4 Fotos: Narrengruppe mit Eisenbahn auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1997

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« fühlt man sich fast in die Zeit um die Jahrhundertwende zurückversetzt. Bahnarbeiter sind auf dem oberen Rathausplatz zu Gange und verlegen in Windeseile Schienenstränge. Entlang der Umzugsstrecke entsteht so nach und nach eine neue Trasse für die Eisenbahn. »Anno 1900« steht an die Lokomotive geschrieben, die auf die Gleise gesetzt wird.

Tatsächlich wurde der Bahnhof Löffingen und die hintere Höllentalbahn im Jahr 1901 eröffnet.

Vermutlich handelt es sich bei den Narren um eine Gruppe aus Rötenbach. Zu erkennen sind [Hugo Frei?] und [??? Kaltenbach?].

Standort des Fotografen: 47.884139, 8.345222

Hexen mit Hexenwagen in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1967

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Die Umzugsstrecke am »Fasnet Mändig« führt vom Bahnhof kommend durch das Städtchen. Der Weg ist von Zuschauer*innen gesäumt. Unheimlich wird es jetzt, wenn sich die Hexen nähern. Mit ihren Reisigbesen ziehen sie die Straße entlang und blicken in die Menschenmenge am Straßenrand, um ein mögliches Opfer ausfindig zu machen. Jetzt nur nicht auffallen! Hoffentlich bleibt der Umzug jetzt nicht stehen! Aufatmen ist angesagt, wenn die Hexengruppe vorübergezogen ist!

Mitgeführt wird natürlich auch der Hexenwagen mit der »großen Hexe«. Sie ist seit 1958 immer mit dabei und nicht mehr wegzudenken! Eine der Hexen im Vordergrund ist Egon Bader (1933-1999).

Standort des Fotografen: 47.882526, 8.343259

Weibliche Narrenpolizei beim Narrenumzug, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Diese fünf Frauen sind eigentlich nicht mehr aktiv in der – 1936/37 gegründeten – weiblichen Narrenpolizei. Aber anlässlich des 100. Gründungsjubiläums der »Laternenbrüder« lassen sie es sich nicht nehmen, in ihre historischen Kostüme zu schlüpfen. Angeführt von ihrer Kommandantin Margret Senn geht es im Stechschritt über den Rathausplatz.

V.l.n.r.: 1 Margret Senn (geb. Zepf, 1932-2021), 2 Liesel Wider (geb. Schmid, 1930-2023), 3 Paula Veith (geb. Schweizer, 1934-2020), 4 Ingeburg Mayer, 5 Irmgard Hasenfratz

Standort des Fotografen: 47.883834, 8.344874

3 Fotos: Althexen beim Narrenumzug, Fasnacht 1989

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die »Laternenbrüder« feiern 1989 ihr 100. Gründungsjubiläum! Ganz so alt ist die Hexengruppe noch nicht, aber auf 55 Jahre bringt auch sie es! Gefeiert wird das runde Jubiläum mit einem schier endlosen Narrenumzug, an dem sich rund 3.000 Hästräger beteiligen. Über 10.000 Zuschauer*innen verfolgen am Straßenrand den Umzug, wie hier vor dem Mailänder Tor.

Begeisterung erntet der Auftritt der Althexen. Sie haben sich so kostümiert, wie die Urhexen 1934 in etwa aussahen – als es noch kein einheitliches »Häs« gab. Bei dem Auftritt darf natürlich auch nicht die Hexenpyramide fehlen, wie sie Jahr für Jahr bei der Walpurgisnacht gebildet wird. Da Althexen aber nicht mehr so jung und frisch sind, fällt die Pyramide nicht ganz so spektakulär aus…

Zu sehen sind:
1.Reihe: Fritz Egle (1929-2017), Hermann Geisinger (1926-1989), Oskar Baader, Egon Bader (1933-1999)
2.Reihe: ???, Gottfried Vogelbacher (1933-2008)
3.Reihe: Hans Kaufmann (1930-2003), Karl Koch, Eugen Fehrenbach
4.Reihe: Johann Glunk, Walter Müller (1923-2009)
Otto Schwanz (1932-2008) als Teufel steht ganz oben an seiner angestammten Position. Die kleine Hexe, die im Vordergrund steht, ist vermutlich Benjamin Hofmeier.

