Narrengruppe vor dem Haus Ganter in der Maienlandstraße, Fasnacht 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

»H. Ganter – Damen- u. Herrenschneiderei« steht über der Werkstatt im Hintergrund. Fünf Damen stehen in wallenden weißen Gewändern, die mit schwarzen Ornamenten verziert sind, auf dem Gehweg vor dem Haus von Schneidermeister Hermann Ganter (Maienlandstr. 8). Es ist Fasnacht. Die Frauengruppe führt ein Löffinger Wappen mit sich.

V.l.n.r.: ???, ???, Luise Strobel (verh. Trescher, 1914-?), Elisabeth Strobel (1920-?), Rosa Adrion (verh. Heiler)

Standort des Fotografen: 47.885065, 8.342751

Betriebsfeuerwehr vom Sägewerk Benz, ca. 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Nachdem die Holzindustriewerke Josef Benz AG im Juli 1928 gleich zweimal von verheerenden Großbränden heimgesucht und dabei das gesamte Werksgelände zerstört worden war, gründet man 1930 eine Betriebsfeuerwehr. Sie bezieht ihr Löschwasser aus Quellen, die sich noch heute auf dem Areal befinden. Die Mitglieder der Betriebsfeuerwehr sind von der städtischen Feuerwehrabgabe befreit.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Auer, 2 ??? Kunz, 3 Johann Sibold, 4 Josef Kopp, 5 Wilhelm Peter, 6 ??? Baumann, 7 Albert Veith, 8 Josef Greuter, 9 Martin Nobs
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Gross, 2 Wilhelm Grohmann, 3 Karl Berger, 4 Heinrich Ganter, 5 Josef Vogelbacher, 6 August Mösch, 7 ??? Vogelbacher, 8 Franz Kaltenbrunner, 9 Paul Schonhardt
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wilhelm Berger, 2 ???, 3 Xaver Sperrer, 4 Karl Schwanz

Standort des Fotografen: 47.883360, 8.340659

Schüler des Jahrgangs 1951/52 im Klassenzimmer, 1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Im Klassenzimmer wird selten fotografiert. Überliefert sind meist nur offizielle Klassenfotos, die vom Schulfotografen aufgenommen wurden. Dieses Gruppenfoto ist eher ein Schnappschuss und zeigt den Schulalltag weitaus besser. Sieben Volksschüler, alle 13 oder 12 Jahre alt, sitzen im Klassenzimmer an ihren Bänken. Einer von ihnen hat sich den Zeigestab des Lehrers geschnappt und fuchtelt mit ihm herum.

1.Reihe, v.l.n.r.: Ernst Effinger, Michael Kasprowicz
2.Reihe, v.l.n.r.: Detlef Seidenberg, Klaus Baader, Bernhard Adrion, Josef Wölfle, Daniel Fehrenbach

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.347745

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Ganterbräu«, Fasnacht 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Die Straßenfasnacht am »Fasnet Mändig«, den 3. März 1930, ist in vollem Gange. Die Narren ziehen von Lokal zu Lokal. Diese drei uniformierten Möchtegern-Polizisten verhaften gerade einen Mann, der nicht verkleidet ist, sondern einen Anzug mit Mantel und Hut trägt. Was sein Vergehen ist, ist unbekannt. Aber da das Fasnachts-Motto eine »Generalmusterung« ankündigt, liegt nahe, mit welcher Begründung der Mann verhaftet wird.

Der Polizist ganz rechts trägt eine originelle Uniform: Seine Hose ist zweifarbig: ein helles und ein dunkles Bein. Dazu trägt er Ledergamaschen. Seine Schulterklappen bestehen aus zwei Mausefallen. Am Gürtel hängt etwas, das aussieht wie eine Fahrradklingel und ein alter Telefonhörer, die Kordel scheint die Telefonschnur zu sein.

