Dieses Foto stellte dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.
Sechs Mädchen stehen vor einer Haustür und lächeln in die Kamera. Alle tragen Kleidchen, die wohl größtenteils von ihren Müttern selbst gefertigt sein dürften. Fünf der Mädchen haben lange Haare, die zu Zöpfen geflochten sind. Es scheint ein sonniger Herbst- oder Frühlingstag zu sein. Die sechs blinzeln gegen die niedrigstehende Sonne.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.
Ein echtes Rätsel stellt diese Fotografie dar.
Klar ist: Die Sonne scheint und eine Schulklasse unternimmt einen Ausflug ins Grüne. Die Schüler*innen stehen auf einer Obstbaumwiese, ähnlich der »Linden«-Wiese. Sie sind fein gekleidet, mehrere Jungs tragen Matrosenanzüge, wie sie im Kaiserreich Wilhelms II. populär sind, einige Mädchen tragen Sommerhüte. Ein Lehrer im Anzug steht neben einem aufgeschichteten Holzstoß und erklärt seinen Schüler*innen etwas. Im Hintergrund ist ein Schüler auf einen Baum geklettert, um alles genau von oben beobachten zu können.
Wer erkennt die Schüler*innen oder die Erwachsenen? Falls Julius Limb (1883-1968) auf dem Foto zu sehen sein sollte, müsste das Bild sogar schon vor der Jahrhundertwende aufgenommen sein.
Wer weiß, zu welchem Zweck der Holzstoß dient?
Und wo wird das Foto aufgenommen? Falls es tatsächlich die »Linden«-Wiese sein sollte, dann muss bedacht werden, dass die Festhallenstraße noch nicht existiert. Das Gelände im Hintergrund steigt an bis zur heutigen Haslachstraße und Stadionstraße. Oder ist der Höhenunterschied zu hoch?
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.
Die Kühe, die hier weiden und Gras fressen und an der Tränke Wasser trinken, kümmern sich nicht darum, auf welche Geschichte die Jungviehwiede zurückblicken kann.
Mit dem Niedergang des Kornmarktes Ende des 19. Jahrhunderts wurde es notwendig, die Landwirtschaft, die bislang vor allem aus Getreideanbau bestand, stärker auf Viehwirtschaft auszurichten. Die Entstehung der Jungviehweide reicht denn auch in das Jahr 1896/97 zurück. Damals errichtete die Stadt nach Zustimmung des Gemeinderates am 27. Juni 1896 und des Bürgerausschusses am 16. Mai 1897 auf dem alten Weidegelände in den Gewannen »Burg« und »Witterschnee« und auf der dazwischen liegenden Stadtwiese eine Jungviehweide zur Förderung der Viehzucht. Stallungen wurden gebaut und eine Brunnenleitung gelegt. Der erste Auftrieb erfolgte im Mai 1899. Damals fungierte die Jungviehweide als Kreisjungviehweide des Großkreises Freiburg. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Weidebetrieb für einige Jahre eingestellt. Doch im Mai 1927 öffnete die Kreisjungviehweide wieder, nachdem am 3. August 1926 ein neuer Vertrag mit der Kreisverwaltung Freiburg unterzeichnet worden war. Die Pachtrechte gingen Mitte der 1930er Jahre auf den Landkreis Neustadt über. Das Weideareal umfasste zu diesem Zeitpunkt 33,2 Hektar für rund 80 Jungrinder.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.
Der Brunnen vor dem Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) ist festlich geschmückt. Eine Miniaturlandschaft ist entstanden, die von einem Schwarzwaldhaus gekrönt wird. Vermutlich verfügt es über ein Mühlrad, das vom Brunnenwasser angetrieben wird. Das Schwarzwaldhaus ist mit kleinen Fähnchen beflaggt, die das Turnerkreuz zeigen.
So aufwändig verziert wird der Brunnen anlässlich des 50-jährigen Gründungsjubiläums des Turnerbunds, das vom 23. bis 25. Juli 1955 gefeiert wird. Gleichzeitig wird das 36. Gauturnfest veranstaltet, an dem rund 600 Turner*innen teilnehmen. Im Hintergrund sind der »Gebertsaal« und das Haus Heizmann (Obere Hauptstr. 15) zu sehen.
Die beiden Frauen in Tracht sind Hermine von Dungen (geb. Strobel, 1917-1998) und ihre Nichte Gudrun Strobel (verh. Wiek, geb. 1941). Das Mädchen ganz rechts ist Rosemarie Guth (verh. Braunigger, geb. 1946).
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.
Der Turnernachwuchs trainiert in der Turnhalle. Drei der Kinder tragen das Trikot des Turnerbunds, auf dem groß »TB« und das Gründungsjahr »1905« gedruckt ist. Der Größe nach stehen fünf junge Turner vor den hölzernen Falttüren, die die Turnhalle von der Festhalle abtrennen. Eine Matte liegt vor ihnen auf dem Boden. Ein kleiner Turner versucht dort gerade eine Rolle. Der Trainer Klaus Ruf greift unterstützend ein.
V.l.n.r.: 1 Peter Hörig (geb. 1960/61), 2 Roland Hofmann, 3 Uwe Streit, 4 Siegfried Zoller, 5 Rainer Vetter, 6 Trainer Klaus Ruf, 7 ???