Standort des Fotografen: 47.883903, 8.343823

4 Fotos: Flohmarkt in der Demetriusstraße, 1983

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Heute ist die Demetriusstraße für den Verkehr gesperrt. Für Autos wäre ohnehin kein Durchkommen mehr. Denn es reihen sich Marktstand an Marktstand. Die Demetriusstraße hat sich in einen einzigen großen Flohmarkt verwandelt. Angeboten werden alte Haushaltsgegenstände, Spielzeug aller Art, Kleidung, Sportschuhe und Skier, selbst religiöse Darstellungen von Jesus und Maria werden feilgeboten. Die Fotos werden auf der Höhe vom Haus Krauß (Demetriusstr. 2) aufgenommen. Darin betreibt Carola Hannes ihr Geschäft »Carolas Kromlädele«.

Unter den neugierigen Passanten sind Kurgeschäftsführer Michael Kasprowicz mit seiner Tochter Simone Kasprowicz zu sehen. Bei den Händlern hinter den Verkaufsständen ist u.a. Angelus Trautmann (Seppenhofen) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884286, 8.344964

Festumzug auf dem unteren Rathausplatz, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bärbel Rendina zur Verfügung.

Der untere Rathausplatz ist gefüllt von einer großen Menschenmenge. Die Schaulustigen stehen entlang der Umzugsstrecke eines Festzuges, der sich – von der Unteren Hauptstraße kommend – über den Rathausplatz bewegt. Die Kinder-Bürgerwehr schreitet im Stechschritt heran. Ihr Weg ist von Pferdeäpfeln gesäumt. Die Häuser sind mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Beim Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) sind Markisen angebracht, unter denen bei schlechter Witterung die Bewirtung der Festbesucher*innen stattfindet.

Begangen wird hier das Kreisfeuerwehrfest am 6./7. Juni 1953, als die Löffinger Wehr ihr 90. Gründungsjubiläum feiert.

Standort des Fotografen: 47.883982, 8.344047

Narrenumzug mit Fahrrad am »scharfen Eck«, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Ölkrise bescherte den Bundesbürger*innen im November und Dezember 1973 vier autofreie Sonntage. Kein Wunder, dass ein paar Monate später beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« Alternativen zum Autofahren in Szene gesetzt werden, noch dazu, wo das Motto »Närrisch kritisch« heißt.

Auf einem Tandem radeln diese beiden Narren die Umzugsstrecke mit. Eben fahren sie am »scharfen Eck« an der »Shell«-Tankstelle (Alenbergstr. 1) vorüber. Dass der Schnappschuss zufälligerweise gerade hier aufgenommen wird, könnte nicht passender sein, schließlich geht es bei der Ölkrise um die Abhängigkeit der Industriestaaten von fossilen Treibstoffen der erdölexportierenden Ländern (OPEC). Auch die Tankstelle des Mineralölunternehmens »Shell« hat ihre Preise seit dem Ölpreisschock deutlich erhöht.

Standort des Fotografen: 47.884360, 8.345386

3 Fotos: Schülerbefreiung am »Schmutzige Dunschdig«, Fasnacht 1999

Archiv der Realschule

Auf diesen Moment warten die Schüler*innen der Realschule (und vielleicht auch die Lehrer*innen?) schon sehnlichst den ganzen Vormittag: Die Stadtmusik und die »Hansele« kommen zur Schülerbefreiung! Erst ist die Grund- und Hauptschule an der Reihe, aber jetzt nähert sich der bunte Haufen endlich der Realschule. Gleich beginnen die Fasnachtsferien!

Der Blick fällt aus dem Fenster der Lehrerzimmers auf die Festhallenstraße. Fotografiert wird mit einer neuen Digitalkamera, deren Bildauflösung noch recht bescheiden ist.

Standort des Fotografen: 47.883688, 8.347804

Maimarkt auf dem oberen Rathausplatz, 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Von altersher diente der Rathausplatz als Marktplatz. Diese Tradition wird heute nur noch an zwei Terminen im Jahr fortgeführt: mit dem Weihnachtsmarkt in der Adventszeit und dem Maimarkt.

