Umzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eng gedrängt stehen die Zuschauer*innen auf dem oberen Rathausplatz. Kinder recken die Hälse oder werden auf den Arm genommen, Erwachsene blicken in Richtung Festumzug. Gerade zieht ein festlich geschmückter Wagen vorbei, gezogen von zwei Pferden. Tannenreisig und kleine Bäumchen verleihen ihm einen beinahe waldartigen Charakter. Der Reiter ist Hermann Fehrenbach.

Auch das Städtchen selbst hat sich herausgeputzt: Das Rathaus ist beflaggt, die »alte Sonne« mit Girlanden geschmückt. Ein Umzug, wie er nur zu besonderen Anlässen stattfindet.

Vermutlich wird das Foto anlässlich des Kreisfeuerwehrtages 1956 aufgenommen. Für den Festumzug zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr im Juni 1963 passt die warme Kleidung der Menschen nicht. Sicher ist die Datierung jedoch nicht.

Standort des Fotografen: 47.884073, 8.344932

2 Fotos: Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Feierlich setzt sich die Prozession in Bewegung. Von der katholischen Pfarrkirche St. Michael kommend zieht sie durch die Untere Hauptstraße – langsam, geordnet, getragen von Gebet und Gesang. Soben kommt der Zug am Gasthaus »Sonne« vorbei. Voran schreitet die Feuerwehr, die den Zug begleitet und ihm einen würdigen Rahmen gibt. Es folgt der Kirchenchor. Die Sänger*innen halten Notenblätter in ihren Händen. Dahinter schreitet eine Schar Ministrant*innen, die Kirchenfahnen tragen.

Im Mittelpunkt der Prozession steht die Monstranz mit dem Allerheiligsten. Getragen wird sie von Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), begleitet von Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). Über allem liegt eine besondere Spannung – eine Mischung aus Andacht und öffentlichem Bekenntnis des Glaubens. Auffällig ist das Spalier der Feuerwehrmänner, die mit gezücktem Säbel neben der Monstranz schreiten. Ein durchaus martialisches Auftreten im Namen Jesu Christi, der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe predigte. Zugleich ist es ein eindrucksvolles Bild, wie weltliche Ordnung und religiöse Tradition ineinandergreifen.

oberes Foto
Feuerwehr: 1 ???, 2 Albin Zepf, 3 Eugen Hasenfratz (Seppenhofen), 4 dahinter Elisabeth Benz- Keller
Kirchenchor: u.a. Luzia Vogelbacher, Bertel Burger, Alfons Beha, Renate Rosenfelder, Peter Schlegelberger, Margarete Senn, Regina Krupp (geb. Geisinger), Angelika Ganter, Elisabeth Keller (geb. Benz), Josef Burger, Elisabeth Burger, Josef Benitz, Emil Oschwald

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 ??? (Ministrant), 2 ???, 3 Gerhard Pfeifer (Feuerwehr), 4 Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), 5 ??? (Feuerwehr), 6 Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), 7 Hugo Satler (Feuerwehr, Seppenhofen), 8 Christel Kaiser (Gemeinderat)

Standort des Fotografen: 47.883129, 8.343821

Umzug beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Der obere Rathausplatz ist kaum wiederzuerkennen. Fahnen und Girlanden spannen sich zwischen den Häusern, aus allen Richtungen strömen Menschen herbei. Dicht gedrängt stehen die Zuschauer*innen am Straßenrand, während sich der Festzug langsam seinen Weg durch das Städtchen bahnt. Vorneweg zieht eine Musikkapelle – Trompeten, Hörner und Tuben glänzen im Licht. Dahinter folgen weitere Vereine und Festteilnehmer*innen. Männer in Anzügen und Hüten, Frauen in hellen Sommerkleidern, Kinder, die neugierig zwischen den Erwachsenen stehen oder sich am Rand des Geschehens durchschlängeln. Es ist ein lebendiges Bild voller Bewegung, Klang und Stimmengewirr.

