4 Fotos: Klassentreffen des Jahrganges 1937/38 im Gasthaus »Ganterbräu«, 1981

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

30 Jahre nach ihrer Schulentlassung aus der Volksschule kommt der Jahrgang 1937/38 zu einem Klassentreffen zusammen. Treffpunkt ist das Gasthaus »Ganterbräu«, dessen gemütliche Stube an diesem Abend ganz im Zeichen der Erinnerung steht. An den zusammengestellten Tischen sitzen die ehemaligen Klassenkamerad*innen beisammen, vor sich Bier oder Wein.

Die Stimmung ist gelöst. Man lacht, erzählt und versucht, die vielen gemeinsamen Erinnerungen wieder hervorzuholen: Schulstreiche, Anekdoten von Lehrer*innen, der erste Arbeitsplatz oder die Jugendjahre. Einige haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen, andere treffen sich häufiger. Heute versucht man, aus vielen einzelnen Lebenswegen wieder eine gemeinsame Geschichte zu stricken.

erstes Bild
V.l.n.r.:
1 Klaus Benitz (1938-2015), 2 Walter Zeller, 3 Heinz Egle (1937-2025), 4 ??? (verdeckt), 5 ???, 6 Marianne Guth, 7 Fritz Wohlfarth (»s’Gäule«), 8 ??? Wohlfarth, 9 Rita Willmann, 10 Christel Jahndel (geb. Werne), 11 Irma Fritsche (geb. Benz)

zweites Bild
V.l.n.r.:
1 Klaus Benitz (1938-2015), 2 Heinz Egle, 3 Fritz Wohlfarht (»s’Gäule«), 4 ??? Wohlfarth, 6 Rita Willmann, 7 Marianne Guth, 8 Christel Jahndel (geb. Werne)
Neben dem Tisch steht Paul Bugger, der nicht zum Jahrgang gehört, aber gerade im »Ganterbräu« ist.

drittes Bild
V.l.n.r.:
1 Christel Jahndel (geb. Werne), 2 Rolf Fehrenbach, 3 Irma Fritsche (geb. Benz), 4 Anni Zumstein (geb. Fehrenbach), 5 ???, 6 Eugen Beha (1938-2003), 7 Adolf Heiler

viertes Bild
V.l.n.r.:
1 Irma Fritsche (geb. Benz), 2 Anna Zumstein (geb. Fehrenbach), 3 Eugen Beha (1938-2003), 4 Adolf Heiler, 5 ???

Standort des Fotografen: 47.884365, 8.345635

Fußball-Grümpelturnier der BSG Studer-Revox, Juni 1981

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Betriebssportgemeinschaft (BSG) der Firma Studer-Revox richtet ihr 7. Fußball-Grümpelturnier aus. Das Turnier entwickelt sich zu einem großen Ereignis: 35 Mannschaften, darunter auch vier Damenmannschaften, treten an. Gespielt wird über drei Tage hinweg auf den Sportflächen der Firmen Studer-Revox und Hogg. Mehr als 200 Zuschauer*innen verfolgen die Spiele und feuern ihre Mannschaften an.

Auf dem Foto posieren nach dem Turnier die beiden bestplatzierten Mannschaften der nichtaktiven Spieler für ein Erinnerungsbild. In der hinteren Reihe stehen die Sieger vom Automobilclub Löffingen (ACL), die sogenannten »ACL-Kicker«. In der vorderen Reihe knien die Zweitplatzierten von der Papierfabrik Neustadt. Das Finale der beiden Mannschaften war spannend: Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung. Mit einem 1:0-Sieg sicherten sich die »ACL-Kicker« den Wanderpokal.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hans Waldvogel, 2 Mario Haselwander, 3 Mike ???, 4 A. Rashiti, 5 Heinrich Braun, 6 Wilfried Tröndle (1946-2017), 7 Wolfgang Dieterle, 8 Subhi Ibrahim (?-2013)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Richard Kaltenbach (1951-2012), 2 Willi Fürderer (Dittishausen), 3 Konrad Benz, 4 Horst Sibold, 5 Herbert Kienzler, 6 Wolfgang Benz, 7 Bertil Weißenberger

Nach den Spielen verlagert sich das Geschehen in die Werkskantine, die bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Bei der anschließenden Siegerehrung werden Preise im Gesamtwert von 905 DM vergeben

Standort des Fotografen: 47.885009, 8.354101

Kommunionkind Joachim Laufer mit seiner Familie, 1941

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vor dem Hauseingang hat sich eine Familie dicht gedrängt für ein Erinnerungsfoto versammelt. Mittig in der vorderen Reihe steht das Kommunionkind, dessen großer Tag hier im Kreis der Familie festgehalten wird. Der Junge trägt einen dunklen Anzug mit weißem Hemdkragen und hält seine Kommunionkerze in der Hand.

