministranten. In den Schülerbänken stehen links die Mädchen, rechts die Jungen. Neugierig drehen sich viele von ihnen zum Fotografen um.

Unter den Ministranten sind Fritz Isele und Alfons Zimmermann sowie Peter Rieck, Wilfried Münzer, Gerhard Pfeifer, Christian Bayer und Walter Hauser zu sehen. In der Mitte steht Meßmer Gerhard Scholz (1925-1998).

Standort des Fotografen: 47.882468, 8.344436

Joseph Selb als alter Mann, ca. 1880

Fotograf: Johann Nepomuk Heinemann, Hüfingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Ein alter Mann lässt sich im Fotoatelier ablichten. Er trägt einen dunklen Anzug mit Weste und Binder, ordentlich und zugleich schlicht, wie es einem Handwerker seiner Zeit entspricht.

Jahrzehnte später vermerkt Johanna Rebholz (geb. Ganter, 1913-2003) in ihrem Fotoalbum schlicht: »Mein Urgroßvater mütterlicherseits«. Es handelt sich um Joseph Selb (1817-1899), Zimmermann von Beruf, geboren am 2. März 1817. Sein Lebensweg ist von Arbeit, Familie und Verlust geprägt. In erster Ehe heiratete er 1839 Magdalena Kramer (1819-1863). Sechs Kinder wurden geboren, drei davon starben bereits im Säuglingsalter. Einer seiner Söhne ist der Glaser Josef Selb (1839-1916). Die Familie wohnte im Maienland (Maienlandstr. 16). Nach dem frühen Tod seiner Frau heiratete Joseph Selb 1864 erneut: Josefa Benz (1824-1902) wurde seine zweite Ehefrau. Auch aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor, von denen wiederum eines im Kleinkindalter starb.

Das Porträt entsteht im Fotoatelier von Johann Nepomuk Heinemann in Hüfingen. Joseph Selb stirbt am 8. Februar 1899 im Alter von 81 Jahren.

Standort des Fotografen: Hüfingen

20-Jährige mit Narrenbaum im Maienland, Fasnacht 1973

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Rita Willmann zur Verfügung.

Der Jahrgang 1953 erlebt an der Fasnacht seinen großen Tag. Am »Schmutzigen Dunschdig« sind die 20-Jährigen in Aktion. Den Narrenbaum haben sie zuvor im Stadtwald geschlagen, nun posieren sie mit dem Stamm im Maienland bei der Zimmerei Fehrenbach. Vom Wohnhaus im Hintergrund (Maienlandstr. 23) hängen lange Eiszapfen von der Dachrinne. Einige 20-Jährige haben auf dem Baum Platz genommen, andere gruppieren sich darum. Sie tragen überwiegend blaue Fuhrmannskittel – und Hüte aller Art: Strohhüte mit farbigen Bändern, dunkle Filzhüte, Stoff- und Schlapphüte. Ein kleines Täfelchen, das sie um den Hals tragen, weist sie als »20er« aus.

Am Rand stehen links und rechts jüngere Kinder, die auch kostümiert sind. Sie beobachten das Treiben der »Großen« mit sichtbarer Neugier und Bewunderung – für sie ist dieser Tag noch Zukunftsmusik. In Kürze tragen die 20-Jährigen den Narrenbaum ins Städtchen, wo sie ihn vor dem Café Fuß aufstellen werden. Dort wird auch die Vereidigung auf die »Laterne« der Laternenbrüder stattfinden – ein wichtiger Schritt im närrischen Brauch.

Zu sehen sind u.a. Cäcilia Rebholz (verh. Runge), Rolf Kuster, Reinhold Hryzuniak, Manfred Kaufmann (1953-2021), Klaus Kiermeier (1953-2009), Cornelia Benitz (verh. Fechti), Elisabeth Höcklin (verh. Bausch), Else Dieterle, Christa Zirn (verh. Schwörer), Rosmarie Keller (verh. Frei) und Annemarie Hepting (verh. Kiermeier).

Zum Jahrgang gehören auch Klaus Effinger (1953-2015) und Cornelia Scholl (verh. Kienzler, 1953-2024).