An diesem Wochenende steht das Städtchen ganz im Zeichen des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfestes. Rund 3.000 Sänger*innen sind angereist, dazu kommen viele hundert Besucher*innen. Bereits am Vorabend füllt ein Festbankett mit etwa 2.000 Teilnehmer*innen die Säle, am Sonntagvormittag folgt das Preiswettsingen mit anschließendem Konzert. Der Festumzug bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Menschen beteiligen sich daran – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, welche Bedeutung das Sängerwesen hat. Singen ist schließlich mehr als Musik: Es bildet auch Gemeinschaft und stiftet Identität.

Im Hintergrund ragt die Gewerbliche Fortbildungsschule (Demetriusstr. 1) auf. Von der Freitreppe aus bietet sich ein Blick auf das dichte Gedränge auf dem Rathausplatz.

Standort des Fotografen: 47.884024, 8.344913

Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession die Seppenhofer Straße hinauf. Soeben ist der Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zu Ende gegangen, nun begleiten Familien, Verwandte und Gemeindemitglieder die Erstkommunionkinder bis zur Kaplanei. Der Zug wird von der Stadtmusik angeführt, dahinter schreiten drei Ministranten mit Kreuz und Fahnen. In geordneten Reihen folgen die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen im dunklen Anzug – festlich gekleidet, ernst und zugleich ein wenig stolz.

Am Straßenrand drängen sich die Angehörigen. Man winkt, ruft leise Namen, versucht einen Blick auf die Kommunionkinder zu erhaschen. Für viele ist es ein bewegender Moment – nicht nur ein kirchliches Fest, sondern ein sichtbarer Schritt ins Heranwachsen.

Im Hintergrund steht das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Straße 2). Das Mauerwerk liegt noch unverputzt offen, doch hinter den Fenstern hängen bereits Gardinen: Das Haus ist bezogen, der Alltag hat Einzug gehalten. Rechts im Bild ist das frühere Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen. Es wurde beim Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstört und steht seitdem leer.

Zu den Kommunionkindern zählt vermutlich Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941).

Standort des Fotografen: 47.882098, 8.344373

Umzug beim Sängerfest in der Unteren Hauptstraße, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die Untere Hauptstraße ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Menschen drängen sich am Straßenrand, stehen Schulter an Schulter, blicken erwartungsvoll in die Straße. Zwischen ihnen zieht der Festumzug vorbei, Schritt für Schritt, begleitet von Musik, Gesang und dem Stimmengewirr der Zuschauer*innen.

Anlass ist das Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest, das an diesem Wochenende im Städtchen gefeiert wird. Rund 3.000 Sänger aus nah und fern sind angereist, dazu kommen viele Hundert Besucher*innen. Der Festumzug am Sonntag bildet einen der Höhepunkte der drei Festtage. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Teilnehmer*innen reihen sich in den Zug ein – eine Zahl, die zeigt, welche Bedeutung das Sängerwesen und das gemeinschaftliche Feiern haben.

Der Umzug bewegt sich durch die Untere Hauptstraße in Richtung Unterer Rathausplatz. Die Häuser sind festlich geschmückt: Girlanden, Kränze und Fahnen hängen an den Fassaden, aus den Fenstern schauen Neugierige herab. Die Straße selbst wird zur Bühne, das Städtchen zum Gastgeber für Gäste aus der ganzen Region.

Am oberen Bildrand ist handschriftlich das Datum 31. August 1927 vermerkt – ein Irrtum. Der Umzug findet am 31. Juli statt. Solche kleinen Ungenauigkeiten gehören zu historischen Fotografien dazu und erinnern daran, dass sie nicht nur Zeitzeugnisse, sondern auch persönliche Erinnerungsstücke sind – und dass das menschliche Gedächtnis eben manchmal irrt.