Das Kommunionkind ist Joachim (»Jockele«) Laufer (1932-2014), Sohn von Wilhelm Laufer (1897-1958) und Emilie Laufer (geb. Berger, 1904-?). Hinter den Jungen haben sich Eltern, Verwandte und Nachbarn aufgestellt. In der zweiten Reihe fällt ein Mann mit Zylinderhut auf. Am rechten Bildrand steht ein kleiner Junge etwas abseits, als hätte er sich im letzten Moment noch ins Bild geschoben.

Das Haus ist noch unverputzt, das Mauerwerk liegt offen. Der Eingangsbereich mit Holztür und Nebengebäude bildet eine schlichte Kulisse für das Familienfoto. Trotz der Kriegsjahre ist die Erstkommunion für die Familie ein bedeutendes Ereignis geblieben. Das Gruppenfoto zeigt einen Moment des Zusammenhalts: Die Familie versammelt sich, um den festlichen Tag gemeinsam zu begehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969), 2 Egon Bader (1933-1999), 3 Joachim (»Jockele«) Laufer (1932-2014), 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.884642, 8.348550

2 Fotos: Kleider- und Wäschefabrik »Sultan Konfektion« in der Bahnhofstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In den ehemaligen Prause-Gebäuden in der Bahnhofstraße eröffnet der Unternehmer Ahmad Waseem die deutsche Filiale seiner Firma »Sultan Konfektion«. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Izmir in der Türkei. Waseem, ein gebürtiger Pakistani, der in Deutschland aufgewachsen ist, betreibt dort bereits seit den 1970er Jahren ein Textilunternehmen. Der Kontakt nach Löffingen kommt eher zufällig zustande. Während eines Aufenthalts in Deutschland trifft Waseem auf Ekkehard Marx (1928-2026), den stellvertretenden Ortsvorsteher von Unadingen. Aus diesem Gespräch entwickelt sich schließlich die Idee, einen Betrieb im Städtchen anzusiedeln.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung arbeiten zunächst acht Beschäftigte in der Löffinger Filiale, mittelfristig sollen bis zu 15 Arbeitsplätze entstehen. In der Werkstatt werden Modelle entworfen und Stoffe zugeschnitten. Die eigentliche Produktion erfolgt anschließend in der Türkei. Die fertigen Kleidungsstücke kommen danach zurück nach Löffingen, wo sie gebügelt, verpackt und für den Versand vorbereitet werden. Hergestellt wird Oberbekleidung für Damen, Herren und Kinder. Die Produkte sind vor allem für Versandhäuser bestimmt.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Doris Schneider, 2 ???, 3 Charlotte Weißer, 4 Ahmad Waseem, 5 ???

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Charlotte Weißer, 2 Ahmad Waseem, 3 Senta Ritzi

Standort des Fotografen: 47.886030, 8.340842

2 Fotos: Kindergartenfest, ca. 1985

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Im Kindergarten wird gefeiert. Auf einer kleinen Holzbühne tanzen Kinder im Kreis um ein Geflecht aus Seilen – ein Bändertanz, bei dem sich die Stränge nach und nach umeinander winden. Die Kinder heben die Arme, drehen sich und folgen aufmerksam den Anweisungen der Erzieherin. Sie halten konzentriert die Seile fest und bewegen sich im Rhythmus. Noch ist das Geflecht ungeordnet, doch mit jeder Runde entsteht langsam ein Muster.

Die Bühne ist liebevoll geschmückt: Rote und gelbe Papiergirlanden spannen sich entlang des Geländers, daneben steht ein großer Sonnenschirm aus Bast – fast wie aus einem Urlaubsort. Im Hintergrund sitzen Eltern und Gäste im Gras oder auf Bänken und verfolgen das Programm.

Wochenlang wurde für das Kindergartenfest geübt: Lieder, kleine Tänze und Spiele. Für die Kinder bedeutet der Auftritt vor Publikum ein großes Abenteuer – und für die Eltern einen Moment, den man gern fotografisch festhält.

Zu sehen sind u.a. Birte Meder.

Standort des Fotografen: 47.883181, 8.346912

Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Mini-Tischtennismeisterschaft in der Sporthalle, Dezember 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein Samstag im Dezember 1993 – draußen vielleicht grau und winterlich, doch in der Sporthalle herrscht konzentrierte Spannung. Rund um die Tischtennisplatte drängen sich Mädchen und Jungen mit fest umklammerten Schlägern. Manche knien vorne auf dem Hallenboden, andere stehen dicht an dicht hinter der Platte.

