Hochzeitszug am Rathaus, ca. 1950

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Eine Schar Kinder rennt neben dem Hochzeitszug her, zum einen natürlich um einen Blick auf das frischgebackene Ehepaar zu ergattern, zum anderen aber um eine Gelegenheit abzupassen und Seile zu spannen, damit die Hochzeitsgäste Wegezoll zahlen.

Der Hochzeitszug kommt gerade am Rathaus vorüber, links und rechts vom Portal stehen geschmückte Tännchen, wie es als Dekoration bei Trauungen üblich ist. Ein weiteres interessantes Detail sind die vier Zifferblätter von der Rathausuhr, die offenbar gerade abgenommen sind, um renoviert zu werden: Sie lehnen im Hintergrund an der Mauer. Die Straße und der Gehweg sind nicht asphaltiert, sondern nur mit Schotter befestigt. Zwischen ihnen verläuft die gepflasterte Straßenrinne.

Standort des Fotografen: 47.883674, 8.344054

Hochzeitszug in der Unteren Hauptstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Aus dem Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) oder dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) fällt der Blick auf die Straße: Ein Hochzeitszug zieht gerade, von der Kirche kommend, die Untere Hauptstraße entlang. Das Brautpaar, das vorneweg schreitet, ist auf dem Foto nicht zu sehen, aber die Hochzeitsgäste. Passanten laufen nebenher, ganz besonders viele Kinder. Sie sind zur Stelle, um Seile zu spannen und sich ein Taschengeld zu verdienen.

Auf der anderen Straßenseite sind das »Warengeschäft« von Franz X. Geiger (Untere Hauptstr. 1), die Metzgerei von Fritz Seilnacht (Untere Hauptstr. 3) und das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883512, 8.343732

Kinderwagen in der Haslachstraße, 1951/52

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Das Baby im Kinderwagen ist die kleine Marlies Müller (geb. 1951). Noch ist die Haslachstraße keine befestigte Straße, denn man ist gerade erst dabei das Neubaugebiet zu erschließen. Die Siedlung »Neue Heimat« entsteht hier. Nur das Haus von Waldmeister Adolf Heizmann (Haslachstr. 3) steht bereits, wie am rechten Bildrand zu erkennen ist.

Rechts neben dem Kinderwagen ist der Bauplatz von Marlies‘ Großeltern: Der Kraftfahrer Engelbert Müller (1896-?) und dessen Ehefrau Luise Müller geb. Vogel (1900-?) werden hier ihr Wohnhaus (Haslachstr. 7) errichten. Im Hintergrund ist die »Hasle«, das Haus Rombach (Haslachstr. 2) und in Ferne das Städtische Krankenhaus in der Seppenhofer Straße zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883998, 8.349107

Narrengruppe in der Bahnhofstraße, Fasnacht ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt zur Verfügung.

Die Bahnhofstraße entlang spaziert eine Gruppe Närrinen und Narren. Sie führen einen alten Kinderwagen mit sich. Ob darin wirklich ein Kind liegt? Oder vielleicht doch eher ein paar Waren, um sie zu verhökern? Hinter der Gruppe ist der Seitengiebel des Hauses Fehrenbach (Bahnhofstr. 2) und der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen.

V.l.n.r.: ???, Franz Vogt (1920-1971), ???, Elisabeth Vogt (1929-1969), Christel Jordan (verh. Kaiser, geb. 1941)

Standort des Fotografen: 47.883772, 8.342175

2 Fotos: Chor in der Festhalle bei der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst sowie Carola Hannes zur Verfügung.

Anlässlich der Wiederverleihung der Stadtrechte findet nicht nur ein Festumzug durch das Städtchen statt. In der Festhalle werden außerdem am Abend »Historische Festspiele« mit 300 Mitwirkenden veranstaltet. Das bunte Programm endet mit einem »Gebet fürs Vaterland« und einem gemeinsamen Schlußchor von Männergesangsverein, Kirchenchor und Stadtmusik. Sie bieten das »Lied auf die Stadt Löffingen« dar, dessen Text von Heinrich Jäger gedichtet und dessen Melodie von Oskar Bier (1876-1973) aus Rötenbach komponiert wurde.

Wo des Schwarzwalds Tanne stehn,
Ährenfelder wogend gehn,
Wo beginnet weit die Baar,
Sich die Heimat bietet dar.

