Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1910/11

Verlag Eugen Felle, Isny / Stadtarchiv

Diese Mehrbildkarte wurde am 8. August 1911 als »Gruß aus Löffingen« versandt: »Grüße an die Buben, sie sollen bestimmt kommen«, wurde auf der Vorderseite der Postkarte handschriftlich notiert.

Oben im ovalen Kreis ist eine Ansicht vom Unteren Rathausplatz mit dem Rathaus zu sehen. Das Bildchen trägt den Titel: »Kriegerdenkmal und Schule«. Da das Rathaustürmchen nicht mehr in den Bildausschnitt passte, wurde es von dem Verlag Eugen Felle dazu retuschiert. Interessant ist auch, dass die Häuser in der Demetriusstraße über keine Staffelgiebel verfügen.

Links ist eine Ansicht der »Pfarrkirche« St. Michael zu sehen. Das Foto wurde von der damaligen Hafnergasse aus aufgenommen. Im Vordergrund steht das Kaufhaus von Anton Schirmer, das im März 1916 vollständig abbrannte.

Rechts ist die »Straßenpartie« in der Unteren Hauptstraße abgebildet. Der Blick fällt vom Unteren Rathausplatz in Richtung Gasthaus »Lamm«. Im Vordergrund wird gerade das Eckgebäude von Apotheker Otto Buisson (Rathausplatz 6) neu erbaut. Das Vorgängerhaus war am 11. Dezember 1909 bei einem Feuer zerstört worden.

Mehrbildkarte mit drei Ansichten, ca. 1925

Verlag Franz X. Geiger, Löffingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Diese colorierte Mehrbildkarte zeigt oben eine Gesamtansicht des Städtchens, das vom Alenberg aufgenommen wurde, von wo sich ein schöner Blick bietet: Zu sehen ist der Altstadtring mit dem Rathaus und der katholischen Pfarrkirche. Der Schrecken des Großbrandes 1921 liegt schon einige Jahre zurück: Die Häuser in der Demetriusstraße sind wieder aufgebaut und an ihren Staffelgiebeln zu erkennen. Jenseits der Bahnlinie stehen noch kaum Häuser, nur in der Bonndorfer Straße sind bereits die beiden Villen der Holzindustriewerke Josef Benz AG gebaut. 

Links unten ist die »Straßenpartie« am Unteren Rathausplatz mit dem Demetriusbrunnen im Vordergrund abgebildet. Als Vorlage für das colorierte Foto diente eine Schwarz-Weiß-Aufnahme aus den Jahren 1912-1916

Rechts unten ist das »Krankenhaus« in der heutigen Seppenhofer Straße zu sehen, das 1921 erweitert wurde.

6 Fotos: Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1927

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellten dankenswerterweise Emma Binder sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Von der Oberen Hauptstraße kommend bewegt sich der Narrenumzug über den oberen Rathausplatz. Dank der Fotoserie, die Anton Rebholz von den Fenstern des Rathauses aus aufnimmt, entsteht quasi eine Filmsequenz und wir können den närrischen Zug an uns vorüber ziehen lassen. Zu erkennen ist etwa eine Schar Kinder, die als Harlekins verkleidet, mitläuft. Von Pferden gezogene Motivwagen rumpeln über die Straße. Die weiß gekleideten Turner des Turnerbundes sind mit einem Wagen vertreten. Die Guggenmusik heizt mit ihrer »schräg« gespielten Blasmusik ein. Das Fasnachtsmotto lautet: »Das altdeutsche Lied in Wort, Bild und Sang«.

Bei dem bunten Treiben auf dem Platz dürfen die Gebäude im Hintergrund nicht übersehen werden: Das Gasthaus »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) wurde kurz zuvor umgebaut. Der einstige Ökonomieteil mit seinem großen Scheunentor ist verschwunden. Statt dessen wurde die Gaststube erweitert und weitere Fenster in die Fassade hineingebrochen. Die Außenmauer ist noch nicht wieder verputzt, sodass in der rechten Gebäudehälfte deutlich das Mauerwerk zu erkennen ist. An den »Ochsen« grenzt der »Löwe« (Rathausplatz 11) an, der auf dem Wirtshausschild noch »zum goldenen Löwen« heißt. Auch an diesem Gebäude wurden erst kürzlich bauliche Veränderungen im Erdgeschoss vorgenommen.

