Haus Zepf in der Dittishauserstraße, 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Nachdem das Haus von Familie Zepf in der Unteren Hauptstraße bei einem Fliegerangriff 1945 komplett zerstört worden war, errichtete August Zepf (1900-1982) an der Dittishauser Straße ein neues landwirtschaftliches Anwesen. Zusammen mit seiner Ehefrau Klara Zepf (geb. Fehrenbach) betreibt er die Landwirtschaft. 1966 übergibt er sie an seinen Sohn. Außerdem arbeitet er 42 Jahre lang als Holzhauer im Stadtwald.

Links daneben sind stadteinwärts das Haus von Waldwegwart Julius Zepf (Dittishauser Str. 19) und das Haus von Landwirt Otto Geisinger (Dittishauser Str. 17) zu sehen. Beide Häuser wurden 1936 von der Baugenossenschaft erbaut.

Standort des Fotografen: 47.886172, 8.350294

Garten der Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße, August 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

Unterhalb des Café »Schönblick« befindet sich in der Haslachstraße die Siedlung »Neue Heimat«. Familie Kriegisch, die aus Oberschlesien stammt, hat hier mit anderen »Heimatvertriebenen« ein neues Zuhause gefunden. Im Garten hinter dem Haus können sie ihr eigenes Gemüse anbauen. Außerdem halten sie hier einen kleinen Ziegenbock.

V.l.n.r.: 1 Elisabeth Kriegisch (geb. Jeglitzka, 1910-1997), 2 Maria Kriegisch (verh. Waßmer, geb. 1947), 3 Marianne Jeglitzka (verh. Hildenbrand, geb. 1937)

Standort des Fotografen: 47.883732, 8.349096

Familie Kriegisch in der »Neuen Heimat« in der Haslachstraße, ca. 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

Familie Kriegisch schaut aus den Fenstern ihrer kleinen Dachgeschosswohnung: Elisabeth Kriegisch (geb. Jelgitzka, 1910-1997), ihre Mutter Agnes Jeglitzka (1871-1956) und ihre Tochter Maria Kriegisch (verh. Waßmer, geb. 1947). Als »Heimatvertriebene« verschlug es die die Familie 1946 aus Oberschlesien zunächst nach Jever. 1953 siedelte sie von dort nach Löffingen über, in der Hoffnung auf bessere Arbeitsmöglichkeiten.

Eine kleine 2-Zimmer-Wohnung in der Siedlung »Neue Heimat« war ihnen in Aussicht gestellt worden. Groß war die Enttäuschung bei der Ankunft in Löffingen, da das Haus in der Haslachstraße noch nicht bezugsfertig war. Stattdessen musste sich Familie Kriegisch zunächst im Gasthaus »Löwen« einquartieren und dann für einige Wochen bei Familie Göhry in der Oberen Hauptstraße unterkommen, wo sich die vier Personen ein Zimmer teilten. Jetzt geht es allmählich aufwärts und Familie Kriegisch wohnt immerhin in den eigenen vier Wänden. Hinter dem Haus ist ein kleiner Garten, den sie ebenfalls nutzen können. Im Fenster links ist eine andere »Heimatvertriebene« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883779, 8.349148

Hochwasser beim Haus Egle in der Maienlandstraße, 1. Juli 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Beim Hochwasser am 1. Juli 1958 bahnt sich das Wasser des sonst beschaulich dahinfließenden Stettbaches seinen Weg durch das Städtchen. Das Foto zeigt die Situation an der Einmündung der Rötengasse in die Maienlandstraße. Am Haus Egle (Maienlandstr. 8) fließt ein reißender Strom vorbei. Die Stromschnellen, die zu erkennen sind, lassen die Wucht der Wassermassen erahnen.

Standort des Fotografen: 47.885176, 8.342557

Mehrbildkarte mit fünf Ansichten, ca. 1955-1960

Verlag A. Rebholz | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

In der Nachkriegszeit verliert die Ansichtskarte nach und nach an Bedeutung. Die Zunahme an Telefonanschlüssen in den 1950er und 60er Jahren und die Reduzierung der Postzustellungen von früher mehrmals täglich auf einmal täglich reduziert ihren Wert als Kommunikationsmedium im Alltag. Fortan richtet sie sich vorrangig an Touristen, um Urlaubsgrüße zu versenden. Die Ansichtskarte muss dabei zwei Anforderungen erfüllen: Zum einen hat sie Alleinstellungsmerkmale der Stadt einzufangen, um sie werbewirksam vermarkten zu können, zum anderen muss sie Touristen als Orientierungshilfe dienen.

