Umzug zur Stadterhebung in der Oberen Hauptstraße, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Festumzug anlässlich der Stadterhebung bewegt sich durch die Obere Hauptstraße, vorbei am »Saalbau Gebert« (Obere Hauptstr. ). Leider spielt das Wetter nicht mit, es herrscht nasskaltes Schmuddelwetter.

Der Motivwagen, der von ingesamt vier Pferden gezogen wird, wobei nur zwei in diesem Foto zu sehen sind, stellt den Brautzug der österreichischen Erzherzogin Marie Antoinette im Jahr 1770 dar. Der Weg führte die 14-Jährige von Wien über Löffingen nach Versailles.

Standort des Fotografen: 47.884396, 8.346831

2 Fotos: 20-Jährige beim Narrenumzug, Fasnacht 1980

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Rita Willmann zur Verfügung.

»Löffingen das Erholungscenter« steht an den Umzugswagen geschrieben, der am »Scharfen Eck« um die Kurve biegt. Die 20-Jährigen haben den Wagen gestaltet und leisten damit ihren Beitrag zum diesjährigen Motto: »Närrisch in die 80er Johr«. Darauf sitzen u.a. Thomas Hecht und Franz Benz. Die übrigen 20-Jährigen laufen hinter dem Wagen her. Untergehakt, Reisekoffer tragend, Stadtpläne in den Händen haltend, fallen sie als Erholungssuchende im Städtchen ein. An den Wagen haben sie satirische Reklame für Löffingen geklebt. Sie machen sich u.a. darüber lustig, dass es im Städtchen kein »öffentliches Klo« gibt.

Im Hintergrund ist das »Eichhäusle« (Obere Hauptstr. 1) und das Haus Waibel (Obere Hauptstr. 3) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884447, 8.345495

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Der Narrenumzug bewegt sich durch das Städtchen. Eine Schar uniformierter »Polizisten« oder »Soldaten« marschiert über den oberen Rathausplatz, vorbei an den Schaulustigen, die rechts und links der Umzugsstrecke stehen und allesamt nicht kostümiert sind.

Im Hintergrund sind der »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) und das Haus Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen. Letzteres ist frisch renoviert. Der Blick fällt auch in die Obere Hauptstraße bis zum »Scharfen Eck«.

Das Foto wird in den frühen 1930er Jahren aufgenommen. Da 1931 und 1932 keine Fasnacht veranstaltet wird, scheint Fasnacht 1930 plausibel. Auch das Motto passt: »Generalmusterung und Besuch Seiner Majestät des Kaisers«.

Standort des Fotografen: 47.884129, 8.345066

NS-Aufmarsch in der Unteren Hauptstraße, ca. 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Zwischen all den Hakenkreuzfahnen und der schwarz-weiß-roten Reichskriegsflagge, die in der Unteren Hauptstraße im Wind flattern, sticht ein Transparent ins Auge, das über die Straße gespannt ist. Es handelt sich dabei nicht um NS-Propaganda mit einer politischen Losung, sondern um ein Werbebanner der Tankstelle von Julius Limb: »Essolub« ist in großen Buchstaben darauf zu lesen und wirbt für ein bekannte Motoröl.

Derweil marschiert eine Kolonne des »Bund deutscher Mädel« (BdM) durch die Straße und passiert gerade das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Am »Adler« sind noch keine Fensterläden zu sehen, sie werden erst in der Nachkriegszeit angebracht. Im Hintergrund marschiert eine Musikkapelle heran. Am linken Bildrand ist ein Gendarmeriebeamter zu sehen.

An welchem nationalsozialistischen Feiertag das Foto aufgenommen wird, ist unbekannt. Die Passanten, die am Straßenrand stehen, tragen warme Mäntel und Mützen. Die Straße ist nass vom Regen. Denkbar wäre daher der »Heldengedenktag«, der im Februar/März begangen wurde, oder der »Gedenktag für die Bewegung«, an dem alljährlich am 9. November des gescheiterten Hitler-Putsches von 1923 gedacht wurde.

