Klassentreffen des Jahrgangs 1943/44 am Mailänder Tor, 1998

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Zur Erinnerung an ihr Klassentreffen stellen sich Angehörige des Jahrgangs 1943/44 vor dem Mailänder Tor zu einem Gruppenfoto auf. Man steht dicht beieinander. Die Sonne scheint. Einige wohnen noch in Löffingen, andere kehren für das Klassentreffen in das Baarstädtchen zurück. Seit der gemeinsamen Schulzeit sind viele Jahre vergangen, die Lebenswege haben sich längst getrennt. Nun gibt es viel zu erzählen: über Familie und Beruf, über frühere Lehrer*innen und über Erlebnisse, an die sich manche noch ganz genau erinnern.

V.l.n.r.: 1 Hedy Mohr (geb. Mayer), 2 Beate Seng (geb. Strobel), 3 Isolde Strittmatter (geb. Kaltenbrunner), 4 Theo Schreiber, 5 Heiko Keller (geb. 1944), 6 Gerhard Bader (geb. 1943), 7 Werner Tschiggfrei, 8 Inge Klose (geb. Zipf), 9 Hilda Bernauer (1944-2019), 10 Inge Kleiner (geb. Bugger), 11 Werner Kloth, 12 Herbert von Dungen (1943-1926), 13 Ursula Braun

Das Mailänder Tor bietet eine passende Kulisse für das Gruppenbild. Schließlich ist es eines der Wahrzeichen des Städtchens und allen aus ihrer Kindheit vertraut. Links weist ein Verkehrsschild auf die inzwischen eingerichtete Tempo-30-Zone hin – auch Löffingen hat sich seit der Schulzeit der Gruppe verändert.

Standort des Fotografen: 47.883947, 8.343839

Fronleichnamsprozession in der Demetriusstraße, 1939

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der Kirchenchor biegt beim Haus Fürst (Demetriusstr. 5) in die Demetriusstraße ein. Frauen und Männer gehen in festlicher Kleidung, die Frauen tragen Hüte, die Männer schwarze Anzüge. Hinter ihnen folgen die Ministranten mit Kreuz und Fahnen sowie die Erstkommunikantinnen in ihren weißen Gewändern. Gemeinsam tragen sie eine Girlande aus Reisig.

Ende der 1930er Jahre ist die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession keine Selbstverständlichkeit mehr. Die kirchenfeindliche Haltung des NS-Regimes macht sich auch in Löffingen bemerkbar. Zwischen der katholischen Kirchengemeinde und der Stadtverwaltung kommt es zu Auseinandersetzungen über die Streckenführung. Die Prozession darf nicht mehr wie früher durch die Hauptstraße ziehen und wird auf Seitenstraßen verwiesen. Zugleich nimmt die Zahl der Teilnehmer*innen ab. Wer mitgeht, bekennt sich sichtbar zum katholischen Glauben und zum katholischen Milieu.

Auffällig ist, dass vor dem Haus Fürst jeder Festschmuck fehlt. Keine »Maien« sind in das Hofpflaster gesteckt, um den Weg der Prozession mit jungem Grün zu säumen. Das dürfte kein Zufall sein: Schmiedemeister Otto Fürst gilt als »alter Kämpfer« der nationalsozialistischen Bewegung. Bereits am 1. November 1930 trat er der Löffinger NSDAP-Ortsgruppe bei (Mitgliedsnummer 358.280). Aus seiner antiklerikalen Haltung macht Fürst keinen Hehl. Schon 1928 warf er die Fensterscheiben des Pfarrhauses ein. 1934 beteiligte er sich an der Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris. Aus der katholischen Kirche trat er aus.

Bei den Mitgliedern des Kirchenchores sind u.a. zu sehen: Julius Limb, Hermann Ganter, Ernst Meßmer, Albert Benitz, Otto Ganter und Hedwig Limb (verh. Vogt).

Standort des Fotografen: 47.884332, 8.344581

Luftbild des Städtchens von der »Hasle« aus, ca. 1957

Verlag Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund | Stadtarchiv

Ein Flugzeug zieht seine Kreise über Löffingen. An Bord befindet sich ein Fotograf im Auftrag der Cramers Kunstanstalt aus Dortmund. Der Verlag vertreibt unter der Bezeichnung »Cekade« Ansichtskarten mit Luftaufnahmen aus Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Vermutlich entsteht das Bild während eines größeren Rundfluges, bei dem mehrere Orte der Region aus unterschiedlichen Richtungen fotografiert werden. Aus einem der Negative wird später diese Ansichtskarte.