Standort des Fotografen: 47.886348, 8.341937

2 Fotos: Trauung vom Brautpaar Burger / Benitz, 8. Mai 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am 8. Mai 1957 heiraten Willi Burger (1928-2021) und Elisabeth Benitz (1930-2019) in der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Sie werden von Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) getraut.

Hinter dem Paar haben sich Verwandte, Freunde und Gemeindemitglieder versammelt. Die Kirche ist festlich geschmückt, Pflanzen rahmen den Altarraum, alles ist auf diesen Moment ausgerichtet.

Da Braut und Bräutigam dem Kirchenchor angehören, er als Baß, sie als Sopran, wirkt der Chor bei der Gestaltung der kirchlichen Trauung mit. Gesungen wird »Der Herr ist groß« aus der »Schöpfung« von Joseph Haydn sowie die Kreuz-Messe von Dietrich.

Standort des Fotografen: 47.882464, 8.344475

Hochzeitsgesellschaft Kuster / Wehinger vor der Festhalle, 30. September 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die Treppenstufen vor dem Mitteltrakt zwischen Festhalle und Volksschule werden zur Bühne für einen besonderen Moment. Sorgfältig haben sich die Hochzeitsgäste aufgestellt, Reihe für Reihe, damit alle Platz finden und gut zu sehen sind. Vorne, genau in der Mitte, steht das Brautpaar. Die Braut im hellen Kleid mit Schleier, der Bräutigam an ihrer Seite – ernst und zugleich ein wenig stolz blickend in die Kamera. Der Bräutigam ist Konrad Kuster (1921-2011) und die Braut ist Margarete Wehinger (1930-2018), die aus Döggingen stammt.

Ein kleiner Junge im Matrosenanzug hält aufmerksam die Schleppe der Braut. Um das Paar herum gruppieren sich Eltern, Geschwister, Verwandte und Freund*innen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Mathilde Gut (verh. Hutzler, 1910-2000), 2 Rose Haase (geb. Schmidt), 3 Amalie Wehinger (1925-2017), 4 Klaus Schmidt, 5 Braut Margarete Kuster (geb. Wehinger, 1930-2018), 6 Bräutigam Konrad Kuster (1921-2011), 7 Bräutigammutter Maria Kuster (geb. Erath, 1883-1961), 8 Theresia Wehinger (1932-2023, später Schwester Theodorika), 9 Anna Jonner (verh. Ratke), 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Monika Wehinger (verh. Fesenmeyer, 1933-2021), 2 Theodor Wehinger (1921-2002), 3 Brautvater Theodor Wehinger (1891-1969), 4 Brautmutter Maria Wehinger (geb. Gut, 1897-1969), 5 Anna Schelling (geb. Kuster, 1919-2010), 6 Anna Wehinger (verh. Vogelbacher, geb. 1937)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elisabeth Wehinger (verh. Grieshaber, 1921-1995), 2 Rosa Kuster (1916-1976, ledig), 3 Leo Gut (1869-1955), 4 Theresia Gut (geb. Keller, 1892-1968), 5 Maria Gut (geb. Föhrenbacher, 1897-?), 6 Rainer Erath (1904-1996)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Agathe Schmidt (geb. Kuster, 1911-1986) , 2 Mathilde Frey (geb. Kuster), 3 Maria Kuster (1907-1980, ledig), 4 Hermann Schelling (1914-1998)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 August Kuster (1883-1972), 3 ???

Standort des Fotografen: 47.882628, 8.347610

Kindergruppe im Gasthaus »Linde«, ca. 1960

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Die Kinder stehen im Gasthaus »Linde« dicht beieinander. Einer scheint gerade einen Witz gemacht zu haben, denn mehrere Gesichter sind mitten im Lachen eingefroren. Die Gruppe setzt sich aus Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1947 bis 1952 zusammen. Ordentlich gekleidet stehen sie zwischen Tischen und Stühlen, die für Erwachsene gemacht sind. Die Großen stehen hinten, die Kleinen vorne.

