Narrengruppe vor dem Haus Ganter in der Maienlandstraße, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.

Da haben die Narren aber noch ordentlich was zu tun, wenn sie den Winter austreiben wollen! Im Maienland türmt sich die weiße Pracht rechts und links der Straße.  Das Haus von Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) ist eingeschneit. Die Narren rollen mit schwerem Gerät an. Sind es Römer? Sind es Germanen? Ist es vielleicht die »Hermannschlacht« im Teutoburger Wald, die sich gleich im Maienland ereignen wird? Immerhin lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht: »Als die Römer frech geworden«.

Die Narrengruppe besteht aus Mitgliedern vom Männergesangverein »Eintracht«. Zu sehen sind u.a. Otto Schmitt, Willy Siefert (1898-1968), Fritz Strobel (1906-1997) und Albert Benitz (1905-1996).

Standort des Fotografen: 47.885250, 8.342521

2 Fotos: Chorsingen beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 1927

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Else Egle, Hermann Egle, Maria Kuster und Maria Wider zur Verfügung.

Drei Tage lang steht das Städtchen ganz im Zeichen des Gesangs. Denn vom 30. Juli bis zum 1. August 1927 findet in Löffingen das Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest statt. Am Preiswettsingen beteiligen sich insgesamt 39 Vereine aus Nah und Fern. Die meisten Konzerte finden in der neu erbauten Festhalle statt. Aber auf den beiden Fotos ist zu sehen, dass zwischendurch auch auf dem oberen Rathausplatz eine Gesangsdarbietung gegeben wird. In einem Halbkreis stehen die Sänger des Männerchors Brombach vor dem Rathausbrunnen. Zuhörer sind stehengeblieben und lauschen den Liedern. Vor dem geschmückten Gasthaus »Löwen« stehen mehrere Autobusse, aber auch eine Pferdekutsche.

Die Ausrichtung des Gausängerfestes war eine logistische Herausforderung. In der Lokalzeitung heißt es lobend: »Die Unterbringung der etwa 3.000 Sänger und der vielen Hunderten von sonstigen Besuchern des Festes über die Mittagszeit war ein schwieriges Problem, wurde aber von den Löffingern ausgezeichnet gelöst. Man hatte eine Reihe von Vereinen in den Gasthöfen von Unadingen, Reiselfingen, Göschweiler, Seppenhofen und Rötenbach untergebracht und auch für einen flotten Transport derselben gesorgt. In Löffingens Gasthöfen war Hochbetrieb. Hatte ein Verein sein – übrigens überall ausgezeichnet und reichlich serviertes – Mittagessen eingenommen, so erschien nach ihm der Bruderverein, um sich ebenfalls gütlich zu tun und die Kehle anzufeuchten.«

Standort des Fotografen: 47.884068, 8.344613

Krankentrage des Krankenhauses, ca. 1965

Sammlung Familie Waßmer

Erst 1965 schaffte der DRK-Ortsverein Löffingen sein erstes Fahrzeug an, einen gebrauchten VW-Krankenwagen, der vom DRK-Ortsverein Furtwangen für 3.500 DM abgekauft wurde. Bis dahin wurden Krankentransporte in das Städtische Krankenhaus mit dieser fahrbahren Krankentrage durchgeführt. Motorisierte Krankenwagen gab es bis in die 1950er Jahren nur in den benachbarten Kreisstädten. Nach dem Ausbau und der Modernisierung des Krankenhauses in der Seppenhofer Straße 1957 und der steigenden Anzahl von Unfällen im Straßenverkehr wurde die Anschaffung eines motorisierten Krankenwagens schließlich erforderlich.

Standort des Fotografen: ???

Bombenschaden an der Pfarrkirche St. Michael, Februar 1945

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Ursula Glunk sowie Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.

Am 22. Februar 1945 werfen alliierte Flugzeuge über einhundert Bomben über dem Städtchen ab. Im Visier der Bomber ist das Bahngelände mit dem angrenzenden Sägewerk Josef Benz AG. Durch die entstehende Druckwelle werden weitere Häuser beschädigt und zahlreiche Dächer abgedeckt. Auch die Pfarrkirche St. Michael wird in Mitleidenschaft gezogen: Das Dach wird teilweise abgedeckt und Fensterscheiben gehen zu Bruch.