28 Kinder sind an diesem Tag zur Mini-Tischtennismeisterschaft angetreten. Bundesweit hatte der Deutsche Tischtennisbund zu dieser Aktion aufgerufen, in Löffingen organisierten Grund- und Hauptschule gemeinsam mit dem Tischtennisclub das Turnier. Eigentlich hatten sich weit mehr angemeldet – doch am Ende kämpfen 28 Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1981 und jünger um Punkte, Sätze und kleine Preise.

Gespielt wird im Pool-System mit anschließender K.-o.-Runde – für viele ist es das erste richtige Turnier überhaupt. Entsprechend ernst sind die Gesichter auf dem Foto, aber auch stolz. Unterstützt und angeleitet werden sie von Lehrer*innen und Vereinsmitgliedern, die im Hintergrund stehen.

Gewonnen haben an diesem Tag viele. Natürlich gibt es Sieger*innen in den verschiedenen Altersgruppen – doch durch Trostrunden und faire Spielmodi bleibt kaum jemand ohne Erfolgserlebnis. Genau das ist das Ziel der Mini-Meisterschaften: Freude am Spiel mit dem kleinen weißen Zelluloidball wecken – und vielleicht das ein oder andere Talent entdecken.

Standort des Fotografen: 47.883789, 8.347014

Historischer Zug mit Dampflok, 1996

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Auf der kleinen Brücke hinter dem Oberwiesenweg haben sich im Sommer 1996 Schaulustige versammelt. Seit dem Bau der Bahnlinie spannt sie sich hier über die Gleise – unscheinbar, aber mit weitem Blick in die Landschaft. Heute ist sie Logenplatz.

Unten ziehen sich die Schienen schnurgerade entlang. In der Ferne kündigt sich Rauch an. Eine historische Dampflok ist unterwegs – ein seltener Anblick in einer Zeit, in der längst moderne Züge den Takt bestimmen. Man wartet gespannt auf das langsame Heranschnaufen, das rhythmische Stampfen, die Dampfwolke über den Wiesen.

Links hat jemand ein Stativ aufgebaut, eine Filmkamera der Marke ARRI darauf montiert. Der Moment soll auf Film festgehalten werden. Daneben steht eine Familie: Eine Mutter hält ihr Kind auf dem Arm, ein anderes Kind klettert neugierig ans Geländer und späht hinunter auf die Gleise. Alle Blicke richten sich in dieselbe Richtung. Im Hintergrund liegen – eingebettet in die weite Landschaft – das Haus Kiechle (Beim Schneekreuz 1), das frühere Gasthaus »Engel« und daneben die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz.

Mehr als zwanzig Jahre später, im Februar 2019, verschwindet die Brücke. Im Zuge der Elektrifizierung der Höllentalbahn und der Tieferlegung der Gleise am Bahnhof wird sie abgerissen. Aus Kostengründen entscheidet sich die Stadt gegen einen Neubau. Mit ihr geht nicht nur ein Bauwerk verloren, sondern auch ein beliebter Fußweg – und ein Aussichtspunkt, von dem aus man Züge kommen und verschwinden sehen konnte.

Standort des Fotografen: 47.888903, 8.338132

Trachtengruppe bei der Stadterhebung in der Oberen Hauptstraße, 27. Mai 1951

Sammlung Familie Waßmer

Regen glänzt auf dem Asphalt der Oberen Hauptstraße. Es ist der 27. Mai 1951 – ein großer Tag für Löffingen: die Stadterhebung wird gefeiert. Doch statt frühsommerlicher Sonne herrscht nasskaltes Schmuddelwetter. Der Festumzug muss trotzdem stattfinden.

Unter der mit Tannengrün geschmückten Ehrenpforte – aufgespannt auf Höhe des »Gebertsaals« – bleiben Mitglieder der Trachtengruppe stehen und nutzen den Moment für ein Erinnerungsfoto. Vorne stehen Anna Benitz (geb. Manz, 1910–1974) und Albert Benitz (1905–1996), Arm in Arm. Das Ehepaar lächelt unbeirrt in die Kamera.

Im Hintergrund haben zwei junge Frauen einen Regenschirm aufgespannt. Auch sie tragen Tracht. Das Wetter mag den Glanz des Festes dämpfen – die Stimmung aber offenbar nicht.

Standort des Fotografen: 47.884435, 8.347201

Grundsteinlegung der evangelischen Kirche, 19. Juli 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Sommersonntag im Juli 1953. Männer in Anzügen und Frauen in hellen Kleidern haben sich versammelt. Noch ragen hinter ihnen rohe Backsteinmauern in den Himmel – das künftige Gotteshaus ist erst im Entstehen. Baugerüste, aufgeschichtete Ziegel und junge Fichten, die den Platz schmücken, markieren den Übergang zwischen Baustelle und Festakt.

