Jugendliche mit Kind in der Demetriusstraße, Fasnacht 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

An Fasnacht 1963 steht Gudrun Fuß (verh. Wörner) als kleiner Fliegenpilz kostümiert in der Demetriusstraße. Neben ihr kniet Irene Mürb (geb. 1949) und beugt sich zu ihr hinunter. Es ist Fasnacht und die Demetriusstraße ist tief verschneit. Im Hintergrund sind das Schuhgeschäft Hasenfratz (Demetriusstr. 9) und das Haus Thoma (Demetriusstr. 8) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884087, 8.344008

Im Klassenzimmer der Realschule, 1991

Foto-AG der Realschule

Mitten im Unterricht wird dieser Schnappschuss aufgenommen. Die Lehrerin Helga von Holdt steht vorne am Pult. Die Schülerinnen und Schüler sitzen in einer hufeisenförmigen Anordnung an ihren Tischen. Vor ihnen liegen Bücher und Hefte aufgeschlagen, Stifte zum Schreiben sind im Federmäppchen griffbereit. Einige Schüler*innen melden sich eifrig, um eine Frage zu beantworten.

Der Blick aus dem Fenster ist an diesem grauen Wintertag nicht gerade einladend. Zu sehen sind das Dach des Kindergartens, der Bauhof und daneben in den »Bitten« das Mehrfamilienhaus (Bei der Kirche 1-2).

Standort des Fotografen: 47.883759, 8.347827

Ehemaliger NS-Zwangsarbeiter Leo Mientki in Polen, 1948

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in Löffingen 420 ausländische Zwangsarbeiter*innen im Arbeitseinsatz. Viele von ihnen mussten im Sägewerk Benz arbeiten, wo sie z. B. kriegswichtige Munitionskisten produzierten, andere arbeiteten in der Landwirtschaft. Die Bedingungen, unter denen sie Zwangsarbeit leisteten, waren ebenso unterschiedlich wie ihre Behandlung. Gemeinsam war ihnen jedoch, dass sie einem nationalsozialistischen Sonderrecht unterworfen waren, das sie aus rassistischen Gründen für minderwertig hielt und stark diskriminierte.

Auf dem Foto ist Leo Mientki zu sehen, ein ehemaliger NS-Zwangsarbeiter. Das »Polenabzeichen« (ein violetter Buchstabe »P« auf gelbem Grund), das er während der NS-Zeit gut sichtbar auf seiner Kleidung tragen musste, ist verschwunden, denn Leo Mientki ist seit Kriegsende wieder frei. Geboren wurde er am 16. Mai 1912 in Kartschin (Kreis Konitz). Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde er zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich verschleppt. Der 28-Jährige kam in das Stalag-Kriegsgefangenenlager VB nach Villingen. Von dort wurde er am 1. August 1940 nach Löffingen überstellt, wo er der Familie Rosenstiel (Obere Hauptstr. 45) als landwirtschaftlicher Arbeiter zugeteilt wurde. Von den Rosenstiels selbst wurde er ordentlich behandelt, aber das konnte nichts daran ändern, dass er seiner Freiheit beraubt und gewaltsam von seiner Familie getrennt war und gezwungen wurde, für das Land zu arbeiten, das sein eigenes überfallen und in einem Vernichtungskrieg zerstört hatte. Im Oktober 1943 wurde er wegen Kreislaufstörungen neun Tage lang im Löffinger Krankenhaus stationär behandelt. Es folgte ein weiterer, diesmal sechswöchiger Krankenhausaufenthalt in einer »Nervenklinik« im Frühjahr 1944 wegen Depression.

Nach der Befreiung vom NS-Regime blieb Leo Mientki bis zum 11. September 1945 bei Familie Rosenstiel. Danach war er von Januar bis Juni 1946 als Hilfsarbeiter in einer Autoreparatur beschäftigt. Erst dann war es dem jungen Mann möglich, in seine Heimat zurückzukehren. Er blieb noch eine Weile in Kontakt mit Familie Rosenstiel. Das Foto, das ihn beim Einwerfen eines Briefes in einen Briefkasten (»Skrzynka Pocztowa«) zeigt, schickte er zu ihnen nach Löffingen.

Standort des Fotografen: Polen

Straßenschmuck zum 100-jährigen Jubiläum der Feuerwehr, Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Die Häuser in der Unteren Hauptstraße sind mit der badischen Fahne in gelb-rot-gelb und mit der Kirchenfahne in blau-weiß beflaggt. Schließlich wird ein besonderes Fest gefeiert: Die Freiwillige Feuerwehr Löffingen feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Der Höhepunkt der dreitägigen Feierlichkeiten findet am Sonntag, den 16. Juni 1963 statt.

