Umzugswagen »Olympia-Express« in der Festhallenstraße, Fasnacht 1971

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel, als sich der Narrenumzug an der Festhalle in Bewegung setzt. Es ist Fasnacht 1971 – und schon jetzt prägt ein Großereignis die Phantasie der Narren: die Olympischen Sommerspiele, die im August 1972 in München eröffnet werden sollen. Ganz folgerichtig lautet das Motto in diesem Jahr: »Olympia in Bavaria«.

Mit viel Liebe zum Detail haben die Narren diesen Umzugswagen gebaut, den »Olympia-Express«. Zwei Abteile sind erkennbar – eines für die erste, eines für die zweite Klasse. Hinter den Gardinen lehnen Fahrgäste, winken heraus, lachen in die Menge. Vorn rumpelt die kleine Lok, geschmückt mit der Zugnummer »75–1872«.

Die Spiele in München liegen zwar noch in weiter Ferne, doch an diesem Tag ist der »Olympia-Express« schon längst am Ziel: mitten im ausgelassenen Treiben der Löffinger Fasnacht.

Standort des Fotografen: 47.882970, 8.347635

Trachtengruppe beim Festumzug, August 1988

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Vom 5. bis 8. August 1988 steht Löffingen ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 125. Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr. Gleichzeitig wird das 2. Städtlefest begangen. Bei strahlendem Sonnenschein findet ein Festumzug durch das Städtchen statt, in den sich Hunderte Teilnehmer*innen einreihen. Auch die Trachtengruppe beteiligt sich. Tausende Zuschauer*innen säumen die Umzugsstrecke.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karolina Auer (geb. Greuter, 1907-?), 2 Roland Wörwag, 3 Frieda Fehrenbach (geb. Blattert)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elisabeth Isele (geb. Zepf, 1930-2012), 2 Joachim Koch, 3 Roswitha Wörwag

Standort des Fotografen: 47.883889, 8.344027

Weibliche Narrenpolizei und »Hansele« beim Umzug in der Festhallenstraße, Fasnacht 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Der Narrenumzug befindet sich auf der Zielgeraden in Richtung Festhalle. Da winterliches Wetter herrscht und richtig Schnee liegt, dürften die Närrinnen und Narren durchgefroren sein und sich freuen, gleich ins Warme zu kommen. Links marschiert die weibliche Narrenpolizei mit Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021) an der Spitze. Ihr folgen die Polizistinnen Gerda Bader (geb. 1934), Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020), Christel Jordan (verh. Kaiser, 1941-2022) und Maria Frey (verh. Baumann, 1935-2017).

Dahinter geht eine Schar »Hansele«. Da am Ende der Umzugsstrecke kaum mehr Zuschauer*innen den Weg säumen, haben sie ihre Holzmasken bereits nach oben geschoben. In ihrer Mitte geht ein »Reichburgmali«. Am rechten Bildrand folgt ein Umzugswagen, der von Pferden gezogen wird. Unter den übrigen Personen ist Justina Frei (geb. 1935) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883377, 8.347885

Narrengruppe »Schneewittchen und die 7 Zwerge«, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Beim Narrenumzug zieht eine fröhliche Narrengruppe in bunten Kostümen über den oberen Rathausplatz. Vorneweg marschieren kleine Zwerge mit bemalten Gesichtern, wallenden Bärten, Zipfelmützen und Schürzen. Einer trägt sogar einen Werkzeugkasten – ganz wie es sich für einen fleißigen Zwerg gehört. Hinter ihnen wird ein Leiterwagen gezogen, auf dem weitere Zwerge eng beisammen sitzen. Dahinter schreitet Schneewittchen in weißem Kleid.

Die Häuserkulisse mit dem charakteristischen Eckerker vom Stadtbau (Demetriusstr. 1) im Hintergrund verrät: Die Szene spielt sich auf dem oberen Rathausplatz ab, wo sich Jahr für Jahr das närrische Treiben sammelt. Das Foto wird vermutlich an Fasnacht 1961 aufgenommen. Das Motto in diesem Jahr lautet: »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«.

Standort des Fotografen: 47.884106, 8.345051

Narrenumzug mit Kuh in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»So ebbis verrückt’s« – unter diesem Motto schlängelt sich der Narrenumzug durch die Obere Hauptstraße, vorbei am »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11). Mitten im Umzug: eine liebevoll gestaltete Kuh mit einem Kopf aus Pappmaché, lebensgroß, mit Euter und Hörnern, die von den Narren sogar gemolken wird. Daneben marschieren Närrinnen und Narren, die mit einer Gerte die Kuh lenken und Milchkannen tragen. Es handelt sich um die 20-Jährigen des Jahrgangs 1955. Zu sehen sind u.a. Eugen Münzer und Klaus Maier.