[Refrain]
Stehet fest, stets bereit
Im Sturm in Freud und Leid,
uns’re Stadt, wohlbekannt
Löffingen wird genannt.

Ihr Besitz: Ein Wappenbild,
Zeichn auf dem blauen Schild,
Löffel mit dem Ährenbund,
Tun sich aller Augen kund.

[Refrain]

Fühlte oft der Kriege Wut,
Stand gerötet in der Glut,
Mußt durch alle Schrecknis gehn,
Doch, um schöner zu erstehn.

[Refrain]

Wächst heran zu neu’m Erblühn,
Für der Bürger Wohlergehn.
Gott zum Schutze ihr verbleib,
Führe sie durch alle Zeit.

[Refrain]

Standort des Fotografen: 47.882977, 8.347700

Umzugswagen »Römerwache« in der Dittishauser Straße bei der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Noch steht der Festzug in der Dittishauser Straße und wartet darauf, sich in Bewegung zu setzen. Zwei mächtige Ochsen sind vor einen aufwendig gestalteten Umzugswagen gespannt. Darauf erhebt sich ein »römischer Wachturm« aus dem 3. Jahrhundert, besetzt mit einer ganzen »Römerwache«. Mit Helmen, Schilden und einheitlichen Gewändern posieren die Beteiligten für den Fotografen.

Vorn: 1 Adolf Sibold
1.Reihe, unten, v.l.n.r.: 1 Bernhard Jonner, 2 Magret Müller, 3 Gottfried Vogelbacher, 4 ???
2.Reihe, oben, v.l.n.r.: 1 Roland Laufer, 2 Maria Wetter, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???

Anlass für den großen Festumzug ist die Wiederverleihung der Stadtrechte am 27. Mai 1951. Das Städtchen hat sich für diesen besonderen Tag herausgeputzt. Auch an den Häusern in der Dittishauser Straße hängen Reisiggirlanden, aus den Fenstern schauen Zuschauer*innen auf das Geschehen.

Nach diesem einen Auftritt verschwindet die aufwendige »Römerwache« übrigens nicht im Müll. Bereits bei der Fasnacht 1952 werden Wagen und Kostüme wieder hervorgeholt. Unter dem Motto »Als die Römer frech geworden« erhält der Festwagen ein närrisches zweites Leben.

Standort des Fotografen: 47.884835, 8.348446

Frauengruppe in Biedermeierkleidern, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt zur Verfügung.

Auf der Freitreppe vor dem »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) lässt sich diese Frauengruppe fotografieren. Die Damen sind mondän gekleidet, sie tragen Biedermeierkleider, passende Hütchen und sind mit Schirmchen ausstaffiert. Es ist Fasnacht und in der Festhalle findet später eine »Große Preis-Narren-Modenschau« statt. Die Frauen haben bestimmt Chancen, prämiert zu werden.

1.Reihe, hockend: 1 Hans Jordan
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Wilhelm (?), 2 Elisabeth Vogt (1929-1969), 3 Hilde Maier (1927-?)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lisette Zepf (1907-?), 2 Karolina Auer (1907-?), 3 ??? Strobel

Standort des Fotografen: 47.884191, 8.345066

20-Jährige auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Die 20-Jährigen hatten soeben ihren großen Auftritt. Ihr Werk ist vollbracht: Denn der Narrenbaum steht vor der Bäckerei und dem Café Fuß (Rathausplatz 5). Und die 20-Jährigen selbst sind bereits »auf die Laterne« – und damit die Löffinger Fasnacht – vereidigt worden.

Jetzt wird nur noch ein Gruppenfoto zur Erinnerung aufgenommen. Auf dem Foto sind in alphabetischer Reihenfolge zu sehen: Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), Kurt Egle, Alice Faller (verh. Schilling), Alfred Fehrenbach, Johann Fehrenbach (»Molker Johann«), Richard Funk, Magdalena Fürst (verh. Kopp, 1932-2015), Walter Fuß, Hedwig Hasenfratz (verh. Berger), Ewald Hepting, Johanna Geisinger (verh. Nägele), Kurt Jonner, Edmund Jordan, Emil Kopp, Christa Krauss (verh. Welte), Annaliese Laufer (verh. Lees), Helmut Laufer, Joachim Laufer, Christine Ritter (verh. Walz, 1932-2020), Edeltraud Rohrer (verh. Nickel), Friedhilde Rosenstiel (verh. Wörner), Otto Schwanz, Bernd Studer, Gottfried Vogelbacher, Margarete Zepf (verh. Senn), Eugen Zimmermann.