Noch ist die Straße auf dem Foto fast wie verwaist. Doch das wird sich bald ändern. Nach einem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche mit Fahnenweihe wird die Gemeinde durch die Untere Hauptstraße zum Demetriusbrunnen ziehen, wo der Toten gedacht wird. Danach findet ein zweiter Festgottesdienst in der evangelischen Kirche statt. Am Nachmittag zieht dann ein großer Festumzug wieder durch die Untere Hauptstraße »mit historischen Gruppen und Wagen aus der 1000-jährigen Geschichte unserer Stadt«. Der Tag klingt mit einem »Bunten Abend« in der Festhalle aus.

Standort des Fotografen: 47.883888, 8.343809

2 Fotos: Im Sprachlabor der Realschule, ca. 1977

Archiv der Realschule

Auf dem modernsten Stand der Technik präsentiert sich die neu erbaute Realschule in den 1970er Jahren. Sie verfügt sogar über ein Sprachlabor. Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse haben gerade Englisch-Unterricht. Mit Kopfhörern und Mikrofonen sitzen sie auf ihren Plätzen. Die Lehrerin Karin de Vilar sitzt vorne am Pult, von wo aus sie ebenfalls über Kopfhörer und Mikrofon entweder zu allen Schüler*innen sprechen oder individuell Kontakt aufnehmen und kontrollieren kann. Das Sprachlabor hat den Vorteil, dass Schüler*innen mehr Sprechzeit haben als im normalen Unterricht, um die Fremdsprache üben zu können. Die Schüler*innen gehören dem Jahrgang 1962/63 an.

Zu sehen sind u.a. Elvira Geng, Gisela Gottwalt (verh. Schreiber), Anette Heiler, Pia Kirner, Christine Nägele und Inge Sibold.

Auf dem oberen Foto fällt der Blick aus dem Fenster hinüber zum benachbarten Haus Selb (Obere Hauptstr. 12). Vor der Landwirtschaft steht gerade ein Traktor.

Standort des Fotografen: 47.883759, 8.347827

»Motel Hochschwarzwald« an der B31, ca. 1965

Verlag Erwin Burda, Freiburg/Breisgau
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Maier zur Verfügung.

1961 wurde die Umgehungsstraße der B31 eröffnet, sodass der Verkehr nicht mehr durch das Städtchen führt. Ein neues Gasthaus muss also her, oder genauer gesagt: eine »Motel Raststätte«. Erbaut hat sie Willi Scherer (1939-2001) und seine Ehefrau Edeltraud geb. Trattner. 

Aufgewachsen in Rötenbach besuchte Willi Scherer, genannt »Mecki«, das Gymnasium in Neustadt, später die Handelsschule, um dann in der Firma Südwest-Auto in Freiburg Industriekaufmann zu lernen. Nach der Lehre kehrte er in den elterlichen Betrieb zurück, um das Reiseunternehmen, die Tankstelle und die Autowerkstätte Scherer in Rötenbach zu betreuen. 1962 pachtet er zusammen mit seiner Ehefrau, die er ein Jahr zuvor geheiratet hat, eine Tankstelle, die an der neuen Trasse der B31 liegt. 1963 bauen Scherers schließlich gleich daneben das Motel (Fürstenbergstr. 27), das über 24 Betten verfügt. Auf dem Foto ist das Gebäude noch ganz neu.

Das Bild findet als Werbepostkarte Verbreitung. Auf der Rückseite der Karte werben die Scherers mit »Guter bürgerlicher Küche – Fremdenzimmer mit Duschen – BP Großtankstelle mit Wagenpflege«. 

Standort des Fotografen: 47.888105, 8.348767

3 Fotos: »Ösch-Fuzzys« im Schreibwarengeschäft Willmann, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willman zur Verfügung.

Die »Ösch Fuzzys« haben wohl einen »Fuzzy« verloren! Denn eigentlich handelt es sich ja um ein Quartett, doch auf dem Foto ist nur das Trio mit Michael (Micky) Kasprowicz, Konrad Schwörer und Dieter Vierlinger zu sehen. Wo steckt aber Franz Hofmeier? Arbeitet er noch im Friseursalon? Oder treibt er sein Unwesen mit den Hexen?

Doch auch wenn sie nicht komplett sind, ziehen die »Ösch Fuzzys« durch das Städtchen, singend und musizierend, als fester Bestandteil der Straßenfasnacht. Gerade geben sie im Schreibwarengeschäft Willmann (Rathausplatz 8) ihr Stelldichein. Zusammen mit der Inhaberin R. Stuber posieren sie für ein Gruppenfoto.

Im Hintergrund ist das Zeitschriftenregal zu sehen. Doch das Geschäft vertreibt neben den Zeitschriften und Zeitungen auch Bücher und Wanderkarten, es verkauft kleine Andenken, Schreibwarenartikel und bietet einen Foto-Service an.

Standort des Fotografen: 47.883596, 8.344189

Blick zum Mailänder Tor, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Maier zur Verfügung.

