Vier Kinder in der Maienlandstraße, ca. 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Vier Kinder stehen in der Maienlandstraße: drei Mädchen in Sommerkleidchen und ein kleiner Junge, der an der Hand gehalten wird. Hinter ihnen sind links und rechts zwei Misthaufen zu erkennen, denn noch betreiben die meisten Anwohner zumindest eine kleine Landwirtschaft. Der Schopf im Hintergrund gehört vermutlich zum Haus Storz (Maienlandstr. 11), das ca. 1985 abgerissen wird.

Wer erkennt die Kinder?
V.l.n.r.: Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020), [Hanni Sibold?], Franz Schweizer (1938-2015), [Anni Selb?]

Standort des Fotografen: 47.885767, 8.342319

2 Fotos: Mädchen vor einer Haustür in der Maienlandstraße, ca. 1936

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Ein kleines Mädchen im weißen Kleidchen und mit Schleife im Haar sitzt vor einer Haustür in der Sonne. Die Kleine hält ein Täschchen in den Händen. Hinter ihr liegt ein Teddybär, den sie mit sich herumträgt. Die beiden scheinen unzertrennlich zu sein. Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020) blickt direkt in die Kamera des Fotografen. Für ein zweites Foto gesellen sich ihre Patentante Josefine Schweizer (verh. Kühn, 1913-1991) und deren Pflegesohn Florian Wendelgaß (1929-1996) mit auf das Bild. Der Junge ist kostümiert. Offenbar ist gerade Fasnacht.

Das kleine Mädchen ist die Tochter von Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971) und dessen Ehefrau Paula geb. Jordan (1904-1980). Geboren am 5. November 1934, wächst sie in ihrem Elternhaus (Maienlandstr. 9) auf. Auf dem Foto sitzt sie aber nicht vor dessen Haustür, sondern vis-à-vis auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Paula Schweizer hat es sich auf der Sandsteintreppe vor dem Haus des Sattlers Viktor Geisinger (1872-1941) bequem gemacht. Die linke Tür führt in den Stall, die rechte Tür, vor der sie sitzt, in den Wohnbereich. Geschnitzte Holzelemente im Jugendstil rahmen die Haustür ein. Das Haus wird nach Geisingers Tod 1941 an den Küfermeister Hermann Diesberger und dessen Ehefrau Mathilde geb. Vogt verkauft.

Standort des Fotografen: 47.885469, 8.342497

Kommunionkind Johann Glunk vor der Haustür, 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Johann Glunk zur Verfügung.

Bei strahlendem Sonnenschein blinzelt das Kommunionkind in die Kamera des Fotografen: Johann Glunk (1930-2015) steht vor der Haustür seines Elternhauses. Er trägt einen schwarzen Kommunionanzug, hält das Magnificat in seiner linken, und die Kommunionkerze in seiner rechten Hand. Nur ein bisschen gerade könnte er die Kerze schon halten!

Standort des Fotografen: 47.886313, 8.342042

Hermann Ganter im Profil, 1942

Zeichnung von Karl Ehret
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lore Echtle zur Verfügung.

Mit »Philosophus« betitelt Gewerbeschullehrer Karl Ehret (1897-1974) dieses Porträt, das er 1942 zeichnet. Es ist Teil einer Serie von »Löffinger Originalen«, die Ehret über mehrere Jahre hinweg anfertigt. Zu sehen ist im Profil der Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), der gerne über Gott und die Welt nachdenkt und spricht – eben philosophiert.

Geboren wurde er am 16. Mai 1895 als Sohn des Schneiders Karl Ganter (1848-1917) und dessen Ehefrau Amalie Ganter geb. Fahrer (1855-1936). Er wuchs an der Seite von sieben Geschwistern auf und erlernte das Schneiderhandwerk. Verheiratet mit Anna geb. Hepting, bekam er mit ihr zwei Töchter. Hermann Ganter ist ein unabhängiger Kopf, der auch in der NS-Zeit bei seinen Prinzipien bleibt. Da er weiterhin Geschäftsbeziehungen zu jüdischen Kaufleuten unterhält, wird er öffentlich in der Nazi-Presse angefeindet. So hetzt z.B. das antisemitische Wochenblatt »Der Stürmer« 1937 gegen ihn. Nach der Befreiung vom NS-Regime gehört Hermann Ganter der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSVP) an. Er ist Mitglied im Gemeinderat und amtiert von 1945 bis 1947 als Bürgermeister. Er stirbt am 19. Februar 1957 im Alter von nur 61 Jahren.

