NS-Kundgebung auf dem Oberen Rathausplatz, ca. 1935-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zu Verfügung.

Aus einem Rathausfenster fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz, auf dem gerade eine Kundgebung der NSDAP-Ortsgruppe Löffingen abgehalten wird. Vor der Freitreppe des früheren Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2) ist die Rednertribüne aufgebaut, die mit Hakenkreuzfahnen geschmückt ist. Wer der Redner ist, ist nicht zu erkennen.

NS-Formationen sind auf dem Platz angetreten, aber auch eine große Menschenmenge hat sich in einem Halbkreis versammelt. Die Menge ist »gleichgeschaltet«, alle haben den rechten Arm zum »Hitler-Gruß« hochgerissen. Sogar die Kinder auf dem Foto tun es den Erwachsenen gleich und entbieten ebenfalls den »Deutschen Gruß«. Er war zunächst nur der Gruß der NSDAP-Mitglieder, wurde aber nach 1933 zum offiziellen Gruß der »Volksgenossen« und zu einem tagtäglich wiederholten aktiven Bekenntnis zum Nationalsozialismus.

Standort des Fotografen: 47.883855, 8.344622

2 Fotos: Hemdglunkerumzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist stockfinster im Städtchen. Nur die Straßenlaterne, die auf einer kleinen Verkehrsinsel Mitten auf dem unteren Rathausplatz steht, bringt etwas Licht ins Dunkle. Schemenhaft ist im Hintergrund das Gasthaus »zum Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen. Der Fotograf nimmt das Foto mit Blitzlicht auf. Deshalb sind im Vordergrund Einzelheiten zu erkennen. Links reflektiert das Licht am Narrenbaum, der am Vormittag des »Schmutzigen Dunschdig« aufgestellt wurde. Jetzt ist Abend und der »Hemdglunkerumzug« findet statt. Die Teilnehmer sind in Nachthemden gekleidet, tragen weiße Zipfelmützen auf dem Kopf, ihr Gesicht ist mit Mehl gepudert, und sie ziehen, mit Lampions bewaffnet, durch das Städtchen.

Standort des Fotografen: 47.883996, 8.343931

Toreros mit Stier auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der untere Rathausplatz verwandelt sich an Fasnacht in eine Stierkampfarena! Der Stier kommt durch das Mailänder Tor hineingeschossen. Zunächst läuft er im leeren Rund etwas umher, steuert aber dann direkt auf die Zuschauerränge zu. Kleine Mädchen kreischen erschreckt auf und verstecken sich in den Armen der Erwachsenen. Dabei ist der Stier ziemlich harmlos. Und auch die Toreros haben vom blutigen Stierkampf nicht wirklich eine Ahnung.

Rechts ist der Narrenbaum zu sehen, den die Zwanzigjährigen am »Schmutzigen Dunschdig« aufgestellt haben. Dahinter parkt ein Lieferwagen der »Breisgau Milch«, der vermutlich von der Molkerei in der Demetriusstraße kommt. Wegen des närrischen Treibens ist an ein Durchkommen im Augenblick nicht zu denken.

Standort des Fotografen: 47.883890, 8.344012

2 Fotos: Hemdglunkerumzug, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am Abend vom »Schmutzigen Dunschdig« findet der »Hemdglunkerumzug« statt. Die Teilnehmer sammeln sich am Narrenbaum, der auf dem unteren Rathausplatz aufgestellt ist. In Nachthemden gekleidet, mit weißen Zipfelmützen auf dem Kopf,  das Gesicht mit Mehl gepudert, ziehen sie lärmend durch die Straßen des Städtchens. Es ist ziemlich finster, denn noch gibt es nicht sehr viele hell erleuchtete Schaufenster. Der einzige Lichtschein rührt von den Lampions und der Laterne der Laternenbrüder her. Der Narrenrat, der die große Laterne hält, ist Hans Strobel (1914-1964).