Die Straße ist gesäumt von Zuschauer*innen, die sich dicht gedrängt an den Gehsteigen versammeln.

Standort des Fotografen: 47.884395, 8.346997

Narrengruppe »Schotten« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Gruppe Fasnachtsnarren zieht als »Schotten« verkleidet beim Narrenumzug über den unteren Rathausplatz. Unter dem Motto »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken« marschieren die kostümierten Männer im Kilt und mit karierten Kniestrümpfen durch die Stadt. Der vorderste Teilnehmer trägt einen langen Stecken als Zeichen der Anführung. Es sind Mitglieder des Männergesangsvereins »Eintracht«, die sich hier als Narrengruppe zusammengefunden haben. Willy Siefert, der vorneweg marschiert, ist Vorsitzender des Vereins.

V.l.n.r.: 1 Karl Beha (1901-?), 2 ???, 3 Ernst Göhry, 4 ???, 5 ???, 6 Fitz Strobel (1906-1997), 7 Hermann Schilling (1914-1998), 8 ???, 9 Willy Siefert (?-1968)

Im Hintergrund erkennt man das Mailänder Tor und das Haus Müller (Demetriusstr. 13) mit der Aufschrift »Mechanische Rep. Werkstätte« sowie das Haus Egle (Demetriusstr. 14), an dessen Fassade »K. Egle Modewaren« zu lesen ist. Trotz des ungemütlichen Wetters – die Straße ist nass, am Rand liegt noch etwas Schneematsch – säumen viele neugierige Zuschauer*innen die Straße. Erwachsene und Kinder stehen dicht gedrängt, warm eingepackt in Mäntel. Sie beobachten die fantasievoll verkleideten Narren mit sichtlicher Freude.

Standort des Fotografen: 47.883866, 8.344088

BDM vor der Festhalle beim Maiumzug, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Eine Gruppe junger Mädchen des Bundes Deutscher Mädel (BDM) posiert für ein Gruppenfoto beim Maiumzug vor der Festhalle. Die Mädchen stehen in mehreren Reihen ordentlich aufgestellt vor einem festlich geschmückten Festwagen, der von vier Pferden gezogen wird. Er ist mit Girlanden dekoriert. Auf ihm stehen junge Mädchen in langen weißen Kleidern. Zwei große, weiße Säulen, die ebenfalls mit Girlanden geschmückt sind, dominieren den Wagen und verleihen ihm ein feierliches Aussehen.

Die meisten Mädchen tragen eine einheitliche Uniform bestehend aus dunklem Rock, heller Bluse und dunkler Jacke, dazu Krawatten oder Halstücher. Einige von ihnen sitzen entspannt auf dem Boden, während der Großteil steht. Ordentliche Uniformen sind zu sehen, vermittelt wird ein Bild von Gemeinschaft und scheinbarer Unbeschwertheit.

Doch dieser Eindruck trügt. 1938 ist die Mitgliedschaft im BDM formal noch freiwillig, praktisch aber setzt das NS-Regime sozialen Druck auf Jugendliche und ihre Familien aus. Wer nicht mitmacht, gilt schnell als Außenseiter*in, muss mit schulischen Nachteilen oder gesellschaftlicher Ausgrenzung rechnen. Die Nationalsozialisten haben es sich zum Ziel gesetzt, die Jugend systematisch zu formen: Gehorsam, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft und die unkritische Verehrung von »Führer« und Nation stehen im Mittelpunkt der Erziehung.

Beim BDM lernen die Mädchen keine freie Entfaltung oder kritisches Denken. Stattdessen prägen Marschieren, Parolen, nationale Rituale und körperliche Ertüchtigung ihren Alltag. Auch die Vorbereitung auf eine Rolle als »Mütter der Nation« gehört zur Ideologie. Das Bild zeigt einen kleinen, scheinbar harmlosen Moment bei den Feierlichtkeiten zum 1. Mai, der propagandistisch als »Tag der nationalen Arbeit« begangen wird. Es steht aber auch dafür, wie Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus ideologisch vereinnahmt werden.

Standort des Fotografen: 47.883092, 8.347708

3 Fotos: Fanfarenzug in der Kirchstraße, 1977

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Städtchen ist festlich geschmückt. Es sind streng genommen keine Fasnachtsbändel, die über die Straßen gespannt sind, denn es ist Sommer und die nächste Fasnacht ist noch weit. Aber eine Verbindung zur Fasnacht gibt es doch: Die Hexengruppe veranstaltet ihr »Scheunenfest« und natürlich beteiligt sich der Fanfarenzug an den Feierlichkeiten. Erst seit zwei Jahren exisiert der Musikverein. Gegründet wurde der Fanfarenzug am 1. Juli 1975.