Diese Mehrbildkarte, die ab Mitte der 1950er Jahre verbreitet wird, richtet sich vorrangig an Touristen und Kurgäste. Das wird schon an dem kleinen mittleren Bild deutlich: Auf dem holzgeschnitzten Ortsschild wird Löffingen als »Luft-Kurort« vorgestellt. Verziert ist das Schild mit dem Stadtwappen sowie einem Mann und einer Frau, die beide ihre Tracht tragen, also das Brauchtum pflegen. Eingerahmt werden sie von zwei Schwarzwaldtannen.

Neben einer Gesamtansicht des Städtchens, die von der »Breiten« aufgenommen wird, sind zwei Ansichten der Altstadt zu sehen. Natürlich darf das Mailänder Tor und die angrenzenden Gebäude des unteren Rathausplatzes mit ihren Staffelgiebeln genauso wenig fehlen, wie der 1954 geschaffene neue Demetriusbrunnen und das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler«. Das zweite Bild zeigt den 1929 wiederaufgebauten rechten Straßenzug der Kirchstraße, ebenfalls mit Staffelgiebeln, und nicht etwa die gegenüberliegende Straßenseite mit den sehr viel älteren Gebäuden, da diese als weniger vorzeigbar gelten. Im fünften Bild ist der von Bäumen gesäumte Schulweg zu sehen, der zur Festhalle und zur Schule führt, aber auch zu einem Spaziergang in der »Hasle« einlädt.

Unterer Rathausplatz mit Rathaus und Café Fuß, 1954/55

Verlag A. Rebholz | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) versteht es, zu fotografieren. Wie schon vor ihm sein Vater Anton Rebholz (1875-1946) hält er das Aussehen des Städtchens in zahlreichen Bildern fest. Seine Fotos sind keine Schnappschüsse, sondern sie sind durchkomponiert.

Das zeigt sich auch bei dieser Ansicht des unteren Rathausplatzes: Anton Rebholz wählt eine Perspektive, von der aus das Rathaus und das Café von Bäckermeister Viktor Fuss (Rathausplatz 5) weitgehend frontal zu sehen sind, die aber auch einen Blick in den Straßenzug ermöglicht. Rechts wird das Foto durch die dunkle Tanne begrenzt, die vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) in den Himmel ragt. Im Vordergrund ist der neue Demetriusbrunnen zu sehen. Da die Bodenfläche vorne rechts leer wirken würde, wartet Rebholz einen Moment ab, in dem das angrenzende Gasthaus »zum Adler« seinen Schatten auf den Platz wirft. Ein Kind mit Fahrrad wird von ihm mit abgeblichtet. Es belebt nicht nur das Bild. Durch seine Platzierung in der Bildmitte verbindet es auch den Demetriusbrunnen im Vordergrund mit dem Rathaus und dem Kriegerdenkmal von 1870/71 im Hintergrund. Kein Wunder, dass dieses Foto als Ansichtskarte Verbreitung fand!

Standort des Fotografen: 47.883715, 8.343582

Publikum bei einer Veranstaltung in der Festhalle, ca. 1953-1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

In der Festhalle findet eine Veranstaltung statt. Die Zuschauerreihen sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Gespannt folgt das Publikum dem Bühnenprogramm.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karolina Auer (geb. Greuter, 1907-?), 2 ???, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Franz Göhry (1914-2002), 3 Adele Göhry (geb. Winterhalder, 1912-1983), 4 ???, 5 Peter Göhry (1940-1957)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Anna Studer (1897-1978), 3 Else Egle, 4 ???, 5 Agnes Jeglitzka (geb. Schubert, 1871-1956), 6 Elisabeth Kriegisch (geb. Jeglitza, 1910-1997)

In der zweiten Reihe sitzt Familie Göhry. Der Schlosser und KFZ-Mechaniker Franz Göhry (1914-2002) und seine Ehefrau Adele geb. Winterhalder (1912-1983) wohnen in der Oberen Hauptstr. 26. Neben ihnen sitzt ihr einziger Sohn Peter Göhry (1940-1957). Der 17-Jährige verunglückt am 26. Dezember 1957 bei einem Verkehrsunfall zwischen Döggingen und Hüfingen tödlich.