Standort des Fotografen: 47.883726, 8.343856

3 Fotos: Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Lore Sibold zur Verfügung.

Der Narrenumzug ist in vollem Gange: Beiderseits der Hauptstraße stehen Schaulustige, um den bunten Zug zu sehen, der auf den oberen Rathausplatz einzieht. Auch auf der Freitreppe vor dem »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) drängen sich Menschen, um von dieser erhöhten Position alles sehen zu können. Eine Blaskapelle im Vordergrund schmettert gerade einen Marsch.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und wen wundert es da, dass der Narrenumzug von Marktbuden gesäumt ist? Schließlich diente der obere Rathausplatz traditionell als Marktplatz! Nicht alle Buden passen freilich ins 17. Jahrhundert. So steht vor dem Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) z. B. eine Bude, die auf einem Banner als »Spielhöhle Monte Carlo« bezeichnet wird. Eigentlich müsste es korrekt »Spielhölle« heißen, aber wen stört das schon an Fasnacht?

Das Foto wird von einem Fenster des Rathauses aufgenommen, dessen Erdgeschoss bis zur Jahrhundertwende auch als Markthalle diente.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Umzug beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Einer der Höhepunkte des dreitätigen Gausängerfestes, das in Löffingen veranstaltet wird, ist der Festumzug am Sonntag, den 31. Juli 1927. In den Zug reihen sich ca. 4.000-5.000 Teilnehmer ein. Ein Schilderbub marschiert vorneweg, eben bewegt sich der Zug am Rathaus vorbei in Richtung oberer Rathausplatz.

Die Lokalzeitung ist am nächsten Tag voll des Lobes: »Auch hierbei leuchtete die glänzende Organisation der Löffinger, die anderwärts eifrigste Nachahmung finden sollte, wenn man will, dass die Teilnehmer den ganzen Tag bei guter Laune bleiben. Also auch der Festzug war etwas sehr Sehenswertes und eigentlich der Höhepunkt des Festes.« 

Standort des Fotografen: 47.884026, 8.344862

2 Fotos: Kinderumzug in der Festhallenstraße, Fasnacht 1973

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Die Kinderfasnacht ist in vollem Gange. Besonders beliebt scheinen auch in diesem Jahr Kostüme als Cowboy und »Indianer« sowie als Clowns. Auf einem Pony reitet eine Hexe. Der Kinderumzug mit den kleinen Narren und Närrinnen zieht in Richtung Festhalle. Eben kommen sie an der im Bau befindlichen Realschule (Festhallenstr. 4) vorbei. »Betreten der Baustelle verboten« steht auf dem Schild am Bauzaun. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Kinder selbst als Schüler*innen auf die Realschule gehen werden.

Auf den Bildern sind u.a. Markus Gnädinger als Clown sowie Felix Leber und Frank Griesser als »Indianer« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883943, 8.348206

Narrengruppe vor dem Haus Wölfe in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elke Moser und Petra Nobs zur Verfügung.

In der Festschrift der »Laternenbrüder« anlässlich ihres 100. Jubiläums im Jahr 1989 ist dieses Foto abgedruckt und mit »1937 Fahrendes Volk« betitelt. Im Hintergrund ist das Haus des Landwirts Karl Wölfle (Obere Hauptstr. 23/25) zu sehen, das nach Großbrand 1921 außerhalb des Städtchens erbaut wurde.

Davor hat sich eine Narrengruppe mit ihrem Umzugswagen aufgestellt, um sich in den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« einzureihen. Ein Pferd ist vor einen Planwagen gespannt. Außerdem führen die Narren mehrere Kinderwagen mit sich. Sie stellen das »fahrende Volk« dar und bedienen mit ihrer Verkleidung und ihrem Auftreten mehrere Stereotypen in Bezug auf Sinti und Roma, die in der NS-Zeit als »Zigeuner« verfolgt werden.