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.343880

Sirene auf dem Rathausdach, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Sirene auf dem Rathausdach hat den Einwohnern in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gute Dienste erwiesen. Sei es beim Großbrand 1921, als auch mit dieser Sirene die Feuerwehren der umliegenden Dörfer alarmiert wurden, sei es im Zweiten Weltkrieg bei alliierten Fliegerangriffen.

Hinter der Sirne sind die Häuser des oberen Rathausplatzes zu erkennen: die Dächer derGasthäuser »Löwen« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12) und das Wohn- und Geschäftshaus von Familie Vogt (Rathausplatz 13). Weiter im Hintergrund sind das Haus Heizmann (Festhallenstr. 1) und die neu erbauten Häuser der Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße bis hinauf zur Pension »Schönblick« (Stadionstr. 6) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Drei Männer vor dem »neuen Benzbau«, ca. 1950/51

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Ein Foto aus fröhlichen Stunden. Drei Männer stehen lachend in der Bahnhofstraße, hinter ihnen ist der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu sehen. Das Mehrfamilienhaus wurde in den 1920er Jahren für Werksangehörige der Firma Josef Benz AG erbaut. Das Gebäude ist renoviert, die Zerstörungen durch die Bombenangriffe 1945 sind nicht mehr zu sehen. Aber an den Bäumen in der Bahnhofstraße sind die Spuren des Bombenkrieges noch deutlich zu erkennen.

Die drei Männer sind v.l.n.r. Hans Müller (1926-2014), Franz Egle (1924-1951) und Fritz Zepf (1923-1951). Egle und Zepf verunglücken nur kurze Zeit später bei einem Verkehrsunfall auf der Kirchsteige tödlich. Fritz Zepf, der mit Anna geb. Köpfler verheiratet ist, verstirbt am 15. August 1951 noch am Unfallort. Franz Egle, der noch ledig ist, stirbt ein Tag später im Krankenhaus Neustadt. Die beiden werden nur 28 bzw. 26 Jahre alt.

Standort des Fotografen: 47.883656, 8.342344

Personengruppe vor dem Gasthaus »Ochsen«, ca. 1950

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Vor dem Gasthaus »Ochsen« hat sich eine Gruppe junger Männer zu einem Gruppenfoto versammelt. Auch drei Frauen gesellen sich dazu. Vermutlich handelt es sich um einen Betriebsausflug der Firma Franz Bader Schotterwerk.

Im Hintergrund ist das Geschäft von Wilhelm Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen. Auf dem Werbeschild über dem linken Fenster steht geschrieben: »Zigarrenhaus Vogt – Groß- u. Kleinverkauf«. Darunter hängt eine Werbung des Schweizer Tabakwarenkonzerns Burger. Die Jalousien an den Schaufenstern und der Eingangstür sind heruntergelassen. Offenbar ist Wochenende.

1.Reihe, kniend, v.l.n.r.: 1 Franz Isele (geb. 1930), 2 Hans Wehrle, 3 Franz Egle (1924-1951), 4 Hermann Fehrenbach, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klaudia Keller (geb. Stipek, 1921-1959), 2 Peter Keller (geb. 1948), 3 Karl Keller, 4 Franz Mürb (1928-2024), 5 Albert Wehrle, 6 Oskar Baader (1922-2006), 7 Anna Zepf (geb. Köpfler, 1920-2010), 8 Anton Wehrle, 9 Anton Schmid
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Albert Kienzler, 3 Helmut Winkler (1929-2009), 4 Luise Winkler (1930-2010)

Standort des Fotografen: 47.884045, 8.345020

Blick zum Haus Maier und Haus Zimmermann in der Unteren Hauptstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Das Haus von Uhrmachermeister Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und das Kaufhaus »zum Kasten« von Alfred Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) im Bildhintergrund sind leider nur angeschnitten zu sehen. Denn dem Fotografen ging es nicht um die Gebäude, sondern um das zugeschneite Gärtchen im Vordergrund, das zur Bäckerei Willmann (Untere Hauptstr. 6) gehört.

Ein Trampelpfad führt durch den Schnee zum Gartentürchen. Jede einzelne Holzlatte des Zauns ist von einer dünnen Schicht Schnee bedeckt. Eine winterliche Idylle mitten im Städtchen!

Standort des Fotografen: 47.883260, 8.343497