Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.
Die Erstklässler*innen des Jahrgangs 1949/50 werden in die Volksschule eingeschult. Aufgeregt und stolz steigen sie in Zweierpaaren die Treppe hinauf. Die Eltern und andere Verwandte bleiben auf dem Schulhof zurück. Sie vertrauen ihre Kinder der Klassenlehrerin Waltraud Klose (nicht im Bild) an.
Bei den Schulkindern sind u.a. Joachim Rogg (geb. 1949), Georg Schreiber (geb. 1949), Rita Rappenegger (geb. 1950) und Elfriede Fehrenbach sowie Klemens Rebholz zu sehen. Unter den Müttern ist u.a. Else Bader (geb. Fehrenbach), Henny Laufer (geb. Metz) und Karoline Trenkle (geb. Brunner) zu erkennen.
Evtl. sind auch die Schulklinder Lydia Trenkle (geb. 1950), Rudolf Laufer (geb. 1949) und Rosmarie Bader (geb. 1949) auf dem Foto zu sehen.
Die Untere Hauptstraße zieht sich durch das Städtchen. Links reihen sich die Häuser dicht aneinander, darüber ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael auf. Rechts schwingt das kunstvolle Wirtshausschild des Gasthauses »Adler« über die Straße. Weiter hinten schließt der Giebel des Gasthauses »Lamm« (Kirchstr. 29) den Blick wirkungsvoll ab.
Die Aufnahme entsteht ungefähr auf Höhe des Demetriusbrunnens. Noch bestimmen unbefestigte beziehungsweise nur teilweise befestigte Straßenflächen, die gepflasterte Straßenrinne und dicht stehende Häuser das Bild. Reklametafeln und Geschäftsschilder treten kaum hervor. Gerade dadurch wirkt die Straße trotz der unterschiedlichen Gebäude wie ein geschlossenes Ensemble.
In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 19 unter der Überschrift »Blick vom Demetriusbrunnen auf das Gasthaus zum Lamm«. Sie gehört zu den 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) seinen neunseitigen Rundgang durch Löffingen illustriert. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift interessiert ihn besonders, wie historische Architektur, Straßenführung und alltägliche Details das Erscheinungsbild eines Ortes prägen.
Gerade diese Straßenansicht gefällt Wingenroth. Er lobt, dass selbst die »Firmenschilder« in Löffingen »bescheiden und anständig geblieben« seien und die Wirkung der alten Straßen nicht störten. Besonders hebt er die »gute, gekrümmte Führung« der Unteren Hauptstraße und ihren Abschluss durch den vorspringenden Giebel hervor. Damit beschreibt er nicht nur das einzelne Gebäude, sondern das Zusammenspiel der ganzen Straße – genau das, was auch die Fotografie festhält.
Breit zieht sich das Haus des Bäckermeisters Ernst Straub (Untere Hauptstr. 6) entlang der Straße. Im Erdgeschoss ist der Laden eingerichtet, ein kleines Schaufenster ist neben dem Ladeneingang zu sehen. Ein großes Scheunentor ist in der rechten Gebäudehälfte zu erkennen. Unmittelbar daneben schließt sich das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) an, in dem Friseurmeister Julius Limb seinen Friseursalon betreibt. Ein Geschäftsschild an der Fassade weist darauf hin. Am linken Bildrand steht der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) mit seiner breiten Giebelfront und den regelmäßig angeordneten Fenstern.
Die Aufnahme vermittelt einen Eindruck davon, wie selbstverständlich sich Geschäfte in die Wohnhäuser einfügen. Es gibt keine großflächigen Schaufensterfronten oder auffällige Reklame. Wohnen, Handwerk und Verkauf liegen unmittelbar nebeneinander und prägen gemeinsam das Straßenbild der Unteren Hauptstraße.
Als Bild Nr. 17 findet die Ansicht Eingang in den 1921 erschienenen Löffingen-Beitrag der Zeitschrift »Badische Heimat«. Unter der Überschrift »Haus Ernst Straub mit Laden« gehört sie zu insgesamt 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) seine Leser*innen durch das Städtchen führt. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift interessiert er sich besonders für traditionelle Bauformen und dafür, wie Neubauten und Geschäftseinbauten das gewachsene Ortsbild verändern.