Standort des Fotografen: 47.885118, 8.350133

Narrengruppe vor dem Haus Bader in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Im »Schlempental« stellen sich die Narrengruppen mit ihren Wagen für den Umzug am »Fasnet Mändig« auf. Diese Gruppe, die vermutlich als steinzeitliche Jäger und Sammler kostümiert ist, lässt sich vor dem Haus Bader (Obere Hauptstr. 17) fotografieren. Ihr Wagen wird von zwei Pferden gezogen.

Die Narren und Närrinnen gehören vermutlich dem Turnerbund an. Zu sehen sind u.a. Rosa Adrion, Erna Bader (geb. Mutterer, 1908-1969), Albert Benitz und Rosa Henzler.

Das Motto der Fasnacht 1939 ist »die Heimat in grauer Vorzeit«, thematisiert werden »Sitten und Gebräuche, Leben und Treiben der Vorfahren aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit bis zur Besiedlung des Landes durch die Kelten«.

Standort des Fotografen: 47.884854, 8.348870

Fahrradkorso beim Narrenumzug, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Thomas Scherer zur Verfügung.

Die Mitglieder des Automobilclubs haben sich auf das Fahrrad geschwungen und in den Narrenumzug eingereiht. Sie fahren mit ihren Tretmühlen gerade über den unteren Rathausplatz. Was ist passiert, dass ausgerechnet die Liebhaber des Motorsports heute nicht motorisiert unterwegs sind? – Richtig! Die Ölkrise und ihre Auswirkungen bewegen seit Herbst 1973 nicht nur die Politik, sondern alle Gemüter.

Nachdem die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OPEC) die Fördermengen drosselte, kam es zu einem starken Preisanstieg des Ölpreises. Die Bundesregierung reagierte darauf, indem sie an vier autofreien Sonntagen ein allgemeines Fahrverbot verhängte sowie für sechs Monate generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen einführte. Für die Mitglieder des Automobilclubs ist deshalb klar, dass sie an Fasnacht die Ölkrise thematisieren.

V.l.n.r: Wolfgang Straub, Alfons Fischer, Theo Schreiber, Willi Beierer

Im Hintergrund ist der »Fässlewagen« mit den Laternenbrüdern erkennbar.

Standort des Fotografen: 47.883817, 8.343942

Narrenumzug mit »Chinesen« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Vom Haus Rebholz (Rathausplatz 8) aus bietet sich am »Fasnet Mändig« ein guter Blick auf den Narrenumzug, der sich über den unteren Rathausplatz schlängelt. Gerade fährt ein mit Strohmatten dekorierter Fasnachtswagen vorüber, hinter dem eine Gruppe »Chinesen« herläuft.

Dabei handelt es sich um die Familie Adrion. Zu sehen sind Margret und Fritz Adrion jun., Martha und Erich Adrion (»Drilli«) sowie Irma und Arno Adrion. Auf dem Fahrzeug sitzt Ernst Heiler. Mit dabei ist auch Genoveva Adrion.

Standort des Fotografen: 47.883645, 8.344194

Narrenumzug in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Das diesjährige Fasnachtsmotto lautet: »Sagen und Märchen des deutschen Volkes«. Hier fährt gerade ein von Pferden gezogener Umzugswagen durch die Untere Hauptstraße, vorbei am Friseursalon Limb (Untere Hauptstr. 4) und der Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6). Darauf thront eine Gruppe von sechs Frauen, die in weiße Gewänder gekleidet sind. Auch der Wagen ist weiß dekoriert und mit zwei Schwänen geschmückt. Gut möglich, dass der Wagen das Märchen »Die sechs Schwäne« der Gebrüder Grimm darstellt.

Wer erkennt die Frauen auf dem Wagen?
V.n.r.: Josefa Gebert (?), ???, ???

Standort des Fotografen: 47.883563, 8.343874