Aus luftiger Höhe öffnet sich der Blick über das Städtchen. Der mittelalterliche Stadtring mit seinen dicht gedrängten Häusern ist noch deutlich zu erkennen. In seiner Mitte steht das Rathaus, während die katholische Pfarrkirche St. Michael außerhalb der alten Stadtbefestigung liegt.

Doch Löffingen wächst längst über seinen historischen Kern hinaus. Entlang der Ausfallstraßen entstehen immer mehr Häuser und neue Siedlungen. Das Gewann »Breiten« ist hingegen noch vollständig unbebaut; Wiesen und Felder reichen bis an die bewaldeten Höhenzüge am Horizont.

In der Bittengasse stehen der nach dem Krieg neu errichtete Farrenstall und der städtische Bauhof. Daneben befindet sich das Schlachthaus, unmittelbar dort, wo der unterirdisch verlaufende Stettbach als Bittenbach wieder ans Tageslicht tritt. Das Gebäude wird 1968 abgerissen. Auch der Kindergarten im Schulweg ist noch nicht gebaut; er entsteht erst 1964. Wo später die Realschule ihren Platz findet, erstreckt sich noch die »Linden«-Wiese, die zum gleichnamigen Gasthaus gehört.

Der 1957 eingeweihte Bahnhof ist zu erkennen. Der Neubau ersetzte die provisorische Bahnhofsbaracke, die seit dem Zweiten Weltkrieg als Bahnhofsgebäude diente. Jenseits der Bahnlinie nimmt das Sägewerk Benz ein weitläufiges Areal ein. Der hohe Fabrikschornstein und der markante Späneturm an der Rötenbacher Straße ragen weithin sichtbar aus den Werkhallen heraus.

Hinter dem Städtchen öffnet sich ein weites Panorama. Am Horizont zeichnen sich verschiedene Höhenzüge des Hochschwarzwaldes ab. Besonders markant sind der 1.493 Meter hohe Feldberg und der Hochfirst mit 1.192 Metern. Weiter rechts erhebt sich die 1.190 Meter hohe Weißtannenhöhe.

Luftbilder müssen damals behördlich freigegeben werden; entsprechende Vermerke finden sich auf zahlreichen »Cekade« Ansichtskarten. Die Genehmigungspflicht für Luftaufnahmen besteht in der Bundesrepublik noch bis 1990.

Festhalle und Volksschule, ca. 1957

Verlag Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund | Stadtarchiv

Aus luftiger Höhe entsteht diese Aufnahme: Festhalle und Volksschule sind aus der Vogelperspektive zu sehen. Das Flugzeug kreist über dem Städtchen und gibt den Blick frei auf ein Areal, das noch deutlich am Rand der Bebauung liegt. Hinter dem Wäldchen »Hasle« schließen sich Wiesen, Felder und Waldstücke an.

Im Vordergrund liegen die Gärten in den »Bittenwiesen«. Am rechten Bildrand ist der Bittenbach zu erkennen, der in Richtung Seppenhofen fließt. Der Kindergarten (Schulweg 3) wird erst 1964 gebaut; an seiner Stelle befindet sich noch Gartenland. Die Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße ist hingegen bereits errichtet.

Die Festhalle und die Volksschule, beide 1936 nach langer Bauzeit eingeweiht, bilden zusammen ein markantes Ensemble. Verbunden sind sie durch den Mitteltrakt, in dem das Heimatmuseum untergebracht ist. Rechts neben der Schule steht die evangelische Kirche, die 1953 erbaut wurde. Ihre Fassade erstrahlt noch in hellem Weiß. Das evangelische Pfarrhaus existiert noch nicht, es wird erst 1969/70 erbaut.

Klasse 1b der Grundschule mit Lehrerin Waßmer, 2006

Sammlung Familie Waßmer

Die Klasse 1b stellt sich für den Schulfotografen auf. Diesmal entsteht das Klassenfoto nicht im Schulhof und auch nicht im Foyer der Grundschule, sondern im Treppenhaus der benachbarten Festhalle. Die Kinder stehen in drei Reihen auf den Stufen, eingerahmt von den Geländern des symetrisch angeordneten Treppenaufgangs. Bunte Pullover, Jeans, Latzkleidchen und Turnschuhe verraten den Modegeschmack der frühen 2000er Jahre.