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
An einem kleinen Hang haben sich fünf junge Männer im Gras niedergelassen – wobei der Ausdruck »Männer« für die Mehrzahl von ihnen wohl übertrieben ist, denn augenscheinlich handelt es sich eher um noch halbe Kinder. Leider ist unbekannt, wer die Fünf sind. Wo das Foto wohl aufgenommen wird? Bei einem Ausflug in die Umgebung? Oder doch einfach nur am Rande der »Hasle« oder auf dem »Ochsenberg«?
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Hilde Adrion sowie Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.
Sie sehen gar nicht aus wie 14-/15-Jährige, sondern schon ein bisschen älter. Das liegt vermutlich daran, dass sie sich zur Feier des Tages chic gemacht haben. Die Mädchen tragen elegante Kleider, die Jungs haben sich in Anzüge geworfen. Schließlich werden sie heute aus der Volksschule entlassen. Zusammen mit ihrem Lehrer [Max?] Horn (1907-?) werden sie in der Festhalle ein letztes Mal zusammen als Schulklasse fotografiert. Ernst blicken sie in die Kamera.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.
Im Fotoatelier lässt sich eine Familie fotografieren. Einen eigenen Fotoapparat besitzen um die Jahrhundertwende nur wenige. Also nichts wie ab ins Atelier. Um dem besonderen Augenblick Rechnung zu tragen (schließlich ist eine solche Fotografie für die Ewigkeit bestimmt), sind alle ordentlich gekleidet. Ein junger Mann trägt eine Soldatenuniform.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.
Der Männergesangsverein »Eintracht« ist im Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) zusammengekommen. 1861 wurde der Verein gegründet. In der ersten Reihe haben drei verdiente Mitglieder Platz genommen: Bäckermeister Wilhelm Willmann (1910-1999), Vorarbeiter Karl Beha (1901-?) und Schreinermeister Fritz Strobel (1906-1997). Vielleicht werden die drei geehrt?
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wilhelm Willmann (1910-1999), 2 Karl Beha (1901-?), 3 Fritz Strobel (1906-1997) 2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz Jordan, 2 Josef Wölfle (1909-1991), 3 Johannes Jordan (1934-1999), 4 Josef Willmann, 5 Erich Zepf (1929-2003), 6 Engelbert Straetker (1923-2017) 3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gerhard Scholz (1925-1998), 2 Josef Frei (Reiselfingen), 3 Franz Maier (1923-2006), 4 Hermann Schelling (1914-1998), 5 Karl Heizmann, 6 Gerhard Meier (1939-2022)
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.
Der Sägearbeiter Franz Maier (1923-2006) und Melanie Wahler (1927-2020) heiraten! Mit ein paar Hochzeitsgästen stehen sie vor dem Eingang des Gathauses »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) und lassen sich fotografieren. Hinter ihnen stehen v.l.n.r. Marlies Fritsche (verh. Kaiser, geb. 1932), Walter Maier (1927-?) und Hilde Maier (geb. Böder, 1927-1969).
Franz und Melanie Maier kaufen später das Haus Hebelstr. 11, das von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft erbaut wird.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.
Bis vor Kurzem befand sich vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) noch ein kleines Vorgärtchen, in dem ein Nadelbaum aufragte und Schatten spendete. Der Baum wurde aber gefällt und ein Gehweg angelegt. Dadurch haben die Passant*innen Gelegenheit, sich das moderne Schaufenster näher zu betrachten. Auf dem Emailleschild, links neben dem Hauseingang, steht: »A. Siefert I Hüte – Modewaren«. Anna Siefert (geb. Guth, 1903-?) betreibt hier seit 1924 ein Modegeschäft mit Hutsalon, während ihr Ehemann Wilhelm Siefert (?-1968) »Brennstoff« verkauft.
Das »Ladenlokal« zur Rechten ist geschlossen. Zwar steht noch »Gottlieb« an der Fassade, aber das Lebensmittelgeschäft ist 1958 zum oberen Rathausplatz umgezogen. Die Jalousien sind heruntergelassen. Ein Schild vermeldet: »Ladenlokal zu vermieten«. Davor sitzt ein Mann auf einer Sitzbank und beobachtet das Geschehen auf dem unteren Rathausplatz und den Durchgangsverkehr in der Unteren Hauptstraße.
Fotograf: Foto Jung, Neustadt Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.
In den Holzindustriewerken Josef Benz AG sind kurz vor dem Großbrand 1928 rund 350 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Zwei von ihnen sind auf diesem Foto im Vordergrund zu sehen. Die beiden Männer stehen in einem der Maschinenhäuser. Im Hintergrund sind weitere Arbeiter zu sehen.
Vorne stehen August Vogelbacher (?-1942 vermisst), der von der »Bleiche« stammt, und Albert Veith (1895-1960), der in Kappelwindeck geboren wurde.
Im Hintergrund steht rechts Wilhelm Maier (1896-?), der Sohn des Zieglers Joseph Anton Maier und dessen Ehefrau Franziska Maier (geb. Zimmermann). Er wuchs in der »Ziegelhütte« auf.
Im Adressbuch von 1937 steht, dass beide »Säger« von Beruf sind und im Haus Nr. »112« wohnen, also im »neuen Benzbau« (Ringstr. 8), das als Wohnhaus für Arbeiter des Sägewerks und ihre Familien erbaut wurde.
Vermutlich entsteht das Foto nach dem Wiederaufbau des 1928 gleich zweimal abgebrannten Sägewerks, um die neuen technischen Anlagen fotografisch zu dokumentieren.