Auf dem unteren Bild ist in der Mitte Rita Wittler (verw. Rebholz verh. Willmann, 1938-2025) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883996, 8.343931

Stadtpfarrer Litterst mit Geistlichen nach der Investitur, 9. Oktober 1977

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Hermann Litterst (1929-2013) ist neuer Stadtpfarrer in Löffingen. Er wurde soeben in der katholischen Pfarrkirche St. Michael investitiert. Zusammen mit seinen Mitgeistlichen zieht er zur Kaplanei in der Seppenhofer Straße.

Bereits zum 1. August 1977 hatte Erzbischof Hermann Schäufele den bisherigen Pfarrer von Bachheim und Unadingen auf die Pfarrei nach Löffingen berufen. Doch jetzt erst ist er ordentlich investiert. 22 Jahre lang ist Hermann Litterst fortan Stadtpfarrer von Löffingen und seiner Filialgemeinden sowie Dekan des Kapitels Neustadt. Zum Priester geweiht wurde er am 5. Juni 1955 in St. Peter.

Wer erkennt die anderen Geistlichen?
1.Reihe, v.l.n.r.: ???, Bruno Schoske, Willi Schmutz (1915-1992)
2.Reihe, v.l.n.r.: Hermann Litterst, ???

Der Ministrant, der am rechten Bildrand zu sehen ist, ist Franz Scholz.

Die Kinder, die im Hintergrund vor dem grünen Auto stehen, sind v.l.n.r.: Grazia de Rosa (verh. Kramer), Michaelina Ciardi und Franca Ciardi

Standort des Fotografen: 47.882105, 8.344244

2 Fotos: Flugzeug »Mailand« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1929

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Hilda Hepting und Alexandra Scholl zur Verfügung.

An Fasnacht 1929 kreuzt nicht nur das Dampfschiff »Hamburg« durch die Straßen des Städtchens und fesche Matrosen im Matrosenanzug schlendern herum. Auch das Flugzeug »Mailand« startet in der Demetriusstraße und nimmt Kurs in Richtung Nordpol. Die beiden Piloten tragen Kopfbedeckung und Fliegerjacken aus Leder. Unter ihren Pilotenbrillen sind sie kaum zu erkennen. Erfreulicherweise nehmen sie die Brillen auch einmal ab: Der Linke ist vermutlich August Fehrenbach und der Rechte Paul oder Edmund Fehrenbach.

V.l.n.r.: 1 ??? Strobel, 2 ???, 3 [August Fehrenbach?], 4 [Paul oder Edmund Fehrenbach?], 5 Otto Schweizer (1906-1992)

Bei den Zuschauern im Hintergrund sind zu sehen, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Alfred Egle (1920-2001), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???

Im Hintergrund ist das Haus von Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) zu sehen, das nach dem Großbrand 1921 erbaut wurde. In dem Laden unterhält der Vorschuss-Verein Löffingen GmbH Räumlichkeiten.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.343942

4 Fotos: Einweihung des Hexenbrunnens, 21. September 1975

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am 20./21. September 1975 ist es soweit: Der Hexenbrunnen in der Kirchstraße wird feierlich eingeweiht. Im Rahmen eines kleinen Volksfestes übergibt die Hexengruppe mit ihrem Hexenchef Klaus Wider den Brunnen an die Stadt. Mit dabei in vorderster Linie sind die beiden Alt-Hexen Hermann Geisinger und Josef (Sepp) Bayer.

Der Hexenbrunnen ersetzt den alten Laufbrunnen, der bis Ende der 1960er Jahre wenige Meter entfernt stand, aber zum Verkehrshindernis geworden war. Die alte Brunnensäule wurde von Steinmetzmeister Josef Beha so umgearbeitet, dass sie für den neuen Brunnen wieder verwendet werden konnte. Die 1,70 Meter große Hexenfigur, die auf der Säule thront, wurde von dem Künstler Ulrich Kottenroth (aus St. Märgen) geschaffen. Malermeister Karl Hepting bemalte sie in den Originalfarben der Löffinger Hexen. Am Brunnenbecken sind die Wappen von Löffingen und aller eingemeindeten Ortsteile dargestellt.