Das Haus Straub findet ausdrücklich seine Zustimmung. Die Art, »wie hier die Läden eingebaut sind«, bezeichnet Wingenroth als gelungenes Gegenbeispiel zu anderen, von ihm kritisierten Geschäftshäusern. Auch die »freundliche, breite Giebelfront« des benachbarten Hauses gefällt ihm. Besonders lobt er, dass die Firmenschilder »bescheiden und anständig geblieben« seien und dadurch die Wirkung der alten Straße nicht beeinträchtigten. Seine Wortwahl verrät dabei deutlich den Blick des Heimatschutzes: Bewahrt werden soll ein möglichst harmonisches, traditionell wirkendes Stadtbild. Doch die moderne Zeit hält längst Einzug, und der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten: Auf dem Dach der Bäckerei Straub ist bereits ein Mast für die Elektrizitätsversorgung zu erkennen.
Fast menschenleer liegt der untere Rathausplatz vor dem Fotografen. Nur ein einzelnes Huhn läuft über die freie Fläche. Den Blickfang bildet die geschlossene Häuserzeile mit dem alten Mailänder Tor. Links davon stehen die Häuser des Flaschnermeisters Ferdinand Willmann (Demetriusstr. 13) und des Korbmachers August Egle (Demetriusstr. 14) sowie die Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15). Kleine Ladeneinbauten und Schaufenster zeigen, dass hier nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet und verkauft wird.
Das Mailänder Tor prägt zu diesem Zeitpunkt noch den Stadtring. Doch sein Ende steht unmittelbar bevor: Nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 wird das alte Torgebäude abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Neubau mit einer breiteren Tordurchfahrt, die den veränderten Verkehrsverhältnissen Rechnung trägt. Die Fotografie hält damit einen Zustand fest, der nur noch kurze Zeit bestehen wird.
Als Bild Nr. 15 erscheint die Aufnahme 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat«. Die Bildunterschrift lautet »Unterer Platz, Mailänder Tor und Laden A. Egle«. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), zugleich Schriftleiter der Zeitschrift und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg, führt seine Leser*innen in seinem neunseitigen Beitrag anhand von 28 Ansichten durch Löffingen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift beschäftigt sich mit Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft und Volkskunde Badens.
Wingenroth gefällt insbesondere, wie sich die kleinen Geschäfte in die alten Häuser einfügen. Über diese Seite des Rathausplatzes schreibt er: »Ebenso aber erfüllt uns die andere Seite des Platzes neben dem Mailänder Tor mit Genugtuung; wie hier die Läden eingebaut sind, kann als gutes Gegenbeispiel gegen die vorhin erwähnten gelten.« Hier zeigt sich sein vom Heimatschutz geprägter Blick: Moderne Geschäftsnutzung ist für ihn durchaus willkommen – solange sie sich möglichst unauffällig in das überlieferte Stadtbild einfügt.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.
Es liegt Schnee! Rodeln an der »Wanne« ist angesagt! Egal ob auf einem hölzernen Schlitten, auf einem Rutschbob aus Plastik oder einem Reifen, runter geht es immer. Wenn nur nicht das mühselige Hochlaufen auf den Berg wäre.
Im Hintergrund sind Wohnhäuser und Gewerbeflächen in der Hebelstraße und dahinter das Gelände des Sägewerks Benz zu sehen.
Weit und offen liegt der untere Rathausplatz. Rechts im Vordergrund steht der 1912 errichtete Demetriusbrunnen, dessen Säule mit der Figur des Stadtpatrons den Platz beherrscht. Links erhebt sich das Rathaus, davor das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Die Straße und Platzfläche sind noch nahezu frei von Verkehr und lassen den Blick ungehindert auf die Häuserzeile im Hintergrund fallen.
Dort stehen die Häuser des Apothekers Otto Buisson (Rathausplatz 6) und des Schuhmachermeisters Demeter Schilling (Rathausplatz 7). Beide Gebäude wurden 1911 nach einem Brand neu errichtet. Daneben befindet sich das Anwesen des Landwirts August Sibold (Rathausplatz 8).
Als Bild Nr. 14 wird die Aufnahme 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Die Bildunterschrift lautet »Unterer Platz. Apotheke und Schuhhandlung D. Schilling«. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, führt seine Leser*innen in einem neunseitigen Beitrag anhand von 28 Ansichten durch Löffingen. Herausgegeben wird die »Badische Heimat« vom 1909 gegründeten gleichnamigen Landesverein, der sich mit Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft und Volkskunde Badens beschäftigt.