Was genau der Anlass dieses Zusammenseins ist, bleibt offen. Wird hier ein Kindergeburtstag gefeiert? Vielleicht von einem der Kaltenbrunner-Kinder? Und wenn ja – welches Kind steht heute im Mittelpunkt? Sicher ist nur: Es ist ein besonderer Moment.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Manfred Kaltenbrunner, 2 Marlies Müller (verh. Eberle, geb. 1951), 3 Franz Müller (geb. 1952), 4 Marianne Kaltenbrunner (verh. Löffler), 5 Gretel Bader (verh. Kaltenbach, geb. 1952)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Veronika Kaltenbrunner (verh. Ruf, geb. 1951), 2 Rosmarie Bader (verh. Straub, geb. 1949), 3 Christel Mayer (verh. Wehrle, geb. 1949), 4 Alice Mayer (verh. Ganter, 1947-2026)

Standort des Fotografen: 47.884219, 8.346500

Unbekannter Mann mit Sohn und Tochter, ca. 1880

Fotograf: Atelier Johann Nepomuk Heinemann, Hüfingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Der Mann sitzt fest auf dem Stuhl, die Hände ruhig auf den Knien, den Blick direkt nach vorn gerichtet. Neben ihm stehen ein Junge und ein Mädchen, dicht bei ihm, als suchten sie Halt. Der Moment ist sorgfältig inszeniert – so, wie es sich für ein Familienporträt gehört. Aufgenommen wird das Bild im Atelier von Johann Nepomuk Heinemann in Hüfingen.

Der Mann trägt Vollbart und dunklen Rock, die Kinder sind ordentlich gekleidet und blicken ernst. Lächeln ist hier nicht gefragt. Ein Foto ist kein flüchtiger Schnappschuss, sondern ein Ereignis, das Bestand haben soll.

Wer diese Familie ist, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Vermutlich ist es Johann Baptist Klotz. Geboren wurde er am 2. Mai 1835 in Zoznegg bei Stockach. Er ist Bäcker und Bierbrauer von Beruf, in anderen Dokumenten wird er als Feldhüter und als Küfer bezeichnet. 1873 heiratete er Wilhelmine Klotz (geb. Wider, 1846-1878), die aus Löffingen stammt. Die Familie wohnt in der Alenbergstraße. Der Mann posiert mit seinen beiden Kindern, mit Sohn und Tochter. Die Tochter könnte Emma Klotz (geb. 1873) sein, der Sohn Emil Klotz (geb. 1875). Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet der Witwer in zweiter Ehe Anna Klotz (geb. Riedlinger), die aus Göschweiler stammt. Johann Baptist Klotz stirbt am 6. Januar 1901 im Alter von 62 Jahren.

Standort des Fotografen: Hüfingen

Fünf Freundinnen bei einem Ausflug bei der Ziegelhütte, Herbst 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Fünf junge Frauen schieben ihre Fahrräder nebeneinander her, lachen, halten kurz inne. Vom Stadtwald kommend passieren sie die Ziegelhütte und die Jungviehweide. Ihr Ausflug nach Oberbränd liegt hinter ihnen, nun geht es zurück in Richtung Städtchen.

Die Freundinnen tragen Röcke und Jacken. Die Räder sind schwer, die Strecke zieht noch einmal an. Bis hinauf zur Anhöhe am Witterschneekreuz heißt es schieben oder kräftig in die Pedale treten. Danach wird es leicht, dann rollt der Weg fast von selbst bergab. Zeit zum Durchatmen, für Gespräche und gemeinsames Lachen. Das Foto hält einen unbeschwerten Moment ihrer Freundschaft fest. Ein Ausflug wie dieser bedeutet auch Abwechslung vom Alltag und ein Stück Freiheit.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 4 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 5 ???

Standort des Fotografen: 47.897084, 8.336641

3 Fotos: Grillparty von Stadtbediensteten, 1984

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein Sommerabend im Jahr 1984. Das Feuer knistert leise, Holzscheite liegen im Kreis, und der Geruch von Rauch hängt in der Luft. Auf Bierbänken sitzen die Stadtbediensteten beisammen, das Bierglas oder die -flasche in der Hand, den Blick ins Feuer oder zu den Kolleg*innen gerichtet. Im Stadtwald, vor der »Stierhütte«, kommt man – jenseits von Dienstplänen – bei einem gemeinsamen Grillabend zusammen. Im Hintergrund stehen Bierkästen bereit.