Haus Kuster in der Maienlandstraße mit Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Winteridylle bietet sich dar: Das Haus von Landwirt Karl Kuster und seiner Ehefrau Lina Kuster geb. Heizmann (Maienlandstr. 7) ist tief eingeschneit. Auf dem Dach liegt die weiße Pracht, aber auch die Obstbäume im Garten sind bedeckt. Pittoresk wirkt der Holzzaun im Vordergrund, der die weiße Fläche belebt und das Foto nach unten einrahmt.

Im Hintergrund links ist das Dienstwohnungsgebäude der Deutschen Bahn (Bahnhofstr. 4) mit seiner Backsteinfassade zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.885006, 8.342809

Maienlandstraße mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es hat geschneit. Die Maienlandstraße ist noch nicht geräumt. Die Fahrbahn ist zugeschneit und auch am Straßenrand ist für Fußgänger kein Durchkommen. Eine Schar Kinder ist deshalb auf die Straße ausgewichen und zieht, vom Mailänder Tor kommend, in Richtung Maienland.

Auf der linken Straßenseite sind das Haus Honold (Maienlandstr. 2) und das Haus Fritsche (Ringstr. 6) zu sehen. Beide wurden nach dem Großbrand 1921 neu gebaut. Auf der rechten Straßenseite stehen das Haus Guth (Weberweg 2) und das Haus Strobel (Maienlandstr. 3). Die beiden Häuser, die rechts an das Mailänder Tor angebaut sind, werden bei einem Brand 1969 zerstört.

Standort des Fotografen: 47.884828, 8.342971

3 Fotos: Hochzeitsgesellschaft Krauß / Häusler im »Pilgerhof«-Garten, 13. Juli 1960

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Für den Sattlermeister Ernst Krauß (1897-1978) ist es die zweite Ehe, die er schließt. Denn seine erste Ehefrau Berta Krauß (geb. Hofmann, 1905-1957), die aus Hüfingen stammte, war am 28. September 1957 im Alter von nur 52 Jahren verstorben. Der Witwer heiratet daraufhin am 13. Juli 1960 die 15 Jahre jüngere Helene Krauß (geb. Häusler, 1912-2006).

Die Hochzeitsgesellschaft versammelt sich für ein Gruppenfoto im Garten des Gasthauses »Pilgerhof«. Mit dabei ist der betagte Vater des Bräutigams, Wilhelm Krauß (1871-1970), der fast 90 Jahre alt ist.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Maria Jester (geb. Vogel), 3 ???, 4 Lina Egle (geb. Mäder, 1887-1966), 5 Wilhelm Krauß (1871-1970), 6 ???, 7 Christa Welte (geb. Krauß) mit 8 ???, 9 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Alfred Gaede (1902-1961), 2 Rosa Weber (geb. Häusler), 3 ???, 4 Paula Gaede (geb. Vogel, 1907-1990), 5 Hermann Welte, 6 Martha Bieri (geb. Häusler), 7 ???, 8 ???, 9 Helene Krauß (geb. Häusler), 10 Ernst Krauß (1897-1978), 11 ??? Krauss (USA), 12 Josef Krauss (USA)

Standort des Fotografen: 47.886890, 8.342078

Karl Glunk, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Karl Glunk (1897-1980) betreibt eine Landwirtschaft in der Maienlandstraße. Er steht am hochgeklappten Futtergangfenster und entfernt vermutlich gerade das Gras, damit er das Fenster wieder gut schließen kann.

Standort des Fotografen: 47.886394, 8.342004

Geschmücktes Haus Ganter in der Maienlandstraße, 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf vollen Touren. Alfred Egle (1920-2001) und Else Ganter (1923-2011) heiraten am 25. August 1955. Am Vorabend wird das Elternhaus der Braut festlich dekoriert. Klassenkamerad*innen von Braut und Bräutigam packen mit an. Eine Girlande wird über die Haustür gehängt. Zwei Tännchen, die mit weißen Bändeln geschmückt sind, werden links und rechts vom Eingang aufgestellt. Der große Tag kann also kommen!