Standort des Fotografen: 47.884006, 8.344528

Haus Fürst in der Demetriusstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?) betreibt in seinem Haus nicht nur eine Schmiede. Über dem zweiten Scheunentor von links ist zu lesen, dass er als eine weitere Dienstleistung »Schlepperpflege«  anbietet. Ein Enkelkind spielt gerade auf dem Vorplatz, der mit all den herumstehenden Geräde ein richtiger Abenteuerspielplatz ist.

Links neben dem Haus Fürst sind die Molkerei (Demetriusstr. 6) mit der Tordurchfahrt und daneben das Haus des Schuhmachermeisters Gerhard Scholz (Demetriusstr. 7) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884444, 8.344500

Gewerbeschule in der Demetriusstraße, ca. 1938-1940

Verlag A. Rebholz, Löffingen

Die prächtig entwickelten Bäume vor dem »Stadtbau« verdecken die Freitreppe das Eingangsportal. An der Seitenfassade hängt ein Werbetransparent: »Werde Mitglied beim NSV« (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt). Dahinter schaut ein Teil der Schmiede von Schmiedemeister Leonard Vergut in der Oberen Hauptstraße hervor. Das Haus am rechten Bildrand hinter dem kleinen Berg gehört bereits zur Vorstadtstraße.

Die Fassade des Hauses von Sattlermeister Ernst Krauß in der Demetriusstraße ist zugewachsen. Daneben erkennt man das Haus des Schneidermeisters Otto Schmidt. Das Haus des Elektromeisters Karl Götz dahinter zeigt ebenfalls eine dicht begrünte Fassade.

Standort des Fotografen: 47.884067, 8.344908

Sportlerehrung vor der Gewerbeschule, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Jordan zur Verfügung.

Vor der Freitreppe des »Stadtbaus« haben sich in weiß gekleidete Sportler inmitten der Zuschauer aufgestellt. Ein Sportler steht oben auf der Treppe vor einer Gruppe von Männern, die die Ehrung vornehmen. Rechts von der Treppe ist eine Musikkapelle zu sehen. Die Menschen drängen sich auf dem Platz und verfolgen das Geschehen. Einige sind mit dem Fahrrad gekommen.

Standort des Fotografen: 47.884067, 8.344908

Demetriusstraße in Richtung Ringstraße, ca. 1960

Sammlung Familie Waßmer

Die Häuser in diesem Teil der Demetriusstraße wurden nach dem Brand von 1907 neu errichtet. In dem stattlichen Gebäude im Vordergrund, dem sogenannten »Stadtbau« war die »Berufl. Fortbildungs- & Industrieschule« untergebracht. Daneben steht das Haus von Sattlermeister Ernst Krauß (Demetriusstr. 2). Es folgt das Haus des Schneidermeisters Otto Schmitt (Demetriusstr. 3). Daran angebaut ist das Haus des Elektromeisters Karl Götz (Demetriusstr. 4).

Das ursprünglich angrenzende Gebäude im »süßen Winkel« wurde nach dem Brand von 1907 nicht mehr aufgebaut. Dadurch entstand eine Durchfahrt aus dem bis dahin geschlossenen Häuserring der Altstadt in die  Ringstraße. Der Blick fällt auf das Haus des Landwirts Martin Mayer, das nach dem Großbrand 1921 erbaut wurde.

Standort des Fotografen: 47.884134, 8.345196

Nazi-Aufmarsch auf dem oberen Rathausplatz, 10. April 1938

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

»Ein Volk, ein Reich, ein Führer!«, so lautet die Parole, die unübersehbar auf einem Spruchband über die Straße zwischen dem Haus Vogt (Rathausplatz 13) und dem Stadtbau (Demetriusstr. 1) gespannt ist. Auf der Straße darunter marschiert eine Kolonne mit verschiedenen NS-Formationen. An den Uniformen sind Angehörige der Hitlerjugend, der SA und der SS zu erkennen.