Links steht ihre Klassenlehrerin Maria Waßmer (geb. 1947). Seit 1969 unterrichtet sie an der Grund- und Hauptschule Löffingen – und kennt die Schule noch aus eigener Erfahrung: 1954 wurde sie selbst in die damalige Volksschule eingeschult. Mehr als 50 Jahre später begleitet sie nun diese Erstklässler*innen durch ihr erstes Schuljahr.

Für die Kinder ist das Klassenfoto ein besonderer Moment. Alle sollen stillstehen, nach vorne schauen und möglichst freundlich in die Kamera blicken. Gar nicht so einfach, wenn man gerade erst dabei ist, sich als neue Klasse zusammenzufinden. Doch genau dafür sind solche Fotos da: Sie halten den Anfang fest – die ersten Mitschüler*innen, die erste Lehrerin, das erste Schuljahr.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lea Sattler, 2 Lara Albrecht, 3 Christiana Haak, 4 Erik Schreiner, 5 Melina Kumkum, 6 Annabell Kuttruff, 7 Malin Reiser, 8 Robin Zoller, 9 Katharina Knöller
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klassenlehrerin Maria Waßmer, 2 Floriana Sulja, 3 Linus Bächle, 4 Lisa Schreiber, 5 Lea Ketterer, 6 Diana Belakin, 7 Chiara Köpfler, 8 Juri Staudt, 9 Anna Blatter
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Vanessa Curcic, 2 Malin Bader, 3 Marco Kietruschat, 4 Laura Hoheisel, 5 Elias Gauger, 6 Elisabeth Zurjuk, 7 Marcel Klann, 8 Elias Sidi-Yakoub, 9 Markus Schlatter

    Standort des Fotografen: 47.882910, 8.347862

    2 Fotos: Handharmonikaspielring im Gasthaus »Traube«, 1993

    Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

    Die Mitglieder des Handharmonikaspielrings sind zur Generalversammlung im Gasthaus »Traube« zusammengekommen. Nach der Sitzung stellt sich eine Gruppe für den Fotografen auf – vermutlich der Vorstand oder ein Teil der besonders aktiven Vereinsmitglieder. Man sitzt und steht dicht beieinander in der Gaststube, zwischen gedeckten Tischen und gemusterten Vorhängen. Im Hintergrund ist ein Zigarettenautomat zu erkennen.

    Der Handharmonika-Spielring blickt inzwischen auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bereits 1936 wurde in Löffingen erstmals ein Verein gegründet. Nach Krieg und finanziellen Schwierigkeiten kam es 1957 im Gasthaus »Hirschen« in Seppenhofen zur Wiedergründung als »Handharmonika-Spielring Löffingen, Seppenhofen und Reiselfingen«. Seit 1968 trägt der Verein den Namen »Handharmonika-Spielring Löffingen und Umgebung«.

    1993 ist der Verein breit aufgestellt. Es gibt ein Konzertorchester, ein Seniorenorchester und ein Jugendorchester. Damit reicht das musikalische Leben von den älteren Spieler*innen bis zum Nachwuchs. Erster Vorsitzender des Vereins ist Heinrich Wider und Dirigent des Orchesters ist Egon Oschwald. Die beiden prägen den Verein seit Jahrzehnten und sind auch auf diesem Foto zu sehen.

    Die Aufnahme erzählt weniger von einem großen Bühnenauftritt als vom Vereinsalltag: von Sitzungen, Wahlen, Probenarbeit und den vielen Menschen, die im Hintergrund Verantwortung übernehmen. Ohne solche Abende gäbe es keine Konzerte, keine Jugendarbeit und keinen Applaus des Publikums.

    1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Marianne Brugger, 2 Bernadette Furtwängler, 3 ???, 4 ???
    2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Erster Vorsitzender Heinrich Wider, 2 Achim Schropp, 3 Steffen Hofmann, 4 Franz Scholz, 5 ???, 6 Dirigent Egon Oschwald

    Standort des Fotografen: Seppenhofen

    Familie Glunk bei der Heuernte im »Breitenfeld«, 1962

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Glunk zur Verfügung.