Wer weiß, wer die Narren und der Mann in Zivil sind?
V.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.884429, 8.345494

Bademeister Josef Senn im Waldbad, ca. 1980-1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Nachdem 1969 das Waldbad nach seiner umfassenden Modernisierung wieder eröffnet ist, übernimmt Josef Senn (1932-2013) den Job des Bademeisters. 16 Jahre steht (oder sitzt) er am Rande des Schwimmbeckens und überwacht die Sicherheit der Badegäste.

Nach dem Ende der Badesaison arbeitet er während der Wintermonate als Bauhofmitarbeiter. Später wird er Hausmeister im Altenpflegeheim St. Martin. Er stirbt 2013 kurz vor seinem 81. Geburtstag.

Standort des Fotografen: 47.899671, 8.332835

Aufführung auf der Fasnachtsbühne vor der »Sonne«, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Das diesjährige Fasnachtsmotto lautet: »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«. Da überrascht es nicht, dass der obere Rathausplatz und die Fasnachtsbühne von zahlreichen »Indianern« bevölkert wird und vor dem ehemaligen Gasthaus »Sonne« Indianerzelte aufgebaut sind. Die Damen, die mit langen wallenden Gewändern rechts auf der Bühne stehen, gehören wohl zum Spanischen Hof.

Spätestens durch die »Winnetou«-Bücher von Karl May (1842-1912) sind klischeehafte Darstellungen der nordamerikanischen Ureinwohner äußerst populär. Winnetou ist ein fiktiver Häuptling der Apachen und verkörpert den edlen, guten »Indianer«, der mit seinem Gewehr »Silberbüchse« auf seinem Pferd »Iltschi« für Gerechtigkeit und Frieden kämpft. Er stellt damit eine Ausnahme dar, während andere »Indianer« als primitive Wilde gezeichnet werden.

Standort des Fotografen: 47.883935, 8.344702

2 Fotos: Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1934

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Hermann Egle sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein Automobil kommt die Untere Hauptstraße entlang gefahren. Es parkt auf dem unteren Rathausplatz. Im Hintergrund sind die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6), das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) sowie die ehemalige »Adler«-Scheune (Demetriusstr. 16-17) zu erkennen. Am rechten Bildrand ist der (alte) Demetriusbrunnen zu sehen, der beim Bombenangriff 1945 zerstört wird.

In dem Automobil sitzen mehrere Narren. Sie werden von Neugierigen umringt. An die Beifahrertür ist ein Flugblatt geklebt. Ein Mann mit Zylinder erhebt sich und verliest eine Bekanntmachtung. Möglicherweise ist er der »Zirkusdirektor«, denn das Fasnachtsmotto 1934 lautet »Internationaler Zirkus«. Kündigt er an, dass der Zirkus in das Städtchen kommt und welche Darbietungen es geben wird?

Das Auto gehört Friseumeister Julius Limb. Vermutlich ist er auch der Fahrer.

Standort des Fotografen: 47.883794, 8.343753

2 Fotos: Musikanten vor der Metzgerei Werne, Fasnacht 1936

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Hermann Egle sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor dem Eingang der Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15) haben an Fasnacht drei Musikanten Position bezogen. Durch die offene Tür ist gerade noch die Waage auf dem Verkaufstresen zu erspähen. Im Schaufenster auf der rechten Seite sind Würste zu erkennen, die aufgereiht hängen.

Die Musikanten tragen halbe Gesichtsmasken, sind in Anzüge gekleidet und tragen dunkle Hüte auf den Köpfen. Ein Notenständer steht vor ihnen auf dem Straßenpflaster. Das Trio musiziert mit Querflöte, Geige und Klarinette. Drei Jungs haben sich neugierig zu ihnen gesellt, um dem Spiel zu lauschen – und zugleich, um auch fotografiert zu werden.

