Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1978/79

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Ein Beitrag zur Fasnacht oder schon fast eine politische Demonstration? Diese Narrengruppe hat sich als Personal des Städtischen Krankenhauses verkleidet. Im Hintergrund winkt Bauhofchef Rudi Jordan, der Frauenkleider und eine Damenperücke trägt. Offensichtlich persifliert er die baden-württembergische Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung, Annemarie Griesinger (1924-2012), die von 1972 bis 1980 in der CDU-Landesregierung amtiert.

V.l.n.r.: Eugen Heizmann, Rudi Jordan, ???, Heini Scholl, ??? (halb vedeckt), Bruno Nägele, ???

Die Narren machen die Ministerin (mit)verantwortlich, dass Löffingen um die Existenz seines seit 1871 bestehenden Krankenhauses fürchtet. »Annemarie gibt dem Krankenhaus den Todeskuss«, steht auf dem kleinen Plakat links. Und auf dem großen Plakat heißt es, adressiert an die Ministerin persönlich: »Frau Grießinger – Unser Krankenhaus muß erhalten werden – Wir verfügen über gut geschultes Personal u. einwandfreies Gerät, Behandlung u. Service inklusive. Über 150 Jahre durch Qualität bewährt.«

Die Sorge muss die Existenz des Krankenhauses führt sogar wenig später zur Gründung einer Bürgerinitiative. Doch der Protest nützt nichts und das Krankenhaus muss 1983 seine Pforten schließen.

Standort des Fotografen: 47.884035, 8.343919

Demetriusstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Schneeberge türmen sich in der Demetriusstraße. Auf den Dächern und den Staffelgiebeln liegt die weiße Pracht. Eiszapfen hängen vom Dach der Molkerei (Demetriusstr. 6) hinunter. Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) zieht mit seinem Fotoapparat los und fotografiert das Städtchen, das sich in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt hat.

Standort des Fotografen: 47.884385, 8.344585

Demetriusstraße mit der Molkerei, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor der Molkerei (Demetriusstr. 6) stehen die Milchkannen feinsäuberlich aufgereiht auf der kleinen Verladerampe. Der Blick wandert die Demetriusstraße hinunter in Richtung Mailänder Tor. Die Häuserzeile wurde nach dem Großbrand 1921 nach den Plänen der Wiederaufbaukommission wieder aufgebaut. Das Merkmal, das am meisten ins Auge sticht, sind die Staffelgiebel. Nach und nach werden die Häuser umgebaut. Scheunentore verschwinden allmählich, Schaufenster werden in die Fassade gebrochen, wie dies bereits am Haus Hasenfratz (Demetriusstr. 9) geschehen ist.

Standort des Fotografen: 47.884332, 8.344523

Frau mit Kinderwagen in der Demetriusstraße, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Fangen wir mit dem Hintergrund des Bildes an: Schön zu sehen sind die Häuser der Demetriusstraße, die nach dem Großbrand 1921 entsprechend der Pläne der Wiederaufbaukommission erbaut wurden. Sie sind noch nahezu unverändert. Nur das Haus von Kaufmann Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) wurde bereits modernisiert und verfügt im Erdgeschoss über ein breites Schaufenster. Dass es sich um ein Schuhgeschäft handelt, ist am Werbeschild der Firma »Medicus« über der Eingangstür zu erkennen. Es folgen die Häuser von Heinrich und Josefine Thoma (Demetriusstr. 8), Schuhmacher Gerhard Scholz (Demetriusstr. 7) und danach die Tordurchfahrt und die Molkerei (Demetriusstr. 6). 

Im Vordergrund steht Helga Horn geb. Fuß mit einem Kinderwagen. Sie wird von ihrer Verwandten Ruth Knaus begleitet. Ein weißer Hund (ein Spitz) springt auf der Straße herum.

Standort des Fotografen: 47.884017, 8.343983

Zwei Kinder mit Fahrrad in der Demetriusstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Zwei Kinder stehen in der Demetriusstraße. Der Junge, der stolz sein Fahrrad präsentiert, ist Diethelm Fuß, der gleich nebenan im Haus der Bäckerei Fuß (Rathausplatz 5) aufwächst. Der Junge links ist Guido Ganter.

Beim Haus der Metzgerei Rohrer (Rathausplatz 4) ist rückseitig ein Flachbau angebaut, der noch nicht verputzt ist. Auch auf der anderen Straßenseite wird gerade gebaut: Beim Haus Scholz (Demetriusstr. 7) ist die Fassade eingerüstet und wird renoviert. Dahinter ist die Molkerei (Demetriusstr. 6) zu sehen. Auf der Verladerampe stehen Milchkannen bereit. Am Ende der Straße ist das Haus Götz (Demetriusstr. 4) zu erkennen. Bereits von weitem ist der Schriftzug »Elektro-Götz« über dem Schaufenster zu lesen.

Standort des Fotografen: 47.884124, 8.344100

Luftbild auf das Städtchen mit katholischer Pfarrkirche, ca. 1955-1960

Verlag Flugbild GmbH, Bonn
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ralf Gauger zur Verfügung.

Dieses Luftbild entsteht in der Nachkriegszeit, vermutlich in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Zu sehen ist im Vordergrund die katholische Pfarrkirche St. Michael, mit ihrem 1713-1715 erbauten Langhaus und Chor sowie ihrem 1855 an der Weststeite errichteten Turm. Auf dem Foto ist der Turm noch unverputzt. Schön auf dem Foto zu erkennen ist, dass die Kirche außerhalb des mittelalterlichen Altstadtrings steht.