Die Durchfahrt zwischen dem Gasthaus »Löwe« und dem Rohbau der neu erbauten »Volksbank« ist von Verkaufsbuden gesäumt: Hier werden Klamotten zum Verkauf angeboten. Weiter hinten auf dem Rathausplatz befindet sich ein Eisstand und darüber hinaus biete viele andere Händler ihre Waren an. Das Wetter scheint auch mitzuspielen: Laufkundschaft ist jedenfalls vorhanden. Bei den Passanten ist u.a. Albin Zepf (1934-2009) zu erkennen.

Noch befindet sich im Erdgeschoss des Rathauses die »Volksbank«. Wenige Monate später wird sie neue Räumlichkeiten im neu erbauten Geschäftshaus (Rathausplatz 10) beziehen.

Standort des Fotografen: 47.883700, 8.345044

»Hansele« vor dem Mailänder Tor, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Auf dem unteren Rathausplatz ist das närrische Volk versammelt, um zuzuschauen, wie die 20-Jährigen den Narrenbaum aufstellen. Mit dabei sind natürlich auch die »Hansele«. Sie gehören zur Gruppe der Weißnarren. Zu erkennen sind sie an ihrem bemalten »Häs« mit Blumen und Rankenornamenten, Obst- und Beerenmotiven, Brezeln, Wecken und Würsten. Die Holzmaske und der Fuchsschwanz gehören genauso zu ihrer Ausstattung wie das Geschellband.

Laut der Festschrift der »Laternenbrüder« von 1989 gibt es »Kinderhansele« seit 1961. Auf dem Foto ist aber bereits ein kleines »Hansele« in vollem »Häs« zu sehen! Das Mädchen ist Dorothea Geisinger (verh. Kasprowicz, geb. 1950).

Zu erkennen ist außerdem Edeltraud Münzer (geb. 1929).

Standort des Fotografen: 47.883934, 8.343835

Abreise des Fußballclubs vom oberen Rathausplatz, Juli 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Fußballclub veranstaltet ein viertägiges Zeltlager in Füssen im Allgäu, an dem 81 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren teilnehmen. Begleitet werden sie von elf Trainern, denn natürlich steht der Fußballsport im Mittelpunkt der Ferienfreizeit. Organisiert wird die Fahrt von Jugendleiter Karl Götz und Geschäftsführer Norbert Brugger. Mit einem großen Reisebus und mehreren PKW fährt man vom oberen Rathausplatz ab. Zu sehen sind die Gasthäuser »Löwe« und »Ochsen« und das Geschäft »Zigarren-Vogt«. In dem Gewusel auf dem oberen Rathausplatz sind u.a. Herbert Kreuz und Waltraud Dominke zu erkennen. Neben dem Auto steht Norbert Brugger.

Im Allgäu angekommen, schlägt man auf dem Sportgelände des FC Füssen insgesamt 24 Zelte auf. Die Verpflegung bezieht man von der Bundeswehr in Füssen. Neben mehreren Fußballturnieren unternehmen die Fußballer aus Löffingen eine Wanderung, auf der sie einen herrlichen Blick auf das Schloss Neuschwanstein haben, sie baden im Obersee und besuchen gemeinsam einen Gottesdienst in der Stadtkirche.

Standort des Fotografen: 47.883906, 8.344888

Aufführung auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am Sonntag, den 3. März 1935 findet auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz das große Fasnachtsspiel statt. Passend zum Motto »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus« wimmelt es auf der Bühne nur so von »Indianern«, wie sie in den Büchern von Karl May beschrieben sind. Schon der Begriff der »Entdeckung« offenbart die europäische Perspektive, denn für die indigene Bevölkerung Amerikas war die Entdeckung eine feindliche Invasion.

Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen schaut dem närrischen Treiben zu. Fast mutet die Brunnensäule wie ein Marterpfahl an. Die beste Sicht haben zweifelsohne die Zuschauer*innen, die im früheren Gasthaus »Sonne« im 1. und 2. Obergeschoss an den Fenstern stehen.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.344888