V.l.n.r.: 1 Arno Adrion (1924-1995), 2 Ernst Heiler (1923-?), 3 [Wilhelm Benz (1923-?)], 4 Gertrud Geisinger (geb. Limb, 1923-2011), [Hedwig Kienzler (?)], Josefa Mayer (geb. Gebert, 1920-2010)

Standort des Fotografen: 47.885207, 8.342730

Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Vom Alenberg aus zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung, das der Großbrand am 28. Juli 1921 verursacht hat. Ein ganzer Stadtteil liegt in Trümmern. 36 Häuser mit Nebengebäuden wurden ein Raub der Flammen. 200 Menschen wurden obdachlos. Um Spendengelder für die Brandgeschädigten einzutreiben, werden Ansichtskarten vertrieben. Der Erlös geht an den Hilfsausschuss.

Dieselbe Ansicht wird mit zwei unterschiedlichen Beschriftungen vertrieben. Auf der oberen Karte heißt es »Grohsfeuer in Löffingen vom 28.7.21«, auf der unteren »Häuser Brand in Löffingen vom 28.7.21«. Ansonsten sind die Bilder identisch, nur das Panorama des oberen Fotos ist ein bisschen breiter, sodass am rechten Bildrand auch noch der Kamin des Sägewerk Benz zu sehen ist. Beim unteren Bild ist der Schornstein weggeschnitten.

Im Vordergrund des Fotos ist das Öknomiegebäude (Alenbergstr. 8) und das Wohnhaus (Alenbergstr. 7-9) von Familie Benitz zu sehen. Den Hang hinunter ist eine Schneise der Verwüstung zu sehen. Die Ringstraße, die Demetriusstraße und ein Teil des unteren Rathausplatzes ist in einer Trümmerlandschaft verwandelt. Das Mailänder Tor, im Jahr 1580 erbaut, konnte vor den Flammen gerettet werden. Dadurch, dass es der Feuerwehr gelang, auch das massive Rathausgebäude zu halten, konnte ein Übergreifen des Feuers auf die dahinterliegenden Straßenzüge verhindert werden.

Standort des Fotografen: 47.885809, 8.344505

Brandruinen beim Mailänder Tor nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Gleich hinter dem Mailänder Tor an der Einmündung der Ringstraße in die Maienlandstraße steht der Fotograf. Er richtet seine Kamera auf das Mailänder Tor, das streng genommen ein Wohnhaus mit Tordurchfahrt ist. Es gehört dem Landwirt Wilhelm Brugger. Da die angrenzenden Häuser der Demetriusstraße allesamt beim Großbrand zerstört wurden, wandert der Blick über die Trümmerlandschaft hinweg bis zum Rathaus.

Auf der Kreuzung steht neben der Brandruine des Hauses Fritsche (Ringstr. 5) eine Personengruppe. Eventuell handelt es sich um Brandgeschädigte, die sich neben ihrem abgebrannten Haus aufgestellt haben. Zu ihnen haben sich ein paar uniformierte Polizisten aus Müllheim gesellt, die zu Aufräumarbeiten in das Baarstädtchen abkommandiert sind.

Beim Wiederaufbau wird das neue Haus Fritsche mehrere Meter versetzt aufgebaut. Dadurch wird die Ringstraße breiter und eine Engstelle im Städtchen beseitigt.

Standort des Fotografen: 47.884187, 8.343419

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1960

Foto: Cramer, Kunstanstalt K.G., Dortmund / Stadtarchiv

Aus ungewohnter Perspektive zeigt dieses Luftbild das Städtchen. Das Flugzeug, aus dem das Foto aufgenommen wird, kreist über dem Maienland. Der Blick fällt aus westlicher Richtung auf die Häuser am Alenberg, in der Maienland- und in der Bahnhofstraße. Der 1957 fertiggestellte neue Bahnhof steht bereits. Aber das Anfang der 1960er Jahre im Pfarrweg neu erbaute katholische Pfarrhaus ist noch nicht gebaut, wodurch sich das Foto recht genau datieren lässt. Auch der Kirchturm ist noch nicht verputzt.

Im Hintergrund ist der Altstadtring zu erkennen. Vor der »Hasle« stechen die Festhalle und Schule sowie die 1954 geweihte evangelische Kirche ins Auge.