Wingenroth gefällt dieser Teil des Rathausplatzes besonders. Nachdem er bereits den oberen Platz als »geschlossen und anheimelnd« gelobt hat, hebt er den Demetriusbrunnen hervor, der »aufs glücklichste in das Ortsbild hineinkomponiert« sei. Auch die erst wenige Jahre alten Geschäftshäuser finden seine Zustimmung: Die Apotheke erfülle zwar alle modernen Anforderungen, störe aber dennoch das gewachsene Ortsbild nicht, sondern wirke »gefällig«. Selbst der Gartenzaun ist ihm eine Bemerkung wert, weil er ihn dem andernorts verbreiteten »schlechten Draht- und Eisengitter« vorzieht. Darin zeigt sich Wingenroths vom Heimatschutz geprägter Blick: Auch Neues darf entstehen – solange es sich harmonisch in das überlieferte Stadtbild einfügt.
Mehrere Gleise durchziehen den Vordergrund, dahinter erhebt sich das weitläufige Werksgelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG. Hohe Schornsteine und Fabrikgebäude bestimmen die Silhouette. Das Sägewerk liegt jenseits der Bahnlinie im Bereich der heutigen Güter- und Kesselstraße – deutlich abgesetzt vom alten Stadtkern.
Erst 1911/12 wird der Betrieb an dieser Stelle errichtet. Zunächst besteht er aus einem zweigattrigen Sägewerk und einer Kistenfabrik, doch das Unternehmen wächst rasch. In den folgenden Jahren kommen weitere Anlagen hinzu. Bis 1924 verfügt das Werk über zwölf zusätzliche Sägegatter, ein Hobelwerk, eine Kyanisieranstalt zur Holzkonservierung und eine Steckenschälerei. Das Sägewerk entwickelt sich damit zu einem bedeutenden Industriebetrieb und Arbeitgeber in Löffingen.
Als Bild Nr. 23 mit der schlichten Bezeichnung »Das Sägewerk« erscheint die Aufnahme 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat«. In seinem neunseitigen Beitrag führt der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) die Leser*innen anhand von 28 Fotografien durch Löffingen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift beschäftigt sich mit Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft und Volkskunde Badens. Dass neben Straßenansichten und Häusern auch ein moderner Industriebetrieb Aufnahme findet, zeigt, wie sehr sich das Erscheinungsbild des Städtchens inzwischen verändert.
Mit der neuen Industrie kann Wingenroth allerdings wenig anfangen. Fast erleichtert stellt er fest: »Es fehlt auch nicht die unvermeidliche Fabrik, ein Sägewerk, doch liegt sie glücklicherweise über der Bahn drüben«. Für künftige Neu- und Umbauten fordert er eine ansprechendere Gestaltung, insbesondere bei Dächern und Baumaterialien. Seine Bemerkung verrät den Blick des Heimatschutzes: Die Industrialisierung lässt sich nicht aufhalten, soll sich aber möglichst harmonisch in Landschaft und Ortsbild einfügen.
Unmittelbar am Bahnübergang steht das Haus Kaus (Untere Hauptstr. 9a). Mit seinem hohen, doppelt abgewalmten Dach wirkt es wie ein Gegenstück zum katholischen Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zusammen bilden die beiden Gebäude ein markantes Ensemble am südlichen Ausgang des Städtchens. Beide Häuser werden als Barockhäuser bezeichnet, da die doppelt abgewalmten Dächer an die Bauformen Spätbarocks im 18. Jahrhunderts erinnern. Im Vordergrund sind die Gleise und die Schranke des Bahnübergangs zu erkennen.
Das Haus Kaus wurde 1803 errichtet. Ab 1892 wohnten darin der Bierwirt und Kaufmann Wilhelm Kaus (1853-1892) und dessen Ehefrau Theresia Kaus (geb. Kaier, 1860-1935). Das Gebäude wird am 25. Februar 1945 bei einem Fliegerangriff vollständig zerstört. Nach Kriegsende wird es nicht wieder aufgebaut. Damit verschwindet eine Hälfte des einstigen architektonischen Ensembles am Bahnübergang.