Standort des Fotografen: 47.883740, 8.343724

Klassentreffen des Jahrgangs 1951/52 am Demetriusbrunnen, 2001

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Fünfzig Jahre sind sie alt, die Frauen und Männer, die vor vielen Jahrzehnten gemeinsam die Schulbank drückten. Jetzt stehen sie wieder Seite an Seite, versammelt am Demetriusbrunnen auf dem unteren Rathausplatz. Hinter ihnen spannt sich das farbenfrohe Ensemble der Altstadthäuser auf, mittendrin das Mailänder Tor.

Ein Klassentreffen ist immer auch eine kleine Zeitreise: Man erzählt Geschichten von früher, lacht über Streiche, erinnert sich an Lehrer*innen, die man längst vergessen glaubte. Die Gesichter sind älter geworden, doch in den Blicken blitzt ein Stück Vertrautheit auf.

V.l.n.r.: 1 Werner Maier, 2 Manfred Kienzler, 3 Veronika Ruf (geb. Kaltenbrunner, geb. 1951), 4 Walter Hauser, 5 Renate Obert (geb. Trenkle), 6 Annemarie Fischer (geb. Hryzuniak), 7 Ursula Hodel (geb. Schelling), 8 Klaus Heizmann, 9 Marietta Rosenstiel (geb. Mürb, geb. 1952), 10 Georg Dieterle, 11 Luzia Vierlinger (geb. Trenkle, geb. 1951), 12 Bernhard Adrion (geb. 1951), 13 Priska Winterhalter (geb. Nickel)

Standort des Fotografen: 47.883715, 8.343747

Aufmarsch beim Erntedankfest in der Unteren Hauptstraße, Oktober 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Es ist ein nasskalter Herbsttag. Die Fahrbahn der Unteren Hauptstraße glänzt vom Regen, am Straßenrand stehen Menschen in Mänteln. Ein organisierter Festzug zieht durch die Straße. An der Spitze marschiert eine Gruppe von Mädchen, vermutlich Angehörige des »Bund Deutscher Mädel« (BDM), der weiblichen Jugendorganisation des NS-Regimes. Hinter ihnen folgt die Stadtmusik, gefolgt von weiteren Formationen. Der Anlass ist das Erntedankfest, das im nationalsozialistischen Festkalender eine wichtige Rolle spielt. Solche Feiern dienen nicht nur der ideologischen Aufladung traditioneller Jahresfeste, sondern auch der öffentlichen Demonstration von Geschlossenheit und Gefolgschaft innerhalb der sogenannten »Volksgemeinschaft«.

Die Häuser entlang der Straße sind mit Reisiggirlanden geschmückt, viele tragen Flaggen. Am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) und an der Bäckerei Straub ((Untere Hauptstr. 6) hängen Hakenkreuzfahnen – seit 1935 alleinige Nationalflagge des Deutschen Reiches – sowie die schwarz-weiß-rote Fahne des früheren Kaiserreichs, die von den Nationalsozialisten wieder als »Traditionsflagge« verwendet wird. Am Haus Limb ((Untere Hauptstr. 4) hingegen fehlt der politische Flaggenschmuck. Stattdessen ist quer über die Straße ein Werbebanner gespannt, das für »Essolub«, ein Motoröl des Unternehmens Esso, wirbt. Julius Limb betreibt dort einen Friseursalon, eine Drogerie und eine Tankstelle – seine Reklame steht an diesem Tag sichtbar in Konkurrenz zum staatlich inszenierten Festbild.

Das Erntedankfest 1938 findet nur einen Tag nach einem gravierenden politischen Ereignis statt: Am 1. Oktober marschiert die deutsche Wehrmacht in die Tschechoslowakei ein und besetzt das sogenannte Sudetenland. Während in Löffingen die Ernte symbolisch gefeiert wird, setzt das NS-Regime seine aggressive außenpolitische Expansion fort – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Zweiten Weltkrieg, der weniger als ein Jahr später, am 1. September 1939, mit dem Überfall auf Polen beginnt.