In der Chronik des katholischen Kirchenchores sind die Kriegsschäden an der Pfarrkirche erwähnt: »Am 19. und 22. Februar 1945 waren die Haupt-Fliegerangriffe auf unser Heimatstädtchen, bei denen auch das Kirchendach total zerstört wurde, sodass das Wasser durch die Decke in die Orgel drang und dieselbe zu zerstören drohte. Der Umsicht und Tatkraft unserer Organistin Fräulein Johanna Ganter sowie ihres Vaters Herr Otto Ganter ist es zu danken, dass die Orgel erhalten blieb. Die beiden spannten an Pfingsten 1945 eine Zeltplane über die Orgel und retteten somit die herrliche Orgel vor der Zerstörung durch das Wasser.«

Das Foto wird von der Bittengasse aufgenommen. Der nahe gelegene Farrenstall geht beim Fliegerangriff am 23. Februar 1945 in Flammen auf.

Standort des Fotografen: 47.882891, 8.344889

Veronika Geisinger mit ihren zwei Töchtern, ca. 1918

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Susanne Obergfell und Michael Rösch zur Verfügung.

Fotografien sind noch eine Seltenheit und werden für zukünftige Generationen bewahrt. Heute lässt sich Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878–1958) mit ihren beiden Töchtern im Fotostudio in Neustadt ablichten. Links steht ihre ältere Tochter Emma Geisinger (verh. Kienzle, 1915–2003), auf ihrem Schoß sitzt die jüngere Tochter Maria Geisinger (verh. Rösch, 1916–2001).

Die sorgfältig arrangierte Aufnahme zeigt das typische Internieur eines Fotostudios mit Vorhängen und einem fein verzierten Stuhl. Emma steht auf einem kleinen Hocker, um die Bildkomposition auszugleichen. Die Gesichter wirken ernst – für Fotografien muss lange stillgehalten werden, was das spontane Lächeln erschwert.

Standort des Fotografen: Neustadt

Café Fehrenbach in der Scheffelstraße mit viel Schnee, ca. 1970-1980

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Ssigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Schneeberge türmen sich entlang der Göschweiler Straße. Tief verschneit liegt das Café Fehrenbach (Scheffelstr. 1) da an der Einmündung der Scheffelstraße. Aber die Kundschaft wird sich schon ihren Weg bahnen.

Eugen Fehrenbach (1937-2026) hatte im Neubaugebiet auf der »Breiten« das Café eröffnet. Es verfügt über eine eigene Bäckerei und Konditorei sowie über Fremdenzimmer. Darüber hinaus fährt Eugen Fehrenbach als Koch auf Schiffen in alle Welt.

Standort des Fotografen: 47.880239, 8.342199

Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1930-1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Nach dem Großbrand von 1921 und dem erfolgten Wiederaufbau verfügt das neue Haus Benitz über zwei Gebäudeflügel und einen verbindenden Mittelbau. Das stattliche Gebäude dient als Wohn- und Geschäftshaus. Die Weinhandlung Hogg ist seit 1902 im alleinigen Besitz der Familie Benitz. Seit 1919 wird das Geschäft von der Witwe Anna Benitz (geb. Glunk) geführt, zusammen mit ihren Söhnen Joseph, Paul und Albert.

Paul Benitz (1899-1979) erinnert sich in einem Bericht von 1975 an die Schwierigkeiten des Wiederaufbaus: »Da unser Nachbar Joseph Paul Thoma (in Freiburg) nicht wiederaufbauen wollte, konnten wir seinen Bauplatz mit Garten erwerben. Es war dies für uns eine Notwendigkeit, denn Thomas großer Keller war immer war immer an die Firma Hogg verpachtet. Zur Finanzierung des Kaufes verkauften wir eine große Wiese mit einem Hektar an die Holzindustriewerke Josef Benz. Ich hatte mit dem Wiederaufbau viel zu tun. Das Baumaterial, das mit der Bahn kam, mußte unser Fuhrwerk zum Bauplatz fahren. Das Bauholz, von der Gemeinde gekauft, mußte durch angestellte Fuhrwerke nach Hölzlebruck gefahren werden. Von dort kam das Schnittholz per Bahn zurück. Lastwagen gab es damals nicht. Alles in allem mußten wir ca. 400 Festmeter Stammholz kaufen bis die Bauarbeiten fertig waren. Während der Bauzeit hat die Geldentwertung angefangen. Solche hatten ungeahnte Folgen mit schlaflosen Nächten.«

Anfang 1923 können die neuen Geschäftsräume in Betrieb genommen und die Familienwohnung im Erdgeschoss bezogen werden. Nach der Eheschließung von Joseph Benitz 1927 und von Paul Benitz 1931 wohnt fortan Joseph Benitz im ersten Stock vorne, während Paul Benitz die Parterrewohnung übernimmt. Ihre Mutter zieht mit den Kindern Maria (1911-?), Albert (1905-1996) und Franz (1908-1944) in den Mittelbau. 

