2 Fotos: Ministerbesuch nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz
Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Inge Benitz und Rita Willmann zur Verfügung.

Am Samstag, den 17. September 1921 kommt der Innenminister des Landes Baden, Adam Remmele (1877-1951), zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen nach Löffingen. Diesmal will er zum Abschluss der Aufräumarbeiten der Hundertschaft der Müllheimer Polizei für ihren Einsatz danken. Zusammen mit Bürgermeister Adolf Kuster, Ministerialrat Leers und Polizeioberst Erich Blankenhorn verschafft er sich einen Eindruck der vollbrachten Leistung und verabschiedet die Helfer.

Im Anschluss strebt man ins Gasthaus »zum goldenen Löwen« (Rathausplatz 11). Noch steht auf dem Wirtshausschild der französische Zusatz »Hôtel de Lion d‘or«. Danach verabschiedet sich der Minister. Mit dem Automobil, das vor dem früheren Gasthaus »Sonne« geparkt ist, geht es zurück nach Freiburg und von dort aus weiter in die Landeshauptstadt Karlsruhe.

Die »alte Sonne« wird gerade umgebaut, wie an der Fassade zu erkennen ist. In der linken Gebäudehälfte wird die Stadtmühle eingerichtet, während in der rechten Hälfte städtische Wohnungen entstehen. Damit soll die Wohnungsnot bekämpft werden, die schon vor dem Großbrand drückend war aber durch 200 obdachlose Brandgeschädigte noch dramatisch verschärft wurde.

Schön ist der Rathausbrunnen zu erkennen, in dem sich aber zur Zeit kein Wasser befindet. Warum in dem oberen Foto ein Mensch im Brunnenbecken zu liegen scheint, ist unklar. Vielleicht reinigte er gerade den Brunnen, als ihm der Fotograf das Kommando gab, sich zu ducken, damit er auf dem Foto nicht stört?

Standort des Fotografen: 47.884091, 8.344647

Blick vom Kirchturm in Richtung Rathaus, ca. 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Kirchturm eröffnet sich ein grandioser Blick auf das Städtchen. Zu sehen sind im Vordergrund die Häuser der Kirchstraße mit dem Haus Kuster (Kirchstr. 14) und dem Haus Benz (Kirchstr. 12). Über ihre Dächer ragen knapp die Häuser der Eggertenstraße. Das »Eckeret«, wie der Winkel genannt wird, ist das am dichtesten bebaute Gebiet innerhalb des Altstadtrings.

Dahinter sind die Häuser am Rathausplatz zu sehen, dominiert vom Rathaus und der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10), die 1972 abgerissen wird. Der Platz daneben diente bis 1936 als Schulhof. Schön zu erkennen ist auch der untere Rathausplatz mit dem Mailänder Tor und dem 1954 neu erbauten Demetriusbrunnen.

Standort des Fotografen: 47.882615, 8.343904

Martin Stöhr anlässlich seiner Schulentlassung, 1949

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Nein, Martin Stöhr (geb. 1935) läuft nicht alle Tage im Anzug und mit Krawatte herum. Aber heute ist ein besonderer Tag, denn der 14-Jährige ist aus der Volksschule entlassen worden.

Familie Stöhr wohnt in einer Wohnung in der »alten Sonne«. Und Martin Stöhr lässt sich deshalb gleich nebenan vor dem Obst- und Gemüseladen von Monika Wehrle am Rathausplatz fotografieren. Früher war der Platz der Schulhof, damals, als sich im Rathaus auch noch das Schulhaus befand. Aber die Zeiten sind lange vorbei. Martin Stöhr besuchte die Volksschule bereits im Schulhaus an der »Hasle«.

Standort des Fotografen: 47.883647, 8.344564

Zwei Mädchen auf dem alten Schulhof, ca. 1954

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Es ist schon einige Jahre her, dass auf dem Platz beim Rathaus die Schulkinder in der Pause herumtobten. Denn seit 1936 dient das Rathaus nicht mehr als Schulhaus und der Platz nicht mehr als Schulhof.

Zwei jugendliche Mädchen lassen sich fotografieren, wie sie sich an einen der Bäume lehnen. Zu sehen sind Lydia Laufer (geb. 1941) und Helga Stöhr (verh. Küßner, geb. 1938), die gleich nebenan mit ihren Eltern in der »alten Sonne« wohnt. Im Hintergrund ist am Rathaus eine Holzbiege zu sehen, die Lehrer Emil Willig gehört. Am rechten Bildrand ist ein Schwarzes Brett zu erkennen, an dem Bekanntmachungen hängen.