Oberes Bild
V.l.n.r.:
1 Veronika Riesterer (Dittishausen), 2 Rita Bölle (geb. Schmid), 3 Gertrud Heitzmann (geb. Brugger, 1921-2005), 4 Ratschreiber Fritz Adrion (1920-2004), 5 Bernhard Wolf (Unadingen), 6 Gerhard Bader

Mittleres Bild
V.l.n.r.:
1 ??? Oschwald (Reiselfingen), 2 Artur Klausmann, 3 Sabine Hornstein (geb. Strobel), 4 Theobald Bausch (Unadingen), 5 Thomas Dickhaut (Bubenbach), 6 Lothar Baader

Unteres Bild
V.l.n.r.: 1 Gertrud Heitzmann (geb. Brugger, 1921-2005), 2 Werner Lubrich (1927-2010)

Standort des Fotografen: 47.927771, 8.319454

Trümmerstätte im Städtchen nach dem Großbrand, 1921

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der Großbrand vom 28. Juli 1921, bei dem 36 Gebäude im Städtchen ein Raub der Flammen wurden, liegt nun schon einige Wochen zurück. Mitte September sind die Aufräumarbeiten abgeschlossen, der Brandschutt abgetragen. Zurück bleibt eine gewaltige Lücke mitten im Stadtbild.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße hinüber zum unteren Rathausplatz. Links stehen das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Friseurmeister Julius Limb ist in seinem weißen Kittel vor die Tür getreten. Auf dem Rathausplatz ragt der Demetriusbrunnen in die Höhe – fast wie ein letzter Fixpunkt in einer aufgerissenen Stadtlandschaft.

Was fehlt, ist die vertraute Häuserkulisse mit dem Mailänder Tor. Das Torgebäude von 1580 ist zwar nicht abgebrannt, wurde aber beschädigt und im Zuge der Aufräumarbeiten abgebrochen. Man will Platz schaffen für ein neues Tor mit breiterer Durchfahrt. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Der Wiederaufbau nach Plänen des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) hat noch nicht begonnen. Aus den Trümmern geborgene Ziegel liegen ordentlich aufgeschichtet, einzelne Gerüste stehen bereits auf dem Rathausplatz – vielleicht als erste Markierungen dessen, was kommen soll.

Noch ist der Blick frei hinauf zum Alenbergwäldchen und zum Haus Ganter (Alenbergstr. 14), das nur knapp dem Feuer entgangen ist. Blechnermeister Otto Ganter verteidigte sein Haus entschlossen gegen die Flammen und löschte das brennende Dach mit Jauche. Auch das Wohnhaus und der Schopf von Familie Fehrenbach (Alenbergstr. 11 und 13) konnten gerettet werden, während durch Funkenflug andere Häuser auf dem hinteren Alenberg ein Raub der Flammen wurden.

Standort des Fotografen: 47.883372, 8.343812

Schulklasse der Grundschule auf der Eisbahn, 1993

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Warme Jacken, dicke Mützen und rote Wangen bestimmen das Bild. Die kalten Füße und klammen Finger muss man sich dazudenken. Auf der Eisbahn unterhalb der Grundschule haben sich zwei Schulklassen versammelt. Der Winter zeigt sich von seiner kalten, aber einladenden Seite. Die Eisfläche garantiert jede Menge Spaß. Die Kinder tragen zwar keine Schlittschuhe, doch das hält sie nicht davon ab, über das Eis zu rutschen, zu schlittern und das Gleichgewicht zu verlieren – und wiederzufinden.

Mitten unter den Kindern stehen die beiden Klassenlehrerinnen Inari Boehm und Elfriede Krämer (geb. Ghiraldin, 1952-2024). Sie haben den Ausflug begleitet und posieren nun mit ihren Schüler*innen für ein Gruppenfoto. Hinter ihnen erhebt sich das Schulgebäude, vertrauter Rahmen des Alltags, während hier unten für einen Moment der Unterricht pausiert.

Standort des Fotografen: 47.882345, 8.346996