Standort des Fotografen: 47.883077, 8.344318

3 Fotos: Kinder beim Baden im Waldbad, ca. 1955

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Seit der Kriegszeit hatte das Waldbad ein trauriges Dasein gefristet. Doch 1954 beschloss der Gemeinderat, das Waldbad wieder instand zu setzen. 1955 war es dann soweit und das Waldbad wurde wieder eröffnet – zur großen Freude der Kinder, wie auf dieser Fotoserie zu sehen ist. Kinder toben im Nichtschwimmerbereich herum, sie spritzen sich nass, haben Schwimmreifen und einen Wasserball bei sich. Der Ball ist mit der Werbeaufschrift »NIVEA« bedruckt. Der Nichtschwimmerbereich ist vom Schwimmerbereich durch ein einfaches Seil abgetrennt.

Standort des Fotografen: 47.899388, 8.332225

Wallfahrer vor der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) steht vor dem Portal der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. Vor ihm ist eine Schar Ministranten zu sehen. Zahlreiche Gläubige sind im Gebet versammelt, die Frauen stehen links, die Männer stehen rechts. Das Foto entsteht also weder zur Frauen- noch zur Männerwallfahrt, sondern vermutlich anlässlich des Patroziniums des Schneekreuzes am 14. September (Kreuzerhöhung).

Im Hintergrund rechts ist das neu gebaute Trafohäuschen zu sehen, das an der Abbiebung nach Stettholz steht.

Standort des Fotografen: 47.893269, 8.336420

2 Fotos: Unterer Rathausplatz beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der untere Rathausplatz gleicht einem riesigen See. Nur der Demetriusbrunnen und das Kriegerdenkmal ragen wie kleine Inseln aus der braunen Flut hervor. Am Donnerstag, dem 10. Juli 1975, geht über Löffingen ein heftiges Sommergewitter nieder. Innerhalb von nur drei Stunden fällt so viel Regen – 86 Liter pro m² –, dass der eingedolte Stettbach die Wassermassen nicht mehr aufnehmen kann.

Was sonst unterirdisch durch das Städtchen fließt, schießt nun ungebremst über die Straßen und strömt in mächtigen Wellen durch das Mailänder Tor. Auf dem Rathausplatz bleiben die Menschen in sicherer Entfernung: Sie beobachten trockenen Fußes das Hochwasser.

Standort des Fotografen: 47.883652, 8.344227

3 Fotos: Musikfest mit Bühne auf dem unteren Rathausplatz, Pfingsten 1974

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der untere Rathausplatz ist voller Menschen. Dich gedrängt stehen sie beieinander. So international ist das Städtchen selten. An Pfingsten 1974 findet das 2. Internationale Jugendkapellentreffen mit 33 Kapellen aus Luxemburg, Österreich, Schweden, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland statt. Auf dem unteren Rathausplatz wehen die Nationalfahnen der beteiligten Länder. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Kultusministers Prof. Dr. Wilhelm Hahn.

Standort des Fotografen: 47.883653, 8.344194

2 Fotos: Vereidigung der 20-Jährigen unter dem Narrenbaum, Fasnacht 1970

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Geschafft! Der Narrenbaum steht vor dem Café Fuß auf dem Rathausplatz. Die Zugseile sind gelöst. Jetzt versammeln sich die 20-Jährigen um ihren Baum, um auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt zu werden. Die Eidesformel aus dem Jahr 1927 lautet:

»Linke Hand auf`s rechte Herz, rechte Hand auf die Laterne! Ich schwöre, angesichts dieser Laterne und der anwesenden Laternenbrüder, dass ich, solange ich lebe und Atem habe, mit allen Fasern meines Lebens, treu zur Laternenbrüder-Narrenfreiheit stehe, den Anordnungen der Narrenobrigkeit willig Folge leiste, die Löffel des Stadtwappens nie missachte, mich als Mensch vom Menschen stammend, als Mensch aufführe, und den Narrentribut, wie es das Gesetz vorschreibt, jährlich willig bezahle.«

Auf den Fotos sind die 20-Jährigen Rita Schmid (verh. Bölle), Lydia Trenkle (verh. Reichmann), Irene Mürb (verh. Benz), Roswitha Bader (verh. Berberich), Mechthilde Binder (verh. Rheiner), Klemens Rebholz, Wolfgang Straub, Georg Schreiber und Peter Rieck zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883993, 8.343952