Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Fotograf: August Simon, Donaueschingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Die meisten Fotos, die nach dem Großbrand von der Trümmerstätte aufgenommen wurden, stammen von dem Löffinger Buchbinder Anton Rebholz. Darüber hinaus sind aber Fotos von mindestens drei anderen Fotografen überliefert, die aus der Umgebung nach Löffingen kamen, um hier das Ausmaß der Zerstörung fotografisch zu dokumentieren: Engelhard Baumgartner aus Freiburg, Georg Jung aus Lenzkirch und – wie hier – August Simon aus Donaueschingen.

Die gewählten Motive sind häufig identisch. Sowohl Jung als auch Simon fotografieren den Blick, der sich ihnen nach dem Großbrand vom Alenberg aus bietet. Die Gesamtansicht zeigt das Ausmaß der Zerstörung. In den nächsten Wochen werden die Trümmer abgebrochen bzw. gesprengt. Bereits im Herbst wird mit dem Wiederaufbau des Städtchens begonnen.

Standort des Fotografen: 47.885714, 8.344572

Trümmerstätte in der Demetriusstraße nach dem Großbrand, 1921

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Der Fotograf dieses Bildes hat in der Maienlandstraße Position bezogen, wenige Meter hinter dem Mailänder Tor. Er richtet den Fotoapparat auf die Brandruine des Hauses Heer, in dem am 28. Juli 1921 gegen 14 Uhr das verhängnisvolle Feuer ausgebrochen war, und auf die angrenzenden Gebäude. Das Feuer fraß sich den Altstadtring entlang und sprang auf die Häuser am unteren Rathausplatz und in der Ringstraße über.

Die »Hintere Torgasse«, wie die Ringstraße damals genannt wurde, war viel enger als heute. Auf dem Foto ist die Engstelle zwischen dem Haus Fritsche (Ringstr. 5) und dem Haus Heer (Demetriusstr. 10) zu erahnen. Beim Wiederaufbau wurde die Straße deutlich verbreitert.

Das Rathaus, das am rechten Bildrand zu sehen ist, schwebte beim Großbrand über längere Zeit in höchster Gefahr. Die Hitze war so groß, dass sogar die Fensterscheiben am Rathaus zersprangen. Karl Bader erinnert sich 40 Jahre später:

»Plötzlich ein Schreckensruf: ‚Das Rathaus brennt‘. Und tatsächlich, bläulicher Rauch steigt aus dem Dachstuhl des Rathauses auf. Auch der Kommandant teilt diesen Schrecken. Für den Schutz des Rathauses stehen ihm nur schwache Kräfte zur Verfügung. Die Grundbücher sind durch seine Anordnung in Sicherheit. Sie wurden mit dem Rettungswagen in den Pfarrhauskeller gefahren. Aber das Rathaus mit seiner breiten Front und seinen massiven Mauern ist der beste Schutz für den östlichen Teil des Städtchens. Es hält die fürchterliche Gluthitze von ihm ab. Ein brennendes Rathaus aber wäre gerade das Gegenteil.«

Den Feuerwehren gelang es schließlich nach erbittertem Kampf, das Rathausgebäude zu retten und damit weitere Straßenzüge vor dem sicheren Untergang zu bewahren.

Standort des Fotografen: 47.884996, 8.344795

Trümmerstätte am hinteren Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Am Tag danach – oder: in den Tagen nach dem verhängnisvollen Großbrand vom 28. Juli 1921 entsteht dieses Foto am hinteren Alenberg. Das Feuer war im Haus Heer in der heutigen Demetriusstraße ausgebrochen und hatte zunächst den gesamten Straßenzug und dann die angrenzenden Häuser am unteren Rathausplatz, in der Ringstraße, der Maienlandstraße, der Rötengasse und am unteren Alenberg eingeäschert.

Durch Flugfeuer sprang das entfesselte Element auf den hinteren Alenberg über, wo es die Häuser von Bürgermeister Kuster, Schreinermeister Limb, Schreinermeister Münzer, Landwirt Jonner und der Witwe Morath einäscherte. Auch das Alenbergwäldchen war zeitweise vom Feuer akut bedroht. Die Löscharbeiten waren dadurch erschwert, dass insbesondere hoch oben auf dem Alenberg Wassermangel herrschte. Gelöscht wurde in der Not mit Wasser aus dem Bittenbach, das mit Güllewagen hinauf transportiert wurde, aber auch mit Jauche. Auf dem Bild ist ein Güllewagen zu sehen. Gut möglich, dass er bei den Löscharbeiten im Einsatz war.

Gerüchte, dass dieser zweite Brandherd durch Brandstiftung entstanden war, bewahrheiteten sich nicht. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergaben zweifelsfrei, dass der starke Südostwind für die Ausbreitung des Feuers verantwortlich war.

Am linken Bildrand ist die Brandruine vom Haus von Adolf Kuster (Alenbergstr. 18) zu sehen. Eine Lokalzeitung berichtete über den Brand: »Unvergeßlich wird jedem der schaurig-schöne Anblick bleiben, den der Brand des Hauses des Bürgermeister Kuster bot. Das ganze Haus war in dichte Rauchwolken gehüllt, bis mit einem male das ganze Dach von der Gewalt des Feuers gehoben wurde und zusammenbrach – und in wenigen Minuten war das schöne stolze Anwesen vernichtet.«

Standort des Fotografen: 47.886975, 8.343088