Standort des Fotografen: 47.883000, 8.344167

2 Fotos: Stadtmusik beim Festumzug in der Unteren Hauptstraße, ca. 1988

Archiv Stadtmusik Löffingen

Die Umzugsstrecke des Festumzuges ist dicht von Zuschauer*innen gesäumt. Auf den Gehwegen beim »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) und beim Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) drängen sich die Menschen. Die Straßen sind mit Fahnen geschmückt. Welches Fest hier gerade gefeiert wird? Vermutlich das Städtlefest!

Auch die Stadtmusik reiht sich in den Festumzug ein. Vorneweg marschiert der Trommlerzug. Es folgt mit dem Dirigentenstab Ingrid Zimmermann (verh. Fromm) aus Friedenweiler, die die Musiker anführt.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Joachim Knöpfle, 2 Bernhard Adrion, 3 Matthias von Dungen, 4 Andreas Birkenberger, 5 Johann Maier (Jogi), 6 Edwin Kuttruff (große Trommel), 7 Joe Kuttruff, 8 Roland Vogt

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Ingrid Zimmermann (verh. Fromm), 2 Ulrich Keller (Posaune), 3 Klaus Köpfer (Tuba), 4 Klaus Egle (Trompete), 5 Karl Binder (Posaune), 6 Ralf Bausch (Waldhorn), 7 ???, 8 Georg Köpfler (Posaune), 9 Jürgen Gauger (Waldhorn), 10 ???, 11 ???, 12 Waldemar Zepf (Trompete)

Standort des Fotografen: 47.882770, 8.343520

»Laternenbrüder« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Edith Biedenbach zur Verfügung.

Beim Umzug am »Fasnet Mändig« beteiligen sich natürlich auch die »Laternenbrüder«. Die Narrenräte tragen blaue Fuhrmannskittel und schwarze Rundhüte. Noch gehen sie zu Fuß, denn einen »Fässlewagen«, auf dem sie die Umzugsstrecke mitfahren könnten, haben sie noch nicht. Aber die Laterne ist bereits seit ihrer Gründung 1889 das Symbol und wird deshalb auch beim Umzug vorneweg getragen.

Wer erkennt die »Laternenbrüder«?
V.l.n.r.: 1 Edmund Laufer (1922-1990), 2 Karl Guth, 3 Hans Strobel, 4 Karl Koch sen.

Karl Koch sen. ist 1959/60 Narrenvater und Karl Guth amtiert 1961/62.

Im Hintergrund ist das Rathaus und das Kriegerdenkmal zu sehen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das schmiedeeiserne Gitter, das bis dahin das Denkmal umfasste, entfernt und für die Rüstungsproduktion eingeschmolzen. Seitdem ist das Denkmal von einem einfach Maschendrahtzaun umgeben. Dahinter ist die Stadtwaage zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883969, 8.344822

2 Fotos: Turner*innen als Hexen beim Umzug, Fasnacht 1989

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim »scharfen Eck« zieht der Narrenumzug vorüber. Die Turner*innen des Turnerbundes beteiligen sich als Gruppe und haben sich als Hexen verkleidet. Damit machen sie der 1934 gegründeten Hexengruppe Konkurrenz. Doch ihre Anzahl ist nicht auf 28 beschränkt und ihr gehören auch nicht nur Männer an. Gewisse Ähnlichkeiten, wie rot-weiße Ringelsocken und Strohschuhe, zu den echten Löffinger Hexen sind sicherlich nur rein zufällig.

Zu sehen sind in alphabetischer Reihenfolge u.a. Marc Brugger, Marianne Brugger (geb. Fehrenbach), Norbert Brugger, Ulrike Heiler, Lore Isele, Regina Isele, Lydia Kaiser, Birte Meder, Renate Meder und Klaus Ruf

Standort des Fotografen: 47.884459, 8.345568

Ehrennarren der »Laternenbrüder« beim Umzug, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auch die Ehrennarren der »Laternenbrüder« reihen sich in den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« ein. Soeben ziehen sie durch die Obere Hauptstraße, vorbei an der Stadtapotheke (Obere Hauptstr. 7), die von Helene Knödler (1926-1990) betrieben wird. Ein Schilderjunge geht vorneweg. Es folgen fünf ehemalige Narrenräte, die in blaue Fuhrmannskittel gekleidet sind.

V.l.n.r.: 1 Stephan Burger (Schilderjunge), 2 Joseph Benitz, 3 Ernst Krauß, 4 Engelbert Müller, 5 Anselm Zepf, 6 Edmund Laufer

Standort des Fotografen: 47.884480, 8.345847