Das Foto entsteht am 10. April 1938, als im gesamten Deutschen Reich eine Volksabstimmung über die Annexion Österreichs abgehalten wird. Hitler verbindet die Abstimmung über den »Anschluss« mit einem Zustimmungsvotum zu sich selbst. Die Parole auf dem Spruchband fordert die Wähler auf, mit Ja zu stimmen.

Standort des Fotografen: 47.884036, 8.344649

Unterer Rathausplatz und Untere Hauptstraße mit viel Schnee, ca. 1940-1946

Verlag A. Rebholz, Löffingen

Hoch türmen sich die Schneemassen im Städtchen, als der Buchbinder und Fotograf Albert Rebholz diese Winterlandschaft aufnimmt. Er wählt eine Perspektive mit dem angeschnittenen Torbogen des Mailänder Tores oben rechts im Vordergrund, um das Foto einzurahmen. Die Fichte mit ihren verschneiten Zweigen verleiht dem Bild eine weihnachtliche Note. Die Fußgänger stapfen durch den Schnee und ein einsamer Volkswagen bahnt sich in der Nähe des Gasthauses »Sonne« seinen Weg.

Standort des Fotografen: 47.884024, 8.343723

Unterer Rathausplatz mit Haus Guth, ca. 1920-1922

Sammlung Familie Waßmer

Im Jahre 1920 kaufte der Kaufmann Paul Guth das Haus Rathausplatz 6 von Apotheker Otto Buisson (1868-1934). Erbaut wurde es 1911, nachdem das Vorgängergebäude abgebrannt war. Schön zu erkennen ist das kleine Vorgärtchen mit zwei Fichten, das durch einen Lattenzaun eingefasst wurde. Der Fotograf wählte seine Perspektive so, dass im Vordergrund der schmucke Demetriusbrunnen ins Bild ragt.

Das Nachbarhaus (Rathausplatz 7) gehört dem Schuhhändler Demeter Schilling.

Standort des Fotografen: 47.883818, 8.343603

Unterer Rathausplatz beim Hochwasser, 1. Juli 1958

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Matthias von Dungen zur Verfügung.

Nach einem ungewöhnlich starken Wolkenbruch in den Abendstunden des 1. Juli 1958 schießen die Wassermassen vom Stettbach kommend in das Städtchen. Durch das Mailänder Tor bahnt sich das Wasser seinen Weg und staut sich innerhalb weniger Minuten auf dem unteren Rathausplatz. Bis zur Oberkante des Demetriusbrunnens steigt es an. Nur der Straßenwegweiser in der Mitte des Platzes und das Kriegerdenkmal ragen noch aus den Fluten heraus.

Die Verwüstungen sind verheerend. Beim Mailänder Tor wird die Straßendecke aufgerissen. Am nächsten Tag schreibt die Lokalpresse, dass sich in Löffingen ein Bild darbiete »wie nach einem Luftangriff«. Rechts am Bildrand sind Passanten zu erkennen, die halbwegs trockenen Fußes in der aufsteigenden Demetriusstraße stehen. Mit aufgespannten Regenschirmen bewaffnet, beobachten sie hilflos die Naturgewalt.

Standort des Fotografen: 47.883717, 8.344251

Narrenpolizei auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1913

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Engelbert Straetker zur Verfügung.

Die Narrenpolizisten haben Aufstellung genommen. Von einheitlicher Uniform ist 1913 noch nichts zu sehen: Jeder trägt einen anderen Rock, dazu verschiedene Mützen, Pickelhauben oder Helme – und manche haben sogar Säbel umgehängt. Gerade diese Vielfalt macht den besonderen Reiz aus.

Die Narrenpolizei entsteht in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg und gehört damit, neben dem Narrenrat »Laternenbrüder«, zu den ältesten Gruppierungen der Löffinger Fasnet. Hinter den Männern drängen sich Kinder und Jugendliche, die neugierig versuchen, durch die Lücken ins Bild zu gelangen.

Im Hintergrund erkennt man das Geschäft von Ferdinand Nägele (Rathausplatz 2). Daneben ragt der 1909 neu erbaute Stadtbau (Demetriusstr. 1) mit seiner Freitreppe und dem repräsentativen Portal der Gewerbeschule auf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Haus Vogt (Rathausplatz 13).

Standort des Fotografen: 47.884021, 8.344884