    Die Heuernte ist in vollem Gang. Auf dem Feld im Gewann »Breitenfeld« wird das getrocknete Gras zusammengerecht und auf den Wagen geladen. Ein Traktor steht bereit, dahinter türmt sich das Heu bereits hoch auf. Oben auf dem Wagen steht jemand und verteilt die Ladung, damit möglichst viel darauf passt und nichts herunterfällt.

    Alle helfen mit. Mit Rechen und Heugabeln wird das Heu zusammengetragen, aufgeladen und festgestampft. Die Arbeit ist mühsam und schweißtreibend, zumal das Feld nicht gerade vor der Haustür liegt. Das landwirtschaftliche Anwesen der Familie Glunk befindet sich im Maienland, das »Breitenfeld« dagegen am anderen Ende der Löffinger Gemarkung.

    Am Rand steht eine Kurgästin mit Fotoapparat und schaut zu. Für sie ist die Heuernte offenbar ein interessantes Motiv, vielleicht sogar ein Stück ländlicher Idylle. Für Familie Glunk hingegen ist es vor allem Arbeit, bei der jede helfende Hand gebraucht wird. Das Foto selbst wird von einem anderen Zuschauer aufgenommen – vielleicht ebenfalls einem Kurgast? Private Farbfotografien sind Anfang der 1960er Jahre noch eine Seltenheit.

    Standort des Fotografen: 47.871834, 8.369776

    2 Fotos: Narrengruppe »Teufelsküche« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1997

    Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

    Auf dem unteren Rathausplatz ist die Hölle los – im besten fasnachtlichen Sinne. Vor dem Café Fuß hat sich die Narrengruppe »Teufelsküche« aufgebaut. Auf einem kleinen Wagen stehen Kochtöpfe, Gaskocher, Körbe und allerlei Küchenutensilien bereit. Was hier gebraut wird, möchte man vielleicht lieber nicht so genau wissen.

    Die Teufelinnen tragen schwarze Kostüme mit roten Fransen, zackigen Säumen und feurig rotem Haarschmuck. Auch Hörner dürfen natürlich nicht fehlen. Ein wenig erinnern die Gewänder an die Rötenbacher Teufel, vielleicht haben sie sich dort tatsächlich ein paar Anregungen geholt. Die Närrinnen gehören dem Turnerbund an.

    zweites Bild
    1.Reihe, hockend, v.l.n.r.:
    1 Maria Jaschke, 2 Lydia Kaiser
    2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Waltraud Knöpfle, 2 Renate Fehrenbach, 3 Hella Schreiber, 4 Monika Volk

    Standort des Fotografen: 47.883861, 8.343990

    Maienlandstraße mit viel Schnee, 1968

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Susanne Obergfell zur Verfügung.

    Die Perspektive ist bewusst gewählt: Rechts ragt ein mächtiger Schneeberg ins Bild und macht sofort deutlich, worum es dem Fotografen geht. Die weiße Pracht soll festgehalten werden. Entlang der Maienlandstraße türmen sich hohe Schneewälle, während die Straße selbst bereits freigeräumt ist.

    Der Blick fällt auf das Haus Lehmann (Maienlandstr. 12). Der Seitengiebel ist mit Holzschindeln verkleidet, zwei große Scheunentore markieren den früheren Ökonomiebereich des Gebäudes. Die Landwirtschaft ist bereits aufgegeben. Auch die alte »Miste« hat ausgedient: Wo früher der Mist lagerte, türmt sich nun ebenfalls Schnee. Davor steht eine kleine Personengruppe und unterhält sich. Am Wohnbereich sind die Fensterläden verschwunden – ein kleines Zeichen dafür, dass sich auch an den alten Bauernhäusern nach und nach Veränderungen und Modernisierungen durchsetzen.

    Weiter unten, vor dem Haus Egle (Maienlandstr. 8), parkt ein Auto.

    Standort des Fotografen: 47.885718, 8.342305

    Kirchenchor bei einem Ausflug in St. Blasien, 17. August 1947

    Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

    Zwei Jahre nach Kriegsende unternimmt der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde einen gemeinsamen Ausflug. Ziel ist St. Blasien. Vor der mächtigen Fassade des Doms stellt sich die Gruppe auf den Treppenstufen zum Erinnerungsfoto auf. Zwischen den hohen Säulen wirken die Sänger*innen beinahe klein. Vor der eindrucksvolle Kulisse stehen sie dicht gedrängt beieinander, vorne die Frauen in hellen Sommerkleidern und Schürzen, dahinter die Männer in Anzügen. Zwei Fahnen ragen über die Gruppe hinaus.