Wer kennt die drei Musikanten und die Jungs im Hintergrund?
V.l.n.r.: [Johann Fehrenbach (1922-2020)], ???, ???, Müllermeister Josef Hasenfratz, ???, Rupert Hepting (1905-1990)

Standort des Fotografen: 47.883730, 8.343550

3 Fotos: Narrengruppe »Saubere Umwelt« in der Alemannenstraße, Fasnacht 1974

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Umweltschutz wird schon in den 1970er Jahren hoch geschrieben, zumindest an Fasnacht! »Aktion Saubere Umwelt«, steht groß auf den Leiterwagen geschrieben. »Besen für den Stadt-Dreck – Bloß Schulden fegen sie nicht weg«, heißt es auf einem zweiten Schild daneben. Beladen ist der Wagen mit handgefertigten Reisigbesen.

Die Idee dazu stammt von Fritz Egle (1929-2017): Er holt sich im Herbst frisches Reisig und fertigt daraus in den Wintermonaten Straßen- und Stallbesen, die er an Nachbarn, Bekannte und Verwandte verteilt. Der Restbestand der Besen wird nun an Fasnacht unter’s Volk gebracht und gegen eine kleine Spende verkauft. Mit dabei sind Karl-Friedrich Geisinger, der in der Dittishauser Straße wohnt (1. Foto), sowie Christa Egle und Regina Geisinger (2. Foto). Man steht abmarschbereit vor dem Haus Egle (Alemannenstr. 21).

Standort des Fotografen: 47.886311, 8.349612

Kapelle »Rio Combo I« im »Ochsen«, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Es ist Samstag Abend! Lust auf Unterhaltung? Auf Musik und ein bisschen Tanz? Na, dann ab in das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12)! Hier spielt die Stammkapelle »Rio Combo I« wöchentlich auf, mit Schlagzeug, Gitarre, Akkordeon und Saxophon. Es sind die »wilden 50er Jahre« und es wird auch gejazzt.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (1926-2001), 2 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005), 3 Paul Siefert, 4 Ewald Hepting (1933-2010)

Standort des Fotografen: 47.883962, 8.345165

Narrengruppe mit Kinderwagen in der Kirchstraße, Fasnacht 1969

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Da hat sich ja ein bunter Haufen zusammengetan, um am »Schmutzigen Dunschdig« gemeinsam durch die Straßen zu ziehen. Mit dabei ist eine Chaise, ein alter Kinderwagen, mit einem Korb aus Weidengeflecht. Darin sitzt die jüngste Närrin. Und für Musik ist auch gesorgt, denn ein Akkordeon wird mitgeführt. Ursula Kopp (2.v.r.) liegt die Fasnacht ohnehin im Blut, da die 39-Jährige am »Schmutzigen Dunschdig« geboren ist.

Die Gruppe steht vor dem Schreibwarengeschäft Hauser (Kirchstr. 8), wie an der Werbung für die Zeitschriften »Quick« und »Hör Zu« sowie dem Fähnchen für die »Totto Lotto«-Annahmestelle zu erkennen ist.

V.l.n.r.: Christa Egle, Margarete Kopp, Else Egle geb. Ganter (1923-2011), Ursula Kopp (1930-2018), Ernst Schilling (1903-1975), in der Chaise Hannelore Egle

Standort des Fotografen: 47.883219, 8.344677

3 Fotos: Aufführung auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1936

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« wird auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz ein buntes Programm geboten. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Sagen und Märchen des Deutschen Volkes.« Insofern überrascht es nicht, dass vor den zahlreichen Zuschauern gerade eine Gruppe – auf Stelzen marschierender – Riesen und eine Schar kleiner Zwerge ihren Auftritt haben. Es handelt sich um Mitglieder des Turnerbundes. Zu sehen ist u.a. August Fehrenbach.

Hinter der Brunnenfigur der »Schnitterin« das Rathaus zu sehen. In dessen Erdgeschoss befindet sich seit kurzem eine Filiale der »Vorschussbank« und »Sparkasse«. Die Häuser auf der rechten Seite sind die Metzgerei von Johann Riegger (Rathausplatz 3) und das Postamt (Rathausplatz 2).

Standort des Fotografen: 47.883937, 8.344806