2 Fotos: Motorradfahrer in der Talstraße, ca. 1950

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Was für ein Gaudi! Hinter dem Haus Bader (Talstr. 1) macht die Straße eine scharfe Linkskurve. Sie ist noch nicht geteert. Wenn man auf dem Motorrad angerast kommt und sich so richtig in die Kurve legt, dann wirbelt eine Wolke von Staub und Sand auf. Natürlich tragen die beiden Motorradfahrer keinen Helm, denn dann wäre der Spaß ja nur halb so groß. Bleibt zu hoffen, dass das kleine Mädchen mit dem Puppenwagen, das gerade am Haus Bader entlangläuft, nicht plötzlich auf die Fahrbahn tritt…

Im Hintergrund ist der Bierkeller der Gast- und Landwirtin Maria Heiler (geb. Ganter) und das kleine Haus der Witwe Johanna Berger (geb. Ofenhäusle, 1882-1956) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884615, 8.349140

Blick von Seppenhofen aus, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

In der Bonndorfer Straße, kurz vor dem Ortseingang von Seppenhofen, stehen drei junge Männer am Straßenrand. Die Straße selbst ist schmal, neben ihr verläuft eine Telefonleitung. Im Hintergrund sind die ersten Häuser des Städtchens zu sehen, das Haus Guth (Gartenstr. 21) und das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19). Ansonsten sind nur größere Gebäude zu erkennen, wie die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Volksschule am Rande der »Hasle«.

Standort des Fotografen: 47.879113, 8.346511

Gasthaus »Adler« mit Sparkasse, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Charlotte Smidt zur Verfügung.

Vermutlich in den frühen 1950er Jahren wird diese Ansicht des Gasthauses »Adler« (Untere Hauptstr. 2) aufgenommen. Das Wirtshaus, das von Gastwirt Fritz Seilnacht (1901-1987) und seiner Ehefrau Mathilde geb. Faller (1904-1996) betrieben wird, befindet sich im ersten Stockwerk. Die linke Tür führt hinauf. Die rechte Tür führt hingegen in die Bezirkssparkasse Neustadt, die seit kurzem im Erdgeschoss eine Filiale eröffnet hat. Ein breites Schaufenster ist in die Fassade gebrochen. Davor steht eine hölzerne Sitzbank und lädt zum Verweilen ein.

Man muss allerdings Benzingeruch mögen, denn wenige Meter daneben ist die Tankstelle von Friseurmeister Julius Limb: Die »Esso«-Zapfsäule ist am linken Bildrand zu sehen. Am rechten Bildrand ist die Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15) zu sehen. Sie wird 1955 von dem Metzgermeister Willy Butsch übernommen. Der untere Rathausplatz ist von Autos zugeparkt.

Standort des Fotografen: 47.883494, 8.343777

Kirchstraße mit Elisabethbrunnen, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Negativ, von dem dieses Foto eingescannt wurde, ist leider beschädigt. Doch die verpixelten Streifen stören nur bedingt den schönen Blick in die Kirchstraße, der sich den Betrachter*innen bietet.

Auf der linken Straßenseite ist das Haus Kuster (Kirchstr. 14) zu sehen, in dessen Erdgeschoss sich ein Geschäft für »Kolonialwagen – Obst – Gemüse« befindet. Der Laden verfügt bereits über ein breites Schaufenster, an dem gerade zwei Frauen vorüber bummeln. Wenige Jahre später wird der rechte Gebäudeteil mit dem Ökonomiebereich abgerissen. Auf der rechten Seite sind die Häuser Laufer (Kirchstr. 17), Sibold (Kirchstr. 19) und Koch (Kirchstr. 21) zu sehen. Alle drei Häuser brannten beim Großband 1929 ab und wurden mit Staffelgiebeln wieder aufgebaut. Zwei Brunnen stehen mitten im Straßenraum: Im Vordergrund der Elisabethbrunnen, auf dessen Brunnensäule eine Statue der Heiligen Elisabeth thront, und weiter im Hintergrund ein einfacher Laufbrunnen, der kurze Zeit später zu den neu gebauten Aussiedlerhöfen in Stettholz umgesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.883032, 8.343950

Unterer Rathausplatz mit Kriegerdenkmal und Mailänder Tor, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Platz um das Kriegerdenkmal, der ursprünglich aufwändig gestaltet war, ist zu einer kleinen Verkehrsinsel verkommen. Das schmiedeeiserne Geländer wurde bereits in der NS-Zeit entfernt. Jetzt ist das Denkmal zur Erinnerung an die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 von einem Maschendrahtzaun eingefasst.

Im Hintergrund ist das Mailänder Tor und die beiden Nachbarhäuser zu sehen, links das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) und rechts das Haus von Metzgermeister Karl Sibold (Demetriusstr. 11). An der Eindeckung sind noch die Spuren der Kriegsschäden von 1945 zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883738, 8.344082

Häuser Egle und Gugelberger in der Maienlandstraße, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Garten der Familie Kuster (Maienlandstr. 7) aus bietet sich ein Blick auf eine traumhafte Winterlandschaft. Auf den Obstbäumen liegt eine dünne Schicht Schnee, die fast wie Puderzucker wirkt. Nur die hölzernen Lattenzäune ragen aus dem Schnee heraus und unterbrechen die strahlend weiße Fläche. Auf der anderen Straßenseite steht das Haus von Maurermeister Alfred Egle und seiner Frau Else geb. Ganter (Maienlandstr. 8). Rechts daneben ist die 1936 erbaute Villa Gugelberger (Maienlandstr. 6) zu sehen, die als Kindererholungsheim dient. Darüber thront das stattliche Haus Benitz (Alenbergstr. 7-9), das nach dem Großbrand 1921 errichtet wurde.