    Noch ist die Nachkriegszeit überall spürbar. Vieles ist knapp, Reisen sind keineswegs selbstverständlich. Umso besonderer dürfte dieser Ausflug für die Chormitglieder sein: einmal herauskommen aus dem Alltag, gemeinsam unterwegs sein, singen, beten, miteinander Zeit verbringen.

    Über dem Portal hängt ein festlich geschmücktes Banner mit Reisiggirlanden: »Gott segne das ehrbare Handwerk«. Darüber prangt die Zahl »25«. Offenbar findet in St. Blasien zur gleichen Zeit eine Feier des Handwerks statt. Welches Jubiläum damit genau gemeint ist, lässt sich dem Foto nicht entnehmen.

    Standort des Fotografen: St. Blasien

    Kinderumzug mit »Schneewittchen und die sieben Zwerge«, Fasnacht ca. 1965

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Susanne Obergfell zur Verfügung.

    Es ist »Fasnet Zieschdig«. Traditionell findet am Dienstag der Kinderumzug statt, der vom Bahnhof aus durch das Städtchen in Richtung Festhalle führt. An der Hans-Thoma-Schule (Untere Hauptstr. 10) ziehen gerade diese kleinen Fasnachtsnarren vorüber. Sie gehören zum Jahrgang 1957 und haben sich als »Schneewittchen und die sieben Zwerge« verkleidet.

    Das einzige Mädchen der Gruppe ist Susanne Obergfell. Mit Kleid und Krone ist sie unschwer als Schneewittchen zu erkennen. Um sie herum marschieren die Zwerge mit ihren Zipfelmützen, die in ganz unterschiedlichen Formen und Größen geraten sind. Einer trägt einen Hobel in der Hand.

    Ausgerechnet jetzt beim Kinderumzug schneit es. Die Straße ist nass und rutschig, am Rand liegt eine geschlossene Schneedecke. Einige Kinder kneifen die Augen zusammen, weil ihnen die Flocken ins Gesicht wehen. Doch tapfer ziehen sie weiter – Hand in Hand, dicht beieinander, mitten durch das winterliche Städtchen.

    1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Susanne Obergfell, 2 Karl-Heinz Götz
    2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Scholz, 2 ???
    3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Harald Seidenberg, 2 ???

    Standort des Fotografen: 47.882667, 8.343417

    Mailänder Tor, ca. 1972

    Verlag C. Revellio KG, Villingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Susanne Obergfell zur Verfügung.

    An einem sonnigen Tag fällt der Blick aus der Unteren Hauptstraße auf das Mailänder Tor. Der Fotograf steht etwa auf Höhe des Hauses Geisinger (Untere Hauptstr. 4). Dort befindet sich der Friseursalon von Hermann Geisinger. Ein großes Werbeschild mit der Aufschrift »Damen – Salon – Herren« weist auf das Geschäft hin. Am Balkon darüber blühen Geranien, die zusammen mit dem hellen Sonnenschein das Straßenbild prägen.

    Am benachbarten Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) sind gleich zwei Schilder zu sehen: das alte schmiedeeiserne Wirtshausschild, das weit über den Gehweg hinausragt, und darunter das moderne Schild der »Bezirkssparkasse«. Noch befindet sich die Bankfiliale im Erdgeschoss des Gasthauses.

    Auf dem unteren Rathausplatz haben sich einige Passant*innen am Demetriusbrunnen versammelt. Man plaudert miteinander. Andere schlendern in Richtung Tordurchfahrt oder gehen zu ihren geparkten Autos. Der Platz wirkt belebt, beinahe wie eine kleine Flaniermeile. Zu sehen ist u.a. Cläre Grotz.

    Das Mailänder Tor, das nach dem Großbrand von 1921 in seiner heutigen Form wiederaufgebaut wurde, präsentiert sich frisch renoviert. Die frisch gestrichene Fassaden, die roten Dachziegel und die blühenden Geranien an den Fenstern verleihen dem historischen Stadttor ein besonders gepflegtes Erscheinungsbild.

    Standort des Fotografen: 47.883410, 8.343849