Auf dem Foto herrscht hektische Betriebsamkeit: Weinfässer werden im Hof auf Holzkarren verladen. Im Vordergrund ist ein Garten zu erkennen, der symmetrisch angelegt ist. Er ist heute asphaltiert und dient als Zufahrt zum benachbarten Haus Alenbergstr. 11 sowie als Parkplatz für Autos.

Standort des Fotografen: 47.885448, 8.343593

2 Fotos: Umzug beim Sängerfest in der Bahnhofstraße, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hermann Egle sowie Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.

Girlanden aus Reisig hängen in der Bahnhofstraße. Die Mitglieder des Turnerbundes marschieren in ihrer weißen Sportkleidung vorbei. Sie haben sich in den Festumzug anlässlich des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfestes eingereiht, das für drei Tage in Löffingen stattfindet. Ihre Vereinsfahne wird vorneweg getragen. Etwa 4.000 bis 5.000 Teilnehmer von verschiedenen Vereinen beteiligen sich an dem Umzug. Am rechten Bildrand ist angeschnitten ein Teil des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.343013

Seifenkistenrennen in der Alenbergstraße, 5. Februar 1951

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Beim Seifenkistenrennen an Fasnacht 1951 nehmen zwei verschiedene Altersgruppen teil: Die »Kleinen« fahren zuerst, erst dann sind die »Großen«, d.h. die 14-Jährigen, an der Reihe. Letztere sind auf diesem Foto zu sehen, an der Startposition in der Alenbergstraße.

Ganz vorn sitzt in einem »Mercedes« Eugen Fehrenbach (geb. 1937), hinter ihm ist sein Zwillingsbruder Berthold Fehrenbach (geb. 1937) und daneben – an der Mauer hockend – Karl Fürst (geb. 1932) zu sehen. Dahinter folgt ein »Maserati«, in dem Karl Sibold (1937-2006) sitzt. Hinter ihm sind Bernd Schmid (geb. 1937) und Ernst Jester, genannt »Bubi« zu erkennen.

Die Rennstrecke führt geradeaus die Alenbergstraße runter bis zum »Scharfen Eck«. Dort ist ein Strohpolster aufgebaut, damit auch ja alle die Kurve bekommen. Dann geht es weiter um die Ecke zum Rathaus.

Standort des Fotografen: 47.885839, 8.343607

Fasnachtsschmuck am Haus Egle in der Maienlandstraße, Fasnacht 1984

Sammlung Familie Waßmer

Familie Egle sieht heute so verändert aus! Ist Alfred Egle (1920-2001) vielleicht der Ritter? Und ist Else Egle geb. Ganter (1923-2011) wirklich die Burgfrau? – Nein! Es sind Masken, die da aus den Fenstern schauen. Die Egles haben ihr Haus anlässlich des 50. Geburtstages der Löffinger Hexen fasnachtlich geschmückt.

Standort des Fotografen: 47.885054, 8.342751

Theaterstück mit der »Frauenfeuerwehr«, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Die »Frauen-Löschgruppe« in der Feuerwehr wird 1942 gegründet, als viele Männer im Krieg sind. Insgesamt 25 junge Frauen werden für den Dienst in der Feuerwehr gewonnen und entsprechend ausgebildet. Unter Anleitung von Karl Glunk und Franziska Heiler finden wöchentliche Übungen statt, um die Frauen in Theorie und Praxis mit den Löschgeräten vertraut zu machen.

Die vier Frauen auf dem Foto gehören auch einer »Frauenfeuerwehr« an. Sie sind aber nicht in einem wirklichen Einsatz, sondern stehen auf einer Bühne. Es sieht nach einem Theaterstück aus, das vermutlich bei der »Wieberfasnet« aufgeführt wird. Die vier Frauen scheinen den Dienst in der Feuerwehr auf witzige Art und Weise zu persiflieren.

Wer weiß, wer die vier Frauen sind? Wann und wo stehen sie auf der Bühne?
Die 1.v.l. ist Anna Beha (1903-?).

Standort des Fotografen: ???

Blechnermeister Robert Geisinger, ca. 1902

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.

Ein junger Mann mit Schnurrbart lässt sich in einem Photoatelier in Basel fotografieren. Er trägt einen dunklen Anzug und ein weißes Einstecktuch. Der Porträtierte ist Robert Geisinger (1882-1952), geboren am 13. Februar 1882 in Löffingen und verheiratet mit Maria Magdalena Geisinger geb. Benz. Er ist Blechnermeister von Beruf und u.a. der Lehrmeister von Anton Geisinger, genannt »Blechtoni«. Am 27. Mai 1952 stirbt Robert Geisinger im Alter von 70 Jahren.

Standort des Fotografen: Atelier C.F. Schmid, Basel.