Standort des Fotografen: 47.882935, 8.347812

Bühnenprogramm bei einer Veranstaltung in der Festhalle, ca. 1953-1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

In der Festhalle findet eine Veranstaltung statt, die von einer kleinen Musikband musikalisch umrahmt wird. Auf der Bühne ist ein Gabentisch aufgebaut: Einige Lebensmittel, Haushaltswaren und Küchengeräte sind fein säuberlich aufgestapelt. Im Hintergrund hängt ein Plakat, das für Kaffee der Marke »Spavi« und einen Villinger »Kaffee-Import-Großhandel« wirbt. Links und rechts des Gabentisches sitzen zwei alte Damen mit Blumensträußen, die vom Ansager auf die Bühne gebeten wurden und gerade geehrt werden.

Die Dame links ist die damals älteste Einwohnerin Löffingens: Agnes Jeglitzka (geb. Schubert, 1871-1956) ist »Heimatvertriebene«. 1946 hatte sie ihre schlesische Heimat verlassen müssen und war nach Jever in Friesland umgesiedelt worden. 1953 war die 82-Jährige mit ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und ihrer Enkelin nach Löffingen gezogen. 1955 zogen sie nach Neustadt, wo Agnes Jeglitzka ein Jahr später stirbt. »Einen alten Baum verpflanzt man nicht«, meinte der Hausarzt.

Wer weiß, wie die Dame rechts heißt? Sie soll ebenfalls eine »Heimatvertriebene« gewesen sein und viele Kinder gehabt haben.

Standort des Fotografen: 47.882935, 8.347812

Schulklasse des Jahrgangs 1947/48 mit Lehrerin Klose, ca. 1954/55

Sammlung Familie Waßmer

Elf Mädchen und sieben Jungs versammeln sich mit ihrer Klassenlehrerin Waltraud Klose vor dem Schuleingang zu einem Klassenfoto.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lonie Sibold, 2 Ruth Brugger, 3 Gerda Kuttruff (verh. Müller, geb. 1947), 4 Ingrid Kienzler, 5 Hedwig Fehrenbach, 6 Ingeborg Kienzler (geb. 1947), 7 Jutta Schwörer, 8 Bärbel Benz
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gisela Prowinkelmann, 2 Monika Bader (geb. 1948), 3 Maria Kriegisch (verh. Waßmer, geb. 1947)
3. Reihe, v.l.n.r.: 1 Klassenlehrerin Waltraud Klose, 2 Wolfgang Seidenberg, 3 Klaus Wiek, 4 Heinz-Peter Gauger, 5 Georg Willmann, 6 Bernhard Heizmann (geb. 1947)
4. Reihe, v.l.n.r.: 1 Michael Benz, 2 Rudi Selb (geb. 1947)

Die Lehrerin Waltraud Klose stammt aus dem westpreußischen Klein Schanz (poln. Mała Słońca). Infolge von Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges gelangte sie zunächst in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ). Von dort kam sie nach Löffingen, wo sie seit dem 15. September 1953 als Lehrerin an der Volksschule unterrichtet.

Standort des Fotografen: 47.882294, 8.347878

Herbert Kriegisch mit Tochter auf einer Bank in der »Hasle«, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

Herbert Kriegisch (1905-1967) sitzt mit seiner Tochter Maria Kriegisch (verh. Waßmer, geb. 1947) auf einem Bänkchen in der »Hasle«. Er stammt aus dem oberschlesischen Ziegenhals, das seit 1946 unter polnischer Verwaltung steht und Głuchołazy heißt. Zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter und seiner Schwiegermutter wohnt der »Heimatvertriebene« von 1953 bis 1955 in der Nahe gelegenen Haslachstraße.

Standort des Fotografen: 47.883119, 8.349206

Luftbild in Richtung »Hasle«, ca. 1953-1960

Sammlung Familie Waßmer

Diese Luftaufnahme entsteht in der Mitte der 1950er Jahre. Zur Datierung dienen verschiedene Anhaltspunkte: Die Evangelische Kirche, aber auch die Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße wurden 1952/53 gebaut. Beide sind auf dem Foto bereits zu sehen. Das Foto entsteht aber auch vor 1960/61, da der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael noch nicht verputzt und das Wohn- und Geschäftshaus von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 4) noch nicht gebaut ist.

Oberer Rathausplatz mit Rathaus, ca. 1955-1960

Sammlung Familie Waßmer

Dieser Blick bietet sich Gästen, wenn sie nach Löffingen hineinfahren. Am »Stadtbau« mit seinem Erker vorbei fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz mit dem massiven Rathausgebäude und dem früheren Gasthaus »zur Sonne«. Am Rathausbrunnen hat ein Auto mit einem Wohnwagen geparkt. Offenbar dient das Baarstädtchen Reisenden als Zwischenstopp auf ihrem Weg in den Urlaub.

Standort des Fotografen: 47.884245, 8.345250