Standort des Fotografen: 47.883847, 8.343898

DRK-Schauübung beim Schulweg, Juni 1963

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Löffingen hat gleich doppelt Grund zu feiern: Die Feuerwehr begeht ihr 100. Gründungsjubiläum und der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes existiert ebenfalls bereits seit einem halben Jahrhundert. Vom 15. bis 17. Juni 1963 findet anlässlich des Doppeljubiläums ein dreitägiges Festprogramm statt.

Am Sonntag, den 16. Juni, wird um 11 Uhr bei der Volksschule eine große Schauübung der DRK-Bereitschaft veranstaltet. In Windeseile errichten die Helfer*innen ein Zelt und beginnen, Verletzte medizinisch zu versorgen – eine Demonstration der Einsatzfähigkeit und Organisation des Roten Kreuzes. Das Foto wird aus einem Fenster der Festhalle heraus aufgenommen. Der Blick fällt hinunter auf die Festhallenstraße und den Schulweg.

Rund um das Zelt hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Männer und Frauen aller Altersgruppen verfolgen das Geschehen. Die weiße DRK-Fahne, die am linken Bildrand im Wind weht, unterstreicht den repräsentativen Charakter der Veranstaltung. Im Hintergrund erstreckt sich die damals noch unbebaute »Linde«-Wiese mit Obstbäumen, die zum gleichnamigen Gasthaus gehört. Wenige Jahre später wird auf diesem Gelände zunächst der Kindergarten und später auch die Realschule errichtet. Auch die Häuser in der Bittengasse und des Altstadtrings sind aus dieser Perspektive zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883149, 8.347957

Turnernachwuchs bei einem Ausflug, 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Der Nachwuchs des Turnerbundes hat sich zu einem gemeinsamen Ausflug versammelt. Rund 60 Kinder, Mädchen und Jungen, posieren dicht gedrängt für das Gruppenfoto. Die Sonne fällt durch das Blätterdach der Bäume, das Licht zeichnet helle Flecken auf die weißen Sommerkleider der Mädchen und die Hemden der Jungen. Vorn sitzen die Kleinsten, dahinter reihen sich die älteren Kinder auf, zwei Betreuer*innen rahmen die Gruppe links und rechts ein.

Zwei Fahnen werden mitgeführt – ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zum Turnerbund. Solche Ausflüge gehörten fest zum Vereinsleben: Neben dem sportlichen Training stehen auch Wanderungen auf dem Programm. 1936, im Jahr der Olympischen Spiele in Berlin, ist das Turnen bereits stark vom Zeitgeist geprägt. Die nationalsozialistische Ideologie hat längst auch das Vereinswesen erfasst, und sportliche Aktivitäten werden zunehmend in den Dienst der »Volksgemeinschaft« gestellt. Einige der älteren Jungen (besonders in der mittleren und oberen Reihe) scheinen hellbraune Hemden mit dunklen Halstüchern zu tragen – typische Merkmale der Uniformen der Hitlerjugend.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Franz Rosenstiel (1927-2006)
2.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019), 3 ???, 4 ???, 5 Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005)
3.Reihe, v.l.n.r.:
4.Reihe, v.l.n.r.:
5.Reihe, v.l.n.r.:
6.Reihe, v.l.n.r.:
7.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: ???

Spielmannszug bei der Stadterhebung in der Dittishauser Straße, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion und Hildegard Adrion zur Verfügung.

Anlässlich der Wiederverleihung der Stadtrechte stellt sich der Festumzug in der Dittishauser Straße auf. Ein Schild verkündet: »1808 – Der erste Spielmannszug«. Der Tambourmajor Josef Heiler II (»Stettholz-Heiler« oder »De Molker« genannt) steht an der Spitze, die Trommler sind abmarschbereit. Hinter ihnen reihen sich weitere Umzugsteilnehmer*innen auf, die gleich durch die Straßen ziehen.