Im Mittelpunkt steht die Stadtmusik. Der Dirigent Rupert Hepting hat die Arme erhoben, die Musiker setzen zum Spiel an: Die Musikinstrumente glänzen im Sonnenlicht.

V.l.n.r.: 1 Konrad Sibold (Querflöte), 2 Josef Hasenfratz (Klarinette), 3 Ferdi Hasenfratz (Klarinette), 4 Franz Faller (Tenorhorn), 5 Dirigent Rupert Hepting, 6 Lothar Zepf (Flügelhorn)

Mit feierlichen Klängen umrahmen die Musiker die Grundsteinlegung der evangelischen Kirche am 19. Juli 1953, dem 7. Sonntag nach Trinitatis. Es ist ein besonderer Moment für die evangelische Gemeinde, die hier ihr eigenes Gotteshaus erhält. Auch der katholischen Kirchenchor wirkt mit. Zu sehen sind u.a. Franziska Heiler (geb. Fritsche), Erika Jordan und Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher).

In die Mauer des neuen Kirchenbaus wird eine Urkunde eingelassen. Darin heißt es: »Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes legen wir den Grundstein der evangelischen Kirche in Löffingen, in der Gottes Wort gepredigt, die Sakramente gespendet und der Name des Herrn angerufen werden soll.«

Standort des Fotografen: 47.881433, 8.348639

Vier Musiker an Fronleichnam, 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Vier junge Musiker stehen geschniegelt in dunklen Uniformröcken mit doppelter Knopfreihe, breiten Gürteln und auffälligen, glänzenden Helmen. In ihren Händen halten sie Blasinstrumente, wie Trompete und Horn. Unten auf dem Foto steht in schwungvoller Handschrift: »Frohnleichnahm 1935« – mit gleich zwei überflüssigen »h«. Das menschliche Gedächtnis – und manchmal auch die Rechtschreibung – irrt eben gelegentlich.

Die vier Musiker gehören der Stadtmusik an, die bis 1920 bei der Feuerwehr eingegliedert ist. Die alten Uniformen werden weiter genutzt, deswegen auch die Feuerwehrhelme. Fronleichnam ist ein Hochfest mit feierlicher Prozession, bei der Musik nicht fehlen darf.

Die Szene wirkt wie ein spontaner Schnappschuss am Rande der Feierlichkeiten. Die jungen Männer schauen nicht alle selbstbewusst in die Kamera: Einer blickt abgelenkt zur Seite, ein anderer blickt lächelnd gen Himmel. Gerade diese leichte Unbeholfenheit verleiht dem Bild seinen Charme. Es zeigt nicht nur vier Musiker in einem festlichen Moment, aber mit ganz und gar menschlicher Ausprägung.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 August Kuster jr. (Jahrgang 1924/25)

Standort des Fotografen: ???

Schulklasse des Jahrgangs 1891/92 mit Lehrer Eggert, ca. 1902-1904

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Dicht gereiht stehen und sitzen sie vor einem der schweren Holzläden des Rathauses: Fünf Reihen Schülerinnen und Schüler, geschniegelt, mit ernsten Gesichtern. Die Jungen tragen Jackett, Weste und steife Hemdkragen, manche mit sorgfältig gebundenem Schlips. Die Mädchen erscheinen in hochgeschlossenen Kleidern mit Rüschen, Stickereien oder Schürzen, die Haare streng gescheitelt oder zu Zöpfen gebunden.

Ganz rechts steht Hauptlehrer Ferdinand Eggert (1851-1927), sichtbar als Autoritätsperson. Seine Klasse, der Geburtsjahrgang 1891/92, dürfte hier etwa zehn bis zwölf Jahre alt sein. Das Foto entsteht um 1902 bis 1904.

Aufgenommen wird das Klassenfoto vor dem Rathaus, das bis zur Jahrhundertwende gleich drei Funktionen erfüllt. Es ist nicht nur Verwaltungsgebäude, sondern zugleich »Kaufhaus« und Schulhaus. Im Erdgeschoss befand sich bis zur Einstellung des Kornmarktes die Markthalle; darüber liegen bis 1936 Unterrichtsräume der Volksschule. Für dieses Erinnerungsfoto hat sich die Klasse vor den geschlossenen Läden der Markthalle aufgestellt – dort, wo früher an Markttagen reges Treiben herrschte.

Die aufwendig gestaltete Fotokartonage mit ornamentiertem Rahmen unterstreicht den besonderen Charakter der Aufnahme. Unten ist handschriftlich ein Name notiert: Eugen Hepting (1891-1915) ist Schüler der Klasse und fällt 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Eugen Hepting (1891-1915), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883819, 8.344146