Mit »Strassenpartie« ist diese Ansichtskarte betitelt, die 1943 postalisch versandt wird. Die Ansicht, die darauf abgebildet ist, ist freilich schon ein paar Jahre älter und stammt aus den späten 1920er Jahren.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße in Richtung Rathausplatz, vorbei am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) mit seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild auf der linken und vorbei am Haus des Kaufmanns Paul Guth (Rathausplatz 6) auf der rechten Straßenseite. Dahinter öffnet sich die Straße zum Platz und der Blick fällt auf das Mailänder Tor und seine Nachbarhäuser. Der gesamte Straßenzug der Demetriusstraße wurde nur wenige Jahre zuvor, nach dem Großbrand 1921 wiederaufgebaut. Charakteristisch für die Neubauten sind die Staffelgiebel. Im Türmchen des Mailänder Tores fehlt noch das Glöckchen und über dem Torbogen klafft noch eine weitere Lücke: Die Madonna mit dem Jesuskind wird zusammen mit den Gedenktafeln zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Jahr 1930 angebracht. Damit ist die Datierung des Fotos ziemlich klar.

Standort des Fotografen: 47.883455, 8.343800

»Motel Hochschwarzwald« an der B31, ca. 1975

Schwarzwald Verlag GmbH, Offenburg
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Maier zur Verfügung.

Der anwachsende Verkehr der Bundesstraße 31 quält sich nicht mehr durch das Städtchen, sondern führt seit 1961 über die Umgehungsstraße am Städtchen vorbei. Der aus Rötenbach stammende Industriekaufmann Willi Scherer (1939-2001), genannt »Mecki«, pachtet 1962 eine Tankstelle an der neuen Trasse der B31. Zusammen mit seiner Ehefrau Edeltraud geb. Trattner baut er 1963 neben der Tankstelle das »Motel Hochschwarzwald« (Fürstenbergstr. 27). Auf der Rückseite der Postkarte werben die Scherers mit »Empfehlenswerter Küche, Zimmer mit Dusche, großer Parkplatz und Garagen«. Das gute Essen und die Freundlichkeit im Motel sind bald überall bekannt und so ist das Haus mit seinen 24 Betten stets sehr gut belegt, sowohl im Sommer als auch im Winter.

Im Hintergrund wird in der Fürstenbergstraße bereits kräftig gebaut. Der Rohbau vom Haus Sartirana (Fürstenbergstr. 16) wird gerade erstellt.

Standort des Fotografen: 47.888105, 8.348767

Blick vom Reichberg zum Städtchen, ca. 1965-1967

Sammlung Familie Waßmer

Immer wieder wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts vom Reichberg aus das Städtchen fotografiert. Denn der erhöhte Standort bietet einen guten Blick. Fiel er früher ungehindert über Wiesen, Felder und die Bahnlinie hinweg in Richtung der katholischen Pfarrkirche St. Michael und der Häuser in der Seppenhofer Straße, so verändert sich der Blick vor allem in den 1960er Jahren rapide.

Zusätzlich zu den Häusern in der Bonndorfer Straße, die bereits einige Jahre zuvor gebaut wurden, wird nun das Gewann »Im kleinen Brühl« als Neubaugebiet erschlossen. Mehrfamilienhäuser werden gebaut, neue Straßen wie die Gartenstraße und die Scheffelstraße angelegt. Nur wenige Jahre später wird sich dem Fotografen wieder ein ganz neuer Blick bieten.

Standort des Fotografen: 47.879007, 8.342917

Laternenbrüder auf dem Weg zur Festhalle, Fasnacht 1967

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Blauer Fuhrmannskittel, schwarzer Rundhut und Laterne in der Hand, das sind die Erkennungszeichen der Laternenbrüder. Hier sind sie bei strahlendem Sonnenschein auf dem Weg in Richtung Festhalle. Narrenvater ist Friedrich Knödler (1920-1988), der aber nicht auf dem Foto zu sehen ist.

Zu erkennen sind in der 1. Reihe v.l.n.r. Ernst Krauß, Arno Adrion und Hans Schwarz. Dahinter geht in der 2. Reihe Josef Benitz jun.

Standort des Fotografen: 47.883638, 8.348122

Umzug vor dem Mailänder Tor, Fasnacht 1963

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Dicht gesäumt von Närrinnen und Narren ist die Umzugsstrecke durch das Städtchen am »Fasnet Mändig«. Im Vordergrund marschiert in einer Soldatenuniform Maria Göpper. Dahinter folgt mit lautem »Tschingderassabum« die Stadtmusik. Rechts steht der Narrenbaum, der am »Schmutzigen Dunschdig« von den 20-Jähringen aufgestellt wurde.

Im Hintergrund sind die Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15), die Häuser Egle (Demetriusstr. 14) und Müller (Demetriusstr. 13) sowie das Mailänder Tor zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883931, 8.344040