Neben der Kirche ist rechts das Schlachthaus am Bittenbach zu sehen, das 1968 abgerissen wird, und dahinter der Farrenstall und der neu erbaute Bauhof. Weiter oben in der Bittengasse steht ein Trafohäuschen. Herausragende Gebäude im Städtchen sind das 1830/31 erbaute Rathaus und die beiden Gasthäuser »Sonne« (Rathausplatz 9-10) und »Löwe« (Rathausplatz 11), die den oberen Rathausplatz dominieren.

Blick vom Maienland in Richtung Städtchen, 2013

Sammlung Familie Waßmer

Die Tanne im Garten von Veiths (Rötengasse 2) wird für die Adventszeit mit Lichterketten geschmückt. Um auch ganz nach oben bis zur Tannenspitze zu kommen, ist eine Feuerwehrdrehleiter im Einsatz. In luftiger Höhe entsteht dieses Foto mit einem ungewöhnlichen Blick über das Maienland in Richtung Mailänder Tor und Städtchen.

Standort des Fotografen: 47.885345, 8.342421

Demetriusstraße, ca. 1930

H. Fuß, Freiburg-Littenweiler / Sammlung Familie Waßmer

Wenige Jahre nach dem Großbrand 1921 entsteht diese Aufnahme der Demetriusstraße. Nichts mehr erinnert daran, dass am 28. Juli 1921 im zweiten Haus neben dem Mailänder Tor ein Feuer ausgebrochen war, das innerhalb kürzester Zeit nicht nur den gesamten Straßenzug, sondern das halbe Städtchen einäscherte. Entsprechend den Vorschlägen der Wiederaufbau-Kommission wurden die neuen Häuser erbaut. Sie alle sind mit Staffelgiebeln versehen. Die meisten Scheunentore bzw. Ladenfenster und Haustüren sind mit Rundbögen ausgestattet. Zwei der Häuser verfügen über kleine Erker. Das Haus Fürst wird von einem hölzernen Balkon geschmückt, an dem eine Kletterpflanze empor rankt.

Standort des Fotografen: 47.883936, 8.343807

2 Fotos: Blick zum Mailänder Tor und in die Demetriusstraße, Juli 1957

Willy Pragher / Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg (Bestand W 134)

Der umfangreiche Nachlass des Freiburger Fotografen Willy Pragher (1908-1992) mit einer Million Fotografien befindet sich im Staatsarchiv Freiburg. Er besteht aus Glasplattennegativen, Diapositiven, Papierpositiven und Filmnegativen. Unter den Fotografien befinden sich auch diese beiden Ansichten des unteren Rathausplatzes vom Juli 1957.

Zu sehen sind links das Mailänder Tor und rechts der Staffelgiebel vom Café Fuss. Dazwischen fällt der Blick in die Häuserzeile der Demetriusstraße mit ihren charakteristischen Giebeln. Im Vordergrund ist der 1954 neu errichtete Demetriusbrunnen zu sehen. Schon damals dient der Platz bereits zunehmend als Parkplatz für Autos und Fahrzeuge.

Standort des Fotografen: 47.883743, 8.343671

Blick vom Rathaus zum Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach der Brandkatastrophe vom 28. Juli 1921 wird dieses Foto vom Rathaus aus aufgenommen. Der Blick fällt auf die Trümmerreste, die am unteren Rathausplatz von den Häusern von Metzgermeister Johann Riegger und von Landwirt Anton Brunner übrig geblieben sind. Mit Bleistift wurde das Foto beschriftet: »Brunner Giebel« und »Kamin Riegger« ist zu lesen. Der Giebel ganz rechts gehört zum Postamt (Rathausplatz 3), das vor dem Abbrennen gerettet werden konnte.

Im Hintergrund sind die vollkommen zerstörten Straßenzüge der Demetriusstraße und der Ringstraße zu sehen. Der Giebel des eingeäscherten Doppelhauses Benitz-Thoma (Alenbergstr. 7-9) ragt gespenstisch empor. »Thoma« wurde daneben notiert.

Standort des Fotografen: 47.883913, 8.344266

Luftbild in Richtung »Hasle«, ca. 1953-1960

Sammlung Familie Waßmer

Diese Luftaufnahme entsteht in der Mitte der 1950er Jahre. Zur Datierung dienen verschiedene Anhaltspunkte: Die Evangelische Kirche, aber auch die Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße wurden 1952/53 gebaut. Beide sind auf dem Foto bereits zu sehen. Das Foto entsteht aber auch vor 1960/61, da der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael noch nicht verputzt und das Wohn- und Geschäftshaus von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 4) noch nicht gebaut ist.

Trümmerfeld in der Demetriusstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Unmittelbar nach dem verheerenden Großbrand entsteht diese Aufnahme, die das Trümmerfeld von einer erhöhten Position am Fuße des Alenbergs aus zeigt. Am unteren Bildrand ist die Säule des Laufbrunnens zu sehen, der an der Einmündung der Demetriusstraße in die Ringstraße steht. In der Bildmitte ist der abgebrannte Straßenzug in der Demetriusstraße zu sehen. Rauch steigt noch aus den Trümmern auf. Rechts ist die Ringstraße zu erkennen, die auf das erhalten gebliebene Haus von Ferdinand Schultheiß (Maienlandstr. 1) zuläuft.

Im Hintergrund sind das Bahnhofsgebäude und das Sägewerk Benz zu sehen. Der Schornstein ragt am rechten Bildrand in den Himmel.

Standort des Fotografen: 47.884699, 8.344792