Der Spielmannszug gehört zur Feuerwehr. 1907 gilt als offizielles Gründungsjahr, aber auch davor gab es schon eine Feuerwehrmusik. Während des Zweiten Weltkrieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit ruhte das Vereinsleben. Doch am 12. Mai 1950 kam es zur Neugründung, und bei der Fronleichnamsprozession im selben Jahr trat er erstmals wieder auf. Der Spielmannszug musiziert aber nicht nur bei kirchlichen Festen, sondern auch bei sonstigen Anlässen und pfeift und trommelt flotte Märsche.

Heute spielen – in alphabetischer Reihenfolge – Klaus Allinger, Karl Benz, Fritz Egle, Alfred Fehrenbach, Johann Glunk, Karl Götz, Franz Guth, Anselm Heiler, Albert Kienzler, Oswald Laufer, Adolf Rappenegger, Walter Ratzer, Walter Selb, Egon Studer, Gottfried Vogelbacher, Josef Wölfle und Albin Zepf. Ein Großteil von ihnen gehört auch der Hexengruppe an und wirkte auch an der Wiederbelebung dieser Narrengruppe nach dem Zweiten Weltkrieg mit.

V.l.n.r.: 1 Franz Guth (»de Trottewäber«), 2 Josef Heiler II, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???

Die Tamboure stehen abmarschbereit vor dem Haus von Waldwegwart Julius Zepf und seiner Ehefrau Sofie Zepf (Dittishauser Str. 19). Im Hintergrund ragt das neu erbaute Haus von Landwirt August Zepf und seiner Ehefrau Klara Zepf (Dittishauser Str. 21) auf. Das Ehepaar wohnt hier mit den Kindern seit 1945, nachdem es bei einem Bombenangriff sein Anwesen vis-à-vis des Pfarrhauses in der Unteren Hauptstraße verlor.

Standort des Fotografen: 47.885985, 8.349750

Närrinnengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1993

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mitten auf dem unteren Rathausplatz herrscht am »Schmutzigen Dunschdig« buntes Treiben – und mittendrin lacht eine fröhliche Frauengruppe in die Kamera. Sie haben sich mit langen Röcken, bunten Tüchern und Spitzenschals herausgeputzt. Einen kuriosen Wagen führen sie mit sich: ein alter Hornschlitten, unter den die Närrinnen kleine Räder montiert haben. Darauf steht ein Campingkocher mit großem Kochtopf. Ringsherum hängen Töpfe und Pfannen, die bei jeder Bewegung klappern und scheppern – Musik ganz eigener Art.

Die Sonne scheint, und die Straßenfasnacht lockt das närrische Volk auf den Platz. Während im Hintergrund die Menge dicht gedrängt steht und auf das Aufstellen des Narrenbaums wartet, posieren die Närrinnen lachend. Mit ihrer Idee bereichern sie die Fasnacht.

V.l.n.r.: 1 Renate Fehrenbach, 2 Monika Rouxel, 3 Waltraud Knöpfle, 4 Hella Schreiber, 5 Monika Volk, 6 Lydia Kaiser

Standort des Fotografen: 47.883706, 8.343998

6 Fotos: Abseilen von Bürgermeister Dr. Mellert am Mailänder Tor, Fasnacht 1992

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Löffingen in der Baar, wie’s im Mittelalter war«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Am »Schmutzigen Dunschdig« übernehmen die Landsknechte das Mailänder Tor. Bürgermeister Dr. Dieter Mellert (1941-2019) wird auf dem Rathaus entmachtet, verhaftet und spektakulär vom zweiten Obergeschoss des Torgebäudes abgeseilt. Während er hilflos in der Luft baumelt, wird ihm genüsslich die Leviten gelesen. Um aus der mißlichen Lage befreit zu werden, muss er ein Schwein stiften.

Wenn eine solche akrobatische Einlage jemals im Anforderungsprofil für das Bürgermeisteramt der Stadt Löffingen gestanden hätte, wäre Dr. Dieter Mellert womöglich gar nicht erst zur Wiederwahl angetreten!

Aus dem Fenster schauen Franz Hofmeier und Günter Pfeifer. Im sechsten Bild sind Diethelm Fuß und Rudolf Nägele zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883962, 8.343795