Die Aufnahme erscheint 1921 als Bild Nr. 25 in der Zeitschrift »Badische Heimat« unter der Überschrift »Gegenüberliegendes Barockhaus am Ausgang nach Göschweiler«. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) führt seine Leser*innen darin anhand von 28 Fotografien durch Löffingen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift widmet sich der Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft und Volkskunde Badens.
Gerade die beiden Barockhäuser begeistern Wingenroth. Zum Abschluss seines Rundgangs schreibt er: »Wir wollen unsere leider kurze Besichtigung mit Erfreulicherem schließen, dessen es gerade in Löffingen noch genug gibt.« Zu diesen erfreulichen Beispielen zählt er ausdrücklich die beiden Häuser am Bahnübergang, die »jeder Stadt eine Zierde wären«. Besonders hebt er ihre »doppelt abgewalmten Dächer« hervor – ein deutliches Beispiel dafür, welche Bauformen der Heimatschutz jener Zeit als vorbildlich und erhaltenswert ansieht.
Beherrschend steht das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) am südlichen Ausgang des Städtchens. Der stattliche, nahezu quadratische Baukörper mit seinem mächtigen, doppelt abgewalmten Dach hebt sich deutlich von der kleinteiligeren Bebauung im Hintergrund ab. Fensterläden gliedern die schlichte Fassade, ein Mäuerchen und ein niedriger Zaun grenzt das Grundstück zur Straße hin ab.
Errichtet wurde das Pfarrhaus 1788 unter Stadtpfarrer Johann Georg Eggstein und damit tatsächlich noch im Barock. Es dient über mehr als eineinhalb Jahrhunderte als Amts- und Wohnhaus der Löffinger Stadtpfarrer. Ursprünglich gehörte zum Anwesen auch eine Pfarrscheuer, die jedoch beim Bau der Eisenbahnlinie weichen musste. Das Pfarrhaus wird in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1945 stark beschädigt.
Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Haus Kaus (Untere Hauptstr. 9a) bildet das Pfarrhaus am Bahnübergang nach Göschweiler ein markantes architektonisches Paar. Beide Gebäude besitzen die für ihre Erscheinung so charakteristischen mächtigen Dächer und rahmen den damaligen Ortsausgang ein.
In der Zeitschrift »Badische Heimat« wird die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 24 unter der Überschrift »Barockhaus am Ausgang nach Göschweiler« veröffentlicht. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Schriftleiter der Zeitschrift und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg, nimmt das Gebäude in seinen fotografischen Rundgang durch Löffingen auf. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift widmet sich besonders solchen als charakteristisch und erhaltenswert empfundenen Zeugnissen regionaler Baukultur.
Zum Abschluss seines Rundgangs zählt Wingenroth das Pfarrhaus und sein Gegenüber ausdrücklich zu den erfreulichen Beispielen Löffinger Architektur. Er schwärmt von den »beiden schönen Barockhäusern, die jeder Stadt eine Zierde wären«, und hebt besonders ihre »doppelt abgewalmten Dächer« hervor. Gerade an dieser Stelle wird deutlich, welche Bauformen dem Heimatschutz jener Zeit als vorbildlich gelten.
Von der Kirche aus fällt der Blick die leicht gebogene Kirchstraße hinauf. Links steht im Vordergrund das Haus des Seifensieders Anton Benz (Kirchstr. 12) mit seinem markanten Staffelgiebel. Gleich daneben führt ein kleiner Tordurchgang in die Eggertenstraße. Auf der rechten Straßenseite ist das Haus des Sattlermeisters Ernst Geisinger (Kirchstr. 21) zu sehen. Holzstapel und landwirtschaftliches Gerät lagern unmittelbar im Straßenraum, ein paar Hühner laufen frei umher. Weiter oben steht einer der steinernen Laufbrunnen, die noch zum alltäglichen Straßenbild gehören.
Die Kirchstraße ist noch ganz selbstverständlich ein Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsraum zugleich. Vor den Häusern wird Holz gelagert, Tiere bewegen sich auf der Straße, und der Brunnen dient der Wasserversorgung von Menschen und Vieh. Das Haus Geisinger und mehrere angrenzende Gebäude auf der rechten Straßenseite werden wenige Jahre später beim Brand von 1929 zerstört.
In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 11 unter der Überschrift »Blick von der Kirche in die Seitengasse«. Sie gehört zu den 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, seinen Rundgang durch Löffingen illustriert. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift richtet ihr Augenmerk besonders auf historische Bauformen, gewachsene Ortsbilder und regionale Besonderheiten.