Standort des Fotografen: 47.883524, 8.344650

Aufführung auf der Bühne auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1914

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Die Holzbretter überspannen den Rathausbrunnen, nur die Brunnensäule mit der »Schnitterin« ragt heraus. Die Bühne wird umringt von einer großen Menge Zuschauern, die die Aufführung neugierig verfolgen. Gerade findet eine Tanzdarbietung von mehreren Frauen in Tracht statt, die Stadtmusik spielt dazu. Heugarben liegen auf der Bühne herum.

Im Protokollbuch des Turnerbunds ist für Februar 1914 vermerkt, dass Turnwart Karl Häusle mit »6 Damen und 6 Herren einen Schnittertanz« eingeübt habe. Die Darbietung verläuft »großartig und zur vollsten Zufriedenheit der Zuschauer«. Es folgen weitere Tanzdarbietungen, u.a. ein »humoristischer Bauernlümmeltanz«. Anschließend begibt man sich ins Gasthaus »Sonne«, wo ein Ball stattfindet und man das Tanzbein schwingt.

In der Bildecke unten links ist vermerkt, dass der Buchbinder Anton Rebholz das Foto »1914« aufgenommen hat. Im Widerspruch dazu steht, dass in der Chronik der »Laternenbrüder« für 1914 vermerkt ist, dass in diesem Jahr »keine Fasnet« stattfand, weil man im Vorjahr das 25. Gründungsjubiläum der Laternenbrüder groß gefeiert und sich offenbar verausgabt hatte. Da die »Laternenbrüder« aber 1889 gegründet wurden, feiern sie 1914 und nicht 1913 ihr Silbernes Jubiläum.

Im Hintergrund sind die beiden Erdgeschosse der Gasthäuser »Löwe« und »Sonne« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884037, 8.344699

Abbruch der »alten Sonne«, 1973

Stadtarchiv

Wo der Bagger steht und gerade Schutt auf einen Lastwagen lädt, da befand sich bis 1936 der Schulhof, denn damals war die Volksschule noch im Rathaus. Lange wird diese Freifläche allerdings nicht mehr unbebaut bleiben. Denn das frühere Gasthaus »Sonne« wird gerade abgerissen. An seiner Stelle und auf dem ehemaligen Schulhof soll ein modernes Wohn- und Geschäftshaus (Rathausplatz 9/10) gebaut werden.

Das Foto ist von der Eggertenstraße aus aufgenommen. Durch die Abbrucharbeiten öffnet sich plötzlich ein freier Blick in Richtung Rathausplatz mit dem Rathaus (links) und dem »Stadtbau« (rechts).

Standort des Fotografen: 47.883486, 8.344718

Große Hexe auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1972

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Neben der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz steht der Hexenwagen mit der (neuen) großen Hexe. Einige Kinder sind auf den Wagen geklettert. Die große Hexe trägt das gleiche (neue) »Häs« wie die anderen, »kleinen« Hexen. Zu sehen sind Egon Bader und Franz Mürb. Entworfen wurde das Häs vom Hexenschneider Hans Kaufmann. Über dem braunen mit schwarzen Karos versehenen Rock trägt sie eine gelbe Schürze, weiter oben einen dunkelgrünen Kittel, der mit einem roten Halstuch seinen Abschluss findet. Aber die große Hexe trägt nicht nur den passenden Stoff, sie verfügt auch über eine Sirene und beleuchtete Augen. Zur Freude der Kinder hat sie auch bewegliche Arme, auf denen man schaukeln kann.

Im Hintergrund ist die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10) zu sehen. Es ist die letzte Fasnacht, die das altehrwürdige Gemäuer miterlebt, denn im Januar 1973 wird die »Sonne« abgerissen.

Standort des Fotografen: 47.883810, 8.344717

2 Fotos: Blick vom Kirchturm zum Alenberg, ca. 1926

Verlag A. Rebholz
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor wenigen Jahren wütete ein Großbrand und legte das halbe Städtchen in Schutt und Asche. Mittlerweile ist der Wiederaufbau abgeschlossen. Der Schrecken ist verblasst und alles wirkt wieder friedlich. Vom Kirchturm aus hat man einen imposanten Blick in Richtung Alenberg. Man sieht gleich mehrere neugebaute Häuser am unteren Rathausplatz, in der Demetriusstraße, der Ringstraße und der Alenbergstraße, an den Staffelgiebeln zu erkennen. Blickt man auf das massive Rathausgebäude, dann überrascht es nicht, dass die Feuerwehr 1921 alles daran setzte, um dieses Gebäude zu erhalten. Ein brennendes Rathaus hätte ganz sicher ein Übergreifen des Feuers auf weitere Straßenzüge und deren Untergang bedeutet.

Ähnlich massiv wie das Rathaus ist das ehemalige Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10), dessen Rückseite zur Eggertenstraße hin zu sehen ist. Die unbebaute Fläche zu seiner Linken dient als Schulhof, denn noch befindet sich die Volksschule im Rathausgebäude. Außerhalb des Stadtrings sind die Häuser der Vorstadtstraße und der Oberen Hauptstraße zu erkennen. Im Hintergrund sieht man den Friedhof mit der Kapelle.