Standort des Fotografen: 47.885001, 8.342375

Weibliche Narrenpolizei in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1951/52

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Beatrix Russo zur Verfügung.

Die weibliche Narrenpolizei steht in der Bahnhofstraße in Reih und Glied angetreten. Ihre weißen Uniformhosen heben sich kaum vor dem Hintergrund ab, da er tief verschneit ist. Seit 1936 gibt es eine weibliche Narrenpolizei. Die weißen Hosen wurden anfänglich vom Turnerbund ausgeliehen, weil es für Frauen damals unüblich war, Hosen als Beinkleider zu tragen.

V.l.n.r.: 1 Kommandantin Liesel Schmid (verh. Wider), 2 ???, 3 Maria Baumann, 4 Genoveva Adrion (verh. Kinast, geb. 1935), 5 Lioba Benitz (verh. Andritzke, geb. 1936).

Im Hintergrund links ist der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) und rechts der große Schuppen (Ringstr. 9) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882896, 8.342701

Haus Rosenstiel in der Maienlandstraße, ca. 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Weitgehend in Vergessenheit geraten ist das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), direkt neben dem »Pilgerhof« gelegen. Das Gasthaus hatte bereits 1939 seinen Betrieb eingestellt. Aber der Name steht noch Ende der 1950er Jahre groß und deutlich lesbar an der Hausfassade, wie auf dem Foto zu sehen ist. In dem Haus führt der Schreinermeister Johann Rosenstiel (1917-2007) seine Werkstatt. Zusammen mit seiner Ehefrau Hedwig Rosenstiel (1921-2002) betreibt er außerdem eine Landwirtschaft. 

Offenbar soll der Ökonomiebereich mit Scheuer, Stall und Schopf umgebaut werden. Jedenfalls ist über dem Scheunentor ein Loch in die Mauer gebrochen.

Standort des Fotografen: 47.887539, 8.341229

Unterer Hauptstraße mit Mailänder Tor, 1953/54

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In eine winterliche Schneelandschaft hat sich das Städtchen verwandelt. Hoch türmt sich der Schnee am Straßenrand. Fahrzeuge und Passanten teilen sich die Fahrbahn, auf dem Gehweg ist kein Durchkommen möglich.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße aus in Richtung unterer Rathausplatz mit dem Mailänder Tor. Links ist die Tankstelle vor dem Friseursalon Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6). Der Demetriusbrunnen auf dem Platz wirkt wie aus Eis und Schnee modelliert – und ist es tatsächlich auch! Denn es handelt sich um ein Modell für den neuen Brunnen, den Steinmetzmeister Josef Weiß (1913-?) wenige Monate später schaffen wird.

Standort des Fotografen: 47.883432, 8.343801

Wohnhaus von Dr. Lüdemann-Ravit in der Bonndorfer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

In der Bonndorfer Straße wohnen in den 1950er Jahren zwei Ärzte nebeneinander: Der praktische Arzt Dr. med. Hermann Lüdemann-Ravit wohnt im Haus Seppenhofer Str. 361 (heute Bonndorfer Str. 4) und der Tierarzt Dr. Anton Benz wohnt im Nachbarhaus Seppenhofer Str. 347 (heute Bonndorfer Str. 6).

Dr. med Lüdemann-Ravit wurde 1912 in Pforzheim geboren. 1940 wurde der 28-Jährige an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg über »Augenmuskellähmungen nach Suboccipitalpunktion« promoviert.

Bis zur Straße reichen die Vorgärten, die von Holzzäunen eingefasst sind. Über die Bäume hinweg spannt sich die Elektrizitätsleitung.

Standort des Fotografen: 47.881075, 8.343700

Blick vom Rathausturm ins Maienland, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Rathausturm fällt der Blick über die Dächer der Häuser in der Demetriusstraße mit ihren Staffelgiebeln hinweg in das Maienland. Zwischen dem Altstadtring und den ersten Häusern im Maienland erstrecken sich große Gärten. Weder das Haus Sibold (Maienlandstr. 4) noch das Haus Müller (Maienlandstr. 5) sind zu diesem Zeitpunkt bereits gebaut. Und auch die Villa Gugelberger (Maienlandstr. 6), die als Kinderheim genutzt wird, steht erst seit Mitte der 1930er Jahren.

Standort des Fotografen: 47.883840, 8.344186

Blick vom Rathausturm zur Schule, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Rathausturm fällt der Blick über die Dächer im Altstadtring in Richtung »Hasle«. Den Schulweg gibt es schon, aber der Kindergarten wird erst in den 1960er Jahren gebaut. Links und rechts des Weges sind nur Wiesen zu sehen, links die »Linden-Wiese« und rechts die »Bittenwiesen«. Leicht erhöht stehen die Festhalle und die Volksschule, 1936 eingeweiht, vor dem kleinen Wäldchen. Rechts daneben ist die frisch erbaute evangelische Johannes-Kirche zu sehen. Das evangelische Pfarrhaus wird erst 1969/70 erbaut und fehlt noch auf dem Bild.

Die Dächer im Vordergrund gehören zum Gasthaus »Löwen« und zum ehemaligen Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz und dahinter zu den Häusern der Kirchstraße. Vis-à-vis vom Fotografen ist die ehemalige Zehntscheuer der Fürstenbergischen Standesherrschaft (Kirchstr. 9) zu sehen. Sie gehörte ab 1843 als Ökonomiegebäude zum »Löwen« und seit 1933 dem Viehhändler Karl Krieg.

Standort des Fotografen: 47.883870, 8.344350