Wingenroth gefällt die Kirchstraße gerade wegen ihres unregelmäßigen, alten Erscheinungsbildes. Er beschreibt sie als »langes gebogenes Gäßlein«, in dem einige der ältesten Häuser mit »gotischen Gewänden« auffielen. Besonders angetan ist er vom steinernen Laufbrunnen und schwärmt von einer früheren Zeit, »die solchen Brunnen so hübsch in die Straße setzte«. Nur eines stört seinen vom Heimatschutz geprägten Blick: der Drahtzaun am Kirchplatz. Aber der befindet sich im Rücken des Fotografen und ist nicht in diesem Bild zu sehen.
Mitten auf dem oberen Rathausplatz steht frei das Rathaus und teilt den Platz in zwei Bereiche: in den oberen Rathausplatz und den unteren Rathausplatz. Links daneben erhebt sich das frühere Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10). Der Gastbetrieb ist zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt. Daneben markieren kleine Bäumchen den Bereich des Schulhofs, denn das Rathaus dient zugleich als Schulhaus. Einige Personen bewegen sich über den ansonsten ruhig wirkenden Platz.
Seine dritte Funktion als Kaufhaus hat das Rathaus seit der Jahrhundertwende verloren. Nur noch die großen rundbogigen Türen im Erdgeschoss, die einst zur Markthalle führten, erzählen vom früheren Marktgeschehen. Vor dem Gebäude steht der Rathausbrunnen mit der Figur der »Schnitterin«. Auch sie erinnert an die Bedeutung Löffingens als Marktort und insbesondere an den einst wichtigen Kornmarkt der Baar.
In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 10 – allerdings mit einer falschen Bildunterschrift: »Rathaus und Gasthaus zum Löwen«. Tatsächlich ist links neben dem Rathaus nicht der »Löwen«, sondern die »alte Sonne« zu sehen. Das Foto gehört zu den 28 Ansichten, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) seinen neunseitigen Rundgang durch Löffingen illustriert. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift richtet er seinen Blick besonders auf Architektur und gewachsene Stadtbilder.
Das freistehende Rathaus gefällt Wingenroth ausgesprochen gut. Er beschreibt, wie »wirksam« es in der Mitte des Platzes stehe, und lobt »die Geschlossenheit seiner Bauerscheinung«. Besonders gelungen erscheint ihm, dass das Gebäude den Rathausplatz »gut in zwei Hälften« teilt. Diese städtebauliche Wirkung lässt sich auf der Aufnahme sehr schön nachvollziehen.
Die beiden traditionsreichen Gasthäuser »Ochsen« und »Löwen« beherrschen die Ostseite des oberen Rathausplatzes. Einige wenige Personen beleben den ansonsten ruhig wirkenden Platz. Rechts im Vordergrund steht der Rathausbrunnen mit seiner Figur der »Schnitterin«.
Die beiden Gasthäuser gehören seit langem zu den markanten Gebäuden im Städtchen. Zusammen mit dem Rathaus und dem Brunnen prägen sie den oberen Rathausplatz, der noch weitgehend frei von Verkehr ist.
In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 13 unter der Überschrift »Oberer Platz, Ostseite, Gasthäuser zum Löwen und Ochsen«. Sie gehört zu den 28 Fotografien, mit denen der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) seinen Rundgang durch Löffingen illustriert. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift beurteilt er immer wieder, wie gut sich alte und neue Gebäude in das gewachsene Stadtbild einfügen.
Nachdem Wingenroth zuvor die Fassadengestaltung des früheren Fürstenbergischen Amtshauses kritisiert hat, gefällt ihm diese Seite des Platzes deutlich besser. Lediglich die neugestaltete linke Hälfte des »Ochsen« stört ihn etwas. Doch er ist zuversichtlich: »Die Zeit wird durch Verwischung des neuen Anstriches das Ihrige tun.« Insgesamt seien dies ohnehin nur »leise Fehler« im Vergleich zu den Bausünden, die er andernorts beobachtet. Hier zeigt sich sein vom Heimatschutz geprägter Blick: Neues wird nicht grundsätzlich abgelehnt – es soll sich aber möglichst unauffällig in das überlieferte Ortsbild einfügen.