Standort des Fotografen: 47.882612, 8.344053

4 Fotos: Abbruch der »alten Sonne«, Januar 1973

Stadtarchiv

Bereits 53 Jahre ist es her, dass sich in diesem Gebäude das Gasthaus »Sonne« befand, denn 1920 kaufte die Stadtgemeinde den am oberen Rathausplatz gelegenen Gebäudekomplex und der Betrieb der Gastwirtschaft wurde eingestellt. Und trotzdem hält sich der Name bis zum Abbruch 1973. Die »alte Sonne« fällt im Januar 1973 der Stadtsanierung zum Opfer.

Die Fotoserie ist von der Eggertenstraße aus aufgenommen, wobei man sehen kann, wie eng es in diesem Winkel zugeht. Eine Straße gibt es noch nicht, sie wird erst nach den Abbrucharbeiten angelegt. Der Abbrissbagger leistet ganze Arbeit: Das altehrwürdige Gemäuer sinkt in kurzer Zeit in Schutt und Asche.

Die Mitarbeiter des Bauhofs notieren in ihren Unterlagen, dass sie am 8. Januar 1973 Schutt von der »alten Sonne« abgefahren und am 10. Januar Holz von ihrem Abbruch auf dem Sportplatz verbrannt haben.

Standort des Fotografen: 47.883486, 8.344718

Umzug auf dem oberen Rathausplatz beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Die große blau-weiße Fahne am Rathaus und die geschmückte Fassade an der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10) zeigen auf den ersten Blick, dass in Löffingen ein Fest stattfindet, eigentlich sogar zwei Feste: Denn die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 90. Gründungsjubiläum und zugleich begeht man das Kreisfeuerwehrfest des Landkreises Neustadt.

Über den oberen Rathausplatz zieht eine Musikkapelle. Ein Schilderjunge marschiert vornweg, gefolgt von Rosmarie Fehrenbach (verh. Götz) im langen Kleid. Noch scheint der Festumzug nicht begonnen zu haben, denn dafür stehen zu wenig Schaulustige am Straßenrand. Offenbar sind die Musiker auf dem Weg in Richtung Obere Hauptstraße, um sich für den Umzug aufzustellen.

Standort des Fotografen: 47.884059, 8.344654

Männer vor dem Kriegerdenkmal auf dem Rathausplatz, ca. 1941/42

Sammlung Familie Waßmer

Eine Schar junger Männer hat sich vor dem Kriegerdenkmal auf dem unteren Rathausplatz zu einem Gruppenfoto versammelt. Sie haben sich in Schale geworfen und tragen Anzüge, manche sogar mit Einstecktuch.

Wer weiß, wer die Männer sind? Sind sie vielleicht Fußballer des FC Löffingen? Oder ist es eine Abschlussklasse der Gewerbeschule?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: ???, Hans Müller (1926-2014), ???
2.Reihe, hockend:
3.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Franz Egle (1924-1951), Helmut Köpfler, ???, ???, ???, ???, ???
4.Reihe, v.l.n.r.:

Im Hintergrund ist das Rathaus, der Seitengiebel des früheren Gasthauses »Sonne« (Rathausplatz 9/10), daneben der ehemalige Schulhof und das Haus der Witwe Emma Sibold geb. Fechtig (Rathausplatz 8) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.343876

2 Fotos: Schüler auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1971

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Schmutzigen Dunschdig« werden vormittags traditionell die Schüler befreit: Die Fasnachtsferien beginnen! Die kleinen Narren strömen von der Schule ins Städtchen. Hier stehen sie auf dem unteren Rathausplatz, wo am Nachmittag der Narrenbaum aufgestellt wird.

Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen, neben dem eine Telefonzelle steht. Daneben ist die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), die zwei Jahre später abgerissen wird, und der kleine Gemüse- und Obstladen von Monika Wehrle zu erkennen.

Wer erkennt die Schüler*innen? Zu sehen sind in alphabetischer Reihenfolge u.a.: Jutta Bausch, Jutta Bölle, Karl Friedrich Geisinger, Winfried Hall, Jutta Hasenfratz, Hannelore Heiler, Regina Isele, Annette Japs, Kathi Knödler, Monika Kuster, ??? Mayer, Reinhold Merk, Susanne Müller, ??? Münzer, Inge Sibold (mit schwarzem Pullover), Renate Sibold (mit Chinesenhut), Petra Tibussek, Luzia Walz, Vera Walz, Veronika Zipfel

Oberes Bild: Lehrerin Hannelore Gobil-Cremer (1947-2019)

Unteres Bild: Ganz hinten mit Regenschirm steht Klara Zepf (geb. Assmuth, 1907-1999).

Standort des Fotografen: 47.883729, 8.344040